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Friedrich Reck-Malleczewen

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Typoskript von Reck-Malleczewen (ca. 1937)

Friedrich Percyval Reck-Malleczewen [<templatestyles src="IPA/styles.css" />maləˈtʃeːvn̩], eigentlich Friedrich (Fritz) Reck (* 11. August 1884 auf dem Gut Malleczewen, Kreis Lyck, Ostpreußen; † 16./17. Februar 1945 im KZ Dachau) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller. Er war Christ und stand gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Als Sohn des ostpreußischen Rittergutsbesitzers und konservativen Abgeordneten Hermann Reck und dessen Frau Emma geb. Pietschmann (1854–1923), besuchte Friedrich Reck das Königliche Gymnasium Lyck.<ref>Paul Brock: Überragt vom Turm der Kirche. Lyck, die Hauptstadt Masurens wurde vor 555 Jahren gegründet. In: Ostpreußenblatt vom 30. August 1980, S. 11.</ref> Obwohl er eigentlich Musiker werden wollte, trat er nach dem Abitur 1904 auf Drängen seines Vaters dem Infanterie-Regiment Großherzog von Sachsen (5. Thüringisches) Nr. 94 in Jena bei. Er brach die Offizierslaufbahn ab und studierte Medizin an der Albertus-Universität Königsberg und der Universität Innsbruck. Nach dem Staatsexamen (1910) wurde er 1911 zum Dr. med. promoviert.<ref>Dissertation: Beitrag zur Genese der Zylinder des Koma diabeticum.</ref> Reck war als Assistenzarzt an der Universitätsklinik Königsberg tätig, gab aber diese Stelle bald auf, um für Zeitungen zu schreiben.

Erste Ehe, Journalist in München

Noch während des Studiums heiratete Reck 1908 die Deutsch-Baltin Anna Louise Büttner (1880–1980),<ref>Laut Joachim Neander „starb“ Anna Reck-Malleczewen „mit fast 100 Jahren in Gauting bei München.“ (Joachim Neander: Zwei Entwurzelte: Friedrich Reck-Malleczewen und Herbert Volck. In: Michael Garleff (Hrsg.): Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich, Band 2. Böhlau, Köln 2008, S. 209–226, hier S. 224, Anm. 1; im Personenregister, ebd. S. 444, ist 1980 als Todesjahr angegeben.)</ref> Musikstudentin und Tochter des in Riga ansässigen kaiserlich russischen Staatsrates Alfred Büttner (1836–1910).<ref name="ndb">Carl-Ludwig Reichert: Reck-Malleczewen, Fritz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Der Ehe entstammten die Kinder Barbara Amata (geb. 1908), Ursula Susanne (geb. 1912), Juliane (genannt Ane, geb. 1917) und Thomas Wytold (geb. 1925, im Zweiten Weltkrieg vermisst).<ref>Herrmann A. L. Degener: Wer ist’s? 10. Ausgabe. Berlin: Degener 1935. S. 1269.</ref><ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 253 und 255–256.</ref> Die Scheidung erfolgte 1930, nach Jahren der Trennung.<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 256.</ref><ref name="ndb" /><ref name="Azar132">Gudrun Azar: Buchhandel in der „Drachenburg“: Irma Glaser. In: Ins Licht gerückt. Jüdische Lebenswege im Münchner Westen. Herbert-Utz-Verlag, München 2008. ISBN 978-3-8316-0787-7. S. 131–133, hier S. 132.</ref> Während seine Frau und die beiden Töchter von Königsberg nach Pasing bei München zogen, reiste Reck in der zweiten Hälfte des Jahres 1912, zum Teil als Schiffsarzt, per Dampfschiff durch Süd- und dann auch Nordamerika, worüber er in der Ostpreußischen Zeitung regelmäßig berichtete.<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 255.</ref> Im folgenden Jahr trat er im September eine Stelle als Feuilletonredakteur und Theaterkritiker bei der neu gegründeten Süddeutschen Zeitung<ref>Die Süddeutsche Zeitung. Morgenblatt für nationale Politik und Volkswirtschaft erschien von September 1913 bis Juni 1934 in Stuttgart; vgl. ZDB-ID 138997-x in der Zeitschriftendatenbank. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Süddeutschen Zeitung, die seit Oktober 1945 in Nachfolge der Münchner Neuesten Nachrichten in München erscheint.</ref> in Stuttgart an, was er bis März 1914 blieb, um bald darauf als Intendanzvolontär am Königlichen Hof- und Nationaltheater in München tätig zu werden.<ref>Vgl.: Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 535. Zu Recks Biographie siehe ebd., S. 535–537.</ref> Seitdem lebte er, zunächst noch zusammen mit seiner ersten Frau und den gemeinsamen Kindern, bis 1933 in Pasing, in der Mussinanstraße 10 (heute Nimmerfallstraße 11). Da Reck unter Diabetes mellitus litt, wurde er im Ersten Weltkrieg nicht einberufen.

Bereits 1913 hatte Reck in München die aus dem niederösterreichischen Böheimkirchen stammende jüdische Buchhändlerin Irma Glaser (1886–1933) kennengelernt.<ref>Gudrun Azar: Buchhandel in der „Drachenburg“: Irma Glaser. In: Ins Licht gerückt. Jüdische Lebenswege im Münchner Westen. Herbert-Utz-Verlag, München 2008. ISBN 978-3-8316-0787-7. S. 131–133. S. 131. Glasers Vater Albrecht Glaser und dessen Eltern kamen gebürtig aus St. Johann an der March, das zum damaligen oberungarischen Komitat Pressburg im transleithanischen Teil Österreich-Ungarns gehörte; vgl. ebd.</ref> Ab 1917 arbeitete diese nebenberuflich als Sekretärin für Reck und wurde ihm „bald unentbehrlich durch ihre Kenntnisse, ihre Schreibarbeiten, dann aber auch durch ihr organisatorisches Geschick in Finanzangelegenheiten und schließlich durch ihre intime Vertrautheit mit seinem ‚wahren‘ Leben, seinem Rollenspiel und seinen Absichten“.<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 270–272.</ref> Darüber hinaus diente sie ihm als Vorlage für die Novelle Die Fremde (Berlin 1917). Glaser lebte zunächst abwechselnd in Pasing, Bern und Wien, seit 1920 dann im Haus ihres Lebensgefährten Reck in Pasing,<ref>Gudrun Azar: Buchhandel in der „Drachenburg“: Irma Glaser. In: Ins Licht gerückt. Jüdische Lebenswege im Münchner Westen. Herbert-Utz-Verlag, München 2008. ISBN 978-3-8316-0787-7. S. 131–133. S. 131.</ref> immer „emsig bestrebt, die Schwierigkeiten seines Charakters im Umgang mit anderen Menschen auszugleichen“<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 270.</ref>. Der antisemitische Schriftsteller Bruno Brehm porträtierte das Paar Reck und Glaser sowie auch Recks erste Frau Jahre später in Der Lügner (Wien 1949), „seinem zwielichtigen Schlüsselroman über Reck“.<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 265.</ref> Zu Anfang des Jahres 1930 wurde im Hause Recks, der „ein bekanntes Original der Münchner Bohème“ war,<ref name="ndb" /> der legendäre und bis heute fortbestehende Tukan-Kreis gegründet.<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 258.</ref><ref>Peter Czoik: Friedrich Reck-Malleczewen. In: Literaturportal Bayern - Autorenlexikon.</ref> Nach fast zwanzig gemeinsamen Jahren kam Irma Glaser 1933, im Jahr der „MachtergreifungAdolf Hitlers und der NSDAP, unter ungeklärten Umständen durch Gasvergiftung in Recks Haus ums Leben, dieser selbst ging von Suizid aus.<ref>Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 272.</ref><ref name="Azar132" />

Konversion, zweite Ehe, Judenretter

Im selben Jahr<ref>Sowohl Christine Zeile als auch Carl-Ludwig Reichert datieren die Konversion auf das Jahr 1933, vgl.: Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 256; Carl-Ludwig Reichert: Reck-Malleczewen, Fritz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de). Dagegen nennen Heidrun Ehrke-Rotermund und Erwin Rotermund als Datum der Konversion exakt den 12. März 1934; so: Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 536.</ref> konvertierte Reck vom Protestantismus zum Katholizismus und bezog das von ihm bereits 1925 erworbene Gut Poing bei Truchtlaching im Chiemgau. 1935 heiratete Reck Irmgard von Borcke, die Adoptivtochter eines befreundeten Adeligen;<ref>Joachim Neander: Zwei Entwurzelte: Friedrich Reck-Malleczewen und Herbert Volck. In: Michael Garleff (Hrsg.): Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich, Band 2. Böhlau, Köln 2008, S. 209–226, hier S. 224.</ref> aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor. Vom September 1944 bis zum Kriegsende versteckte das Ehepaar Reck auf seinem Gut Poing die Jüdin Albertine Gimpel (1896–1973) vor dem Zugriff der Gestapo.<ref>The Righteous Among the Nations Database: Reck Friedrich & Irmgard. In: Yad Vashem. The World Holocaust Remembrance Center. Abgerufen am 2. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gimpel war eine Freundin und nach dem Krieg die Ehefrau des mit Reck gut befreundeten Malers Franz Herda (1887–1965), der auch anderen Juden half, sich der Deportation zu entziehen.<ref>Vgl. zu Herda: Peter Widmann: Die Kunst der Frechheit. Ein Maler und das Überleben in München. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer. Beck, München 2003. ISBN 3-406-51029-9. S. 278–286; zur Rettung Gimpels, allerdings ohne Nennung des Ehepaares Reck, S. 280 f. u. 286; Hinweise auf Reck liefert die Biographie Herdas auf der Website seines Urenkels Christoph von Weitzel.</ref>

