Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Freitag lab. ag – Wikipedia Zum Inhalt springen

Freitag lab. ag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von FREITAG)
FREITAG lab. ag
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1993
Sitz Zürich, SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Mitarbeiterzahl 250<ref>Besuche unsere F-abrik im NŒRD. In: freitag.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref>
Branche Taschen, Kleidung, Upcycling
Website www.freitag.ch
Stand: 2022

Freitag (Eigenschreibweise FREITAG lab. ag<ref>Die Eigenschreibweise der Firma wurde 2023 von FREITAG lab.ag auf FREITAG lab. ag geändert, siehe Meldung vom 5. Januar 2023 auf moneyhouse.ch – FREITAG lab. ag. Abgerufen am 19. Februar 2023.</ref>) ist ein 1993 gegründeter Schweizer Hersteller für Taschen und Accessoires aus gebrauchten Materialien, hauptsächlich Lkw-Planen. Die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Zürich<ref name=":1">FREITAG lab. ag. In: chregister.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> und ist benannt nach ihren Gründern Markus und Daniel Freitag.

Datei:Freitag-Shop-Zürich.jpg
Freitag-Shop an der Geroldstrasse 17 in Zürich West, Turm aus 19 Frachtcontainern, neben der Hardbrücke und Bahnhof Hardbrücke

Geschichte

Im Jahr 1993 entwickelten die beiden aus Davos stammenden Brüder Markus (* 1970) und Daniel Freitag (* 1971), beide als Designer ausgebildet, eine Messengerbag aus alten Lkw-Planen, gebrauchten Fahrradschläuchen und Autogurten.<ref>Gabriele Lueg & Köbi Gantenbein: Swissmade - Aktuelles Design aus der Schweiz. Hrsg.: Museum für Angewandte Kunst Köln. Hochparterre, Zürich 2001, ISBN 3-9521928-4-8, S. 106.</ref> Inspiriert wurden die beiden passionierten Fahrradfahrer von New Yorker Fahrradkuriertaschen einerseits und andererseits vom Fernlastverkehr auf der Zürcher Hardbrücke – dem Panorama ihrer WG-Küche. 1995 umfasste das Sortiment des damals noch Freitag Retour genannten Unternehmens fünf Modelle, die neben der Schweiz auch in Deutschland vertrieben wurden. 1997 nahm das Zürcher Museum für Gestaltung den Prototypen von 1993 in seine Sammlung auf.<ref>Freitag-Taschen aus Lkw-Planen (Fotos). In: Der Spiegel. 12. Juni 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. Januar 2022]).</ref><ref>Freitag-Tasche, 1993. In: emuseum.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Die Taschen wurden nun auch nach Japan, Österreich und in die Niederlande verkauft.<ref name=":3">FREITAG lab. ag, Zürich, CH. In: eMuseum.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Als die grosse Handelskette Migros die Freitag-Taschen mit einer Eigenmarke namens Donnerstag 1998 imitierte, wurde Freitag schweizweit bekannt. Mit Upcycling und Kreislaufwirtschaft traf das Produkt und die dazugehörige Marke einen gesellschaftlichen Nerv.<ref name=":2">Jens Bergmann: Vom Hipster zum Klassiker - brand eins online. In: brandeins.de. 2013, abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Das Kultlabel fand in der Folgezeit noch zahlreiche Nachahmer, wie kultbag (1996), cargo:bags oder Lumabag.<ref>Ingrid Loschek: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 6. Auflage. Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-010818-5, S. 200.</ref>

In den Jahren 2000 und 2001 eröffneten die ersten Flagship-Stores, u. a. in Hamburg, Zürich, New York und Tokio. 2005 wurde die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft Freitag lab. ag-Aktiengesellschaft gegründet.<ref name=":1" /> Einem Treuhänder wurden Stimmrechts-Aktien übertragen.<ref name=":2" /> Von 2010 bis 2014 führte Monika Walser als Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin das Unternehmen, Daniel und Markus Freitag konzentrierten sich auf Design und Aussendarstellung. Für 2013 wurde der Jahresumsatz auf 28 Millionen Euro geschätzt.<ref name=":2">Jens Bergmann: Vom Hipster zum Klassiker - brand eins online. In: brandeins.de. 2013, abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Seit 2016 arbeitet Freitag mit einer holokratischen Unternehmensstruktur.<ref>Isabel Pfaff: Freitag-Taschen - Auf Wiedervorlage. In: sueddeutsche.de. 26. Dezember 2019, abgerufen am 17. Januar 2022.</ref><ref>Britta Scharfenberger: New Work in Real Life: Holacracy bei Freitag. In: transdigitale-eisenbahn.de. 18. Januar 2021, abgerufen am 17. Dezember 2022.</ref>

