Fersengeld
Wer Fersengeld gibt, flüchtet/flieht, ohne zu kämpfen oder ohne zu zahlen,<ref name="Röhrich">Lutz Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Band 1–4, Herder Verlag, Freiburg 1973.</ref> „wobei man vielleicht die schnell abwechselnd sichtbar werdenden Fersen eines Entfliehenden mit springenden Geldstücken verglich“.<ref>Lutz Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Band 1–4, Herder Verlag, Freiburg 1973; allerdings mit „Bedeutungsänderung“.</ref> Laut Karl Friedrich Wilhelm Wander: „Auf eine schimpfliche Weise fliehen“.<ref name="Wanderer">Karl Friedrich Wilhelm Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1–5, Akamedische Verlagsgesellschaft Athenaion, 1866; Nachdruck Augsburg 1987.</ref> Die Redewendung ist zwar seit dem 13. Jahrhundert bezeugt, ihre Herkunft hingegen ist unklar.<ref name="Röhrich"/>
Deutungsversuche
Sie könnte auf den alemannischen Rechtsbrauch des Strafgeldes für Flüchtlinge aus der Schlacht zurückgehen, da man von diesen nur noch die Fersen zu sehen bekam. „Nach dem alemannischen Recht musste der, welcher seine Mitkämpfer in Gefahr verließ und dadurch in Lebensgefahr brachte, 160 Solidus als Strafe bezahlen, weil er dem Feind die Fersen gezeigt hatte.“<ref name="Wanderer"/>
Eine andere mögliche Herkunft ließe sich aus dem Sachsenspiegel herleiten, wo das Verlassen des Mannes durch die Ehefrau bei den Wenden mit der Zahlung eines versne pennige abgegolten werden konnte.
Beispiele
- "Fersen gellt geben" (in Martin Luthers Sprichwörtersammlung, 1521 oder später)<ref>Thiele (Hrsg.), Martin Luther: Sprichwörtersammlung nach seiner Handschrift, Weimar 1900, Eintrag Nr. 118.</ref>
- „Das Fersengeld ist oft die beste Münze“<ref name="Wanderer" />
- „Mit verssengelt bezahlen“<ref name="Wanderer"/>
- „Do der wirt wolt haben gelt / Do draff ichs loch weyt vbers feldt, / Mit meynen fersern b’zalt ich das, /Was an der kerben zeichnet was“<ref name="Röhrich"/>
- eine moderne Version nach Lutz Röhrich: „Wer keine Kopfquote bekommt, muss Fersengeld geben.“<ref name="Röhrich"/>
Literatur
- Duden Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. 2., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2002, ISBN 3-411-04112-9, Artikel: Fersengeld.
Weblinks
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Quellen
<references/>