Erdbeben in Haiti 2010
| Erdbeben in Haiti 2010 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Magnitude | 7,0 MW | |||||
| Epizentrum | 18° 26′ 35″ N, 72° 34′ 16″ W
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dim=10000 | globe= | name=Erdbeben in Haiti 2010 | region=HT-OU | type=event
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| Land | Haiti | |||||
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Datei:Haiti-2010-quake.png | ||||||
Das Erdbeben in Haiti 2010 war ein schweres Erdbeben, das sich am 12. Januar 2010 um 21:53 UTC (16:53 Uhr Ortszeit) ereignete. Das Epizentrum lag 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Haitis, Port-au-Prince, das Hypozentrum etwa 13 Kilometer darunter. Die Stärke des Erdbebens wurde vom United States Geological Survey (USGS) mit 7,0 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala gemessen.<ref name="USGS">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig M 7.0 – Haiti region.] United States Geological Survey, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Eine Erfassung und Identifizierung der Opfer fand aufgrund der chaotischen Verhältnisse meist nicht statt, sodass die Opferzahlen nur geschätzt werden können. In den Monaten nach dem Beben bewegten sich die Schätzungen der verschiedenen Organisationen zwischen 220.000 und 500.000 Todesopfern.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, tagesschau.de, 12. Januar 2011. Abgerufen am 13. Januar 2011Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Radio Vatikan, 1. März 2010. Abgerufen am 13. März 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Premierminister Bellerive gab ein Jahr nach dem Beben abschließend bekannt, dass sich die Zahl der Toten auf etwa 316.000 beläuft.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, europapress.es, 12. Januar 2011 (español).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Damit handelt es sich um das bis dahin schwerste Beben in der Geschichte Nord- und Südamerikas sowie um das weltweit verheerendste Beben des 21. Jahrhunderts.<ref>Liste von Erdbeben</ref> Über 310.000 weitere Personen wurden verletzt und schätzungsweise 1,85 Millionen Menschen obdachlos. Insgesamt sind etwa 3,2 Millionen Menschen, das heißt ein Drittel der Bevölkerung Haitis, von der Naturkatastrophe betroffen.<ref name="earthquake-report">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, earthquake-report.com, 31. Dezember 2010. Abgerufen am 13. Januar 2011 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Die haitianische Regierung schätzt, dass durch das Erdbeben 250.000 Wohnungen und 30.000 Geschäfte zerstört wurden.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, The Age, 5. Februar 2010. Abgerufen am 13. Januar 2011 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Der entstandene wirtschaftliche Schaden wird mit etwa 7,8 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 5,4 Milliarden Euro) angegeben,<ref name="earthquake-report" /> ein Betrag, der das jährliche Bruttoinlandsprodukt des Landes übersteigt.<ref>BIP 2009 nach Ländern</ref>
Betroffene Regionen
Am stärksten betroffen vom Erdbeben waren die Départements Ouest (Westen; mit der Hauptstadt Port-au-Prince), Sud-Est (Südosten) und Nippes (auf der Halbinsel Tiburon, Nordküste). Sie liegen im Süden des Landes auf der Tiburon-Halbinsel am Golf von Gonâve und im südöstlichen Landesteil, der Grenzregion zur Dominikanischen Republik. Bezogen auf die Insel Hispaniola ist das der südwestliche Inselteil.
Die am schwersten betroffene Stadt war Léogâne, 30 Kilometer westlich von Port-au-Prince mit einem Zerstörungsgrad von 90 Prozent.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig In Leogane wurden 90 Prozent der Häuser zerstört.] Focus Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Januar 2010.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Haiti Population Affected.] OCHA, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Wegen ihrer Größe gab es in der Hauptstadt Port-au-Prince und ihren Vororten aber die meisten Todesopfer und die meisten Opfer des Bebens durch Wohnungsverlust und Verletzungen.
Tektonischer Hintergrund
Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 ereignete sich in der Grenzregion zwischen der Karibischen und der Nordamerikanischen Platte. Diese Plattengrenze wird von einer linksseitigen Blattverschiebung dominiert, an der wegen des unregelmäßigen Verlaufs der Grenze die Platten nicht nur aneinander vorbeigleiten, sondern auch in Bereichen gestaucht werden. Die Platten verschieben sich hier um etwa 20 Millimeter jährlich, wobei sich die Karibische Platte im Verhältnis zur Nordamerikanischen Platte ostwärts bewegt.<ref name="USGSsumm" />
Haiti liegt im westlichen Teil der zwischen Puerto Rico und Kuba gelegenen Insel Hispaniola. Im Gebiet der geographischen Länge des Erdbebens vom 12. Januar ist die Bewegung zwischen den Platten zwischen zwei größeren von Westen nach Osten laufenden Verwerfungen aufgeteilt – die Septentrional-Verwerfung im Norden und die Enriquillo-Plantain-Garden-Verwerfung (Enriquillo-Plantain Garden Fault Zone, EPGFZ) im Süden der Insel. Ort und Herdmechanismus des Erdbebens lassen sich durch die seitliche Verschiebung an der EPGFZ erklären. An dieser Verwerfung erfolgt eine mittlere jährliche Bewegung von etwa 7 Millimetern,<ref name="USGSsumm" /> was nach Einschätzung der USGS-Experten vermutlich der Grund für die historischen großen Erdbeben in den Jahren 1860, 1770, 1761, 1751, 1684, 1673 und 1618 ist – bestätigende Feldstudien dafür liegen nicht vor.<ref name="USGSsumm">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Magnitude 7.0 – HAITI REGION – Earthquake Summary.] United States Geological Survey, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. Januar 2010 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> An der nördlicheren Verwerfung ereignete sich das Erdbeben von 1946 mit einer Magnitude von 8,0.
In einer Forschungsarbeit aus dem Jahr 2008 war auf Grund der tektonischen Spannungen, die sich seit dem bis dahin letzten schweren Erdbeben an der Enriquillo-Plantain-Garden-Verwerfung im Süden der Dominikanischen Republik im Jahr 1751 aufgestaut hatten, für ein Einzelbeben eine zu erwartende Stärke von 7,2 Magnituden abgeschätzt worden.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Enriquillo-Plantain Garden Strike-Slip Fault Zone: A Major Seismic Hazard Affecting Dominican Republic, Haiti And Jamaica.] Jackson School of Geosciences, The University of Texas at Austin, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Dezember 2010 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Der Abschnitt der Verwerfung, an dem sich zuletzt das Beben von 1751 ereignet hatte, war seit 40 Jahren auffallend ruhig, was typisch für eine voll geblockte Verwerfung ist.
