Fludarabin
Fludarabin ist ein Zytostatikum aus der Gruppe der Purinanaloga.
Eigenschaften
Fludarabin oder Fludara (Fludarabin-5-dihydrogenphosphat) ist ein fluoriertes Nukleotid-Analogon von Vidarabin und gehört zur Gruppe der Purin-Analoga. Es enthält – im Gegensatz zu den meisten Nukleotiden – anstelle der β-D-Ribofuranose die β-D-Arabinofuranose. Ferner ist das Adenin in 2-Stellung mit Fluor substituiert.<ref name="Valentino J. Stella">Vorlage:Literatur</ref>
Fludarabin wird nach intravenöser Gabe in den Körperzellen zum aktiven Metaboliten Fludarabin-ATP phoshoryliert. In dieser Form ist es eigentlich wirksam. Es verhindert hierbei die DNA-Synthese durch Hemmung der Ribonukleotidreduktase und DNA-Polymerase. Außerdem wird das Fludarabin-Nukleotid in die DNA eingebaut und führt damit zur Apoptose der Zelle. Fludarabin weist somit zytotoxische Eigenschaften auf.<ref name="Michael Freissmuth, Stefan Offermanns, Stefan Böhm">Vorlage:Literatur</ref>
Verwendung
Fludarabin wird zur Behandlung von niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen, von akuten Leukämien und der Chronisch-lymphatischen-Leukämie (CLL)<ref name="Christian Buske">Vorlage:Literatur</ref> eingesetzt.
Nebenwirkungen
Hauptnebenwirkungen sind eine oftmals ausgeprägte Myelosuppression und Immunsuppression, die zu einer erhöhten Anfälligkeit auf Infekte führt.<ref name="Thomas Kroner, Anita Margulies, Christian Taverna, Cristina Studer">Vorlage:Literatur</ref> Durch eine häufig vorkommende Knochenmarksuppression können Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie auftreten. Es werden häufig CD4+-Helferzellen, CD8+-Suppressorzellen und natürliche Killerzellen (NK-Zellen) sowie die Immunglobuline reduziert.<ref name="Dietmar P. Berger, Rupert Engelhardt, Roland Mertelsmann">Vorlage:Literatur</ref> Außerdem können wie bei anderen Zytostatika Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl und Fieber auftreten.<ref name="Thomas Kroner, Anita Margulies, Christian Taverna, Cristina Studer" />
Weblinks
Einzelnachweise
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