Recks gesamtes Leben stand unter der Problematik, seinen realen wirtschaftlichen Abstieg zu verarbeiten, der mit dem – durch seine Herkunft bedingten – Bewusstsein, einer gesellschaftlichen und geistigen Elite anzugehören, nicht zu vereinbaren war. In diesem Licht ist auch seine Literaturproduktion, die vor allem auf Verkäuflichkeit zugeschnitten war, zu sehen. 1931 äußerte Reck: „Ich kann nicht mehr […] wie bislang die besten Dinge, die ich zu sagen habe, für mich behalten und Romane für Dienstmädchen und Droschkenkutscher schreiben. Ich kann nicht an meinem Leben, wie Telegraphenstangen an einer Chaussee, Zeitungsromane aufreihen und Werke, die nur ich schreiben kann, als Torsi liegen lassen.“<ref>Zitiert nach: Christine Zeile: Friedrich Reck – Ein biografischer Essay. In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298, hier S. 259.</ref>

KZ-Haft und Tod

Wie andere Vertreter der konservativen Revolution hoffte Reck anfänglich, der Nationalsozialismus könne die gesellschaftliche Nivellierung des Individuums aufhalten. In seinem 1936 begonnenen Tagebuch eines Verzweifelten zeigt sich, dass seine Hoffnung in Hass auf die Nazis umgeschlagen ist. Er bezeichnet diese als „Herde böser Affen“. Den Widerständlern vom 20. Juli 1944 um Claus Schenk Graf von Stauffenberg wirft er vor, Hitler an die Macht gebracht zu haben. Den studentischen Widerständlern der Weißen Rose um die Geschwister Scholl gilt dagegen seine Sympathie.

Der Verlagsdirektor Alfred Salat denunzierte Reck-Malleczewen, der daraufhin 1944 von der Gestapo verhaftet wurde. Kurze Zeit später entließ man ihn jedoch aus der Haft und bescheinigte ihm, dass weder politisch noch strafrechtlich etwas gegen ihn vorliege. Alfred Salat setzte jedoch durch, dass er kurz vor Silvester 1944 wegen „Verunglimpfung der deutschen Währung“ verhaftet, ins Gestapogefängnis München gebracht und dort gefoltert wurde.<ref>Westfälische Nachrichten, 7. Oktober 1948</ref> Angeblich hatte er sich in einem Brief an seinen Berliner Verleger die Bezahlung in Reichsmark verbeten, weil darauf „kein Nickel mehr zu setzen sei“.<ref>vgl. Erinnerungen der Tochter Viktoria M. Reck-Malleczewen an die Verhaftung ihres Vaters: The Last Sunday. In: George B. von der Lippe, Viktoria M. Reck-Malleczewen (Hrsg.): A History of the Münster Anabaptists. Inner Emigration and the Third Reich. A Critical Edition of Friedrich Reck-Malleczewen's Bockelson: A Tale of Mass Insanity. Übersetzt von George B. von der Lippe und Viktoria M. Reck-Malleczewen. Palgrave Macmillan, New York und Basingstoke 2008, Seite ?</ref> Am 9. Januar 1945 wurde Friedrich Reck-Malleczewen ins KZ Dachau gebracht, wo er wenig später starb.

Die genauen Umstände seines Todes sind nicht überliefert. Curt Thesing, der im Auftrag der Witwe Irmgard Reck-Malleczewen die Verwaltung des literarischen Nachlasses übernahm, schrieb jedoch am 3. November 1946 in seinem Vorwort zum Tagebuch eines Verzweifelten, dass Friedrich Reck-Malleczewen „am 24. Februar 1945 starb – soweit seine Freunde dies in Erfahrung bringen konnten – durch Genickschuss“. Andere Quellen nennen den 16. oder 17. Februar als Todestag. Nico Rost beschreibt in seinem Tagebuch Goethe in Dachau seltsamerweise eine Begegnung mit Reck im KZ am 15. April 1945. In ihrem biografischen Nachwort der Tagebuch-Ausgabe von 1994 nennt Christine Zeile als Todesursache eine Fleckfiebererkrankung.

Literarisches Schaffen

In seinen Romanen verarbeitete Friedrich Reck-Malleczewen wiederholt seine Reiseerfahrungen. Daneben schrieb er zahlreiche Jugenderzählungen. Sein Vorbild war Robert Louis Stevenson, seine Arbeiten aber stehen in der Nähe zur Trivialliteratur.

Sein 1930 erschienener Roman Bomben auf Monte Carlo (der im Kern den Fantômas-Roman La Main Coupée plagiiert) wurde zweimal verfilmt.