Tatsächlich haben sich nun die beiden Plattenränder um rund zwei Meter gegeneinander verschoben und recht genau die vorausgesagte Energie freigesetzt und damit die Verschiebung, die zuvor blockiert war, aufgeholt.<ref name="Die Zeit">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Die Zeit, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Verlauf des Bebens
Das Hauptbeben ereignete sich nach den Angaben des United States Geological Survey (USGS) am Dienstag, 12. Januar, um 16:53:10 Uhr Ortszeit (21:53 Uhr UTC). Das Hypozentrum des Erdbebens lag etwa 25 Kilometer westsüdwestlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince in einer Tiefe von etwa 13 Kilometern und besaß die Stärke von 7,0 auf der Momenten-Magnituden-Skala<ref name="USGS" /> (laut Angaben des USGS). Das Geoforschungszentrum Potsdam ermittelte eine Magnitude von 7,2 und eine Tiefe von 17 Kilometern.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig GFZ Potsdam – Earthquake Bulletin.] GEOFON, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Das Erdbeben dauerte 35 Sekunden.
Durch die flache Lage des Erdbebenherdes lag die Beschleunigung im Epizentrum deutlich oberhalb der Erdbeschleunigung, so dass große Teile der Bebauung zerstört und Autos in die Luft geworfen wurden. Auch in der Dominikanischen Republik war das Erdbeben zu spüren, richtete aber dort keine großen Schäden an.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, FAZ.net, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Es folgten mehrere Nachbeben mit einer Stärke bis zu 6,1.<ref>M7.0 Haiti Earthquake and Aftershocks. USGS, 25. Januar 2010, abgerufen am 27. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für Kuba, Haiti, die Bahamas und die Dominikanische Republik wurde zehn Minuten nach dem Hauptbeben vorsorglich eine Tsunami-Warnung ausgegeben,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Tsunami Message Number 1.] NOAA. Pacific Tsunami Warning Center, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> nach einigen Stunden aber wieder aufgehoben.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Tsunami Message Number 3.] NOAA. Pacific Tsunami Warning Center, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Mindestens zwei Tsunamis, ausgelöst vermutlich durch unterseeische Rutschungen, haben die Küsten Haitis an der Bucht von Port-au-Prince beziehungsweise an der Südküste getroffen, wobei die Wellenhöhe bis zu 3 m betragen haben soll.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Die Auswirkungen des Erdbebens waren vor allem in Haiti und der Dominikanischen Republik, den Turks- und Caicosinseln, im Südosten Kubas und im Osten Jamaikas sowie in Teilen von Puerto Rico und den Bahamas zu spüren, aber auch in Tampa (Florida) und Caracas (Venezuela) bemerkbar.<ref name="USGSsumm" />
| Zeitpunkt (UTC) | Magnitude | Koordinaten | Tiefe in km |
|---|---|---|---|
| Vorlage:DatumZelle, 21:53:11 Uhr | 7,0 | 18,37° N, 72,55° W | 17 |
| Vorlage:DatumZelle, 22:00:42 Uhr | 5,6 | 18,37° N, 72,78° W | 14 |
| Vorlage:DatumZelle, 22:12:04 Uhr | 5,7 | 18,39° N, 72,55° W | 10 |
| Vorlage:DatumZelle, 23:12:05 Uhr | 5,9 | 18,41° N, 72,44° W | 10 |
| Vorlage:DatumZelle, 11:03:45 Uhr | 6,1 | 18,42° N, 72,85° W | 16 |
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<references group="*" /> | |||
Schäden
Gemäß einer Einschätzung der Vereinten Nationen war die Ausgangslage wegen mangelnder Infrastruktur verheerender als die der Tsunami-Katastrophe 2004 im Indischen Ozean.<ref>Lage in Haiti schlimmer als Tsunami, ORF-Online</ref>
In Port-au-Prince selbst wurden neben Tausenden von anderen Bauwerken auch die katholische Kathedrale von Port-au-Prince, bei deren Einsturz auch der Erzbischof von Port-au-Prince, Joseph Serge Miot, getötet wurde<ref name="Yahoo">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Joseph Serge Miot, archbishop of Port-au-Prince, killed in Haiti quake.] Yahoo, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, die anglikanische Holy Trinity Cathedral, und ein ehemaliges Kinderkrankenhaus<ref>Erdbeben in Haiti: ehemaliges Kinderkrankenhaus zusammengestürzt, hilfefuerwaisenkinder.de</ref> zerstört.
Unter den Opfern sind auch Angehörige der UN-Friedensmission MINUSTAH. Deren genaue Anzahl war Mitte Januar 2010 ungeklärt, die Vereinten Nationen konnten bis zum 29. Januar 84 Todesfälle bestätigen, darunter drei deutsche Staatsbürger, sowie 30 Verletzte und 44 weiterhin Vermisste. Betroffen waren Blauhelm-Soldaten und Polizisten aus über einem Dutzend Ländern sowie Dutzende von zivilen Mitarbeitern.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Vereinte Nationen. Abgerufen am 29. Januar 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Die später veröffentlichte endgültige Liste der seitens der UN zu Tode gekommenen umfasst 102 Personen.<ref>In Memoriam. United Nations, abgerufen am 4. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bereits in den ersten Tagen nach dem Beben wurde bekannt, dass der Leiter der Mission und UN-Sondergesandte für Haiti, Hédi Annabi (Tunesien)<ref>Mr. Hédi Annabi, 1943–2010. United Nations, abgerufen am 4. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sowie dessen Stellvertreter Luiz Carlos da Costa (Brasilien) und der Leiter der internationalen Polizeieinheiten, Doug Coates (Royal Canadian Mounted Police), beim Einsturz des fünfgeschossigen Christopher Hotels, des Hauptquartiers der Friedensmission, getötet worden waren.<ref>Ban mourns deaths of top UN officials in Haiti quake. Vereinte Nationen, 16. Januar 2010, abgerufen am 17. Januar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ebenfalls weitgehend in sich zusammengestürzt ist der haitianische Präsidentenpalast;<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, FAZ.net, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> der Präsident des Landes, René Préval, überlebte das Beben trotz der Zerstörung der oberen Etagen des Gebäudes.<ref name="Yahoo News">Jahrhundertbeben verwüstet Haiti – hunderte Tote erwartet, Yahoo News</ref> Unter den Todesopfern waren auch mehrere Politiker, darunter der Oppositionsführer Michel Gaillard,<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Deutsche Presse-Agentur, 15. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> die katholische Medizinerin Zilda Arns und der Schriftsteller Georges Anglade.
