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Eyach (Neckar)

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Vorlage:Infobox Fluss

Die Eyach ist ein etwa 50 km langer rechter Nebenfluss des Neckars in Baden-Württemberg. Ihr mittlerer Abfluss an der Mündung beträgt 3,23 m³/s<ref name="flusdat" />.

Name

Im Balinger Schwäbisch hat sich der Artikel fest mit dem Substantiv verbunden, so dass von „dr D-Eye“ gesprochen wird. Auch in älteren Berichten findet sich die Bezeichnung „Deya“, so in der Topographia Sueviae von Matthäus Merian von 1643/1656.<ref>Vorlage:MerianTopo</ref> Der Name stammt vom mittelhochdeutschen Īwaha mit der Bedeutung 'Eibenfluss'.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Geographie

Verlauf

Die Eyach entspringt auf der Schwäbischen Alb nördlich des Stadtteils Pfeffingen von Albstadt auf Vorlage:Höhe Höhe, nur einen halben Kilometer von der Europäischen Wasserscheide zum Einzugsgebiet der dahinter zur Donau laufenden Schmiecha entfernt. Ihre ersten sieben Kilometer läuft sie südwärts bis nach Lautlingen, wo sie sich, nahe an einer Talwasserscheide im Osten zum Schmiecha-System, in einem Bogen nach Nordwesten kehrt und dabei bald aus der Alb ins tiefer gelegene Südwestliche Albvorland austritt.

Ab Balingen, wo an der alten Stadtbefestigung mit der Steinach ein erster größerer Zufluss von links zumündet, fließt sie dann für ein halbes Dutzend Kilometer nordwärts bis zum Zufluss des rechten Klingenbachs. Von dort an verläuft sie wieder nordwestlich und vorbei am Haigerlocher Dorf Owingen, wo sie aus dem Albvorland in die Oberen Gäue wechselt, in Richtung Haigerloch. Kurz hinter Haigerloch mündet von links ihr größter Zufluss Stunzach.

Das verbleibende knappe letzte Drittel ihres Weges läuft sie in leicht schwankend nördlicher Großrichtung, oft in Mäandern ihres engen Tales. Nunmehr liegen nur noch kleinere Orte am Ufer. Beim Ort Eyach von Eutingen im Gäu mündet sie schließlich nach 50,4 km langem Weg auf Vorlage:Höhe von rechts in den oberen Neckar. Ihr 50,4 km langer Lauf endet 461 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von 9,1 ‰.

Zuflüsse

Datei:Eyachquelle.JPG
Die Quelle der Eyach nördlich von Albstadt-Pfeffingen
Datei:Klingenbach (Eyach) 15.JPG
Mündung des Klingenbachs (hinten) in die Eyach (von rechts)
Datei:Weilerkirche Owingen17091.jpg
Die Eyachbrücke an der Weilerkirche bei Owingen
Datei:Wasserfall Eyach, Albstadt-Laufen.jpg
Der Wasserfall in Laufen an der Eyach

Hierarchische Liste der Zuflüsse jeweils von der Quelle zur Mündung. In der Regel ohne Mühlkanäle. Auswahl.

Orte am Fluss

Auf ihrem knapp 50 Kilometer langen Weg nach Nordwesten durchquert oder streift die Eyach folgende Gemeinden:

Bei Eyach bzw. dem Bahnhof Eyach, zwei Kilometer westlich der Ortschaft Börstingen (Ortsteil von Starzach), mündet die Eyach in den Neckar.

Landschaft

Datei:HaigerlochZentrum2018-05-09-12-18-40.jpg
Luftbild des Zentrums von Haigerloch mit dem Muschelkalktal der Eyach

Die Eyach durchläuft auf ihrem gefällereichen Weg von der Schwäbischen Alb zum Neckar ein Tal, das einige beeindruckende Landschaftsbilder aufweist. Die Entstehung der malerischen Felsformationen von Schalksburgfelsen, Gräbelesberg und Lochenhörnle bei Laufen geht auf einen einstigen Nebenfluss der Urdonau zurück.

