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Göde Holding

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Göde Holding GmbH & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Göde Gruppe Logo.png
Rechtsform Kommanditgesellschaft
(GmbH & Co. KG)
Gründung 20. Dezember 2010
Sitz Waldaschaff
Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Deutschland
Leitung Michael Göde
(Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl 375 (Durchschnitt)
Umsatz 111,7 Mio. Euro
Branche Versand-/Onlinehandel
Energie
Dienstleistungen
Forschung
Website www.goede.com
Stand: 31. Dezember 2017

Die Göde Holding ist eine deutsche Unternehmensgruppe mit Sitz in Waldaschaff.<ref name=":1">Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 10. Juli 2019.</ref> Ihre Geschichte geht auf das 1978 gegründete Versandhandelsunternehmen von Michael Göde zurück. Heute ist die Göde-Gruppe auch in den Bereichen Energie, Dienstleistungen und der Forschung aktiv.<ref name=":0">Geschichte. Göde-Gruppe, abgerufen am 10. Juli 2019.</ref> Sie zählte laut einem Artikel im Südkurier aus dem Jahr 2006 international zu den größten Anbietern von Gedenkmünzen und Medaillen.<ref>M. Rosenfelder: In Arbeit umgemünzt / Münzkontor investiert. In: Südkurier. 4. April 2006.</ref> Es gab wiederholt Kritik an diesem Geschäft.<ref name=":4" />

Geschichte

Datei:Göde Genscher Medaillenmuseum.jpg
Michael Göde (2. v. r.) und Hans-Dietrich Genscher (l.) bei der Eröffnung des Medaillenmuseums

Gründung als Spezialversand

1978 wurde in Würzburg der Astrophilatelistische Spezialversand Michael Göde gegründet.<ref name=":0" /> Anfang der 1980er Jahre erfolgte der Umzug nach Aschaffenburg und die Umfirmierung zum Verlag Michael Göde mit Eintrag im Handelsregister.<ref>Gemeinsames Registerportal der Länder. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Juli 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.handelsregistter.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Dieser spezialisierte sich zunächst auf den Vertrieb von Telefonkarten und Münzen und erweiterte später schrittweise sein Sortiment.<ref>J. P. Kruse, Uli Martin: Heißer Draht ins Portemonnaie. In: Focus Magazin. 23. August 1993, S. 112.</ref> Man zielte mit verschiedensten Produkten vor allem auf Sammler.<ref>Auf echte Werte setzen. In: Focus Magazin. 30. August 1993, S. 146.</ref> 1985 wurde das Bayerische Münzkontor ins Leben gerufen, das im Vorfeld der Einführung des Euro größere Bekanntheit erreichte.<ref name=":3">Zehn Mark für eine Mark. In: WirtschaftsWoche. 6. November 1997, S. 252.</ref> Die Akquise neuer Kunden über Postwurfsendungen rief Kritik hervor.<ref name=":4">Peter Jobst, Margaretha Hamm: Nur den Silberwert. In: WirtschaftsWoche. 7. Oktober 1994, S. 163.</ref><ref>Frank Wiebe: Unter dem Adler. In: Handelsblatt. 16. Dezember 1997, S. 45.</ref>

Wachstum und Internationalisierung

Ungeachtet dessen verzeichnete das Unternehmen ein stetiges Wachstum, sodass es Anfang der 2000er Jahre bereits zu den größten deutschen Versandhändlern zählte.<ref>Peter Michael Wolf: Unternehmen setzt auf Zuwächse durch zunehmende Europäisierung – Multi-Channel-Strategie liegt im Trend. In: Die Welt. 21. November 2001, S. 38.</ref> Um das Angebot für neue Zielgruppen zu öffnen, erwarb Göde unter anderem Lizenzen von Lucasfilm und Walt Disney sowie diversen Bundesliga-Vereinen.<ref name=":2">Das Geschäft mit dem Sammeln. In: Kurier. 4. September 2006, S. 20.</ref> Am Betriebssitz in Waldaschaff richtete man ein Medaillenmuseum ein, das wechselnde Sammlungen aufnimmt.<ref>Norbert Bartnik: Das Ende der D-Mark: Vom Symbol des Wirtschaftswunders zur lästigen „Schlafmünze“. In: Darmstädter Echo. 9. Juni 2011.</ref> Zur Institutionalisierung des gesellschaftlichen Engagements wurde die gemeinnützige Göde-Stiftung ins Leben gerufen.<ref name=":0" /> Im Laufe der Jahre entstanden zudem Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten und mehreren europäischen Ländern, darunter in Großbritannien und der Schweiz.<ref name=":2" /> Diese firmieren heute als Windsor Mint respektive Helvetisches Münzkontor.<ref name=":0" />