Die Rettung der Verschütteten und die schnelle Hilfeleistung für die Bevölkerung direkt nach dem Beben wurden durch mehrere Faktoren erschwert. Das Erdbeben geschah eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit und Strom- und Telefonnetze fielen aus. Vorsorgeplanungen für einen derartigen Katastrophenfall gab es in Haiti nicht, und die medizinische Infrastruktur wurde von den Zerstörungen mitbetroffen oder durch den Hilfsbedarf überfordert.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Spiegel Online, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Die Ermittlung der genauen Opferzahlen erweist sich als schwierig, weil viele der Opfer nicht identifiziert und ohne genaue Zählung in Massengräbern verscharrt<ref name="afp115">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Agence France-Presse, 15. Januar 2010. Abgerufen am 17. Januar 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> oder von ihren Angehörigen an Ort und Stelle begraben wurden.<ref name="washp0114">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, The Washington Post, 14. Januar 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Nach Angaben der IKRK sind bis zu drei Millionen Menschen von dem Erdbeben betroffen, dies entspricht einem Drittel der Bevölkerung Haitis.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Cable News Network, 13. Januar 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte in Deutschland mit, dass ihre Traumaklinik in Port-au-Prince schwer beschädigt worden sei.<ref name="Yahoo News" /><ref name="Spiegel Online">Spiegel Online: Zerstörung in Haiti, 13. Januar 2010</ref> Nach Augenzeugenberichten lag unmittelbar nach dem Erdbeben eine Staubwolke über der Hauptstadt, tausende Gebäude seien eingestürzt. Schlimm traf es die Slums der Millionenstadt, da die Hänge, an denen sich die Hütten befinden, zum Großteil abgerutscht sind.<ref name="Welt5828864">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Die Welt, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Nach dem Beben herrschten in der Hauptstadt katastrophale und chaotische Verhältnisse. Kabelverbindungen waren unterbrochen, und bei der Suche nach verschütteten Personen hatten die Helfer meist nur ihre bloßen Hände zur Verfügung.<ref name="Welt5831337">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Die Welt, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Absehbare unmittelbare Folgen
Wegen des desolaten Gesundheitssystems drohte eine unzureichende Versorgung der Verletzten, des Weiteren waren dringend benötigte Medikamente knapp.<ref name="Welt5828864" />
Die innere Sicherheit in der Krisenregion brach zusammen. Es kam zu Gewalt und Plünderungen.<ref>Chaos in Haiti. Uno will 3500 Blauhelme und Soldaten schicken. In: Spiegel online, 18. Januar 2010.</ref> Zahlreiche Kinder haben das Land nach dem Beben verlassen. Die haitianischen Behörden gehen von erheblich gestiegenem Kinderhandel aus.<ref name="Yahoo-Nachrichten">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Yahoo, 1. Februar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Die für Ende Februar in Haiti anstehende Parlamentswahl wurde bis auf weiteres verschoben, da ein Wahlkampf nicht stattfinden kann. Die Büros der Wahlkommission wurden durch das Beben ebenfalls zerstört und Wahlunterlagen verschüttet.<ref name="BT165781">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Bieler Tagblatt, 28. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Hilfsmaßnahmen
Unmittelbar nach dem Erdbeben liefen internationale Hilfsmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung an. Der Staat Haiti war bei diesem Ausmaß an Zerstörungen nicht in der Lage, selbst ausreichend Hilfskräfte und -güter zu organisieren.
Als erste hilfeleistende Nation war das Nachbarland, die Dominikanische Republik; seit den frühen Stunden des 13. Januar unterstützte es mit acht mobilen Kliniken und acht Krankenwagen, medizinischem Personal und Ausrüstung in Port-au-Prince. Ebenso wurden entlang der Grenze alle Gesundheitseinrichtungen aufgerüstet, um Verletzte aufzunehmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (Spanisch) Abgerufen am 17. Januar 2010</ref> Als Sofortmaßnahme wurde die Entsendung von Lebensmittelrationen, Matratzen und Decken angeordnet.<ref>Gobierno dominicano inicia operativo de ayuda a Haití (Spanisch) Abgerufen am 17. Januar 2010</ref> Weiter genehmigte Präsident Leonel Fernández die tägliche Verteilung von 300.000 Rationen ungekochter und 10.000 Rationen warmer Mahlzeiten, die über zehn mobile Küchen ausgegeben wurden. Ebenso wurden 40 Baumaschinen wie Bagger, Planierraupen und Muldenkipper für Räumungsarbeiten nach Port-au-Prince entsandt und acht 7500 l fassende Zisternenwagen waren im Einsatz, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen. Die Einwanderungsbehörden und die Streitkräfte wurden angewiesen, sich nach besten Kräften an der Kanalisierung der Hilfe und Unterstützung der Opfer zu beteiligen. So wurden zum Beispiel Militärhubschrauber für Verletztentransporte eingesetzt.<ref>República Dominicana establece medidas para facilitar el ingreso de personas y ayuda por la frontera (Spanisch) Abgerufen am 17. Januar 2010</ref>
Um die Telekommunikation wiederherzustellen, waren 20 Techniker des Instituto Dominicano de las Telecomunicaciones (Indotel) in Zusammenarbeit mit verschiedenen privaten Anbietern im Einsatz.<ref>Indotel, prestadoras dominicanas y haitianas trabajan en restablecer telecomunicaciones Haití (Spanisch) Abgerufen am 17. Januar 2010</ref>
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschloss am 19. Januar die Aufstockung der Friedensmission um 3500 Personen, die sich aus Soldaten und Polizisten zusammensetzen sollten.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Security Council authorizes 3,500 more UN peacekeepers for Haiti.] Vereinte Nationen, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 19. Januar 2010 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
US-Präsident Barack Obama bat seine Amtsvorgänger George W. Bush und Bill Clinton, private finanzielle Mittel für die US-Nothilfe einzuwerben;<ref>Website des Hilfsfonds, für den Clinton und Bush als Schirmherren dienen</ref> für die Organisation militärischer Hilfe setzte er P. K. Ken Keen ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.tagesschau: Bush und Clinton sammeln Spenden für Erdbebenopfer. ( vom 19. Januar 2010 im Internet Archive) 17. Jan. 2010</ref> Die US-Regierung und die Weltbank gaben jeweils 100 Millionen US-Dollar an Finanzhilfen frei.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig WB: US$ 100 Million for Recovery and Reconstruction of Haiti in Wake of Earthquake.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Januar 2010 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Vereinigten Staaten setzten rund 6000 Soldaten und mehrere mit Hilfsgütern beladene Schiffe in das Krisengebiet in Marsch. Der Name der US-Operationen lautet Unified Response.