Als Schriftsteller im nationalsozialistischen Deutschland ist Friedrich Reck-Malleczewen der Inneren Emigration zuzuordnen. In seinem 1937 erschienenen (Wieder-)Täuferroman Bockelson. Geschichte eines Massenwahns<ref>Zur Entstehungsgeschichte vgl.: Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 537 f. Ebd., S. 527–535, auch ein Auszug aus dem Roman.</ref> schildert er den Niedergang der ehemals ständisch-konservativen Stadt Münster im 16. Jahrhundert, die sich unter dem Einfluss des kleinbürgerlichen Demagogen Bockelson zur populistischen Diktatur entwickelt. Ein Vergleich des Täuferreichs von Münster unter ihrem „Führer“ Jan Bockelson mit den gesellschaftlichen Zuständen des Dritten Reichs ist beabsichtigt.<ref>Vgl. Recks Selbstaussagen dazu, gesammelt bei: Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 538–540. Vgl. ferner auch: Frank Westenfelder: Genese, Problematik und Wirkung nationalsozialistischer Literatur am Beispiel des historischen Romans zwischen 1890 und 1945. Peter Lang, Frankfurt am Main 1989, ISBN 978-3-631-40732-5. Zu Reck-Malleczewens Bockelson vor allem S. 283–285. (Online-Version der Arbeit, zum Bockelson vgl. vor allem das Kapitel IV.7.2. Kritische Literatur.)</ref> „Die Nationalsozialisten erkannten die politische Brisanz des Buches zu keiner Zeit [...]“,<ref>Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 545.</ref> es wurde auch „nie verboten“,<ref>Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 540. Auch Joachim Neander schreibt: „[E]s gibt zwar Berichte, es [das Buch Bockelson] sei kurz nach Erscheinen ‚aus den Auslagen der Buchhandlungen entfernt‘ worden, aber ein offizielles Verbot läßt sich nicht belegen.“ (Joachim Neander: Zwei Entwurzelte: Friedrich Reck-Malleczewen und Herbert Volck. In: Michael Garleff (Hrsg.): Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich, Band 2. Böhlau, Köln 2008, S. 209–226, hier S. 209–226 und 215.)</ref> sondern, auch in der nationalsozialistischen Presse, überwiegend wohlwollend rezensiert.<ref>Zusammenfassungen etlicher zeitgenössischer Rezensionen und ausführliche Zitate daraus bieten: Heidrun Ehrke-Rotermund, Erwin Rotermund: Zwischenreiche und Gegenwelten. Texte und Vorstudien zur ,Verdeckten Schreibweise' im „Dritten Reich“. München: Wilhelm Fink 1999. ISBN 3-7705-3387-9. S. 540–546.</ref> Der Roman wurde in der Literaturwissenschaft mehrfach als Beispiel für den historischen Roman bzw. den Umgang mit historischen Themen bei Autoren der Inneren Emigration untersucht.<ref>Günter Scholdt: Wiedertäufer und Drittes Reich. Zu einer Verschlüsselung im literarischen Widerstand. In: Thomas Cramer (Hrsg.): Literatur und Sprache im historischen Prozeß. Vorträge des Deutschen Germanistentages Aachen 1982. Bd. 1: Literatur. Tübingen: Niemeyer 1983. ISBN 3-484-10464-3. S. 350–369.</ref><ref>Beatrix Müller-Kampel: Von der historischen Utopie zur utopischen Historie. Das Täuferreich zu Münster bei Friedrich Reck-Malleczewen und Franz Theodor Csokor. In: Bernhard Spies (Hrsg.): Ideologie und Utopie in der deutschen Literatur der Neuzeit. Würzburg: Königshausen & Neumann 1995. ISBN 3-8260-1039-6. S. 135–154.</ref><ref>Karl-Heinz Schoeps: Conservative opposition: Friedrich Reck-Malleczewen's Antifascist Novel Bockelson. A history of mass hysteria. In: Neil H. Donaghue, Doris Kirchner (Hrsg.): Flight of fantasy. New perspectives on inner emigration in German literature, 1933-1945. New York: Berghahn 2003. ISBN 1-57181-001-3. S. 188–198; auch in: George B. von der Lippe, Viktoria M. Reck-Malleczewen (Hrsg.): A History of the Münster Anabaptists. Inner Emigration and the Third Reich. A Critical Edition of Friedrich Reck-Malleczewen's Bockelson: A Tale of Mass Insanity. Übersetzt von George B. von der Lippe und Viktoria M. Reck-Malleczewen. Palgrave Macmillan, New York und Basingstoke 2008, S. xxi-xxxii.</ref><ref>Erwin Rotermund: Probleme der ‚Verdeckten Schreibweise‘ in der literarischen ‚Inneren Emigration‘ 1933-1945: Fritz Reck-Malleczewen, Stefan Andres und Rudolf Pechel. In: Michael Braun und andere (Hrsg.): Gerettet und zugleich von Scham verschlungen. Neue Annäherungen an die Literatur der „Inneren Emigration“. Peter Lang, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-631-56740-1. S. 17–38.</ref><ref>Wilhelm Haefs: Massenwahn und Barbarei. Geschichtsdeutung und Zeitkritik in Reck-Malleczewens (1884-1945) Bockelson (1937). In: Thomas Pittrof, Walter Schmitz (Hrsg.): Freie Anerkennung übergeschichtlicher Bindungen. Katholische Geschichtswahrnehmung im deutschsprachigen Raum des 20. Jahrhunderts (= Reihe Catholica, Band 2). Rombach, Freiburg 2010, ISBN 978-3-7930-9600-9, S. 325–335.</ref>