Diversifizierung der Unternehmensgruppe

In den 2000er Jahren beschäftigte sich Göde verstärkt mit technologischen Innovationen, die über das angestammte Geschäftsfeld hinausgehen.<ref name=":0" /> Ein Beispiel hierfür ist die Gründung des TEC (Technisches Institut für Innovationen).<ref>Holger Welsch: Zwei Tüftelexperten und der Zahnspangen-Draht. In: Main-Post. 16. Dezember 2017, S. 27.</ref> Nach Anfängen im Bereich Photovoltaik brachte man zudem 2007 das Unternehmen Antaris Solar an den Start.<ref name=":1" /> Neben der Herstellung von Solarmodulen begann es mit dem Bau und Betrieb von Solaranlagen in mehreren europäischen Ländern,<ref>Heinz Wraneschitz: Module „made in Bayern“. In: Nürnberger Nachrichten. 14. August 2010, S. 23.</ref> etwa in Italien und Tschechien.<ref>Sigmundt von Heydekampf: Ein Manager für jeden Markt. In: Financial Times Deutschland. 30. März 2012, S. 3.</ref><ref>Simone Brunner: Solarabgabe landet vor Schiedsgericht. In: WirtschaftsBlatt. 14. Mai 2013, S. 11.</ref> 2011 wurde die Göde Holding als neue Dachgesellschaft der Unternehmensgruppe etabliert, um die Vielfalt der Geschäftsfelder auch im Außenauftritt abzubilden.<ref name=":0" />

Struktur

Datei:Göde Holding Waldaschaff.jpg
Hauptsitz in Waldaschaff

Als Dachgesellschaft der Göde-Gruppe fungiert eine Holding in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft nach deutschem Recht. Diese wurde im Dezember 2010 ins Handelsregister des Amtsgerichts Aschaffenburg eingetragen. Ihr Gegenstand erstreckt sich auf die Verwaltung eigenen Vermögens sowie die Leitung einer Gruppe von Unternehmen, die in der Herstellung und dem Handel von innovativen technischen Produkten im Bereich regenerativer Energie sowie Briefmarken, Münzen, Medaillen und Sammlerstücken aller Art tätig sind.<ref name=":1" />

Die Geschäftsführung der Holding nimmt eine Verwaltungsgesellschaft in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wahr. Michael Göde ist einziger Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft (Komplementärin) und zugleich einziger Kommanditist der Dachgesellschaft. Er übt die uneingeschränkte strukturelle und operative Kontrolle über die Unternehmensgruppe aus. In Fragen der strategischen Ausrichtung wird Göde durch einen Beirat unterstützt, dem derzeit drei Personen angehören.<ref name=":1" />

Die Göde-Gruppe stellt ihre Abschlüsse nach den Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches auf. Neben den Jahresabschlüssen der Verwaltungs- und Dachgesellschaften wird ein Konzernabschluss für die gesamte Unternehmensgruppe vorgelegt. Im Geschäftsjahr 2017 umfasste der Konsolidierungskreis 26 in- und ausländische Gesellschaften. Diese werden jeweils dem „Versandhandelskonzern“ oder „Solarkonzern“ als Teilkonzern zugeordnet.<ref name=":1" />

Bereiche

Versand-/Onlinehandel

Die Göde-Gruppe bedient nach eigenen Angaben rund 12 Millionen Kunden weltweit. Ihre Marken sind unter anderem Bayerisches Münzkontor, Helvetisches Münzkontor und Goldkontor sowie Le Comptoir Numismatique, Windsor Mint und American Mint. Unter dem Namen PakSafe wird ein zum Patent angemeldeter Paketbriefkasten für die Haus- und Wohnungstür offeriert.<ref>Versand-/Onlinehandel. Göde-Gruppe, abgerufen am 10. Juli 2019.</ref>

