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Fuchs’ Knabenkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Fuchssches Knabenkraut)

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Fuchs’ Knabenkraut
Datei:Dactylorhiza fuchsii Mariazell 01.JPG

Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Knabenkräuter (Dactylorhiza)
Art: Fuchs’ Knabenkraut
Wissenschaftlicher Name
Dactylorhiza fuchsii
Druce ex Soó

Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) auch Fuchs’ Fingerknabenkraut oder seltener Fuchs-Fingerwurz genannt, gehört zur Gattung Fingerwurzen (Dactylorhiza) innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die Art ist nach dem Tübinger Medizinprofessor Leonhart Fuchs (1501–1566), Verfasser zahlreicher medizinischer Werke und Autor der berühmten Kräuterbücher, benannt.

Beschreibung

Habitus und Blätter

Fuchs’ Knabenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 90 Zentimetern erreicht. Der markige Stängel ist nicht hohl. Die Laubblätter werden 5 bis 10 (bis 12) cm lang, die Spitze des obersten Laubblattes ist bei dieser Art weit vom Blütenstand entfernt. Die Laubblätter sind oberseits dunkelgrün, unterseits heller und besitzen meist querovale Flecke. Die unteren Blätter sind rosettig gehäuft, das unterste Laubblatt ist auffallend kurz und stumpf.

Blütenstand und Blüten

Datei:Dactylorhiza fuchsii-03-Kaernten-2008-Thomas Huntke.jpg
Blütendetail

Der dichte und reichblütige Blütenstand ist anfangs kegel-, dann walzenförmig. Die Blüten sind dunkelviolett, seltener weiß und mehr oder weniger mit Punkten und Strichen, meistens auch mit einem symmetrischen Schleifenmuster auf der Lippe gezeichnet. Die Deckblätter sind meist kürzer als die Blüte. Die Lippe ist kleiner als beim Gefleckten Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) und tiefer dreiteilig eingeschnitten. Die Mittellappen sind vorgezogen und mehr als halb so groß wie ein Seitenlappen. Die Blütezeit ist von Juni bis Juli.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20, 40, 60 oder 80.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen und Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis zur Mongolei.<ref name="WCSP" /> Als Standort werden Nadelmischwälder, frische Wiesen, Flach- und Quellmoore von der collinen bis subalpinen Höhenstufe bevorzugt. In Europa kommt die Art in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Dänemark, Moldau, Albanien, Bulgarien, Griechenland und in der Türkei.<ref name="Euro+Med" /> Diese Art ist in Österreich mäßig häufig, über die genaue Verbreitung gibt es noch keine genauen Angaben. Nach Oberdorfer gedeiht die Art in Mitteleuropa auf wechselfeuchten bis nassen, vorzugsweise basenreichen, auch kalkhaltigen, humosen tonigen Böden in Gesellschaften der Klasse Scheuchzerio-Caricetea oder der Verbände Erico-Pinion, Mesobromion oder des Unterverbands Galio-Abietenion.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie am Linkerskopf in Bayern bis zu 2100 Metern Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Dactylorgiza fuchsii wurde 1915 als Orchis fuchsii von George Claridge Druce in (Report,) Botanical Society and Exchange Club of the British Isles Band 4, Teil 1, Seite 105 erstbeschrieben. Die Art wurde 1962 durch Károly Rezső Soó von Bere in Nomina Nova Generis Dactylorhiza Seite 8 als Dactyorhiza fuchsii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Druce) Soó in die Gattung Dactyorhiza gestellt.

Unter Taxonomen herrscht Uneinigkeit, ob Fuchs’ Knabenkraut tatsächlich – wie hier beschrieben – eine eigene Art oder nur eine Unterart oder gar nur Varietät der sehr variablen Flecken-Fingerwurz ist.<ref>Manfred A. Fischer, Josef Fally: Pflanzenführer Burgenland, Deutschkreutz 2006, S. 254, ISBN 3-901573-09-7</ref> Einige Florenwerke führen die Sippe demgemäß als Teil von Dactylorhiza maculata s. lat. an.<ref>z. B.: Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 1055.</ref>

Rafael Govaerts führt folgende Unterarten an<ref name="WCSP" />:

  • Dactylorhiza fuchsii subsp. carpatica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Batoušek & Kreutz) Kreutz: Sie kommt in den Karpaten vor.<ref name="WCSP" />
  • Dactylorhiza fuchsii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Druce) Soó subsp. fuchsii: Sie kommt von Europa bis zur Mongolei vor.<ref name="WCSP" />
  • Dactylorhiza fuchsii subsp. hebridensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wilmott) Soó: Sie kommt in Großbritannien und im westlichen Irland vor.<ref name="WCSP" />
  • Dactylorhiza fuchsii subsp. okellyi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Druce) Soó: Sie kommt im westlichen Großbritannien und im westlichen Irland vor.<ref name="WCSP" />
  • Dactylorhiza fuchsii subsp. psychrophila <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Holub (Syn.: Dactylorhiza maculata var. psychrophila <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Vöth, Dactylorhiza psychrophila <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) Aver.): Sie kommt von Europa bis Sibirien vor.<ref name="WCSP" /> Die Chromosomenzahl ist 2n = 80.<ref name="Oberdorfer2001" />
  • Dactylorhiza fuchsii subsp. sooana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Borsos) Borsos: Sie kommt in den Karpaten vor.<ref name="WCSP" />

Bilder

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 376.</ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Dactylorhiza fuchsii In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="InfoFlora">Dactylorhiza maculata subsp. fuchsii (Druce) Hyl. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Fuchs’ Knabenkraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien