Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Borna – WikipediaZum Inhalt springen
Südöstlich von Borna befindet sich das Kohrener Land. Die Stadt liegt inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland, so ist Leipzig 33 km, Gera 50 km, Chemnitz 58 km, Halle 67 km, und Dresden 113 km entfernt. Benachbarte größere Städte sind Altenburg in 17 km, Grimma in 24 km und Zeitz in 35 km Entfernung.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Borna an:
Die Stadt Borna gliedert sich neben dem Stadtgebiet mit den vor 1990 eingemeindeten Ortsteilen in die Ortschaft Eula im Norden und Wyhratal im Süden. Beide Ortschaften besitzen einen eigenen Ortschaftsrat.
Auf dem heutigen Stadtgebiet Bornas gab es zuerst die zwei Siedlungen Altstadt Borna und Wenigenborn(a) mit einem bis 1307 existierenden Augustiner-Chorherrenstift. Vor der Stadtgründung gab es auf dem Gebiet der Stadt ab dem 9. Jahrhundert die Wasserburg Borna. In deren Schutze entwickelte sich im 11. Jahrhundert eine frühstädtische Anlage um den heutigen Königsplatz als Markt. Die ersten Erwähnungen der planmäßig angelegten Marktniederlassung Borna westlich des Dorfs Altstadt Borna erfolgten 1200 in einer Urkunde des Markgrafen Dietrich und 1228 in einer Urkunde seines Sohnes Heinrichs des Erlauchten. Eine erste urkundliche Erwähnung von Borna als Stadt gab es im Jahr 1251.
In den Kriegen des Mittelalters wurde Borna jedes Mal schwer zerstört und brannte fünfmal nieder. Durch den Ort führten wichtige Heeres- und Salzstraßen (B 93 und ehemalige B 95). Im 12. Jahrhundert gab es bei der Altstadt eine Kaufmannssiedlung, zu der auch die Kunigundenkirche gehörte. Diese Kirche zählt zu den am besten erhaltenen romanischenBacksteinbauten des 12. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Im 14. Jahrhundert wurden das Rathaus, die Stadtkirche St. Marien und die Stadtmauer mit ihren vier Toren errichtet. Von den Toren (Reichstor, Pegauer Tor, Roßmarktsches Tor, Altenburger Tor) blieb allein das Reichstor erhalten, in dem sich das städtische Museum befindet. Wirtschaftlich dominierte immer die Landwirtschaft, besonders der Anbau von Zwiebeln, was der Stadt den Spitznamen „Zwibbel-Borne“ einbrachte.
Die Schriftsässigkeit erhielt die Stadt Borna mit einem Lehnsbrief von 1494 verliehen. Bereits 1464 erhielt die Stadt Borna die niedere und 1482 die hohe Gerichtsbarkeit auf Widerruf. Die Grundherrschaft lag beim Rat der Stadt Borna. Nach der Einführung der Städteordnung im Jahr 1832 gehörten zum Stadtbezirk Borna die Stadt mit ihren Vorstädten, das Rittergut Bockwitz und das Vorwerk Haulwitz. Die Gerichtsbarkeit der Stadt ging 1854 an das Königlich-sächsische Amtsgericht Borna über.<ref>Das Stadtgericht Borna im Staatsarchiv Sachsen</ref> Berühmte Gäste der Stadt waren 1522 Martin Luther sowie 1813 Zar Alexander I. und Napoleon Bonaparte.
1849 wurde in Borna das 3. schwere Reiter-Regiment der sächsischen Armee stationiert, das 1876 in „Carabinier-Regiment“ umbenannt wurde. Wegen seiner blauen Uniform wurde der Verband auch „Blaue Reiter“ genannt. Zwischen 1893 und 1901 wurde die Kaserne in der heutigen Stauffenbergstraße erbaut, die 1914 den Namen König-Albert-Kaserne erhielt.<ref>Wilhelm Jahn: Das kgl. sächs. Karabinier-Regiment (Fortsetzung der Regimentsgeschichte von 1899; Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, sächs. Anteil, Heft 15). Baensch, Dresden 1924, S. 30.</ref> 1919 wurde das Regiment aufgelöst.<ref>Die blauen Reiter. In: museum borna. Abgerufen am 15. April 2023.</ref> Neben dem Rathaus existiert noch die Alte Wache, die den Soldaten als Wachlokal diente. Nach der Stadt ist ein Pferdevirus benannt, das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) (Virus der Borna-Krankheit), weil die von ihm hervorgerufene Krankheit erstmals 1885 bei Kavalleriepferden der Stadt beschrieben wurde. 1908 fand man in der Nähe der Stadt ein sehr gut erhaltenes Mammutskelett, das daraufhin Bornaer Mammut genannt und im Museum für Völkerkunde zu Leipzig ausgestellt wurde, bis es im Dezember 1943 infolge eines Bombenangriffs fast vollständig verbrannte.