Reck-Malleczewens im Mai 1936 begonnenes Tagebuch, das bis zur Verhaftung im Oktober 1944 reicht, erschien als Buch unter dem Titel Tagebuch eines Verzweifelten<ref>Peter Hughes: Dichtung, Wahrheit, Lüge: Fritz Recks Tagebuch eines Verzweifelten. In: Variations. Literaturzeitschrift der Universität Zürich. 5/2000. S. 61–75.</ref> erstmals 1947 in kleiner Auflage. Erst 1966 wurde es, nicht zuletzt dank der Fürspräche Peter Härtlings,<ref>Peter Härtling: Friedrich Percyval Reck-Malleczewen (1884-1945): Tagebuch eines Verzweifelten. In: Peter Härtling: Vergessene Bücher. München: dtv 1986. (= dtv. 10679.) ISBN 3-423-10679-4. S. 110–121. Zuerst 1964 in Die Welt erschienen.</ref> vom Goverts-Verlag erneut herausgebracht<ref>Joachim Fest: Wider einen Widerstand. Joachim Fest über Friedrich Reck-Malleczewen: „Tagebuch eines Verzweifelten“. In: Der Spiegel. Nr. 3. 9. Januar 1967.</ref> und seitdem von anderen Verlagen – unter anderem vom Eichborn Verlag in Hans Magnus Enzensbergers Anderer Bibliothek – insgesamt noch viermal wiederaufgelegt (1971, 1981, 1994 und zuletzt 2015<ref>Klaus Hübner: Entfesselte Dummheit. Über ein erschütterndes Chiemgauer Tagebuch aus dem Nationalsozialismus. In: literaturkritik.de. 11. August 2015.</ref>). Das Tagebuch gilt mit seiner hellsichtigen und brillant geschriebenen Diagnose der Nazibarbarei als wichtiges Zeitdokument und wurde auch international, zum Teil begeistert, rezipiert: Es erschienen Übersetzungen ins Niederländische (1968) und Spanische (2009)<ref>Luis Fernando Moreno Claros: El odio de un aristócrata del espíritu. Diarios. In: Letras Libres. März 2010. S. 56–58, ISSN 1606-5913. Online auch unter dem Titel Diario de un desesperado, de Friedrich Reck.</ref><ref>Contar las atrocidades de Hitler desde el corazón del peligro. Diario de un desesperado, de Friedrich Reck. In: Tiempo Argentino. 24. Juli 2011.</ref>, die Übersetzung ins Französische erlebte zwei Ausgaben (1968<ref>Aislinn Lalanne-Pelerin: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friedrich Percyval Reck-Malleczwen (1884-1945). La haine et la honte. Journal d'un aristocrate allemand 1936-1944. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF-Datei) im Dictionnaire des témoins zum Zweiten Weltkrieg auf der Website der Université Montpellier III (Université Paul-Valéry).</ref> und 2015<ref>Jean Sevilla: La Haine et la Honte: Hitler vu par un aristocrate antinazi. In: Le Figaro. 12. März 2015.</ref>), die ins Englische sogar vier (1970, 1995, 2000<ref>Jason Cowley: Hating the mob. Friedrich Reck-Malleczewen never forgave himself for not murdering Hitler when he had the chance. Jason Cowley reads the fascinating war diaries of an aristocrat and pessimist. In: New Statesman. 6. März 2000.</ref> und 2013<ref>Nicholas Lezard: Diary of a Man in Despair by Friedrich Reck – review. The German writer whose hatred of Hitler and the Nazis knew no bounds describes ‚life in this pit‘. In: The Guardian. 26. März 2013.</ref><ref>Daniel Leeson: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Another Good German. Friedrich Reck’s Diary of a Man in Despair (Memento des Vorlage:IconExternal vom 8. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/jsantisemitism.org (PDF-Datei). In: Journal for the Study of Antisemitism. Vol. 5/1. 2013. S. 345–351.</ref>), und ins Italienische wurde Recks Tagebuch zweimal übersetzt (1970 und 2015).

Im März 2015 beschloss der Münchner Stadtrat, dass die Monacensia, das Literaturarchiv der Stadt München, den literarischen Nachlass Reck-Malleczewens erwerben solle.<ref>Pressemitteilung der Stadt München vom 12. März 2015.</ref><ref>Informationen zum Reck-Malleczewen-Bestand in der Monacensia. (Stand 29. August 2015 noch ohne Berücksichtigung des Nachlasses.)</ref>

Ehrung der Eheleute Reck-Malleczewen als Gerechte unter den Völkern

Am 14. Januar 2014 wurden Friedrich Reck-Malleczewen und seine zweite Frau Irmgard Reck-Malleczewen von der Gedenkstätte Yad Vashem gemeinsam mit Franz Herda, dessen Tochter Vera Manthey (1918–1955) sowie Eduard Winkler für ihre Mitwirkung an der Rettung von Albertine Gimpel, Max Bachmann (1883–1966) und Richard Marx (geb. 1925, nach dem Krieg Ehemann Vera Mantheys) als Gerechte unter den Völkern geehrt.<ref>Friedrich und Irmgard Reck-Malleczewen sowie die zugehörige Rettungsgeschichte in der Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem.</ref>