Datei:Haigerloch 2010.JPG
Tief eingeschnittenes, mäandrierendes Tal der Eyach in Haigerloch

Die heute in Gegenrichtung zu diesem fließende Eyach zeigt beispielhaft, wie sich das Flusssystem des Rheins auf Kosten des Donausystems erweitert. Die Flussanzapfungen zum Neckar hin haben zur Donau hin ein geköpftes Tal hinterlassen, über dessen Beginn nun die verlagerte Wasserscheide verläuft. Die Erosionskraft der Eyach hat an den harten Wasserfallschichten den wuchtigen, sechs Meter hohen Wasserfall der Eyach in Laufen (Eyachlaufen) entstehen lassen und ebenso die Tallandschaft bei Haigerloch, dem „Felsenstädtchen“. Dessen Stadtkern ist entlang einer Felswand erbaut (Ober- und Unterstadt). Das Schloss Haigerloch steht auf einem von der Eyach herausgeschnittenen Felsvorsprung. Vorlage:Absatz

Hochwasser

Datei:Balingen-Hochwasserdenkmal248.jpg
Hochwasserdenkmal in Balingen

Bei einem Hochwasser der Eyach kamen im Juni 1895 41 Bürger des Bezirks Balingen ums Leben.<ref>Aus der Eyach wird eine reißende Flut, von Detlef Hauser, Schwarzwälder Bote, 13. Februar 2013</ref>

Ehemaliger unterirdischer Zulauf von Mineralwasser

Bei Bad Imnau gab es bis zur Fassung der dortigen Quellen starke unterirdische Zuläufe, welche am sprudelnden Kohlendioxid im Flussbett erkennbar waren. Heute wird dieses Wasser auch in Flaschen abgefüllt.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Schutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete

Der Ursprung der Eyach liegt im Landschaftsschutzgebiet Albstadt-Bitz, welches sie bis Laufen mehrfach auf kurzen Strecken durchfließt. Bei Engstlatt liegt das kleine Landschaftsschutzgebiet Eyachtal beim Eckwäldchen und ab Stetten beginnt das Landschaftsschutzgebiet Eyachtal im Bereich des ehemaligen Landkreises Hechingen, durch das die Eyach bis zur Kreisgrenze zwischen Bad Imnau und Mühringen fließt. Zwischen Mühringen und Felldorf fließt die Eyach entlang des Landschaftsschutzgebiets Oberes Neckartal mit den Seitentälern Rommelstal, Starzeltal und Eyachtal.

Naturdenkmale

Entlang der Eyach befinden sich folgende Naturdenkmale, die unmittelbar Uferbereiche der Eyach umfassen:

  • flächenhaftes Naturdenkmal Mühltal bei Lehenmorgen (Nr. 84170020002)
  • Einzelnaturdenkmal Efeu am Felshang und Eyachufer westlich Haigerloch-Stetten (Nr. 84170250112)

Natura 2000

Zwischen Laufen und Dürrwangen fließt die Eyach durch ein Teilgebiet des FFH-Gebiets Östlicher Großer Heuberg. Hier wird die Eyach von einem schmalen Streifen des FFH-Lebensraumtyps 91E0 (Auwald mit Erle, Esche, Weide) begleitet.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Um Lautlingen und Laufen streift sie zudem das Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal und zwischen Ostdorf und Engstlatt das Vogelschutzgebiet Wiesenlandschaft bei Balingen.

Sonstige Schutzgebiete

Auf der Gemarkung Mühringen fließt die Eyach durch den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, der hier weit in die Oberen Gäue hineinreicht.

Namensgeber

Der Name der Gemeinde Starzach wurde von denen der beiden an den Unterläufen ihr Gebiet im Westen und Osten begrenzenden Flüsschen Starzel und Eyach abgeleitet.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references> <ref name="BfL-178"> Vorlage:GeoQuelle </ref>

<ref name="flusdat"> Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: Vorlage:Webarchiv, 2011, S. 9, abger. am 29. Juni 2013 (pdf, deutsch, 1,87 MB) </ref> </references>

Literatur

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7518 Horb am Neckar, Nr. 7617 Sulz am Neckar, Nr. 7618 Haigerloch, Nr. 7619 Hechingen, Nr. 7718 Geislingen, Nr. 7719 Balingen, Nr. 7720 Albstadt, Nr. 7819 Meßstetten und Nr. 7820 Winteringen
  • Alfred Gaedertz: Betonbrücke mit Granitgelenken über die Eyach bei Imnau in Hohenzollern, Ernst, Berlin 1898

Weblinks

Vorlage:Commonscat