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Franz Bubenzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Franz Bubenzer (* 3. Mai 1872 in Niederhof, Kreis Gummersbach; † 3. August 1934 in Hannover)<ref>Geburtsdatum und -ort lt. Angaben auf der Heiratsurkunde des Standesamtes Berlin-Charlottenburg, Nr. 369/1904</ref><ref>Lebensdaten nach geduckter → Literatur; in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) (→ Weblinks) sind davon abweichende Lebensdaten angegeben, die möglicherweise auf neuere Forschungsergebnisse zurückgehen.</ref> war ein deutscher Architekt, Porträtmaler, Schauspieler und Regisseur, Autor und Theaterleiter<ref name="HBL">Hugo Thielen: Bubenzer (auch: Rolan oder Rolan-Bubenzer), Franz. In: Hannoversches Biographisches Lexikon. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 75f. (online bei Google Bücher)</ref> sowie Fotograf.<ref name="Lindau">Friedrich Lindau: Franz Bubenzer, genannt Rolan. In: Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung. Die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität. Mit einem Vorwort von Paulhans Peters. 2., überarbeitete Auflage. Schlütersche, Hannover 2001, ISBN 3-87706-659-3, S. 321f. (online bei Google Bücher)</ref> Er signierte und trat unter dem Künstlernamen Franz Rolan auf.

Leben

Familie

Nach dem Tod seiner Mutter im Kindbett wuchs Bubenzer bei seinem Onkel in Hannover auf, was ihm erst als jungem Erwachsenen mitgeteilt wurde.<ref>Familienüberlieferung</ref> Er war verheiratet mit der Schauspielerin Pauline Fisher (* 21. Mai 1878 in Kassel; † 26. Juni 1964 in Berenbostel), welche unter dem Künstlernamen Paula Nicolai auftrat. Das Paar hatte zwei Kinder; der Sohn Karl Bubenzer war mit Eva Hermanns, der jüngsten Tochter des Malers Rudolf Hermanns, verheiratet<ref>Hugo Thielen: Kreuzer, Hans. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 213; online über Google-Bücher</ref>, seine Tochter Ilse mit dem Architekten Carl Bauer jr. aus Hannover<ref>Er war nicht der Schwiegervater des Malers Hans Kreuzer, wie im Hannoverschen Biographischen Lexikon, S. 213, behauptet wird</ref>.

Werdegang

Franz Bubenzer studierte von 1891 bis 1895 an der Technischen Hochschule Hannover<ref name="Lindau" /> bei Conrad Wilhelm Hase, Hubert Stier und Karl Börgemann.<ref name="HBL" /> Nebenher war er seit 1894 als Architekt in Bremen tätig und leitete darüber hinaus in Hannover Theateraufführungen mit Studenten des Akademischen Vereins Hannover am Residenztheater und am Opernhaus.<ref name="Lindau" />

Noch während des Studiums wurde Bubenzer 1895 Mitglied der Hannoverschen Bauhütte.<ref name="HBL" /> 1896 wechselte er an die Technische Hochschule München, um dort nebenbei an der Kunstakademie Malerei zu studieren, unter anderem bei Franz Stuck.<ref name="HBL" /><ref name="Lindau" /> 1897 studierte Bubenzer wiederum in Hannover.<ref name="HBL" />

1898 beteiligte sich Bubenzer an einer Expedition zum Nordpolarmeer<ref name="HBL" />, um dort die Bäreninsel zu vermessen.<ref name="Lindau" /> Dabei war ihm jedoch der Abenteurer Theodor Lerner zuvorgekommen, der mittels Vermessung vergeblich versucht hatte, die Insel für das Deutsche Kaiserreich in Besitz zu nehmen.<ref>K. Barthelmess: Bäreninsel 1898 und 1899. Wie Theodor Lerner eine Geheimmission des Deutschen Seefischerei-Vereins zur Schaffung einer deutschen Arktis-Kolonie unwissentlich durchkreuzte. In: Polarforschung, Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung, 78 (2009), 1/2, S. 68 f.</ref>

Von 1901 bis 1910 trat Bubenzer in Berlin als Schauspieler u. a. am Schillertheater (Berlin), mit Raphael Löwenfeld als Direktor<ref>eigener Lebenslauf, s. u.</ref>, auf und verfasste währenddessen 1908 „eine Denkschrift zur Theatersituation in Hannover“.<ref name="HBL" />

Datei:Karl F. Wunder PC 1101 Hannover. Die Schauburg. Erbaut nach den Entwürfen und unter Bauanleitung der Architekten Leyn und Goedecke. Bildseite.jpg
Aufdruck: „Hannover. Die Schauburg. Erbaut nach den Entwürfen und unter der Bauleitung der Architekten Leyn und Goedecke.“ Bubenzer wird nicht erwähnt. (Ansichtskarte Nummer „1011“ von Karl F. Wunder)

Zurück in Hannover, eröffnete Bubenzer 1911 die von ihm selbst und den Architekten Wilhelm Leyn und Rudolf Goedecke erbaute Schauburg (ab 1926: „Städtisches Schauspielhaus“) an der Hildesheimer Straße, die er dann als Direktor und Regisseur leitete.<ref name="HBL" />

Im Ersten Weltkrieg wurde Bubenzer nach eigenen Angaben als ungedienter Landsturmmann eingezogen, machte in Namur sein Offiziersexamen als Beobachter im Fesselballon, hatte 4 Fallschirmabsprünge vor dem Feind und kehrte als Leutnant d. R. mit dem E.K.I. 1918 zurück.<ref>Angaben aus seinem Lebenslauf, vermutlich verfasst anlässlich seiner Bewerbung als Intendant, s. u.</ref>

Wieder in Hannover, arbeitete Bubenzer ab 1920 als Porträtmaler mit eigenem Atelier im Hansahaus am Aegidientorplatz. 1921 bewarb er sich als Intendant der Städtischen Bühnen,<ref name="HBL" /> seinerzeit sowohl für das Opernhaus als auch die Schauspielhäuser. Er unterlag jedoch dem vom Berliner Lessingtheater kommenden gebürtigen Hannoveraner Willy Grunwald<ref>Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover, Band 2: Vom Beginn des 19.Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 468 (online bei Google Bücher)</ref> und schrieb dann, als erklärter Gegner der modernen Theaterentwicklung in Hannover, eine Schmähschrift gegen Willy Grunwald.<ref name="HBL" />

Werke

Bauten

Schriften (unvollständig)

  • Willy Grunwald. Eine Charakterstudie. 1926.

Literatur

  • Bauhütte zum weißen Blatt (Hrsg.): Hütten-Buch 1930. Hannover 1930.
  • Herbert Mundhenke: Die Matrikel der Höheren Gewerbeschule, der Polytechnischen Schule und der Technischen Hochschule zu Hannover (3 Bände). Hildesheim 1988–1992, Matrikel 9239.
  • Carl Bauer: Franz Bubenzer, genannt Rolan. Architekt, Schauspieler, Portraitmaler, Erbauer der Schauburg zu Hannover. Selbstverlag, Hannover 1992.
  • Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850–1900. Schlütersche, Hannover 1998, ISBN 3-87706-538-4, S. 519f.
  • Friedrich Lindau: Franz Bubenzer, genannt Rolan. In: Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung. Die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität. Mit einem Vorwort von Paulhans Peters. 2., überarbeitete Auflage, Schlütersche, Hannover 2001, ISBN 3-87706-659-3, S. 321f. (online bei Google Bücher)
  • Hugo Thielen: Bubenzer (auch: Rolan oder Rolan-Bubenzer), Franz. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 75f. (online bei Google Bücher)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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