Die Vereinigten Staaten entsandten in großem Umfang Hilfskräfte aus ihren Streitkräften,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Haiti erhält nach Erdbeben Soforthilfe ( vom 16. Januar 2010 im Internet Archive), Financial Times Deutschland. 13. Januar 2010.</ref> darunter ein Hospitalschiff der United States Navy, die Comfort sowie den Flugzeugträger Carl Vinson und weitere Schiffe, die insbesondere mit Hubschraubern die Rettungsarbeiten unterstützten.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Zeit, 15. Januar 2010. Abgerufen am 12. Oktober 2015Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Am 24. März verließ mit der Bataan das letzte Schiff der US Navy Haitis Küste.
Die Republik Kuba hatte zuvor schon über 400 Ärzte in Haiti stationiert, die unmittelbar nach der Katastrophe damit begannen, sich um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu kümmern. Kurz nach dem Beben wurden die Brigaden um 32 Helfer aufgestockt. Auch Venezuela entsandte Hilfsbrigaden. Bis 20. Januar wurden über 18.000 Patienten von kubanischen Ärzten behandelt.<ref>Enrique Torres: Ärzte oder Soldaten. In: junge Welt. 20. Januar 2010, abgerufen am 29. Dezember 2010.</ref><ref>http://amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/jan/kuba-826272-haiti/ Kuba stockt Ärztebrigade in Haiti auf</ref><ref>http://www.granma.co.cu/english/news/art0032.html Cuban Doctors Have Attended more than 18,000 Patients in Haiti</ref> Die finanziellen Mittel für Kubas Hilfe wurden in wesentlichen Teilen von Norwegen bereitgestellt.<ref>Cuba-Norway Cooperation Agreement Signed in Havana to Help Haiti, Prensa Latina vom 29. Oktober 2010</ref>
Während die Hilfskräfte der meisten Länder nicht länger als zwei Monate in Haiti blieben, stieg die zahlenmäßige Stärke der kubanischen Brigaden stetig an, so dass bei Ausbruch der Choleraepidemie im Oktober 900 Helfer aus Kuba auf 40 Stützpunkten im ganzen Land tätig waren. Nach einem Hilfeaufruf der UNO Anfang Dezember, dass nicht einmal zehn Prozent der mit Dringlichkeit erbetenen 164 Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern erreicht werden konnten, schickte Kuba weitere 300 Ärzte. Zwischen 30 und 40 Prozent aller behandelten Erkrankten werden seit dem Ausbruch der Cholera von Kubanern behandelt.<ref>Kubas Ärzte sind das Rückgrat im Kampf gegen Cholera. In: Red Globe. 29. Dezember 2010, abgerufen am 29. Dezember 2010.</ref>
Auch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich entsandte Hilfskräfte. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teilte mit, es gäbe nach dem Erdbeben „zahlreiche EU-Bürger, die vermisst werden“. In den meisten EU-Ländern wurden unterdessen Spendenkonten eingerichtet.<ref name="uni-er-wiwi">Webseite des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg</ref>
Internationale Hilfsaktionen wurden durch mangelnde Abfertigungskapazität am Aéroport international Toussaint Louverture stark behindert, so dass viele Flugzeuge mit Hilfsgütern Ausweichflughäfen anfliegen mussten und Hilfsgüter per Fallschirm abgeworfen wurden. Auch der Hafen von Port-au-Prince war durch die Zerstörung praktisch nicht mehr dazu in der Lage, internationale Hilfslieferungen anzunehmen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Spiegel Online, 16. Januar 2010. Abgerufen am 18. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Zur Verbesserung der Lage hat die Regierung die Kontrolle des Flughafens und des Hafens in der Hauptstadt Port-au-Prince vorübergehend an das US-Militär übertragen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kontrolle des Flughafens durch US-Militär, tagesschau.de ( vom 19. Januar 2010 im Internet Archive)</ref> Der CEO der Royal Caribbean Cruises, Adam Goldstein, kündigte an, dass der gepachtete Privathafen Labadee zur Anlandung von Hilfsgütern zur Verfügung gestellt werde. Von dort sind es allerdings etwa 200 km Luftlinie bis zur Region um Port-au-Prince.
