Flughafen Niamey
| Aéroport International Diori Hamani de Niamey Base aérienne 101 Niamey | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kontrollturm des Flughafens (2005) | ||||||
| Kenndaten | ||||||
| ICAO-Code | DRRN | |||||
| IATA-Code | NIM | |||||
| Koordinaten | 13° 28′ 54″ N, 2° 11′ 1″ O
{{#coordinates:13,481547222222|2,1836138888889|primary
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dim=10000 | globe= | name= | region=NE-8 | type=airport
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| Höhe über MSL | 233 m (764 ft) | |||||
| Verkehrsanbindung | ||||||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 9 km südöstlich von Niamey | |||||
| Strasse | Nationalstraße 1 | |||||
| Nahverkehr | Bus | |||||
| Basisdaten | ||||||
| Eröffnung | 1947 | |||||
| Fläche | 900 ha | |||||
| Terminals | 1 | |||||
| Passagiere | 154.460 (2009) | |||||
| Luftfracht | 3327 t (2009) | |||||
| Flug- bewegungen |
5647 (2009) | |||||
| Start- und Landebahnen | ||||||
| 09R/27L | 3000 m × 45 m Asphalt | |||||
| 09L/27R | 1620 m × 40 m Laterit | |||||
Der Flughafen Niamey ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); Vorlage:Flughafen-Codes) ist der internationale Flughafen von Niamey und der größte Flughafen Nigers. Die zivilen Bereiche befinden sich auf der Südseite des Flugfeldes.
Auf der Nordseite befindet sich der militärische Bereich Base aérienne 101 Niamey. Der Militärflugplatz dient auch ausländischen Streitkräften als Basis, er ist insbesondere für die französischen Luftstreitkräfte eine wichtige Einsatz- und Nachschubbasis.
Lage und Verkehrsanbindung
Der Flughafen Niamey befindet sich im Südosten der Stadt im Arrondissement Niamey IV östlich des Stadtviertels Talladjé. Knapp vier Kilometer westlich des Flughafens fließt der Strom Niger. Das Stadtzentrum liegt etwa neun Kilometer entfernt.
Beim Flughafen verläuft die von Dosso kommende Nationalstraße 1 in Richtung der Innenstadt von Niamey.<ref name="Plan">Plan de l’aéroport de Niamey Diori Hamani. Aéroport de Niamey, abgerufen am 1. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Transfer zum Stadtzentrum erfolgt rund um die Uhr mit Taxis und tagsüber mit einer öffentlichen Autobuslinie.<ref name="Taxis">Parkings, taxis et location de véhicule à l'aéroport. Aéroport de Niamey, abgerufen am 1. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In der Nähe des Flughafens befindet sich der Haltepunkt Niamey Aéroport an der Bahnstrecke Niamey–Dosso, die allerdings nicht befahren wird.<ref>Martin Schmidt und Vincent van Zeijst: Die nie genutzte Eisenbahn in Niger. In: Eisenbahn-Revue International 1/2024, S. 44–46 (45).</ref>
Geschichte
Der Flugplatz von Niamey wurde 1947 während der französischen Kolonialzeit errichtet.<ref>Benjamin Michelon, Laurence Wilhelm, Ibrahima Goumey: Diagnostic de l’armature commerciale de la ville de Niamey. Rapport final. (PDF) Groupe Huit, März 2015, S. 12, abgerufen am 20. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bis 1963 war die einzige asphaltierte Straße in Niger jene zwischen dem Flugplatz und dem Präsidentenpalast im Stadtzentrum.<ref>Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 0-7864-0495-7, S. 441.