Ernst Helmstädter
Ernst Helmstädter (* 22. April 1924 in Mannheim; † 19. Januar 2018 in Münster) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er lehrte ab 1965 als Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn und der Universität Münster.
Beruf
An der Universität Heidelberg studierte Helmstädter Nationalökonomie und Soziologie. Nach der Promotion zum Dr. rer. pol. im Jahr 1956 war er im „Bundesamt für Gewerbliche Wirtschaft“, heute Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, in Frankfurt am Main und danach im Bonner Bundesministerium der Finanzen tätig. 1961 ging er als wissenschaftlicher Assistent zu Wilhelm Krelle an die Universität Bonn. Dort habilitierte er sich 1965 mit einer Arbeit zum Kapitalkoeffizienten und wurde im selben Jahr zum ordentlichen Professor berufen. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University in den USA folgte er 1969 einem Ruf an die Universität Münster auf einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre. Zugleich wurde er dort Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und für Industriewirtschaftliche Forschung sowie zum Leiter der Forschungsstelle für allgemeine und textile Marktwirtschaft ernannt. 1983 wurde er Vorsitzender der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seine Emeritierung erfolgte im Jahr 1989. Anschließend engagierte er sich beim Neuaufbau der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin und er übernahm Gastprofessuren im In- und Ausland.
Wissenschaftliche Leistungen
Neben anderen Werken ist Helmstädter Verfasser des zweibändigen Lehrbuchs „Wirtschaftstheorie“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Wachstums- und Strukturforschung, Verteilungstheorie und empirische Wirtschaftsforschung. Daneben beschäftigte er sich mit Fragen des dynamischen Wettbewerbs.
Von 1983 bis 1986 war er Vorsitzender des 1872 gegründeten Vereins für Socialpolitik. Die Vereinigung europäischer wirtschaftswissenschaftlicher Gesellschaften leitete er anschließend für zwei Jahre. Seine Mitgliedschaft im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung von 1983 bis 1988, endete in einem Eklat.<ref>Und kein bißchen weise. In: zeit.de. 1. April 1988, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref>
Ehrungen
Im Jahr 1999 wurde Helmstädter zum Ehrensenator der Universität Münster ernannt. Neben seinen Verdiensten in Forschung und Lehre sowie Politikberatung wurde mit dieser Auszeichnung auch sein künstlerisches Wirken gewürdigt. Von ihm stammen zahlreiche Bilder und Zeichnungen, mit denen er gelegentlich auch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen schmückte, und er hat nach seiner Emeritierung fast zehn Jahre den Senatsausschuss für Kunst und Kultur der Universität Münster geleitet.<ref name=uni> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Übersicht über Ehrungen gem. Ehrenordnung.] Die WWU, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Oktober 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Der Kapitalkoeffizient. Eine kapitaltheoretische Untersuchung. Stuttgart 1969.
- Wirtschaftstheorie I: Mikroökonomische Theorie. 2. Auflage 1979; 4. Auflage. München 1991.
- Wirtschaftstheorie II: Makroökonomische Theorie. 2. Auflage 1981; 3. Auflage. München 1991.
- Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft. Ordnung und Dynamik des Wettbewerbs. Münster 1996.
- als Hrsg.: The Economics of Knowledge Sharing. Cheltenham, MA, USA 2003.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Helmstädter, Ernst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wirtschaftswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 22. April 1924 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 19. Januar 2018 |
| STERBEORT | Münster |