Frank Ruddigkeit
Frank Ruddigkeit (* 19. August 1939 in Grenzberg, Ostpreußen; † 5. Juli 2025 in Leipzig<ref>Ingrid Leps: Arbeiten am Existenziellen – Nachruf auf den Leipziger Künstler Frank Ruddigkeit. In: LVZ.de. 6. Juli 2025, abgerufen am 7. Juli 2025.</ref>) war ein deutscher Maler, Grafiker, Bildhauer und Buchkünstler.
Leben und Wirken
Ruddigkeit wurde als Sohn eines Maurers geboren. 1948 zog seine Familie nach Engelsdorf bei Leipzig. Ruddigkeit studierte von 1957 bis 1962 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Kurt Dietze, Hans Mayer-Foreyt und Heinz Wagner. Nach einem Lehrauftrag am Institut für Kunsterziehung der Universität Leipzig von 1962 bis 1963 und einer anschließenden Aspirantur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig war er ab 1966<ref name="Wagte">Andreas Reimann: Nachruf | Durch alle Lust und Dunkelheit: Zum Tod des Leipziger Künstlers Frank Ruddigkeit. Berliner Zeitung, 11. Juli 2025, S. 11.</ref> freischaffend als Maler, Grafiker, Bildhauer und Medailleur tätig. Von 1974 bis 2004 lehrte er an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, an der er 1981 zum Professor berufen wurde. 1974 bis 1978 war er Vorsitzender des Bezirksverbandes Leipzig des Verbandes Bildender Künstler der DDR.<ref name="Wer">Wer war wer in der DDR?, Herausgeber Bundesstiftung für Aufarbeitung.</ref> Das von mehreren Künstlern geschaffene Bronzerelief Aufbruch vor der Universität Leipzig wurde anlässlich des Neubaus der Universität 1973 aufgestellt.
Sein 1978 geschaffenes Auftragswerk für den öffentlichen Raum zur Geschichte des Leipziger Marktplatzes<ref>Gedenkrelief zur Würdigung historischer Ereignisse auf dem Markt zu Leipzig, auf bildlexikon-leipzig.de, abgerufen am 16. Juli 2025</ref> wird zu den Hauptwerken des Künstlers gezählt. Nach der Wende, 1992 wurde seine Professur nicht verlängert und er sollte sich 1993 für die Professur neu bewerben. Auf eigene Entscheidung tat Ruddigkeit dies nicht, sondern blieb nun als Dozent bis 2004 weiter an dieser Uni tätig.<ref name="Wer" />
Frank Ruddigkeit lebte und arbeitete in Leipzig. Er hatte eine große Anzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. In der DDR war er auf fast allen wichtigen zentralen Ausstellungen vertreten, u. a. von 1972 bis 1988 auf der VII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.
Frank Ruddigkeits Grabstätte befindet sich in der II. Abteilung des Leipziger Südfriedhofes.
Werke (Auswahl)
- 1970: Illustrationen für eine bibliophile Buchreihe Geschichten aus Mexiko<ref name="Wagte" />
- 1978: Karl-Marx-Relief/Aufbruch, zusammen mit Klaus Schwabe und Rolf Kuhrt, aus Anlass des Universitätsneubaus geschaffen,
2008 auf Veranlassung des Schriftstellers Erich Loest umgesetzt zum Universitätscampus an der Jahnallee<ref name="Wagte" /> - 1978: Altes Gemälde, Emaille-Bild; in 10 Einzelteilen zu sehen
- 1978: Frauen-Porträt, farbige Zeichnung
- 1979: Landschaft, Zeichnung
- um 1980: Völkerschlacht 1813, Lithografie
- großformatige Wandbilder zu weltanschaulichen Grundfragen, unter anderem in einer Leipziger Schule und im Gewandhaus Leipzig<ref name="Wagte" /><ref>Im Foyer des Leipziger Gewandhauses, etliche Wandbilder</ref>
- Tafelbilder, starkfarbige Blumenstillleben<ref name="Wagte" />
- reich illustrierte eigene Tagebücher<ref name="Wagte" /><ref>Frank Ruddigkeit. Zeichen & Wörter" im MdbK. leipzig.de, 14. Februar 2020, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>
- 1992: Radierung zu Giacomo Puccini: Der Barbier
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1970: Auszeichnung im Wettbewerb Schönste Bücher der DDR
- 1971: ausgezeichnet auf der Triennale Intergrafik 71 des Verbandes Bildender Künstler der DDR
- 1972: Kunstpreis des FDGB
- 1974: Kunstpreis der Stadt Leipzig
- 1978: Kunstpreis der DDR
- 1983: Grafik-Biennale in Frechen: Medaille und Erft-Preis
- 1986: Johannes-R.-Becher-Medaille
- 1986: Hans-Grundig-Medaille
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Ruddigkeits (unvollständig)
- Altenburg/Thür.: Otto-Dix-Haus
- Berlin: Neue Nationalgalerie<ref>Bildnis eines Ingenieurs (Juri Bogdanow). In: recherche.smb.museum. Abgerufen am 6. Mai 2025.</ref>
- Chemnitz: Kunstsammlung der Wismut GmbH
- Gera: Otto-Dix-Haus
- Leipzig: Kunsthalle der Sparkasse Leipzig<ref>Suchergebnisse - Kunsthalle der Sparkasse Leipzig. Abgerufen am 8. Mai 2025.</ref>
Literatur (chronologisch)
- Hannelore Röhl (Hrsg.): Ansichtssache: Schriftsteller und Künstler im Gespräch. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1988, ISBN 3-354-00342-1, S. 121.
- Peter Guth (Hrsg.): Frank Ruddigkeit. Unterm Strich. Das zeichnerische Werk. Faber und Faber, Leipzig 1999, ISBN 3-932545-42-7.
- Paul Pfisterer, Claire Pfisterer: Signaturenlexikon. de Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-014937-0, S. 935.
- Gernot Gabe: Deutsche Buchkünstler des 20. Jahrhunderts illustrieren deutsche Literatur. Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, Köln 2006, ISBN 3-931596-37-0, S. 210.
- Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Teil I. Band 2. Künstler und ihre Werke. K. G. Saur, München 2008, S. 1291
- Ruddigkeit, Frank. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 794/796
- Anke Scharnhorst: Ruddigkeit, Frank. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
Weblinks
- Literatur von und über Frank Ruddigkeit im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von Frank Ruddigkeit in der Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen
- 39 Werke und Werkteile von Frank Ruddigkeit
- Frank Ruddigkeit auf der Website der Hochschule für Kunst und Design Halle
- Internetseite des BBK Leipzig mit Radierungen und einer Skulptur des Künstlers
- Nachruf: Leipziger Künstler Frank Ruddigkeit gestorben, MDR, 7. Juli 2025.
Einzelnachweise
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ruddigkeit, Frank |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 19. August 1939 |
| GEBURTSORT | Grenzberg, Ostpreußen |
| STERBEDATUM | 5. Juli 2025 |
| STERBEORT | Leipzig |
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