</ref> Im Betriebsjahr 1959 wurden 3263 Flugbewegungen, 33.658 Passagiere und 1980 Tonnen Fracht und Post verzeichnet. Nach der Unabhängigkeit Nigers 1960 brachen diese Zahlen ein: mit im Betriebsjahr 1962 nur noch 485 Flugbewegungen, 12.300 Passagieren und 651 Tonnen Fracht und Post.<ref name="Annuaire">Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. (PDF-Datei; 3,1 MB) Institut Nationale de la Statistique du Niger, 2010, S. 326, abgerufen am 27. Januar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der spätere Premierminister Amadou Cheiffou war von 1970 bis 1975 Kommandant des Flughafens.<ref>Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 119.</ref> In seiner jetzigen Form besteht der Flughafen seit den 1970er Jahren. Am 18. Februar 1972 wurde der neue Terminal des Aéroport International de Niamey eröffnet.<ref>Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. xxxiii.</ref> Die jährlichen Passagierzahlen stiegen nun von 22.151 im Jahr 1972 auf 101.165 im Jahr 1973 an, die Fracht und Post von 1327 auf 6770 Tonnen.<ref name="Annuaire" /> Von 1976 bis 1979 war der spätere Verteidigungs- und Verkehrsminister Ousmane Oubandawaki als Kommandant des Flughafens tätig.<ref>Jean Audibert: Jamais je n’ai cessé d’apprendre l’Afrique. Karthala, Paris 2006, ISBN 2-84586-735-2, S. 109.</ref> Ein vorläufiger Höhepunkt bei den Passagierzahlen wurde im Betriebsjahr 1982 mit 203.463 Personen erreicht. Von 1988 bis 2004 überschritten die jährlichen Passagierzahlen nie mehr die 100.000-Grenze.<ref name="Annuaire" /> In Niger machte sich eine schwere Wirtschaftskrise bemerkbar, die Anfang der 1990er Jahre ihren Höhepunkt erreichte. Die 1966 gegründete nationale Fluggesellschaft Air Niger musste 1993 ihren Betrieb einstellen.<ref>Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 0-7864-0495-7, S. 43.</ref>
Staatspräsident Ibrahim Baré Maïnassara benannte den Aéroport International de Niamey per Dekret vom 22. Dezember 1996 in Aéroport International Diori Hamani um. Hamani Diori war der 1989 verstorbene und von 1960 bis zu seinem Sturz 1974 regierende erste Staatspräsident Nigers.<ref>Chaïbou Maman: Répertoire biographique des personnalités de la classe politique et des leaders d’opinion du Niger de 1945 à nos jours. Volume II. Démocratie 2000, Niamey 2003, S. 138.</ref> Baré Maïnassara selbst wurde am 9. April 1999 bei einem Militärputsch am Flughafen getötet.<ref>Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 0-7864-0495-7, S. xxxix.</ref> Ab Mitte der 2000er Jahre verbesserten sich die Betriebszahlen des Flughafens wieder. Im Betriebsjahr 2009 wurden 5647 Flugbewegungen, 154.460 Passagiere und 3430 Tonnen Fracht und Post registriert.<ref name="Annuaire" /> Linienflüge ab Niamey wurden Anfang 2015 von knapp einem Dutzend Luftgesellschaften angeboten. Die meisten, mit Ausnahme der Verbindungen nach Paris-Charles-de-Gaulle, hatten innerafrikanische Destinationen.<ref>Programmation des vols. Aéroport de Niamey, abgerufen am 1. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zwischen 2016 und 2021 war der militärische Bereich die letzte vorgeschobene Einsatzbasis einer Transall C-160 der deutschen Luftwaffe, die hier eine MedEvac-Maschine vorhielt<ref>Ich hatte eine Trall in Afrika: Bundeswehr beendet MedEvac mit der C-160. Augengeradeaus, 28. April 2021</ref>.
