Erzstufe
Als Erzstufe, auch Erzstuffe, bezeichnet man ein aus einer Lagerstätte herausgehauenes Stück Erz.<ref name="Quelle 1" /> Erzstufen bestehen zum Teil oder auch ganz aus Erz.<ref name="Quelle 2" />
Arten
Nach Aussehen und Zusammensetzung unterscheidet der Bergmann Probierstuffen<ref name="Quelle 3" /> und Handstuffen.<ref name="Quelle 4" />
Eine Probierstuffe ist ein Erzstück, das aus dem Erzgang herausgeschlagen wurde, damit mittels Probierkunst durch einen Gewerkenprobierer der Metallgehalt überprüft werden konnte. Dieses Überprüfen des Erzgehaltes anhand einer Probierstuffe war im frühen Bergbau vorgeschrieben und musste, insbesondere bei Silbererzen, mindestens einmal pro Quartal durchgeführt werden. Änderten sich die sogenannten Anbrüche, so musste die Überprüfung öfter durchgeführt werden. So konnte man erkennen, ob sich der Erzgehalt der Lagerstätte verbesserte.<ref name="Quelle 3" />
Als Handstuffe<ref name="Quelle 5" /> oder Handstück<ref name="Quelle 4" /> wurden besonders schöne Erzstücke bezeichnet,<ref name="Quelle 5" /> die nicht eingeschmolzen, sondern in Mineralienkabinetten aufbewahrt und bei Bedarf zum Vorzeigen verwendet wurden.<ref name="Quelle 7" /> Die Handstuffen wurden gewonnen, indem die Bergleute nach den Sprengarbeiten die größeren Erzbrocken bearbeiteten und schichtweise kleine Stücke abschlugen.<ref name="Quelle 3" /> Handstuffen wurden oftmals auch Schaustuffe genannt, weil diese Erzstufen zur Schau gestellt wurden<ref name="Quelle 6" /> und den Gewerken als reichhaltiger und schöner Anbruch vorgezeigt wurden. Sie dienten oftmals zum Taxieren des jeweiligen Erzbergwerkes und wurden nicht zum Verschmelzen verwendet, sondern bei Bedarf erneut zur Schau gestellt.<ref name="Quelle 5" />
Literatur
- Peter Strieder: Erzstufe, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 5, 1967, Sp. 1408–1417
Einzelnachweise
<references>
<ref name="Quelle 1">Erklärendes Wörterbuch der im Bergbau in der Hüttenkunde und in Salinenwerken vorkommenden technischen und in Salinenwerken vorkommenden technischen Kunstausdrücke und Fremdwörter. Verlag der Falkenberg’schen Buchhandlung, Burgsteinfurt 1869.</ref> <ref name="Quelle 2">Swen Rinmann: Allgemeines Bergwerkslexikon. Zweyter Theil, Fr. Chr. W. Vogel, Leipzig 1808.</ref> <ref name="Quelle 3">Johann Gottfried Jugel (Hrsg.): Geometria Subterranea. Neue verbesserte Ausgabe, Buchhändler Johann Paul Kraus, Wien 1773.</ref> <ref name="Quelle 4">Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.</ref> <ref name="Quelle 5">Johann Christoph Stößel, Johann David Stößel: Neues und wohleingerichtetes Mineral- und Bergwerks Lexikon. Minerophilo Freibergensis, Chemnitz 1743.</ref> <ref name="Quelle 6">Wilhelm Hoffmann: Vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache. Vierter Band, Verlag der Dürr’schen Buchhandlung, Leipzig 1857.</ref> <ref name="Quelle 7">Carl von Scheuchenstuel: IDIOTICON der österreichischen Berg- und Hüttensprache. k. k. Hofbuchhändler Wilhelm Braumüller, Wien 1856 .</ref>
</references>