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Erdbeerbäume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Erdbeerbäume
Datei:Arbutus Victoria.jpg

Amerikanischer Erdbeerbaum (Arbutus menziesii)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Unterfamilie: Arbutoideae
Gattung: Erdbeerbäume
Wissenschaftlicher Name
Arbutus
L.
Datei:Arbouse.jpg
Früchte von Arbutus unedo
Datei:Arbutus unedo 03 by-dpc.jpg
Nahaufnahme
Datei:Frucht Erdbeerbaum.jpg
Aufgetrennte Frucht

Die Erdbeerbäume (Arbutus), auch Madrone, westlicher Hagapfel, Landbeere, Meerkirsche oder Sandbeere<ref name="ternes"></ref> genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie umfasst in etwa zehn Arten und findet sich hauptsächlich in Mittelamerika und dem Mittelmeerraum.

Beschreibung

Erdbeerbäume sind immergrüne Bäume oder Sträucher mit glatter, abblätternder, meist rötlich brauner bis grau gescheckter Rinde. Die einfachen, ganzrandigen oder gesägten, oberseitig glänzenden, ledrigen und gestielten Laubblätter sind wechselständig angeordnet.<ref name="Schütt" />

Die meist fünfzähligen weißen bis roten Blüten bilden endständige Rispen.<ref name="Schütt" /> Die Krone ist krugförmig, die Kronlappen kurz. Die 10 Staubfäden sind am Ansatz geschwollen, die Staubbeutel haben an der Spitze einen Auswuchs, die Pollen bilden Tetraden (Vierergruppen). Die Narbe ist schwach gelappt, die Fruchtknoten sind papillös, die Fruchtblätter haben zwei bis mehrere Samenanlagen. Als Früchte werden warzige, mehlige, mehrsamige Beeren gebildet.<ref name="Schütt" /> Die Samen enthalten einen spatelförmigen Embryo.<ref name="kub" />

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13.<ref name="FNA" />

Verbreitung

Die Arten der Gattung Arbutus sind von der Westküste Nordamerikas über Mittelamerika bis Nicaragua sowie im Mittelmeerraum und den Kanarischen Inseln in Gebieten mit Jahreszeitenklima verbreitet.<ref name="kub" /> In Mittelamerika werden Höhenlagen bis 3100 Meter erreicht.<ref name="Flora Neotropica" /> Keine Art ist in Mitteleuropa zuverlässig winterhart,<ref name="Schütt" /><ref name="kub" /> allerdings gibt es in wintermilden Regionen (z. B. im botanischen Garten in Köln) seit Jahrzehnten ausgepflanzte Exemplare.

Nutzung

Die essbaren fleischigen Früchte ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) schmecken süßsauer und mehlig. Sie werden teils zu Likör und zu Konfitüre sowie Fruchtgelee verarbeitet. Aus der Frucht des Westlichen Erdbeerbaums wird in Portugal der Schnaps Medronho gewonnen. Sie enthalten im Mittel 250 mg Vitamin C pro 100 g Fruchtfleisch<ref name="ternes" /> und sind reich an Kohlenhydraten und Ballaststoffen.<ref>Der große Larousse gastronomique: Erdbeerbaumfrucht, S. 243</ref> Eine weitere typische Nutzung des Erdbeerbaumes ist die Gewinnung eines bitteren Honigs aus dem Nektar der Blüten – italienisch: Miele Amaro. Es ist eine der außergewöhnlichsten Honigsorten überhaupt, weil er in seiner dunklen Erscheinungsform tatsächlich bitter schmeckt. Er ist, von der gewonnenen Menge, ein seltener und damit wertvoller Honig. Da die Blüte des Baumes erst im Spätherbst zwischen Oktober und Januar erfolgt und die Aktivität der Bienen, die sich schon auf die Winterzeit vorbereiten, stark reduziert ist, können nur geringe Mengen Honig gewonnen werden. Eine wesentliche Herkunft ist Sardinien, insbesondere in der wilden Barbagia, wo es ganze, alte Erdbeerbaumwälder gibt.

