Escalade de Genève
Die Escalade de Genève, L’Escalade bzw. Fête de l’Escalade ist ein jährlich stattfindendes Fest zur Erinnerung an die erfolgreiche Verteidigung der Stadt Genf gegen Karl Emanuel von Savoyen in der Nacht vom 11. Dezemberjul. / 21. Dezember 1602greg. zum 12. Dezemberjul. / 22. Dezember 1602greg.. Die Geschichte wird im Lied Cé qu’è lainô erzählt, das seit 1603 gesungen wird. Mit der Volksabstimmung vom 3. März 2024 wurde es in der Verfassung des Kantons Genf (Art. 7A)<ref>Constitution de la République et canton de Genève (Cst-GE) (französisch)</ref> zur offiziellen Kantonshymne bestimmt.<ref>Paroles du Cé qu’è lainô. In: ge.ch. Republik und Kanton Genf, abgerufen am 4. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Votation populaire du 3 mars 2024. Loi 13253 Hymne officiel de la République et canton de Genève. In: ge.ch. Republik und Kanton Genf, 4. März 2025, abgerufen am 4. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Genferinnen und Genfer stimmen für Stärkung demokratischer Rechte. In: srf.ch. Schweizer Radio und Fernsehen, 3. März 2025, abgerufen am 4. April 2026.</ref>
Etwa 2000 bis 3000 savoyardische Söldner schlichen im Schutze der Dunkelheit von der Arve her kommend zur Stadtmauer von Genf. Einem kleinen Kampftrupp von etwas über 200 Mann gelang die Ersteigung der Mauer mittels zweier Leitern (deshalb die Bezeichnung Escalade für «Kletterei»), bevor Alarm geschlagen und das Gatter des Stadttores Porte Neuve heruntergelassen und die handstreichartige Einnahme Genfs durch Savoyen abgewehrt werden konnte. In der Folge wurde im Frieden von Saint-Julien die Unabhängigkeit Genfs anerkannt.<ref>Hanno Helbling: Handbuch der Schweizer Geschichte, Bd. 2, S. 610. Verlag Berichthaus, Zürich, 1977.</ref>
Zum Fest, das am 12. Dezember gefeiert wird, gehören seit 1902 ein historischer Fackelzug und seit 1978 ein Stadtlauf.
Eine der grossen Symbolfiguren dieses Festes ist die Mère Royaume (Mutter Königreich), die der Legende nach während der nächtlichen Schlacht einen savoyischen Soldaten in den Gassen der Stadt erschlagen hat, indem sie ihren gusseisernen Topf voll heisser Suppe auf ihn hinunterfallen liess.
Dies soll der Ursprung des Schokoladentopfes (Marmite de l’Escalade) sein, der heute mit Marzipangemüse gefüllt wird, sowie der Gemüsesuppe, die zu diesem Fest gehört. Traditionell wird der Schokoladentopf vom Jüngsten und dem Ältesten aller Anwesenden gemeinsam zerschlagen, nachdem der rituelle Satz „Et qu’ainsi périssent les ennemis de la république!“ («Auf dass die Feinde der Republik untergehen!») gesprochen wurde.
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Historische Darstellung der Mère Royaume (unten: «Eine Frau tötet einen Savoyarden mit einem eisernen Topf»)
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Darstellung der Escalade von Samuel Frisching
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Darstellung der Escalade aus der Vogelperspektive
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Reenactment an der Escalade 2009
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Erbeutete savoyardische Rüstung
Einzelnachweise
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Weblinks
- Escalade. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Compagnie 1602 – Organisator des historischen Fackelzugs (französisch)
- Course de l’Escalade, Volkslauf in Genf, seit 1978
- Genf: Geschichte und Institutionen – Ein Leitfaden – Von der Escalade zu den Genfer Revolutionen
- Andrej Abplanalp: Die Genfer Escalade im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 11. Dezember 2020