Ernst Heinrich Pfeilschmidt
Ernst Heinrich Pfeilschmidt (* 20. Oktober 1809 in Großenhain; † 10. März 1894 in Dresden<ref>Standesamt Dresden, Standesamt Dresden I, Sterbe-Nebenregister 1894, Nr. 453.</ref>) war ein theologisch und politisch liberaler Pfarrer (Archidiakon) an der Annenkirche Dresden. Bekannt wurde er auch als Lyriker.
Leben
Pfeilschmidt, Sohn eines Uhrmachers, wuchs zunächst in Großenhain auf, bis seine Familie nach Dresden zog. Dort machte er eine Lehre zum Steindrucker und besuchte dann die Kreuzschule. Er studierte von 1830 bis 1833 Theologie in Leipzig. Anschließend kehrte er nach Dresden zurück und trat 1834 eine Stelle als Kollaborator an der Kreuzschule an. Ab 1838 wirkte er als Diakon bzw. ab 1865 als Archidiakon an der Dresdner Annenkirche. 1874 wurde er emeritiert. Eine weiterführende Karriere in der evangelisch-lutherischen Landeskirche blieb ihm wohl in Folge von Differenzen mit Minister Friedrich Ferdinand von Beust versagt, zu dessen restaurativer Politik er als Linksliberaler nach Scheitern der Revolution 1848/1849 in Opposition stand.
Pfeilschmidt erreichte vor allem als Lyriker Bekanntheit. 1858 erschien in Leipzig sein Werk Heilige Zeiten, eine Gedichtsammlung zum protestantischen Kirchenjahr. Auch der folgende Gedichtband Drei Friedhofs-Rosen (Leipzig 1860) fand Anklang beim Publikum. Pfeilschmidt veröffentlichte zudem eine Reihe von Büchern zur sächsischen Kirchengeschichte und zur Geschichte der Reformation, meistens anlässlich von Jubiläen. Er äußerte seine Meinung zu Denkmalfragen und brachte 1842 eine Broschüre zur Geschichte des Kölner Doms heraus. In Gespräch und Briefwechsel mit Ernst Rietschel nahm er Einfluss auf dessen Wormser Lutherdenkmal.
Pfeilschmidt starb 1894 in Dresden und wurde auf dem Alten Annenfriedhof beigesetzt.<ref>Todtenschau. In: Dresdner Geschichtsblätter, Nr. 3, 1894, S. 150.</ref>
Werke (Auswahl)
- Luther in Coburg, Verlag Türk, 1853<ref>Vollständige Ansicht</ref>
- Vor dreihundert Jahren: Blätter der Erinnerung an Churf. Moritz von Sachsen u. den Freiheitskampf des protestantischen Deutschland gegen das Religionsedikt Kaiser Karl's V v. 15 Mai 1548, Verlag Wold. Türk, 1852
- Geschichte des Doms zu Köln für gebildete Freunde der Kirche, des Vaterlandes und der Kunst, Verlag Kersten, Leipzig 1842, Digitalisat
- Klänge des Herzens an v. Rotteck's Grabe, Verlag Grimmer, 1840
- Die Johanneskirche und Johannesgemeinde in Dresden bis mit Ablauf des zweiten Jahres seit der Wahl ihre Kirchenvorstands am 30. Mai 1877, Veröffentlicht 1879
Literatur
- Sebastian Kranich: PFEILSCHMIDT, Ernst Heinrich. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 29, Bautz, Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6, Sp. 1075–1082.
Weblinks
- Literatur von und über Ernst Heinrich Pfeilschmidt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Peggy Renger-Berka: Ernst Heinrich Pfeilschmidt (1809–1894). In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pfeilschmidt, Ernst Heinrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Schwertfeger, Treumund (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pfarrer und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 20. Oktober 1809 |
| GEBURTSORT | Großenhain |
| STERBEDATUM | 10. März 1894 |
| STERBEORT | Dresden |