Spruchkammerverfahren gegen den Denunzianten Alfred Salat

Die Spruchkammer München X verurteilte Alfred Salat am 19. Mai 1948 als Denunziant zu drei Jahren Arbeitserziehungslager.<ref>Die Süddeutscher Zeitung berichtete über das Verfahren am 2. Mai 1948.</ref> Salats Spruchkammerakte befindet sich im Staatsarchiv München, Bestand SpkA, Akte K 1487, Salat, Alfred.<ref>Susanna Schrafstetter: Flucht und Versteck. Untergetauchte Juden in München − Verfolgungserfahrung und Nachkriegsalltag. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1736-9, S. 96, Fußnote 68.</ref>

Werke

Bücher

  • Mit Admiral Spee. Erzählung für die Jugend aus dem Seekrieg 1914/15. Stuttgart: Levy & Müller 1915.
  • Aus Tsingtau entkommen. Erzählung für die Jugend. Illustriert v. Willy Planck. Stuttgart: Levy & Müller 1916.
  • Der Admiral der Roten Flagge. Erzählung für die Jugend. Stuttgart: Levy & Müller 1917 (Wiederauflagen unter dem Titel Der Admiral der schwarzen Flagge. Eine Seeräuber-Geschichte noch bis 1964).
  • Die Fremde. Berlin: Oesterheld 1917.
  • Frau Übersee. Roman. Berlin: Mosse 1918.
Übersetzung:
  • Fru Exotika. Stockholm: Svenska Andelsförlaget 1920. Ins Schwedische übersetzt von Julia Pripp.
  • Joannes. Eine dramatische Passion. München: Wolff 1920.
  • Die Dame aus New York. Roman. Berlin: Mosse 1921.
Übersetzung:
  • La dama de Nueva York. Novela. Buenos Aires: Editora Internacional 1924. Ins Spanische übersetzt von Manuel Aviles.
  • Phrygische Mützen. München: Drei Masken Verlag 1922. (Kurznovellen.)
  • Monteton. Roman. Berlin: Mosse 1924.
  • Die Siedlung Unitrusttown. Roman. Berlin: Ullstein 1925.
  • Von Räubern, Henkern und Soldaten. Als Stabsoffizier in Rußland von 1917-1919. Berlin: A. Scherl 1925.
Übersetzung:
  • Banditi, carnefici, soldati. Russia 1917-1919. Milano: Marangoni 1932. Ins Italienische übersetzt von O. Ferrari und G. Viberal.
  • Zig zag. Gualdane e bivacchi di miliziani. Russia 1917-1919. Padova: Ar 2018. Ins Italienische übersetzt von F. Freda.
  • Sif, das Weib, das den Mord beging. Roman. Vorwort v. Eustache Graf zu Plater-Syberg. München: Drei Masken 1926.
Übersetzungen:
  • Woman in flight. New York: Boni & Liveright 1928. Ins Englische übersetzt von Jenny Covan.
  • Sif. La femme qui a tue. Paris: La nouvelle societe d'edition 1931. Ins Französische übersetzt v. Maurice Remon.
  • Liebesreigen und Fanfaren. Roman. O.O. [Berlin]: Volksverband der Bücherfreunde/Wegweiser-Verlag 1927.
  • Sven entdeckt das Paradies. Roman. Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1928.
Übersetzung:
  • Sven discovers paradise. New York: Liveright 1929. Ins Englische übersetzt von Jenny Covan.
  • Jean Paul Marat. Freund des Volkes. München: Drei Masken 1929.
  • Bomben auf Monte Carlo. Roman. Berlin: A. Scherl 1930.
  • Novellen für Ilka. München: Tukan-Verl. 1930. (= Die Tukanreihe. 4.)
  • Des Tieres Fall. Das Schicksal einer Maschinerie. Roman. Geleitwort v. Edwin Erich Dwinger. München: Georg Müller 1931.
  • Acht Kapitel für die Deutschen. Einleitung v. Erich Müller. Groß-Schönau (Sachsen): Ed. Kaiser 1934.
  • Hundertmark. Die Geschichte einer Tiefstapelei. Berlin: Vorhut Verlag Otto Schlegel 1934.
  • Krach um Payta. Eine Geschichte aus Dschungel und Sumpf. Berlin: Ullstein 1935.
  • Ein Mannsbild namens Prack. Roman. Berlin: Schützen 1935.
  • Sophie Dorothee. Mutter Friedrichs des Großen. Berlin: Schützen 1936.
  • Bockelson. Geschichte eines Massenwahns, Die Geschichte der Wiedertäufer von Münster. Berlin: Schützen 1937.
Weitere Ausgaben:
  • Bockelson. Geschichte eines Massenwahns, Wiesentheid: Droemer 1946. Mit einem Vorwort von Irmgard Reck-Malleczewen.
  • Bockelson. Geschichte eines Massenwahns, Stuttgart: Goverts 1968. Mit einem Vorwort von Joachim Fest.
  • Bockelson. Geschichte eines Massenwahns. Roman, Steigra: Verlag Antaios 2015. ISBN 978-3-944422-05-3. Mit einem Vorwort von Lutz Meyer.
Übersetzungen:
  • Il re degli anabattisti. Storia di una rivoluzione moderna, Milano: Rusconi 1971. Ins Italienische übersetzt von Aldo Audisio, mit einer Einleitung von Quirino Principe. Neuausgabe: Milano: Res Gestae 2012. ISBN 978-88-6697-013-2.
  • El día de la ira. Historia de una demencia colectiva. Buenos Aires: Ed. Tiempo Nuevo 1973. (= Colección Hombre y sociedad.) Ins Spanische übersetzt von Herman Mario Cueva.
