Fomivirsen
Fomivirsen ist ein Antisense-Oligonukleotid und ein Arzneistoff, welcher als Virostatikum zur Behandlung der Cytomegalie-Virus-(CMV)-Retinitis bei Patienten mit einem erworbenen Immunschwäche-Syndrom (AIDS) angezeigt ist.
Fomivirsen ist ein 21mer Antisense-DNA-Phosphorthioat-Oligonukleotid (ISIS 2922)<ref>Nukleotidsequenz von ISIS 2922: 5'-GCGTTTGCTCTTCTTCTTGCG-3'</ref> mit einer komplementären Sequenz zur mRNA, der major immediate-early (MIE) transkriptionalen Einheit des humanen Cytomegalievirus (CMV). Durch die Bindung des Oligonukleotids an die komplementäre mRNA wird die Translation dieser viralen mRNA blockiert und damit die Genexpression der Proteine der IE2-Region (IE2), IE86 und IE55, verhindert.<ref>Anderson, K.P. et al. (1996): Inhibition of human cytomegalovirus immediate-early gene expression by an antisense oligonucleotide complementary to immediate-early RNA. In: Antimicrob. Agents. Chemother. Bd. 40, S. 2004–2011. PMID 8878571, Vorlage:PMC.</ref> Die Verabreichung erfolgt intravitreal.
Fomivirsen war das erste Antisense-Oligonukleotid, das für den therapeutischen Gebrauch zur Marktreife gebracht wurde. Es wurde in den USA 1998 von der FDA<ref>NDA 020961, FDA, abgerufen am 13. März 2025.</ref> zugelassen, 1999 folgte die EU-Zulassung.<ref name="ec-115">Vorlage:Internetquelle</ref> (Handelsname Vitravene, Novartis). Nach dem Rückgang von CMV-Infektionen durch verbesserte Therapien von HIV-Infektionen gab Novartis die Zulassung auf.
Einzelnachweise
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