Fluridon
Fluridon ist eine organische fluorhaltige Verbindung aus der Klasse der stickstoffhaltigen Heterocyclen, die als Unkrautvernichtungsmittel (Herbizid) eingesetzt wird. Das Herbizid wirkt durch Hemmung der Phytoen-Desaturase in der Carotinoid-Biosynthese.<ref name="roempp">Vorlage:RömppOnline</ref>
Außerdem hemmt Fluridon die Bildung des Phytohormons Abscisinsäure.<ref>M. A. Hossain, S. Munemasa, M. Uraji, Y. Nakamura, I. C. Mori, Y. Murata: Involvement of endogenous abscisic acid in methyl jasmonate-induced stomatal closure in Arabidopsis. In: Plant Physiology. Band 156, Nummer 1, Mai 2011, S. 430–438, doi:10.1104/pp.111.172254. PMID 21402795. Vorlage:PMC.</ref>
Geschichte
Fluridon wurde 1977 von Elanco (heute Dow AgroSciences) eingeführt.<ref name="roempp" />
Verwendung
Fluridon wird als selektives, systemisches Herbizid zur Kontrolle von einjährigen Pflanzen wie Gräsern und auch von Wasserpflanzen (Wasserunkraut) in Teichen und Seen verwendet.<ref name="mackay" />
Zulassung
In den Staaten der EU und in der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.<ref>Vorlage:PSM-Verz</ref>
Toxikologie und medizinische Nebeneffekte
Fluridon wirkt stark giftig auf Säugetiere wie Katzen, Hunde, Hasen und Vögel wie die Wachtel, weniger giftig auf Ratten und den Menschen.<ref name="mackay" />
Forscher haben entdeckt, dass Abscisinsäure auch im Erreger der Toxoplasmose vorkommt. Dieser ist für ungeborene Kinder gefährlich, wenn sich ihre Mütter mit dem Erreger während der Schwangerschaft anstecken. Fluridon kann deshalb ebenfalls die Entwicklung des Toxoplasmoseerregers Toxoplasma gondii behindern. Der Erreger wird zwar nicht abgetötet, geht jedoch in einen inaktiven Dauerzustand über.<ref>Unkrautvernichter lähmt gefährliche Parasiten. auf: welt.de, 9. Januar 2008.</ref>
Einzelnachweise
<references />