  • George B. von der Lippe, Viktoria M. Reck-Malleczewen (Hrsg.): A History of the Münster Anabaptists. Inner Emigration and the Third Reich. A Critical Edition of Friedrich Reck-Malleczewen's Bockelson: A Tale of Mass Insanity. Palgrave Macmillan, New York und Basingstoke 2008, ISBN 978-0-230-61256-3. Ins Englische übersetzt von George B. von der Lippe und Viktoria M. Reck-Malleczewen, mit einem Vorwort von George B. von der Lippe, einer Einleitung von Karl-Heinz Schoeps und Erinnerungen an den Tag der Verhaftung ihres Vaters von Viktoria M. Reck-Malleczewen.
  • Charlotte Corday. Geschichte eines Attentates. Berlin: Schützen 1937.
  • Der König. Eine Erzählung aus den letzten Tagen Friedrichs des Großen. Berlin: Weichert 1937. (= Neue Rekord-Bibliothek. 11.)
  • La Paloma. Roman. Berlin: Schützen 1937.
  • Der große Tag des Leutnants Passavant (= Wahre Soldatenschicksale, Band 2). Nibelungen, Berlin und Leipzig 1940.
  • Der Richter. Roman. Berlin: A. Scherl 1940.
Übersetzung:
  • De rechter. Roman. Utrecht: Bruna 1943. Ins Niederländische übersetzt v. André Johan Weber.
  • Hrsg.: Der grobe Brief. Von Martin Luther bis Ludwig Thoma. Berlin: Schützen 1940.
  • Hrsg.: Der letzte Brief. Leipa: Ed. Kaiser 1941.
  • Spiel im Park. Roman. Berlin: A. Scherl 1943.
  • Hrsg.: Briefe der Liebe aus acht Jahrhunderten. Berlin: Keil Verlag Scherl 1943.
  • Diana Pontecorvo. Berlin: Knaur 1944. (Roman.)
  • Das Ende der Termiten. Ein Versuch über die Biologie des Massenmenschen. Fragment. Herausgegeben von Curt Thesing. Bürger-Verlag, Lorch und Stuttgart 1946.
Weitere Ausgaben:
  • Das Ende der Termiten. Ein Versuch über die Biologie des Massenmenschen, kaplaken, Bd. 48, Steigra: Verlag Antaios 2015. ISBN 978-3-944422-48-0.
  • Tagebuch eines Verzweifelten. Lorch: Bürger-Verlag 1947. Vor- und Nachwort von Curt Thesing.
Weitere Ausgaben:
  • Tagebuch eines Verzweifelten. Stuttgart: Goverts 1966, Neuausgabe. Mit einem Vorwort von Klaus Harpprecht und Anmerkungen von Franziska Violet
  • Tagebuch eines Verzweifelten. Zeugnis einer inneren Emigration. Frankfurt am Main u. Hamburg: Fischer-Bücherei 1971. (= Fischer-Bücherei. 1162.) ISBN 3-436-01333-1. Mit Anmerkungen von Franziska Violet.
  • Tagebuch eines Verzweifelten. Berlin u. Bonn: J. H. W. Dietz Nachf. 1981. ISBN 3-8012-0055-8. Mit einem Vorwort von Bernt Engelmann.
  • Tagebuch eines Verzweifelten. Neuausgabe, herausgegeben und mit einem biographischen Essay von Christine Zeile (= Die Andere Bibliothek, Band 113). Eichborn, Frankfurt am Main 1994.
  • Tagebuch eines Verzweifelten. München: Allitera 2015. ISBN 978-3-86906-707-0. Mit einem Nachwort von Peter Czoik.
Übersetzungen:
  • Dagboek van een wanhopig mens. Getuigenis van een innerlijke emigratie. Baarn: Uitgeverij in den Toren 1968. Ins Niederländische übersetzt von Dolf Koning. 2018 erschien eine Neuausgabe im Verlag Van Maaskant Haun. Die Übersetzung wurde von Meta Gemert und Ida de Leeuw überarbeitet.
  • La haine et la honte. Journal d'un aristocrate allemand 1936-1944. Paris: Éditions du Seuil 1969. Ins Französische übersetzt von Élie Gabey; Neuausgabe: Paris: Ed. Vuibert 2015. ISBN 978-2-311-10085-3. Ins Französische übersetzt von Élie Gabey und Pierre-Emmanuel Dauzat, mit einem Vorwort von Pierre-Emmanuel Dauzat.
  • Diary of a man in despair. Macmillan, London 1970. Ins Englische übersetzt von Paul Rubens; Neuausgabe: London: Audiogrove 1995. ISBN 1-899811-00-1; Neuausgabe mit einem Nachwort von Norman Stone: London: Duck Ed. 2000. ISBN 0-7156-3000-8; Neuausgabe mit einem Nachwort von Richard J. Evans: New York: New York Review Books 2013. ISBN 978-1-59017-586-6.
  • Il tempo dell'odio e della vergogna, 1936-1944. Diario di un aristocratico tedesco antinazista. Milano: Ruscoli 1970. (= La storia di vicino.) Ins Italienische übersetzt von Riccardo Mazzarol und Quirino Principe, mit einer Einleitung von Alfredo Cattabiani. Neuübersetzung: Diario di un disperato. Memorie di un aristocratico antinazista. Roma: Castelvecchi 2015. ISBN 978-88-6826-747-6. Ins Italienische übersetzt von Matteo Chiarini.
  • Diario de un desesperado, Barcelona: Ed. Minúscula 2009. ISBN 978-84-95587-55-8. Hrsg. und mit einem Nachwort von Christine Zeile, ins Spanische übersetzt von Carlos Fortea.