Wesentlich erschwert wurden die internationalen Hilfsmaßnahmen nach verschiedenen Berichten durch anarchische Verhältnisse und Anomie. Schwere Kriminalität, Korruption und fehlende staatliche Strukturen waren schon vor dem Erdbeben weit verbreitet.<ref name="welt-5872401">Hans Christoph Buch: Katastrophen, Mord und Totschlag: Haiti, das Versuchslabor der Hölle. In: welt.de. 17. Januar 2010, abgerufen am 7. Oktober 2018.</ref>
Bis zur offiziellen Einstellung der Suche nach Überlebenden am 22. Januar wurden 132 Personen lebend aus den Trümmern gerettet,<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Neue Zürcher Zeitung, 23. Januar 2010. Abgerufen am 28. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> doch auch danach wurden noch einige Personen lebend aus den Trümmern befreit, zuletzt am 27. Januar.<ref name="BT165781" />
Etwa drei Monate später fand auf Einladung der UNO am 28. März eine Haiti-Geberkonferenz in New York statt, um Zukunftskonzepte zu erörtern. Die Schäden des Bebens wurden mittlerweile auf acht Milliarden Dollar geschätzt. 1,3 Millionen Personen waren obdachlos. Für die kommenden zwei Jahre sagten die Teilnehmer Hilfen in Höhe von 5,3 Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro) zu und über einen 10-Jahres-Zeitraum ca. 9,9 Milliarden Dollar finanzielle Unterstützung. Dabei stellte Haitis Regierung den zahlreichen Organisationen und Staaten auch einen „Aktionsplan für nationalen Wiederaufbau und Entwicklung“ vor.<ref>EU und USA sagen Milliarden-Hilfen für Haiti zu. spiegel.de am 31. März 2010</ref>
Deutsche Hilfsmaßnahmen
Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Port-au-Prince war eine sog. Kleinstvertretung. Außer dem Botschafter verfügte sie über einen entsandten Sachbearbeiter und zehn lokal beschäftigte Mitarbeiter. Die Kanzlei war 7 Minuten vor Dienstschluss voll besetzt, während die auf demselben Gelände befindliche Residenz des Botschafters wegen umfassender Renovierung leer stand. Beide Gebäude wurden vom Erdbeben praktisch nicht beschädigt. Von hier aus wurden in den folgenden Wochen und Monaten die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung und vieler privater Organisationen – so weit es möglich war – koordiniert.<ref>35 sehr lange Sekunden: Erinnerungen an das Erdbeben in Haiti. In: Auswärtiges Amt. 12. Januar 2015, abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Am Tag 4 nach dem Erdbeben trafen Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) ein, um die Botschaft bei ihren Aufgaben zu unterstützen und eine Wasseraufbereitungsanlage in zentraler Lage zu errichten.<ref>Haiti 2010–2011. In: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref><ref>Lüneburger THW’ler berichten aus Haiti. 24. März 2010, abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hatte ihr Einsatzgebiet in der Region rund um die Stadt Léogâne. Dort waren nach dem Erdbeben beinahe alle Häuser zerstört, die Infrastruktur war komplett zusammengebrochen. Zunächst wurde die Bevölkerung mit dem Nötigsten versorgt und rund 1,3 Millionen Rationen Nahrungsmittel und Trinkwasser verteilt. In einem zweiten Schritt wurden rund 3.500 Übergangsunterkünfte gebaut, in denen knapp 12.000 Menschen eine Zuflucht fanden. Die GIZ wurde im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) tätig.<ref>Haiti fünf Jahre nach dem Erdbeben. In: GIZ. 12. Januar 2015, abgerufen am 25. November 2025.</ref>
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unternahm den größten humanitären Hilfseinsatz seiner Geschichte in Haiti. Insgesamt spendeten Privatpersonen und Unternehmen 32,7 Millionen Euro an das DRK. Die Mittel wurden für die akute Sofort- und Nothilfe, den Bau von Unterkünften, Gesundheitsprojekte und für die Katastrophenvorsorge einsetzte. In einem Stadion im Ort Carrefour errichtete das DRK ein mobiles Krankenhaus. Innerhalb von zehn Monaten wurden dort 70.000 Patienten behandelt und 2.500 Babys auf die Welt gebracht. Außerdem wurden in der Stadt Léogâne für 3.000 Familien sichere Häuser gebaut und monatlich eine Million Liter Trinkwasser bereitgestellt.<ref>Haiti: 10 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben. In: DRK. 9. Januar 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) versorgte in Port-au-Prince die Menschen mit Lebensmitteln. Zusätzlich wurden 8,5 Tonnen Hygieneartikel für Familien und Babys bereitgestellt. Die Hilfsgüter wurden zusammen mit ADRA Deutschland an bedürftige Familien ausgeteilt. In der Küstenstadt Petit-Goâve belieferte der ASB ein Waisenheim und Kinderkrankenhaus mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mais, Sojabohnen und Öl. Weitere Lebensmittelverteilungen wurden dort in Kooperation mit der GIZ durchgeführt. Knapp 40.000 Menschen konnten durch die Hilfsmaßnahmen erreicht werden. Medizinische Hilfsmittel wurden an das Feldkrankenhaus in Fonds-Parisien, wo ASB-Helfer vor allem mit der medizinischen Nachversorgung der Schwerstverletzten und der Patienten mit Amputationen betraut waren.<ref>Erdbeben Haiti: Nothilfe für 40.000 Menschen. In: ASB. Abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Die Diakonie Katastrophenhilfe versorgte als Nothilfe nach dem Erdbeben rund 60.000 Menschen mit Zelten und Dingen für den täglichen Gebrauch. Sie baute ferner 2.115 Häuser erdbebensicher wieder auf.<ref>Soforthilfe und Katastrophenvorsorge nach dem Erdbeben. In: Diakonie Katastrophenhilfe. 24. November 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Die Hilfsorganisationen der Aktion Deutschland Hilft, z. B. Johanniter und Malteser waren ebenfalls prominent an den Hilfsmaßnahmen beteiligt.<ref>Erdbeben Haiti. In: Aktion Deutschland hilft. Abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Es bestand eine enge Zusammenarbeit der deutschen Stellen vor Ort mit der Botschaft Frankreichs, deren Kanzlei ebenso wie die Residenz des Botschafters vom Erdbeben zerstört worden war. Aufgrund der engen Beziehungen der früheren Kolonialmacht verfügte Frankreich gleichwohl über weitaus bessere Möglichkeiten der Soforthilfe. Im Park der unbrauchbaren Residenz des Botschafters entstand eine Sammelstelle für zu evakuierende Ausländer. Frankreich organisierte den Bustransport zum Flughafen, sobald sich eine Evakuierungsmöglichkeit ergab. Auch deutsche Staatsangehörige kamen in den Genuss dieser Hilfe.<ref>Haïti, 5 ans après. Französisches Außenministerium, 13. Januar 2015, abgerufen am 4. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Unterbringung der Obdachlosen
