Europaplatz (Berlin)
| Europaplatz | |
|---|---|
| Europaplatz Blick am Europaplatz nach Osten, Jahr 2009 | |
| Basisdaten | |
| Ort | Berlin |
| Ortsteil | Moabit |
| Angelegt | 21. Jahrhundert |
| Einmündende Straßen | Invalidenstraße, Minna-Cauer-Straße, Straßenstummel zum Tiergartentunnel |
| Bauwerke | Hauptbahnhof |
| Nutzung | |
| Nutzergruppen | Fußgänger, Radfahrer, Nutzer des ÖPNV |
| Platzgestaltung | Gerkan, Marg und Partner, Rehwaldt Landschaftsarchitekten<ref>Website Rehwaldt Landschaftsarchitekten zum Projekt Europaplatz Nord (2026)</ref> |
| Technische Daten | |
| Platzfläche | 15.000 (Nutzfläche direkt vor dem Bahnhofsgebäude) rund 35.000 (gesamte Platzfläche incl. Verkehrsflächen und ein Streifen östlich davon)<ref>Bebauungsplan II-201a/b mit genauen Grenzen der „Öffentlichen Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung“.</ref> |
Europaplatz ist ein im Zusammenhang mit dem Bau des Berliner Hauptbahnhofs angelegter Stadtplatz. Er befindet sich im Berliner Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit und ist Bestandteil des städtebaulichen Entwicklungsgebiet Europacity.<ref>B-Plan mit Erweiterungsangaben (PDF; 3,5 MB) Abgeordnetenhaus Berlin</ref> Westlich und nördlich grenzen die Minna-Cauer-Straße sowie östlich das Friedrich-List-Ufer den Platz ein. Der Platz dient dem Zugang/Abgang von den Stationen der U-Bahn, der Straßenbahn und einigen Omnibuslinien. Zudem ist er Halteplatz für die Taxis. Die Invalidenstraße teilt die Platzfläche in zwei ungleich große Areale.
Geschichte
Das Gebäude des Hauptbahnhofs wurde an der Stelle errichtet, wo es bis nach dem Mauerfall den Lehrter Stadtbahnhof gab. Nach dem Beschluss zur Errichtung eines neuen zentralen Bahnhofs für alle Berliner Verkehrsmittel und für den Eisenbahn-Fernverkehr und der im Jahr 2002<ref>TAZ: Letzte Ausfahrt Lehrter Stadtbahnhof; Juni 2002.</ref> folgenden Abtragung des historischen und unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäudes planten die Experten auch eine angepasste Umgebungsstruktur. Das neue große Bahnhofsbauwerk bekam unter anderem zwei große Ausgänge auf Straßenniveau – einen südlichen, an den sich eine große Freifläche anschließt, die den Namen Washingtonplatz (ca. 18.000 m²) erhielt, und einen nördlichen, zunächst namenlosen Platz (ca. 15.000 m²). Am 10. Juni 2005 erfolgte die feierliche Namensgebung auf Europaplatz, die die Bedeutung Berlins als Metropole im Herzen Europas und die Funktion des Hauptbahnhofs als zentraler europäischer Schienenknotenpunkt unterstreichen soll.<ref>Kauperts Straßenführer durch Berlin: Historie und Gemarkung Europaplatz.</ref><ref>Amtsblatt für Berlin (Ausgabe 2005), Hrsg. Bezirksamt Mitte: Veröffentlichung der Platzbenennung.</ref>
Nach der für Dezember 2023 erfolgten Inbetriebnahme des ersten Abschnitts der S-Bahn-Linie S21 sollten Umgestaltungsarbeiten des Europaplatzes zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität beginnen. Auf Basis eines zuvor veranstalteten Wettbewerbs<ref>Berliner Hauptbahnhof: So soll der neu gestaltete Europaplatz aussehen. Entwicklungsstadt Berlin, 1. Dezember 2022, abgerufen am 12. Dezember 2022.</ref>, den das Berliner Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten gewonnen hatte, tat sich aber zwei Jahre lang bis auf die Aufstellung von Bauzäunen nichts. Erst im Frühjahr 2026 begannen Bodenarbeiten und Sicherungsmaßnahmen. Nach dem Siegerentwurf wird der Platz eine barrierefreie Oberfläche mit geschliffener Asphaltdecke erhalten und eine Abstellfläche für 220 Fahrräder. Wichtigste Maßnahme ist die Anlage eines Grünen Schirms, bestehend aus einer unregelmäßigen Baumpflanzung, die Schatten spendet, den Raum gliedert, eine optische bzw. lärmmäßige Abgrenzung zur Invalidenstraße darstellt sowie das Regenwasser aus einem unterirdischen Sammelbecken über dicht zu pflanzende Weiden direkt wieder verdunstet. An einem Konzept für den Taxiverkehr wird noch gearbeitet. Ein Abschluss der Arbeiten, die insgesamt rund drei Millionen Euro kosten, ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.<ref>Paul Zinken: Erdloch der Hoffnung. Berliner Zeitung, 16. April 2026 (Printausgabe, S. 59).</ref>
In der Umgebung
In der Nähe befinden sich das Sozialgericht Berlin, die Nationalgalerie der Gegenwart im alten Hamburger Bahnhof, das Naturkundemuseum sowie der Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit mit Überresten des ehemaligen Zellengefängnisses Lehrter Straße. Das nördlich der Invalidenstraße anschließende ehemalige Bahngelände westlich der Heidestraße wird schrittweise als gemischt genutztes Quartier entwickelt.<ref>Projektbeschreibung Europacity des Quartiersentwickler Vivico.</ref>
Weblinks
- Europaplatz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt/Umbauprojekt Klimaresilienter Europaplatz.
Einzelnachweise
<references responsive/>
Koordinaten: 52° 31′ 34″ N, 13° 22′ 10″ O
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