Das glatte Holz des Baumes wurde vom griechischen Naturforscher und Philosophen Theophrastos von Eresos (371287 v. Chr.) in seiner Pflanzenkunde (Historia Plantarum) zur Herstellung von Webspindeln erwähnt. Traditionell wurde auch Schachfiguren, Pfeifenköpfe oder Messergriffe aus dem relativ harten, schweren und gemasertem Holz hergestellt. Auch Furniere, Holzdielen und Bodenbeläge werden aus dem Holz hergestellt.

Einzelne Arten eignen sich als attraktive Gehölze in klimatisch begünstigten Weinbauklimaten Mitteleuropas der USDA-Zonen ab 7B. So beherbergt der Frankfurter Palmengarten einen über 12 m hohen, 1979 gepflanzten Amerikanischen Erdbeerbaum.

Systematik

Die Gattung Arbutus gilt als paraphyletisch, in der Kladistik innerhalb der Evolutionsbiologie zerfällt sie in zwei Kladen entlang ihrer geografischen Verbreitung, also zum einen in eine neuweltliche, zum anderen eine altweltliche Klade, die näher mit Arctostaphylos (Bärentraube) und anderen Gattungen verwandt sind als mit den neuweltlichen Erdbeerbäumen.<ref name="hile" />

Die Gattung umfasst etwa zehn Arten:

Altweltliche Arten:<ref name="Can" /><ref name="Med-Check3" />

  • Westlicher Erdbeerbaum (Arbutus unedo <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) Es gibt mehrere Zuchtsorten, so: Arbutus unedo 'Atlantic', Arbutus unedo 'Compacta', Arbutus unedo 'Elfin King', Arbutus unedo 'Mercurius', Arbutus unedo 'Quercifolia', Arbutus unedo 'Roselily' oder Arbutus unedo 'Rubra'.
  • Östlicher Erdbeerbaum (Arbutus andrachne <templatestyles src="Person/styles.css" />L.); das altgriechische Wort „Andrachne“ bedeutet „wilde Erdbeere“, die Art wird auch als Griechischer Erdbeerbaum bezeichnet.
  • Kanarischer Erdbeerbaum (Arbutus canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Veill.), ein Endemit der Kanaren (Spanien)
  • Libyscher Erdbeerbaum (Arbutus pavarii <templatestyles src="Person/styles.css" />Pamp.), ein Endemit der Kyrenaika (Libyen); benannt nach dem italienischen Botaniker Aldo Pavari (1888–1960)
Darüber hinaus gibt es die Hybriden:
  • Hybrid-Erdbeerbaum (Arbutus × andrachnoides <templatestyles src="Person/styles.css" />Link) = (Arbutus andrachne × Arbutus unedo); Syn.: Arbutus × hybrida Ker Gawl;
  • Arbutus × androsterilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Salas, Acebes & del Arco= (Arbutus canariensis × Arbutus unedo)<ref name="Salas" /> Wie der Artname es aufdrückt sind die Pollen dieser Hybridart steril.
  • Rey-Erdbeerbaum (Arbutus × reyorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Demoly) = (Arbutus andrachne × Arbutus canariensis × Arbutus unedo); benannt nach den französischen Gärtnern und Pflanzenzüchtern aus Jonquières Jean and Jean-Marie Rey. Die Sorte Arbutus x reyorum 'Marina' wurde erstmals in den USA durch die Saratoga Horticultural Research Foundation im Jahr 1984 wieder eingeführt. Die Ursprünge der Pflanze gehen auf einen Baum in einem Garten in San Francisco in den frühen 1900er Jahren zurück.
  • Thuret-Erdbeerbaum (Arbutus × thuretiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Demoly) = (Arbutus andrachne × Arbutus canariensis); benannt nach dem französischen Botaniker Gustave Thuret (1817–1875)