Etwa eineinhalb Monate nach dem Beben fehlten für viele Opfer noch die Obdachlosenheime. Es gab zwar bereits Hunderte provisorischer Lager neben den Haustrümmern, an Straßenrändern, auf Fußballplätzen. Allerdings fehlten den meisten Camps (engl.: „refugee camp“) Latrinen und Stromanschlüsse. Das größte Camp hatte sich auf dem Champs de Mars in Port-au-Prince ausgebreitet, auf dem zentralen Platz gegenüber dem zerstörten Präsidentenpalast. Rund 30.000 Menschen lebten dort schätzungsweise. Nach Angaben des Roten Kreuzes hatte zu Beginn des Monats März 2010 erst die Hälfte der rund 1,3 Millionen Obdachlosen eine Notunterkunft gefunden. Damit drohten weitere gesundheitliche Schäden durch Epidemien etc.<ref>Björn Hengst: Haiti fürchtet den großen Regen. (Bericht über Notquartiere), spiegel.de vom 10. März 2010</ref>
Etwa 58.000 Menschen nahmen die USA auf und gewährten ihnen einen vorübergehenden Schutzstatus (temporary protected status (TPS)). Der Status wurde bis Mai 2017 verlängert, dann erfolgte eine letzte Verlängerung um sechs Monate und Heimatschutzminister John F. Kelly forderte die Betroffenen auf, bis zum 22. Januar 2018 ihre Ausreise in die Wege zu leiten. Im Sommer 2017 versuchten daraufhin zahlreiche Haitianer in den USA einer drohenden Abschiebung zu entgehen, indem sie sich illegal nach Kanada begaben, um dort Asyl zu beantragen.<ref>Alan Freeman: „Asylum seekers flee U.S. for Quebec, fearing their temporary permits will expire“ Washington Post vom 3. August 2017</ref> Im November 2017 gab die US-Regierung bekannt, dass man sich mit der Regierung Haitis und Gemeindevertretern beraten habe: Die Obdachlosigkeit in Haiti sei um 97 % gesunken, die Stabilität und Lebensqualität hätten sich verbessert und das Land sei in der Lage, seine Bürger wieder aufzunehmen. Der Termin, zu dem die Ausreise aus den USA spätestens erfolgt sein muss, wurde von der geschäftsführenden Ministerin für Heimatschutz Elaine Duke auf Juli 2019 festgelegt.<ref>Miriam Jordan: „Trump Administration Ends Temporary Protection for Haitians“ New York Times vom 20. November 2017</ref>
Finanzierung der Hilfen, Spendensammlungen
Zahlreiche Staaten kündigten Finanzhilfen für die Notversorgung der Opfer an, darunter Kanada, Australien, Kolumbien, Venezuela, Panama, Deutschland<ref name="Spiegel Online" /> Österreich und die Schweiz.<ref name="uni-er-wiwi" /> Ebenfalls haben viele Hilfswerke Sofortmaßnahmen angekündigt und führen diese zum Teil noch weiter durch.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Neue Zürcher Zeitung, 13. Januar 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 25. Januar 2010 im Internet Archive)</ref> Am 22. Januar 2010 wurde eine erste Telethon Hope for Haiti Now: A Global Benefit for Earthquake Relief international gesendet, die unter den Fernsehzuschauern Spenden für die Opfer einsammeln sollte (CBS Los Angeles, Kaufman Astoria Studios New York und The Hospital in London). Eine Ende März 2010 in New York tagende internationale Geberkonferenz ergab Hilfszusagen in Höhe von insgesamt 9.900 Millionen US-Dollar.<ref>Peter Burghardt: Hoffnung im Desaster. Nach dem Erdbeben wurden Haiti Milliarden an Hilfsgeldern zugesagt, aber der Wiederaufbau gelingt nur langsam. In: Süddeutsche Zeitung vom 28. April 2010.</ref> Am 21. Juli 2010 beschloss der Internationale Währungsfonds, dem Land sämtliche Schulden, in Höhe von 268 Millionen Dollar, zu erlassen. Gleichzeitig erhielt die Zentralbank Haitis einen Drei-Jahres-Kredit über 60 Millionen Dollar um exzessiven Währungsschwankungen entgegentreten zu können.<ref>IWF erlässt Haiti Millionenschulden. Spiegel Online, 22. Juli 2010.</ref>
| Land/Institution | Beträge in Millionen Euro | ||
|---|---|---|---|
| staatlich | privat | insgesamt | |
| Datei:Flag of Equatorial Guinea.svg Äquatorialguinea | 1,41 (2 Mio. USD)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Äquatorialguinea spendet 2 Millionen USD ( des Vorlage:IconExternal vom 8. Juli 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., www.earthtimes.org, 16. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Australia (converted).svg Australien | 9,7 (15 Mio. AUD)<ref>Australien erhöht die Hilfeleistungen für Haiti, www.acfid.asn.au, 19. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Botswana.svg Botswana | 0,104 (1 Mio. BWP)<ref>Lisa Evans: Haiti earthquake aid pledged by country: full data | News |. In: theguardian.com. 14. Januar 2010, abgerufen am 4. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | noch offen | noch offen |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Brasilien | 10<ref name="rte.ie">Millions injured or homeless in Haiti, RTÉ, 14. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of the British Virgin Islands.svg Britische Jungferninseln | 0,057 (80.000 USD)<ref>Regierung spendet 80.000 USD für Haiti, www.bviplatinum.com, 19. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Volksrepublik China | 3,84 (5,40 Mio. USD)<ref>VR China spendet 1 Million USD, News.xinhuanet.com, 14. Januar 2010</ref><ref>VR China sendet Hilfslieferungen im Wert von 4,4 Millionen USD, News.xinhuanet.com, 15. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of the Democratic Republic of the Congo.svg Demokratische Republik Kongo | 1,76 (2,5 Mio. USD)<ref>DR Kongo spendet für Haiti, BBC, 18. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| 17<ref>Haiti, Auswärtiges Amt, 28. Januar 2010</ref> | >27,86 | >44,86 | |
