Flerovium
Vorlage:Infobox Chemisches Element
Flerovium ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 114 und dem Elementsymbol Fl. Im Periodensystem steht es in der 14. IUPAC-Gruppe und gehört damit zur Kohlenstoffgruppe. Es zählt zu den Transactinoiden. Bislang wurden nur wenige Atomkerne hergestellt, die maximal einige Sekunden existierten.
Geschichte
Flerovium wurde vermutlich erstmals 1999 im Vereinigten Institut für Kernforschung bei Dubna (Russland) von Wissenschaftlern des Instituts und des Lawrence Livermore National Laboratory erzeugt. Die Entdeckung wurde im Juni 2011 von der IUPAC bestätigt, womit dieses Element offiziell Eingang in das Periodensystem der Elemente fand.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Benannt wurde es zu Ehren des russischen Physikers Georgi Fljorow (englische Transkription Flerov). Der Name wurde am 1. Dezember 2011 vorgeschlagen und am 23. Mai 2012 von der IUPAC angenommen.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Bis dahin hatte es provisorisch den systematischen Namen „Ununquadium“ (Uuq).
Eigenschaften
Das stabilste der bisher bekannten Flerovium-Isotope, 289Fl, besitzt mit 1,9 Sekunden<ref name="YTO_HL">Vorlage:Literatur</ref> eine im Vergleich zu im Periodensystem benachbarten Elementen lange Halbwertszeit, mit dem nächst schwereren Isotop 290Fl bei einer womöglich noch größeren Halbwertszeit von circa 20 Sekunden<ref>Vorlage:Literatur</ref>. Das liegt daran, dass es sich bei der Ordnungszahl 114 um eine sogenannte magische Zahl handelt; aufgrund einer abgeschlossenen Unterschale im Kernschalenmodell sind Kerne mit 114 Protonen relativ stabil. Beim bisher noch nicht synthetisierten Isotop 298Fl würde es sich um einen doppelt magischen Kern handeln, d. h., auch die Neutronenzahl wäre eine magische Zahl. Man erwartet daher, dass die Halbwertszeit dieses Isotops noch deutlich höher liegt. Im Jahr 2022 konnten – als Teil des FAIR-Phase-0 Programms – in einem sechswöchigen Dauerversuch im UNILAC-Linearbeschleuniger am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt Hinweise auf chemische Eigenschaften gewonnen werden. Das Element wird als flüchtiges Metall beschrieben, dessen Reaktivität etwas geringer im Vergleich zu Quecksilber ist.<ref name="Yakushev">Yakushev A.; Lens L.; Düllmann C.E.; Khuyagbaatar J.; Jäger E.; Krier J.; Runke J.; Albers H.M.; Asai M.; Block M.; Despotopulos J.; Di Nitto A.; Eberhardt K.; Forsberg U.; Golubev P.; Götz M.; Götz S.; Haba H.; Harkness-Brennan L.; Herzberg R.-D.; Heßberger F.P.; Hinde D.; Hübner A.; Judson D.; Kindler B.; Komori Y.; Konki J.; Kratz J.V.; Kurz N.; Laatiaoui M.; Lahiri S.; Lommel B.; Maiti M.; Mistry A.K.; Mokry C.; Moody K.J.; Nagame Y.; Omtvedt J.; Papadakis P.; Pershina V.; Rudolph D.; Samiento L.G.; Sato T.K.; Schädel M.; Scharrer P.; Schausten B.; Shaughnessy D.A.; Steiner J.; Thörle-Pospiech P.; Toyoshima A.; Trautmann N.; Tsukada K.; Uusitalo J.; Voss K.-O.; Ward A.; Wegrzecki M.; Wiehl N.; Williams E.; Yakusheva V.: On the adsorption and reactivity of element 114, flerovium in Front. Chem. 2022, 10:976635, Vorlage:DOI, open access.</ref><ref name="Peter">Peter, I.: Superschweres Element 114: Messungen an den Grenzen der Chemie in Laborpraxis, 15. September 2022, Online-Artikel.</ref>
Sicherheitshinweise
Es gibt keine Einstufung nach der CLP-Verordnung oder anderen Regelungen, weil von diesem Element nur wenige Atome gleichzeitig herstellbar sind und damit viel zu wenige für eine chemische oder physikalische Gefährlichkeit.
Literatur
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />