Feldmüllersiedlung
Die Feldmüllersiedlung ist ein Wohngebiet im Münchner Stadtteil Obergiesing. Sie ist als denkmalgeschütztes Ensemble in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.<ref>Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Bayerischer Denkmalatlas, Aktennummer E-1-62-000-12.</ref>
Lage
Die Feldmüllersiedlung befindet sich zwischen der Tegernseer Landstraße, der Gietlstraße (früher: Gottesackerweg), dem Pfarrhof an der Ichostraße (früher: Pfarrhofgasse) und der neugotischen Heilig-Kreuz-Kirche.<ref name="mgs">Sanierung der Feldmüllersiedlung in Giesing. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS), München Juli 2006. (PDF-Datei; 1,6 MB)</ref>
Die Parzellen für die Feldmüllersiedlung wurden geordnet an einem Straßenraster ausgerichtet, das noch heute aus der Gietlstraße, Ichostraße, Aignerstraße, Unterer Grasstraße, Oberer Grasstraße und Kiesstraße besteht.<ref name="mgs"/><ref name="stadt-muenchen.net">Stadtgeschichte München: Feldmüllersiedlung, abgerufen am 23. April 2024</ref><ref name="wochenanzeiger.de">Haidhausen · Kennen Sie München? Mit der MVHS durch die Feldmüllersiedlung. Bericht über eine Stadtführung der Münchner Volkshochschule durch die Feldmüllersiedlung auf: wochenanzeiger.de</ref> Dieses Wohngebiet entstand damit jenseits des Obergiesinger Ortskerns.<ref name="muenchen.de">Die Feldmüllersiedlung. auf: muenchen.de</ref>
Geschichte
Die Feldmüllersiedlung besteht aus Kleinhäusern, die zwischen 1830 und 1860 erbaut wurden.<ref name="mgs"/><ref name="sueddeutsche.de">Stadtsanierung München (3): Frischluft für ein morsches Viertel. Bericht über die Sanierung der Feldmüllersiedlung auf sueddeutsche.de</ref>
Namensgeber für dieses Quartier ist Therese Feldmüller, die von 1840 bis 1846 in Giesing lebte.<ref name="wochenanzeiger.de"/> Ihr gehörte der Grund, den sie Stück für Stück an Handwerker, zuziehende Tagelöhner und Kleingewerbetreibende verkaufte.<ref name="mgs"/><ref name="sueddeutsche.de"/> Diese errichteten auf den Parzellen schlichte, einstöckige Häuser dicht nebeneinander – teils mit Gewerbe im Hinterhof, teils mit kleinen Gärten.<ref name="stadt-muenchen.net"/><ref name="muenchen.de"/>
Die Feldmüllersiedlung bildete damit einen deutlichen Kontrast zu den bäuerlichen Gebäuden des alten Ortskerns in der unmittelbaren Nähe. Da solche Arbeiterquartiere oft erst nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, ist die Feldmüllersiedlung laut Bayerischem Landesamt für Denkmalpflege deutschlandweit eine Besonderheit.<ref name="mgs"/>
Vom Bauboom der gründerzeitlichen Stadterweiterung ab ca. 1880 profitierten die Bewohner der Feldmüllersiedlung, so dass einige Häuser aufgestockt wurden (Kiesstraße 5 und 6, Obere Grasstraße 5, 6 und 8).<ref name="mgs"/>
Die Gartenwirtschaft „Kriegerheim“ (Ecke Gietlstraße/Untere Grasstraße) diente zunächst den Obergiesinger Kommunisten als Versammlungsort. Später wurde das „Kriegerheim“ das Versammlungslokal der Giesinger NSDAP-Ortsgruppe.<ref name="muenchen.de"/>
Die MGS (Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung) wurde 1983 vom Münchner Stadtrat mit der Sanierung der denkmalgeschützten Feldmüllersiedlung beauftragt. 1984 wurde das Quartier zum Sanierungsgebiet erklärt.<ref name="sueddeutsche.de"/><ref name="muenchen.de"/>
Die MGS konnte mit dem „Herbergenprogramm“, das von der Stadt mit 2,5 Millionen Euro gefördert wurde,<ref name="sueddeutsche.de"/> die Sanierung des Viertels realisieren.<ref name="muenchen.de"/>
Im Jahr 2017 erzeugte der illegale Abriss des Uhrmacherhäusls in der Oberen Grasstraße 1 eine große mediale Resonanz.<ref>Hubert Grundner: Baufirma zerstört ein Stück vom alten Giesing. In: Süddeutsche Zeitung. 3. September 2017, abgerufen am 3. September 2017.</ref><ref>OB Reiter: Abriss des Handwerkerhauses in Giesing „ein Skandal“. TZ. 4. September 2017. Abgerufen am 5. September 2017.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Denkmalgeschütztes Haus in München plattgemacht ( vom 21. Januar 2018 im Internet Archive). BR. 4. September 2017.</ref>
Weblinks
- Feldmüllersiedlung auf: muenchen.de
- Stadtgeschichte München: Feldmüllersiedlung
- Giesinger Feuilleton (1958) mit Straßenszenen unter anderem in der Feldmüllersiedlung, ARD-alpha. (1958) mit Straßenszenen unter anderem in der Feldmüllersiedlung, ARD-alpha.
Quellen
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 48° 6′ 59″ N, 11° 34′ 45″ O
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