Ernestine von Kirchsberg
Ernestine von Kirchsberg, bis 1916 Ernestine Manger von Kirchsberg, (* 12. August 1857 in Verona; † 8. Oktober 1924 in Graz) war eine österreichische Landschaftsmalerin und Illustratorin, die überwiegend in Graz und Wien tätig war.
Leben
Von Kirchsberg war eine Tochter des Generals-Majors Julius Manger Ritter von Kirchsberg (4. Mai 1817–1887) und dessen Frau Ernestine (geborene Skarpil). Sie hatte einen älteren Bruder Siegfried Ritter Manger von Kirchsberg (* 30. März 1854), der Bezirkshauptmann in Hartberg und später Hofrat wurde und eine nicht lebensfähige Schwester Bertha.<ref>Manger von Krischsberg, Ritter. In: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter. Buschak und Irrgang, Brünn 1870, S. 266–267 (digitalniknihovna.cz).</ref> Sie besuchte ab 1873 unter Freiherr Hermann von Königsbrunn die landschaftliche Zeichenakademie in Graz und studierte ab 1881 bei Hugo Darnaut, Eduard Peithner von Lichtenfels und August Schäffer an der Wiener Akademie.<ref>Erich Nußbaumer: Kirchsberg, Ernestine von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 3, 14. Lieferung. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1965, S. 342–343 (biographien.ac.at).</ref> Von Darnaut, einem der wichtigsten Vertreter des Wiener Stimmungsimpressionismus, erhielt sie ihre entscheidende Ausbildung, die den maßgebenden Anstoß zur Entfaltung ihres persönlichen Stils gab. In Wien befreundete sie sich mit Marie Egner und Alfred Zoff, denen sie später nach München folgte. In München vervollständigte sie ihre Ausbildung bei Adalbert Waagen (1833–1898), einem Schüler von Albert Zimmermann, und bei Alfred Zoff. Neben der Ölmalerei bevorzugte sie das Aquarell, in dem sie es zu großer Meisterschaft brachte und mit dem sie zuerst bekannt wurde.
Sie debütierte 1881 im Wiener Künstlerhaus mit einem Landschaftsbildnis Aus Südtirol. In den Jahren 1887 bis 1890 war sie ordentliches Mitglied im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien.<ref>Marianne Baumgartner: Verzeichnis der ordentlichen Mitglieder. In: Der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien (1885–1938). Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2015, ISBN 978-3-205-79702-9, S. 355–386, hier S. 364 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
1893 wurde ihr Bauernhaus in Niederösterreich auf der Weltausstellung in Chicago prämiert. In der Folge waren ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen in Wien, München, Berlin, Prag und Graz vertreten. Von Kirchsberg unternahm Studienreisen an die Adria, in die Untersteiermark, nach Krain und nach Südtirol. Am 14. Oktober 1916 legte sie gemeinsam mit ihrem Bruder den bisherigen Namensteil „Manger“ ab und führte fortan den Familiennamen „von Kirchsberg“.<ref>AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 562.5 – Titel: Manger Ritter von Kirchsberg, Dr. Siegfried, Hofrat, und Schwester Ernestine, Ablegung des bisherigen Familiennamens und Führung des Prädikates „von Kirchsberg“ als Familiennamen. 14. Oktober 1916 (archivinformationssystem.at).</ref> Sie starb 1924 im Alter von 67 Jahren. Ihr Grab befindet sich auf dem St.-Leonhard-Friedhof in Graz.
Werke (Auswahl)
- Bauernhaus in Schlesien (Aquarell, wurde 1891 von Erzherzog Karl Ludwig erworben)
- 1885: Blick auf die Donau bei Deutsch-Altenburg (wurde 1892 von Kaiser Franz Josef angekauft)
- 1885: Strandpartie in Duino (Wiener Jahres-Ausstellung)
- 1886: Der grüne See bei Tragöss, Steiermark (Wiener Jahres-Ausstellung)
- 1889: St. Jakob in Leoben und Bauerngut (Wiener Jahres-Ausstellung)
- 1890: Partie bei Frohsdorf und Sagemuhle in Frohsdorf (Wiener Jahres-Ausstellung)
- Blick auf die Donau
- Au an der Leitha (ehemals Sammlung Erzherzog Ludwig Viktor)
- Kreuzgang in Millstadt (Galerie Liechtenstein)
- 1893: Bauernhaus in Niederösterreich (in Chicago pramiiert)
- Alte Mühle
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Aus Tirol
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Arbe im Quarnero
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Verfallene Mühle
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Rot-Kiefern
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Italienischer Innenhof
Illustrationen
- Ferdinand Krauss: Die eherne Mark. Eine Wanderung durch das steirische Oberland. Graz 1897 (beispielsweise Erinnerungsdenkmal an Kronprinz Rudolf in Band 2).
Literatur
- Kirchsberg, Ernestine von. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1/2, Bogen 31–61: Heideck–Mayer, Louis.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1895, S. Vorlage:VonBis (Volltext [Wikisource]).
- Justus Schmidt: Kirchsberg, Ernestine von. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 20: Kaufmann–Knilling. E. A. Seemann, Leipzig 1927, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).
- Manfred Srna (Hrsg.): Kunsthandel, Gesamtkatalog der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, Österreichische Gemälde des 19. und 20. Jh. Graz 2009, ISBN 978-3-200-01709-2.
- Ilse Korotin: Kirchsberg Ernestine von; Malerin. In: biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 2: I–O. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 1643–1644 (Textarchiv – Internet Archive).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kirchsberg, Ernestine von |
| ALTERNATIVNAMEN | Manger von Kirchsberg; Ernestine Klara Magdalena (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Landschaftsmalerin |
| GEBURTSDATUM | 12. August 1857 |
| GEBURTSORT | Verona |
| STERBEDATUM | 8. Oktober 1924 |
| STERBEORT | Graz |