| Europäische Kommission Europäische Kommission | 420 | — | 420 |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Frankreich | 10<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />France commits 10 million euros for Haiti relief ( des Vorlage:IconExternal vom 7. Juli 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., DPA, 18. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Irland | 20<ref name="rte.ie"/> | noch offen | noch offen |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Italien | 45<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rom zum Schuldenerlass für Haiti bereit ( vom 6. Dezember 2013 im Internet Archive), dpa, 17. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Japan.svg Japan | 4,73 (5,33 Mio. USD)<ref>Aid to the Republic of Haiti for the Earthquake Disaster, Ministry of Foreign Affairs of Japan, 14. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Kosovo.svg Kosovo | 0,05<ref>Kosova ndihmon Haitin (Kosovo hilft Haiti), Koha.net, 16. Januar 2010, albanisch</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Cambodia.svg Kambodscha | 0,042 (60.000 USD)<ref>Nationales Rotes Kreuz fördert die Haitihilfe, www.phnompenhpost.com, 21. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Liberia.svg Liberia | 0,035 (50.000 USD)<ref>Andrea Böhm: Wiederaufbau in Haiti: Die traurige Chance der Stunde null. In: zeit.de. 21. Januar 2010, abgerufen am 11. Januar 2020.</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg | 0,7<ref>Le Luxembourg consacre 700.000 euros à Haïti, tageblatt.editpress.lu</ref> | noch offen | noch offen |
| 0,69 (7,4 Mio. NAD)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Namibia, Kuba helfen Haiti ( vom 21. August 2011 im Internet Archive), www.az.com.na 22. Januar 2010</ref> | 0,40 (402.000 NAD)<ref>Namibia’s contribution to Haiti, www.republikein.com.na, 31. Mai 2010</ref> 0,06 (58.120 NAD)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Finanzinstitut spendet für Haiti-Opfer ( vom 8. September 2011 im Internet Archive), www.az.com.na, 3. März 2010</ref> |
~1,10 | |
| Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande | 41,72<ref>www.giro555.nl, 25. Januar 2010, Nicht mehr online verfügbar.</ref> | 41,72 | ~83,45 |
| Datei:Flag of Norway.svg Norwegen | 12,26 (100 Mio. NOK)<ref>Norge øker pengehjelpen med 60 millioner, www.dagbladet.no 16. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| 2,8<ref>Bundesregierung erhöht Haiti-Hilfe auf 2,8 Millionen Euro, oe3.orf.at, 29. Januar 2010</ref> | 14,5<ref>Haiti ein Jahr nach dem Beben – Eine Bilanz der Hilfe von „Nachbar in Not“, oe3.orf.at, 4. Februar 2011</ref> | 17,3 | |
| Datei:Flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien | 50 Mio. US-Dollar<ref>Saudi-Arabien spendet 50 Mio. US-Dollar, arabnews.com, 26. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz | 5,1 (7,5 Mio. CHF)<ref>Schweizer Hilfe für Haiti. Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, 21. Januar 2010, abgerufen am 5. Juni 2012.</ref> | 34,8 Mio. Euro (51.3 Mio. CHF)<ref>Schweizer gaben 51 Millionen für Haiti. www.20min.ch, 16. Februar 2010, abgerufen am 5. Juni 2012.</ref> | >56,4 |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Türkei | 0,705 (1 Mio. USD)<ref>Türkiye Haiti’ye yardım elini uzattı, samanyoluhaber.com, 17. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Datei:Flag of Haiti.svg Haiti | 3,39 (5 Mio. CHF), vakant<ref>Bundesrat blockiert Duvalier-Gelder, 2. Februar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Vereinigte Staaten | 69,52 (100 Mio. USD) | >148 (>210 Mio. USD) | >217,52 |
| Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich | 23 (20 Mio. GBP)<ref>UK government Haiti earthquake aid to treble to £20m, news.bbc.co.uk, 18. Januar 2010</ref> | noch offen | noch offen |
| Weltbank Weltbank | 69,52 (100 Mio. USD) | — | 69,52 (100 Mio. USD) |
| gesamt | ca. 764,75 | ca. 259,18 | ca. 1023,93 |
Kritik am Krisenmanagement
Der venezolanische Präsident Hugo Chávez erklärte Ende Januar 2010 seine Sichtweise, die USA hätten das Beben zur „Invasion und militärischen Übernahme Haitis“ genutzt.<ref>Bericht der Fox News (englisch), aufgerufen am 27. Januar 2010</ref> Auch andere Länder und in der Nothilfe bekannte Personen äußerten Kritik über das Vorgehen der Vereinigten Staaten.<ref>Italiens Zivilschutzchef kritisiert US-Militär auf Haiti Reuters vom 27. Januar 2010</ref><ref>„Es wird nicht daraus gelernt“ – Rupert Neudeck von der Organisation Grünhelme kritisierte die Hilfseinsätzen der UNO und der USA in Haiti scharf, Interview im DRadio, aufgerufen am 18. Februar 2009</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />US-Engagement in Haiti – Krisenmanager Obama – auch mit eigenen Interessen ( vom 9. Februar 2010 im Internet Archive) auf tagesschau.de, aufgerufen am 18. Februar 2009</ref>
Laut Angaben des US-amerikanischen Senders National Public Radio sind vom American Red Cross und anderen Nichtregierungsorganisationen gezahlte Hilfsgelder in Höhe von ca. 500 Millionen US-Dollar nur in sehr begrenztem Umfang den Betroffenen zugutegekommen.<ref>Laura Sullivan: In Search Of The Red Cross' $500 Million In Haiti Relief. Auf npr.org vom 3. Juni 2015 (englisch), abgerufen am 21. August 2021</ref>
Cholera-Erkrankungen
Ende Oktober 2010 rief Haiti nach dem Ausbruch von Cholera-Erkrankungen landesweit den sanitären Notstand aus. Die Infektionen traten zunächst in der ländlichen Provinz Artibonite, nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince, auf. Am 9. November 2010 wurden erstmals Cholera-Erkrankungen in der Hauptstadt gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehr als 550 Menschen an der Krankheit gestorben, mehr als 8000 Haitianer waren infiziert.<ref>Spiegel Online: Cholera-Epidemie erreicht Hauptstadt Port-au-Prince, 9. November 2010.</ref> Erschwert wurde die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch die einsetzende Regenzeit und durch schwere Überschwemmungen in der Provinz Artibonite infolge des Hurrikans Tomas Anfang November 2010.