Energie

Mit diesem Unternehmenszweig bedient die Göde-Gruppe den internationalen Energiemarkt im Bereich Photovoltaik. Ihre Kernmarke ist Antaris Solar.<ref>Energie. Göde-Gruppe, abgerufen am 10. Juli 2019.</ref>

Dienstleistungen

Zentrale Dienstleistungsaktivitäten der Göde-Gruppe (Informationstechnologie, Marketing, Logistik etc.) sind in der Tochtergesellschaft Taurus zusammengefasst.<ref>Dienstleistungen. Göde Gruppe, abgerufen am 10. Juli 2019.</ref>

Forschung

Mit dem Institut für technische Innovationen, dem Institut für Gravitationsforschung und der Göde-Stiftung ist die Unternehmensgruppe sowohl in der Grundlagen- als auch in der Anwendungsforschung tätig. Zu den wichtigsten Arbeitsbereichen zählen insbesondere die LED-Technologie für Leuchtmittel und der 3D-Druck.<ref>Forschung. Göde-Gruppe, abgerufen am 10. Juli 2019.</ref>

Kritik

Verbraucherschützer und die Arbeiterkammer warfen dem österreichischen Unternehmenszweig 1996 unlautereren Wettbewerb sowie aggressive und irreführende Werbung vor. Um die Jahrtausendwende kritisierten Sachverständige außerdem, der Versandhändler würde Medaillen zu überhöhten Preisen vertreiben.<ref>Michael J. Mayr: Göde-Versand setzt mit Sammlerware 120 Mill. um. 25. September 1996, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2013; abgerufen am 29. August 2012.</ref> Münzen erweckten durch optische Merkmale einen offiziellen Eindruck, ohne tatsächlich einen amtlichen Kurswert zu haben. In der Folge kam es zu einem Werbeverbot und einer Verkaufsauflage für eine Gedenkmünze, die weit über Wert angeboten wurde.<ref name="beobachter.ch">Christian Kaiser, Giuseppe Botti: Fauler Trick mit Fantasiemedaillen. 27. April 2001, abgerufen am 19. November 2011.</ref><ref>LG Aschaffenburg, Beschluss vom 8. Januar 1998, Az. 1 HKO 198/97, Kurzinformation.</ref> 2007 warnte der Konsumentenschutz in Österreich vor Umfragen, die durch das Österreichische Münzkontor verschickt wurden.<ref>AKNÖ kritisiert Werbemethoden der Firma Österreichisches Münzkontor. 24. Mai 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. September 2011; abgerufen am 19. November 2011.</ref>

Auch in der Schweiz, wo das Unternehmen unter dem Namen Helvetisches Münzkontor auftritt, erhielten Verbraucher Fragebögen und im Kleingedruckten ist ein Bestelltalon versteckt.<ref>Münzkontor: Sammler wider Willen. Abgerufen am 4. Februar 2019.</ref> Die Schweizer Zeitschrift K-Tipp listet das Unternehmen in einer Hitliste der schwärzesten Schafe 2007.<ref>Konsumenteninfo AG Zurich: Die schwärzesten Schafe 2007. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Februar 2019; abgerufen am 4. Februar 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kgeld.ch</ref>

Das Tochterunternehmen in den USA heißt American Mint LLC, auch dort gibt es Beschwerden über unlautere Geschäftspraktiken. So enthielt die Datenbank Consumer Affairs im Januar 2019 138 Beschwerden.<ref>ConsumerAffairs.com Search Page. Abgerufen am 23. Januar 2019.</ref> Rechnungen über nicht bestellte Waren und unaufgeforderte regelmäßige Zusendung von Münzen sind auch hier das Problem. Die Plattform Better Business Büro weist im selben Jahr sogar 318 Beschwerden auf,<ref>American Mint, LLC | Complaints | Better Business Bureau® Profile. Abgerufen am 23. Januar 2019.</ref> hier wird vereinzelt sogar über die Zusendung nie bestellter Waren berichtet.

Weblinks

Einzelnachweise

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