Eunike (Bibel)
Eunike (Vorlage:GrcS) ist eine Christin, die im Neuen Testament erwähnt wird.
Neues Testament
Die Apostelgeschichte (Vorlage:Bibel/Link) erwähnt als Mutter des Apostelschülers Timotheus eine „gläubige jüdische Frau“, die mit einem Griechen verheiratet war und in Lystra in Lykaonien lebte. Dem als pseudepigraphisch angesehenen 2. Brief des Paulus an Timotheus (Vorlage:Bibel/Link) zufolge trug sie den griechischen Namen Eunike und war Tochter der Loïs; der Verfasser bezeichnet sie zudem als Frau mit „aufrichtigem Glauben“. Eunike ist Name mythologischer Gestalten bei Hesiod, Theokritos und Pseudo-Apollodor und epigraphisch als paganer Frauenname bezeugt,<ref>Bauer/Aland: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. 6. Auflage, Berlin/New York 1988, Sp. 654.</ref> für eine Jüdin also etwas ungewöhnlich.
Während der Verfasser der Apostelgeschichte es sich wohl so vorstellte, dass Eunike zum Christentum konvertierte, erweckt 2 Tim 1,6 den Eindruck, dass Timotheus „in einer seit der Großmutter christlichen Familie aufgewachsen ist.“<ref>Rudolf Pesch: Die Apostelgeschichte. Evangelisch-Katholischer Kommentar Studienausgabe, Neukirchen und Ostfildern 2012, Teilband 2, S. 96.</ref> Die Glaubensweitergabe an die dritte christliche Generation ist in den Pastoralbriefen Thema, und das gab (ungeachtet der Lehrverbote für Frauen) den christlichen Müttern eine besondere Verantwortung.<ref>Karoline Jäger-Reinbold: „Was du ererbt von deinen Vätern – erwirb es, um es zu besitzen“: Zum Umgang mit dem Erbe des Paulus in der nachpaulinischen Literatur. In: Christiane Burbach (Hrsg.): Generationenfragen: theologische Perspektiven zur Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, S. 65–76, hier S. 70 f.</ref> Die Kombination der Angaben aus der Apostelgeschichte und dem 2. Timotheusbrief ist nicht ohne Spannungen, denn Timotheus kann nur eine jüdische Kindheit erlebt haben, wenn Paulus ihn als jungen Mann kennenlernte und zum Mitarbeiter in der Mission machte. Aber erst auf Initiative des Paulus wurde Timotheus beschnitten (Apg 16,1). „Eine besonders fromme jüdische Familie kann das nicht gewesen sein,“ urteilt Helmut Merkel und kommt zu dem Schluss, dass 2 Tim nicht die historischen Familienverhältnisse des Timotheus darstelle, sondern ein ideales Familienbild zeichne.<ref>Helmut Merkel: Die Pastoralbriefe (= Das Neue Testament deutsch. Teilband 9,1). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1991, S. 56.</ref>
Wirkungsgeschichte
Eunike und Loïs wurden von Bibelauslegern des 19. Jahrhunderts gern als Vorbilder für christliche Kindererziehung gedeutet: Theodor Fliedner konzipierte „Die Neue Bilder-Bibel“ mit Illustrationen Düsseldorfer Kunstschüler, die schließlich als Mappe mit 30 Einzelblättern 1843 realisiert wurde (später als: Schul-Bilderbibel, in 30 Bildern Alten und neuen Testaments). Der Bilderzyklus beginnt mit der Schöpfung und endet mit dem Blatt „Timotheus wird in der h. Schrift unterwiesen“<ref>Digitalisat: Timotheus wird in der h. Schrift unterwiesen.</ref>; hier liest Timotheus angeleitet von Eunike und Loïs hebräische Schriftrollen (vgl. Vorlage:Bibel/Link).<ref>Christine Reents: Wie spiegeln sich orthodoxie, Pietismus und Erweckung in der Zeit zwischen 1688 und 1850 in evangelischen Kinder- und Schulbibeln? Bestandsaufnahme und theologische Einordnung. In: Pietismus und Neuzeit, Band 40, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, S. 64–96, hier S. 91–93.</ref> Der pietistische Pädagoge Christian Heinrich Zeller verfasste eine weit verbreitete Schrift „Lois und Eunike. 2 Tim 1,5. Die Erziehung der Kinder für Zeit und Ewigkeit.“<ref>Basel posthum 1879.</ref>
Eunike wird in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt. Ihr Gedenktag ist der 24. Februar.<ref>Heiligenkalender der Katholischen Kirche in Deutschland: Eunike (Eunice).</ref>
Anmerkungen
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| NAME | Eunice
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| ALTERNATIVNAMEN | Eunike
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| KURZBESCHREIBUNG | Christin in Lystra, Mutter des Timotheus
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| GEBURTSDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. oder 1. Jahrhundert
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| STERBEDATUM | 1. Jahrhundert
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