Anlage und Infrastruktur
Das Flughafengelände hat eine Fläche von 900 Hektar.<ref name="Plan" /> Der Flughafen hat zwei Start- und Landebahnen: eine 3000 mal 45 Meter große Piste mit Asphaltbelag und eine 1620 mal 40 Meter große Piste mit Lateritbelag.<ref>DIORI HAMANI -- DRRN. In: World Aero Data. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 1. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Er wird auch militärisch genutzt und ist Sitz der nigrischen Luftstreitkräfte.<ref>Niamey (Niger). In: AviationsMilitaires.net. 2014, abgerufen am 1. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der Flughafen hat nur ein Terminal. Es gibt zwei Parkplätze, einen kostenlosen und einen kostenpflichtigen direkt beim Terminal. Mehrere Autoverleiher haben Agenturen am Flughafen.<ref name="Taxis" /> In der Haupthalle und der Flughalle gibt es mehrere Bars und Restaurants. Am Flughafengelände befinden sich mehrere Boutiquen, Kioske und Duty-free-Shops. Außerdem hat der Flughafen einen VIP-Bereich.<ref>Services disponibles à l'aéroport de Niamey-Yoff. Aéroport de Niamey, abgerufen am 1. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zwischenfälle
- Am 30. April 1947 wurde eine Amiot AAC.1 (Junkers Ju 52) der Air France (Luftfahrzeugkennzeichen F-BBYG) auf dem Flughafen Niamey irreparabel beschädigt. Über Personenschäden oder weitere Einzelheiten ist nichts bekannt.<ref>Flugunfalldaten und -bericht AAC.1/Ju 52 F-BBYG im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
- Am 4. März 1977 stürzte die McDonnell Douglas DC-8-63CF N8635 der Overseas National Airways im Anflug kurz vor der Landebahn ab. Dabei starben zwei der vier Crewmitglieder, die den Frachtflug von Paris nach Niamey durchgeführt hatten (siehe auch Flugunfall einer Douglas DC-8 der Overseas National Airways in Niamey).<ref>ASN Aircraft accident McDonnell Douglas DC-8-63CF N8635 Niamey. In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 31. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Am 25. Oktober 1993 entführten vier Männer einen Airbus A310-222 der Nigeria Airways, der mit 149 Menschen an Bord von Lagos nach Abuja unterwegs war, und zwangen ihn in Niamey zur Zwischenlandung. Sie verlangten den Rücktritt der Regierung Nigerias und Treibstoff für einen Weiterflug nach Frankfurt. Am 28. Oktober stürmten die nigrischen Streitkräfte das Flugzeug, als noch 20 Geiseln an Bord waren, und nahmen die Entführer fest. Bei der Befreiungsaktion starb der Kopilot.<ref>ASN Aircraft accident Airbus A310-222 registration unknown Niamey Airport (NIM). In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 31. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Am 16. April 1997 stürzte die Lockheed C-130H Hercules 5U-MBD der nigrischen Streitkräfte mit zwei brennenden Triebwerken beim Landeanflug in rund zehn Kilometer Entfernung vom Flughafen ab. Alle 14 Personen an Bord starben.<ref>ASN Aircraft accident Lockheed C-130H Hercules 5U-MBD Niamey Airport (NIM). In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 31. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Am 21. September 2000 musste das Präsidentenflugzeug von Togo, die Boeing 707-312B 5V-TAG, am Flughafen Niamey notlanden, nachdem ein Feuer im Cockpit ausgebrochen war. Nach der „Bauchlandung“ brannte das Flugzeug aus. Die acht Passagiere und zwei Crewmitglieder konnten gerettet werden. Der Unfall soll durch einen Kurzschluss verursacht worden sein.<ref>ASN Aircraft accident Boeing 707-312B 5V-TAG Niamey Airport (NIM). In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 31. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Am 26. Dezember 2022 starben drei nigrische Soldaten, als ihr Militärhubschrauber bei der Landung abstürzte.<ref>Reuters: Nigerien military helicopter crashes at Niamey airport, killing three. In: Reuters. 26. Dezember 2022 (reuters.com [abgerufen am 27. Dezember 2022]).</ref>
Weblinks
- Internetpräsenz des Flughafens Niamey (französisch, Englisch)
Einzelnachweise
<references />