Filme

Literatur

  • Gudrun Azar: Buchhandel in der „Drachenburg“: Irma Glaser. In: Ins Licht gerückt. Jüdische Lebenswege im Münchner Westen. Herbert-Utz-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8316-0787-7, S. 131–133.
  • Hélène Camarade: Écritures de la résistance. Le journal intime sous le Troisième Reich. Vorwort v. Peter Steinbach. Toulouse: Presses universitaires du Mirail 2007. ISBN 978-2-85816-875-0. Darin vor allem die ausführlichen Kapitel zu Reck-Malleczewen und seinem Tagebuch eines Verzweifelten, vgl. das Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei).
  • Heidrun Ehrke-Rotermund: Friedrich Reck-Malleczewen. In: Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes, Bd. 9: Os – Roq. 2., vollständig überarbeitete Aufl. de Gruyter, Berlin 2010, S. 460–461.
  • Nadja Geer: Sophistication. Zwischen Denkstil und Pose. Göttingen: V & R unipress 2012. (= Westwärts. Studien zur Popkultur. 1.) ISBN 978-3-89971-976-5. Vor allem S. 77–96 (Kapitel 3.2 Friedrich Reck-Malleczewen).
  • Peter Härtling: Friedrich Percyval Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. In: (ders.): Vergessene Bücher. Hinweise und Beispiele. Goverts, 1966, S. 133–142.
  • Alphons Kappeler: Ein Fall von „Pseudologia phantastica“ in der deutschen Literatur: Fritz Reck-Malleczewen. Mit Totalbibliographie. Zwei Bände. Göppingen: Kümmerle 1975. (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. 72.) ISBN 3-87452-153-2. (Zugleich: Dissertation. Fribourg/Schweiz 1970.)
  • John Klapper: Nonconformist Writing in Nazi Germany. The Literature of Inner Emigration. Rochester: Camden House 2015. ISBN 978-1-57113-909-2. Darin vor allem das zum Großteil dem Bockelson gewidmete Kapitel: Friedrich Reck-Malleczewen: The Snobbish Dissenter and His Tale of Mass Insanity, ebd. S. 177–209.
  • Joachim Neander: Zwei Entwurzelte: Friedrich Reck-Malleczewen und Herbert Volck. In: Michael Garleff (Hrsg.): Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich, Band 2 (= Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. 1/II). Böhlau, Köln 2008, ISBN 978-3-412-12299-7. S. 209–226, zu Reck-Malleczewen S. 209–216.
  • Carl-Ludwig Reichert: Reck-Malleczewen, Fritz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Nico Rost: Goethe in Dachau. Ein Tagebuch. Hrsg. und mit Materialien und einem Nachwort von Wilfried F. Schoeller. Aus dem Niederländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg. Berlin: Volk und Welt 2002 (EA: Berlin: Volk und Welt, 1948). ISBN 3-353-01169-2. (Niederländische Erstausgabe 1946)
  • Ulrike Siebauer: „Kameradschaft über alles. Selbst über Saufen und Weibergeschichten.“ Leo Perutz und Friedrich Reck-Malleczewen, 1926–1931. In: Georg Braungart und andere (Hrsg.): Bespiegelungskunst. Begegnungen auf den Seitenpfaden der Literaturgeschichte. Attempto, Tübingen 2004, ISBN 3-89308-341-3, S. 231–243.
  • Josef Stahlhofer: Der Schriftsteller Friedrich Reck-Malleczewen. Von Malleczewen in Ostpreußen nach Truchlaching im Chiemgau. In: Das Mühlrad. Beiträge zur Geschichte des Inn- und Isengaues. ISSN 0723-7286. 47 Jg. 2005. S. 101–126.
  • Christine Zeile: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friedrich Reck – Ein biografischer Essay (Memento vom 14. Februar 2007 im Internet Archive). In: Friedrich Reck-Malleczewen: Tagebuch eines Verzweifelten. Herausgegeben von Christine Zeile (= Die Andere Bibliothek, Band 113). Eichborn, Frankfurt am Main 1994, S. 251–298.

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

Weblinks

Wikisource: Friedrich Reck-Malleczewen – Quellen und Volltexte

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