Neuweltliche Arten:<ref name="hile" />

  • Arizona-Erdbeerbaum (Arbutus arizonica) <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Gray) Sarg.: Diese Art kommt in Arizona, New Mexico und in den mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Durango, Sinaloa, Sonora, Zacatecas und Jalisco vor.<ref name="GRIN" />
  • Sierra Madre-Erdbeerbaum (Arbutus madrensis <templatestyles src="Person/styles.css" />S.González): Er kommt im nördlichen Mexiko vor.<ref name="POWO" />
  • Amerikanischer Erdbeerbaum (Arbutus menziesii <templatestyles src="Person/styles.css" />Pursh); benannt nach dem britischen Mediziner und Biologen Archibald Menzies (1764–1842), wird auch als „Menzies' Erdbeerbaum“ bezeichnet. Weitere Bezeichnungen sind Pazifik-Madrone bzw. Pazifischer Erdbeerbaum.
  • Mexikanischer Erdbeerbaum (Arbutus occidentalis <templatestyles src="Person/styles.css" />McVaugh & Rosatti): Er kommt im nördlichen und westlichen Mexiko vor.<ref name="POWO" /> Man unterscheidet 2 Varietäten: Arbutus occidentalis var. occidentalis und Arbutus occidentalis var. villosa.
  • Schachbrett-Erdbeerbaum (Arbutus tessellata <templatestyles src="Person/styles.css" />P.D.Sørensen): Er kommt in Mexiko vor<ref name="POWO" />; das lateinische Wort „tesselatus“ bedeutet mosaikartig, bzw. mit viereckigen Steinchen besetzt und bezieht sich auf das schachbrettartige Muster der Baumrinde
  • Texanischer Erdbeerbaum (Arbutus xalapensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Kunth) (Syn. Arbutus texana <templatestyles src="Person/styles.css" />Buckley; benannt nach Xapala, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Veracruz, wird auch als Xapala-Sandbeere bezeichnet. Man unterscheidet zwei Unterarten: Arbutus xalapensis subsp. xalapensis und Arbutus xalapensis subsp. texana <templatestyles src="Person/styles.css" /> (Buckley) A.E.Murray
  • Arbutus peninsularis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rose & Goldman)<ref name="FNA" /><ref name="POWO" />: Er kommt in Texas, New Mexico, in Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua vor<ref name="GRIN" />; benannt nach der Halbinsel Niederkalifornien. Diese Art gilt allerdings nicht als gesichert und ist möglicherweise identisch mit Arbutus xalapensis

Weblinks

  • GBIF-Datenbank: Arbutus. In: gbif.org. Abgerufen am 16. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references responsive=""> <ref name="Schütt"> Peter Schütt, Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm (Hrsg.): Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standardwerk der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baum- und Straucharten. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8, S. 48 (Nachdruck von 1992). </ref> <ref name="kub"> Peter F. Stevens: Ericaceae. In: , eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.. </ref> <ref name="hile"> Lena C. Hileman, Michael C. Vasey, V. Thomas Parker: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Phylogeny and Biogeography of the Arbutoideae (Ericaceae): Implications for the Madrean-Tethyan Hypothesis (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive; PDF; 252 KB, englisch). In: Systematic Botany Band 26, Nr. 1, 2001, S. 131–143 </ref> <ref name="Med-Check3"> </ref> <ref name="Salas"> M. Salas Pascual, J. R. Acebes Ginóves, M. J. del Arco Aguilar: Arbutus ×androsterilis, a new interspecific hybrid between A. canariensis and A. unedo from the Canary Islands. In: Taxon. Band 42, Nr. 4, 1993, S. 789–792, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). </ref> <ref name="FNA"> Paul D. Sørensen: Arbutus. In: </ref> <ref name="Flora Neotropica"> Paul D. Sørensen: Arbutus. In: J. L. Luteyn (Hrsg.): Ericaceae, Part II, the superior-ovaried genera. In: Flora Neotropica, Monograph. Band 66, 1995, S. 194–221, Auszug online. </ref> <ref name="Can"> I. Izquierdo, J. L. Martín, C. Zurita, M. Arechavaleta (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lista de especies silvestres de Canarias - Hongos, plantas y animales terrestres (Memento vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive; PDF; 23 MB, spanisch). Consejería de Médio Ambiente y Ordenación Territorial, Gobierno de Canarias, La Laguna, Santa Cruz de Tenerife, Islas Canarias 2004, ISBN 84-89729-23-9, S. 121 </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Arbutus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>