Sexuelle Ausbeutung der Bevölkerung durch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen
Schon während der laufenden Hilfsaktionen kamen Vorwürfe auf, dass Mitarbeiter ausländischer Hilfsorganisationen die Notlage der Bevölkerung ausnutzten und sexuelle „Gefälligkeiten“ im Austausch für Hilfsleistungen, Nahrungsmittel, Medikamente oder andere lebensnotwendige Gegenstände einfordern würden. Die Vorwürfe betrafen zunächst das 114 Mann starke Kontingent sri-lankischer Soldaten in Haiti. Eine UN-Untersuchung kam im März 2008 zu dem Schluss, dass „Akte sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs (gegen Kinder) häufig vorkamen und sich üblicherweise nachts, und praktisch an jedem Ort, an dem die besagten Soldaten stationiert waren, ereigneten“. Die 114 Soldaten wurden im November 2007 aus, wie es damals offiziell hieß, „disziplinarischen Gründen“ aus Haiti abgezogen. Die Vereinten Nationen leiteten danach in Zusammenarbeit mit der sri-lankischen Regierung Strafverfahren gegen einige der Soldaten ein.<ref>UN confirms sex charges. Sunday Times (Sri Lanka), 30. März 2008, abgerufen am 12. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ähnliche Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung wurden gegen Mitarbeiter der britischen Hilfsorganisation Oxfam erhoben. Im Jahr 2011 wurde nach einer internen Untersuchung vier Oxfam-Mitarbeitern gekündigt. Drei führende Oxfam-Mitarbeiter, darunter der damalige für Haiti zuständige Oxfam-Direktor Roland van Hauwermeiren, traten von ihren Posten zurück. Am 9. Februar 2018 erschien in der britischen Tageszeitung The Times ein Artikel, in dem führenden Oxfam-Mitarbeitern vorgeworfen wurde, in Haiti nach dem Erdbeben Prostituierte frequentiert zu haben, darunter auch Minderjährige. Der Hilfsorganisation wurde vorgeworfen, den Skandal vertuscht zu haben. Oxfam bestritt, die Vorkommnisse verheimlicht zu haben, und nannte das Verhalten der eigenen Mitarbeiter „absolut inakzeptabel“. Minderjährige seien jedoch nicht involviert gewesen. Der zuständige britische Kulturstaatssekretär Matt Hancock forderte Oxfam daraufhin auf, sämtliche Dokumente zu den Vorfällen an die Charity Commission for England and Wales, eine Kommission, die die Tätigkeit von gemeinnützigen Hilfsorganisationen überwacht, zu übergeben. Nach Erhalt der Dokumente erklärte die Kommission, dass sie 2011 nur unvollständig durch Oxfam informiert worden sei. In der Folge kam Oxfam erheblich unter Druck, einige Prominente stellten öffentlich ihre Unterstützung ein, Tausende Spender kündigten ihre Spenderabonnements und die britische Regierung drohte mit dem Stopp der bisherigen Transferzahlungen.<ref>Oxfam Haiti allegations: How the scandal unfolded. BBC News, 21. Februar 2018, abgerufen am 12. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Damien Gayle: Timeline: Oxfam sexual exploitation scandal in Haiti. The Guardian, 15. Juni 2018, abgerufen am 12. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem Bericht der Charity Commission aus dem Juni 2019 wurde Oxfam eine „Kultur des miserablen Benehmens“ attestiert und eine offizielle Verwarnung wegen „Misswirtschaft“ ausgesprochen. Oxfam habe zeitweilig „den Blick für Werte, für die es stünde, verloren“. Die Regierung Haitis untersagte nach Bekanntwerden des Skandals im Juni 2018 der Hilfsorganisation die weitere Betätigung im Land.<ref>Oxfam criticised over Haiti sex claims. 11. Juni 2018, abgerufen am 12. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Verschwörungstheorien: Claudia von Werlhof
Im Februar 2010 geriet die Politologin und Frauenforscherin Claudia von Werlhof in die Kritik, nachdem sie in einem Interview mit Der Standard eine Verschwörungstheorie ins Gespräch gebracht hatte, nach der die Vereinigten Staaten mittels der HAARP-Technik künstlich Erdbeben auslösen könnten und eben dieses Erdbeben in Haiti dadurch verursacht worden sein könnte.<ref>Kapitalismus, ein Zerstörungsprojekt, Interview mit Claudia von Werlhof, Irene Brickner, Der Standard/Printausgabe 13.2./14.2.2010</ref><ref>Hans Peter Hye, Krude Weltverschwörungstheorien, Der Standard, 18. Februar 2010</ref><ref>Christian Ortner, Für wen Lichtermeere leuchten, Die Presse vom 19. Februar 2010</ref><ref>Ulrich Berger: Haiti, HAARP und Tesla: Wie Claudia von Werlhof die Frauenforschung demontiert. Scienceblogs, 14. Februar 2010</ref>
Der Vorstand des Instituts für Politikwissenschaft Ferdinand Karlhofer distanzierte sich von der Verschwörungstheorie, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehre, und sprach von einem „Schaden“ für den Ruf des Instituts. Werlhof antwortete in einem offenen Brief, dass sie „persönlich und keineswegs im Namen des Instituts ein Interview“ gegeben habe: Daher könne sie dem Institut auch keinen Schaden zugefügt haben. Und sie stellte die Frage in den Raum, ob das „Wissenschaftsverständnis des Instituts“ von „politischen Interessen geleitet“ sei.<ref>"Erledigt": Claudia von Werlhofs Erdbebenverdacht, Der Standard, 15. März 2010, abgerufen am 17. Februar 2019</ref>
Siehe auch
- Liste schwerer Erdbeben in Haiti
- Erdbeben in Haiti 2021
- Liste von Erdbeben
- die Hauptartikel Geschichte Haitis und Geschichte der Dominikanischen Republik zur Zeit nach der Unabhängigkeit
- Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti
Literatur
- D. Bayard: Haiti Earthquake Relief, Phase Two — Long-Term Needs and Local Resources. In: New England Journal of Medicine, 362:15, vom 15. April 2010
- Yanick Lahens: Und plötzlich tut sich der Boden auf. Haiti, 12. Januar 2010: ein Journal, aus dem Französischen von Jutta Himmelreich, Rotpunkt Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-85869-439-3
Film
- Haiti: Amputiert und ausgestoßen … (Frankreich, 2010, 20 Min.) Bericht über die Arbeit von Handicap International, das in Haiti ca. 10.000 Behinderte betreut.<ref>Notiz des Senders arte-tv (aufgerufen am 15. Jan. 2011, zugl. Sendetermin)</ref>
- Raoul Peck: Haiti: Tödliche Hilfe. Dokumentation, Arte 2012 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online-Video ( vom 27. April 2014 im Internet Archive))
Weblinks
- Lessons from Haiti. UN-Bericht von Bill Clinton und Paul Farmer (englisch, PDF-Datei), 2012.
- The MW 7.0 Haiti Earthquake of January 12, 2010: USGS/EERI Advance Reconnaissance Team Report. United States Geological Survey (PDF, 57 MB, englisch)
- ICRC, 12-04-2010: Operational update Haiti: hundreds of thousands still heavily dependent on aid. (engl. Überblick vom Roten Kreuz: 3 months on, living conditions, children separated from their parents)
- Thema: Schwierige Hilfe für Haiti – Artikelübersicht in Zeit Online
- BBC News: Haiti devastated by massive earthquake
- Haiti earthquake: 360° video – Special Coverage on CNN.com
- DLR: Kartenmaterial mit abgeschätzten Bebauungsschäden
- Google: Haiti Kartenmaterial und Bebendaten als KML-Datei für Google Earth
- Sandra Weiss, Florian Kopp: Auferstanden als Ruine. Gewinner und Verlierer des Wiederaufbaus in Haiti. Multimediareportage vom 12. Januar 2014
Einzelnachweise
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- Erdbeben in Nordamerika
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- Geschichte Haitis
- Port-au-Prince