Die Fabrikation – Design, Produktion, Verpackung, Lager, Büro – fand bis 2011 auf dem Zürcher Maag-Areal statt und seitdem in Zürich-Oerlikon im Gewerbehaus NŒRD.<ref>NŒRD - Mieter. In: noerd.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Hier werden die Planen zerlegt, gewaschen und die Taschen von Hand zugeschnitten. Anschliessend werden diese in der Schweiz, Bulgarien, Portugal, Tschechien und Rumänien in externen Nähereien verarbeitet.<ref>Produktion. In: freitag.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref>

Neben dem Museum für Gestaltung befinden sich Freitags Top-Cat-Messengerbags in den Sammlungen des MoMA in New York<ref name=":0">Markus Freitag, Daniel Freitag. Top Cat Bag (model F13). 1993. In: moma.org. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref>, des Tassenmuseum Hendrikje in Amsterdam<ref>Inv. Nr. 3596.</ref> und des LVR-Industriemuseums.<ref>Nicola Scheda: Umhängetasche der Marke Freitag. In: industriemuseum.lvr.de. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Freitag unterhält weltweit 28 Geschäfte u. a. in Berlin, Mailand, Melbourne, Seoul, Rotterdam, Bangkok, Taipeh und Shanghai,<ref>Melanie Gropler: Interview mit Freitag Company Lead Oliver Brunschwiler: "Jede Fläche muss ein Unikat sein". In: textilwirtschaft.de. 16. Oktober 2020, abgerufen am 18. Januar 2022.</ref> und vertreibt seine Produkte ausserdem über rund 350 Partnerhändler.

Produkte und Materialien

Datei:FreitagBag.jpg
Freitag Messengerbag

Aus der ersten Kuriertasche F13 TOP CAT ist die Produktlinie Fundamentals mit über 40 verschiedenen Modellen entstanden. Daneben wurde 2010 die Kollektion Freitag Reference eingeführt.<ref name=":3" />

Freitag verarbeitet jährlich 640 Tonnen Lkw-Planen, 11'000 Fahrradschläuche und 150'000 Autogurte. Durch die Verwendung rezyklierter Materialien ist jedes Freitag-Produkt ein Unikat.<ref>Die Karriere der Kuriertasche. auf: welt.de, 24. Oktober 2004, abgerufen am 9. Juni 2015.</ref> Die Lkw-Planen bestehen aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe („Tarpaulin“) und enthalten Weichmacher; daher sollen sie nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

2014 stellte Freitag Kleidung aus dem selbst entwickelten Material F-ABRIC vor. Die Textilie aus Hanf, Leinen und Modal wird in Europa mit geringem Ressourceneinsatz produziert und ist vollständig biologisch abbaubar.<ref name=":3" /><ref>Fabric. In: freitag.ch. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref> Sie wurde 2015 mit dem deutschen Bundespreis Ecodesign in der Kategorie Produkt ausgezeichnet.<ref>2015: FREITAG F-ABRIC. In: bundespreis-ecodesign. Abgerufen am 17. Januar 2022.</ref>

2021 stellte Freitag die Taschenlinie F707 Stratos aus ausgemusterten Airbags vor.<ref>Kim Dang: Freitag: Das Label kreiert neu Rucksäcke aus alten Airbags. In: bellevue.nzz.ch. 19. August 2021, abgerufen am 17. Januar 2022.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1999: Eidgenössischer Preis für Design
  • 2003: Master of Swiss Web für den F-Cut als beste Schweizer Website
  • 2011: Design Preis Schweiz MERIT (für Daniel und Markus Freitag)<ref name=":3" />
  • 2013: SwissAward 2012 in der Kategorie Wirtschaft (für Daniel und Markus Freitag)
  • 2016: 2× Gold ADC Schweiz und ADC of Europe für den Film «The Never-Ending Cycle of Denim»<ref>ADC Switzerland Archiv. Abgerufen am 22. Juli 2019.</ref>
  • 2018: Gold Edi für den Film «We are kickstarting the ZIPPELIN» in der Kategorie Corporate - Produkt<ref>We are kickstarting the zippelin. In: Edi. Der Schweizer Auftrags- und Werbefilmpreis. 2018, abgerufen am 17. Januar 2022.</ref>
  • 2019: Best of Swiss Web Gold in der Kategorie Creation für CITY GUIDE LINES<ref>Hall of Fame. In: bestofswissweb.swiss. Abgerufen am 17. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ausstellungen

Literatur

  • Lars Müller (Hrsg.): Freitag – Individual Recycled Freeway Bags. Photos von Jules Spinatsch, Text von Max Küng, engl. Übersetzung von Jim Stewart. Lars Müller Publishers, Baden 2001, ISBN 3-907078-47-0.
  • Museum für Gestaltung Zürich, Renate Menzi (Hrsg.): Freitag – Ein Taschen-Buch. Lars Müller Publishers, Baden 2012, ISBN 978-3-03778-278-1.

Weblinks

Commons: Freitag lab. ag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein

Koordinaten: 47° 24′ 50,1″ N, 8° 32′ 1,7″ O; CH1903: 682650 / 252031

 {{#coordinates:47,413907|8,533801|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=CH-ZH
   |type=landmark
  }}