Freiburger Kantonalbank
Vorlage:Infobox Kreditinstitut
Die Freiburger Kantonalbank (FKB, französisch Banque Cantonale de Fribourg (BCF)) ist die Bank des Kantons Freiburg in der Schweiz.<ref name="gesetz" /> Sie wurde im Jahr 1892 gegründet und ist als öffentlich-rechtliche Anstalt organisiert. Die Bank ist Mitglied des Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB).
Im Laufe der Zeit entwickelte die FKB die Dienstleistungen einer kundennahen Universalbank. Ihr Angebot umfasst das Privatkundengeschäft, den Handel sowie die Vermögensverwaltung. Die Bank betreut Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen, Grossunternehmen, Behörden und Institutionen.
Geschichte
Gründung und rechtliche Grundlagen
Am 29. Dezember 1892 verabschiedete der Grosse Rat des Kantons Freiburg ein Gesetz zur Gründung der Freiburger Staatsbank (FSB). 1912 verursachten Unregelmässigkeiten und missglückte Geschäfte<ref>Vorlage:Literatur</ref> bei der FSB eine politische Konfrontation zwischen dem dominierenden Lager um Georges Python und der Opposition aus Radikalen und dem Lager um Jean-Marie Musy.
Die FSB wurde 1996 in Freiburger Kantonalbank (FKB) umbenannt. Die Initiatoren – darunter Georges Python, der Gründer der Universität Freiburg – verfolgten das Ziel, im Kanton ein leistungsfähigeres Bankinstitut zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde die 1867 errichtete Tilgungskasse der Staatsschuld in die FSB überführt.<ref name="gesetz" />
Seit ihrer Gründung besitzt die Bank den Status einer juristischen Person des öffentlichen Rechts. Sie ist rechtlich vom Staat getrennt, profitiert jedoch von dessen Garantie für sämtliche Verbindlichkeiten. Das Gesetz von 1892 wurde 1913 vollständig revidiert und in den Jahren 1920, 1936 und 1952 teilweise angepasst. Die geltende gesetzliche Grundlage bildet das Gesetz vom 22. November 1988, das seither mehrfach revidiert wurde.<ref name="gesetz" />
Aufgaben
Zu den ursprünglichen Aufgaben der FSB zählten die Förderung der kantonalen Wirtschaft, die Ausrichtung einer Jahresrente an die Universität Freiburg sowie die Bedienung und Amortisation der Staatsanleihen. Letztere Aufgabe wurde mit dem Gesetz von 1913 aufgehoben.<ref name="gesetz" />
Seither ist die Bank beauftragt, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe zu unterstützen und dem Kanton Einnahmequellen zu erschliessen. Das Gesetz von 1988 bestätigt diese Aufgaben und verpflichtet die Bank, die finanziellen Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken und sichere Anlagemöglichkeiten bereitzustellen.<ref name="gesetz" />
Dotationskapital
Bei ihrer Gründung erhielt die Bank ein Dotationskapital von 15 Millionen Franken sowie den Aktivsaldo der Tilgungskasse. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Dotationskapital schrittweise erhöht und erreichte Anfang der 1980er-Jahre 70 Millionen Franken.<ref name="gesetz" />
Der Grosse Rat
Die Freiburger Kantonalbank untersteht der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Der Staatsrat stellt die administrative Umsetzung sicher, während der Grosse Rat die Jahresrechnung sowie die Berichte des Verwaltungsrates und der Revisionsstelle genehmigt.<ref name="gesetz" />
Organe
Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat ist für die strategische Führung und die Oberaufsicht über die Bank verantwortlich. Seit Inkrafttreten des Gesetzes von 1988 besteht er aus sieben Mitgliedern.<ref name="gesetz" />
Im Laufe ihrer Geschichte wurde der Verwaltungsrat von folgenden Persönlichkeiten präsidiert:
- Alphonse Théraulaz (1893–1911)
- Jean-Marie Musy (1911–1919)
- Léon Daguet (1920–1949)
- Joseph Ackermann (1950–1952)
- Théo Ayer (1952–1972)
- Arnold Waeber (1973–1987)
- Félicien Morel (1988–1991)
- Pierre Rime (1992–1993)
- Claude Schorderet (1994–2005)
- Gilbert Monneron (2006–2011)
- Jean-Louis Romanens (2011–2012, ad interim)
- Albert Michel (2012–2022)
- Alex Geissbühler (seit 2022)
Geschäftsleitung
Die operative Führung der Bank obliegt der Geschäftsleitung. Seit 2021 ist Daniel Wenger Generaldirektor der Freiburger Kantonalbank.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Seit ihrer Gründung wurde die Bank von folgenden Direktoren beziehungsweise Generaldirektoren geleitet:
- François-Xavier Menoud (1892–1900)
- Louis Grivel (1900–1903)
- Jules Sallin (1903–1912)
- Charles Schnyder (1912–1920)
- Benjamin Erne (1920–1933)
- Ernest Macherel (1933–1951)
- André von der Weid (1952–1964)
- Rodolphe Sidler (1964–1974)
- Louis Rigolet (1974–1992)
- Albert Michel (1993–2011)
- Edgar Jeitziner (2012–2021)
- Daniel Wenger (seit 2021)
Organisation
Sitz
Der erste Hauptsitz der Bank befand sich an der Grand-Rue 26 in Freiburg. Nach mehreren Standortwechseln bezog die Bank 1982 ihren heutigen Hauptsitz am Boulevard de Pérolles, der vom Architekten Mario Botta entworfen wurde.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Seit 2024 wird das Gebäude umfassend renoviert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Niederlassungen
Anfänglich verfügte die Bank über fünf Niederlassungen in Bulle, Murten, Romont, Châtel-Saint-Denis und Cousset. Die Niederlassung in Cousset wurde 1917 geschlossen, während die übrigen Standorte weiterhin bestehen. Eine 1900 eröffnete Geschäftsstelle in Paris wurde bereits 1902 wieder geschlossen. In der Folge baute die Bank ihr Niederlassungsnetz im gesamten Kantonsgebiet aus.<ref name="gesetz" />
Tätigkeitsbereiche
Die Freiburger Kantonalbank ist als Universalbank tätig und untersteht den einschlägigen bundesrechtlichen Bestimmungen. Ihre Geschäftstätigkeit umfasst das Privat- und Firmenkundengeschäft, das Hypothekargeschäft, die Vermögensverwaltung sowie den Wertschriftenhandel. Die Bank übt ihre Tätigkeit hauptsächlich im Kanton Freiburg aus.<ref name="gesetz" />
Weblinks
- Website der Freiburger Kantonalbank
- Operative Struktur
- Pressecommuniqué zum Ergebnis 2021
- Kennzahlen
- Vorlage:Pressemappe
Einzelnachweise
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