Mit dem Beginn des Braunkohlenabbaus um 1800 begann die Industrialisierung der Stadt. Dabei dominierte bis in die jüngste Vergangenheit die Braunkohleindustrie. Im 19. Jahrhundert entstanden aber auch andere Industriezweige wie der Musikinstrumentenbau mit der Pianofortefabrik Heyl, der Harmoniumfabrik Lindholm und der Werkstatt des Orgelbauers Urban Kreutzbach. Am 14. Januar 1867 wurde Borna auf Drängen des Bürgermeisters Karl Heinrich durch den Bau der Strecke Borna–Neukieritzsch an das deutsche Eisenbahnnetz und somit in Neukieritzsch an die Bahnstrecke Leipzig–Hof(Sächsisch-Bayerische Eisenbahn) nach Leipzig angeschlossen. Dieser Bahnanschluss war durch private Gelder und die Stadtkasse finanziert worden und war somit die einzige städtische Bahn im Königreich Sachsen. Am 8. April 1872 wurde die Strecke über Geithain nach Chemnitz verlängert (Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz). Dadurch breitete sich die Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst nach Westen gen Bahnhof aus. Später entstanden Siedlungen im Südwesten. Um die Stadt herum entstanden die Tagebaue Witznitz I und II, Borna-West und Borna-Ost/Bockwitz. Dadurch wurden die heutigen Ortsteile Alt-Witznitz (Großteil), Görnitz mit Hartmannsdorf, Blumroda, Gut Bockwitz und Borna-Ost (Abtei) devastiert. Im Gegenzug entstanden ab 1950 die Stadtteile „Neu-Witznitz“ hinter dem Breiten Teich, „Borna-Nord“ (ab 1950) und die Neubaugebiete „Am Hochhaus“, „Borna-Ost“, „Borna-Südwest“ und „Paul-Paschke-Straße“ (heute: „An der Wyhra“). Als letzte Siedlung entstand ab 1984 das Neubaugebiet Gnandorf. Nach 1990 fanden vor allem Sanierungen in der Innenstadt statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Stadtgeschichte von Borna auf städtegutschein.de, abgerufen am 16. November 2015 (Memento vom 23. August 2018 im Internet Archive)</ref>
Die Stadt Borna bestand ursprünglich aus drei Siedlungskernen. Das war neben der 1228 erstmals erwähnten planmäßig angelegten Marktniederlassung Borna (seit 1264 als Stadt bezeugt) die östlich des Mühlgrabens gelegenen Orte Altstadt Borna mit der Burg Borna und Wenigenborn(a). Wenigenborn, in der Frühzeit als Wendisch-Born bezeichnet, ist die älteste der drei Siedlungen. In dem Ort existierte zwischen 936 und 1307 ein Augustiner-Chorherrenstift. Altstadt Borna besaß bis 1539 eine eigene Kirche mit dem Namen Johanniskirche. Im Zuge der Reformation wurde die baufällige Kirche abgetragen und die Orte Altstadt Borna und Wenigenborna nach Borna gepfarrt.<ref>Geschichte der Johanniskirche von Altstadt Borna</ref> 1530 wurde das im 12. Jahrhundert zum Schloss ausgebaute Schloss Borna abgerissen.
Seit dem 16. Jahrhundert bildeten die durch den Saubach getrennten Orte Altstadt Borna und Wenigenborna eine rechtliche Einheit, die dem Amt Borna unterstand. Im Ort befand sich die Amtsfrohnfeste (Amtsgefängnis) des Amts Borna.<ref>Geschichte der Amtsfrohnfeste in Altstadt Borna</ref> Obwohl Altstadt Borna keine Vorstadtqualitäten besaß, wurde der Ort um 1724 und 1834 als Vorstadt von Borna bezeichnet.<ref>Altstadt Borna im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen</ref>
1934 wurde Altstadt Borna mit Wenigenborna und dem Ortsteil Abtei in das westlich gelegene Borna eingemeindet. Der Ortsteil Abtei wurde zwischen 1964 und 1966 aufgrund des sich nahenden Tagebaus Borna-Ost ausgesiedelt und zwischen 1966 und 1968 abgebaggert.<ref name="Tagebau">Beschreibung des Tagebaus Borna-Ost (PDF; 8,0 MB).</ref>
In Bockwitz nordwestlich von Borna war seit 1292 ein Herrensitz verzeichnet, der ab 1420 als Rittersitz genannt wurde. Bockwitz war bis 1539 nach Altstadt Borna gepfarrt. In der Folgezeit lagen das Dorf und der Rittersitz wüst. Erst 1791 wurde wieder ein Rittergut benannt, das zum Amt Borna gehörte. Es wurde 1834 als Burglehngut und 1858 als Rittergut bezeichnet.<ref>Das Rittergut Bockwitz. In: www.sachsens-schlösser.de. Abgerufen am 18. Juli 2025.</ref> Bockwitz war seit 1834 nach Borna und seit 1875 nach St. Marien-Kirchgemeinde Borna gepfarrt. 1854 wurde das Gut Bockwitz nach Borna eingemeindet.<ref>Bockwitz im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen</ref> Das Rittergut wurde 1945 aufgelöst und die Flur auf Neubauern aufgeteilt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bockwitz auf www.devastiert.de (Memento vom 17. November 2015 im Internet Archive)</ref>
Der Braunkohlebergbau um Bockwitz begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Erste Bohrversuche begannen 1835. Bereits einige Jahrzehnte später waren nördlich des Orts sieben Gruben in Betrieb. Um 1870 existierten neben einigen Tiefbaugruben die Tagebaue Kunze, Bauer und Gottessegen. Der Tagebau Borna-Ost (1960–1985) erreichte im Baufeld II in den Jahren 1970/71 den südlichen Ortsrand, verschonte aber den Ort selbst. Dies änderte sich mit Eröffnung des Tagebaus Bockwitz im Jahr 1982 südwestlich von Bockwitz. In Vorbereitung des sich nach Norden ausbreitenden Abbaufelds wurde die Ortslage Bockwitz 1988 geräumt, aber durch die vorzeitige Stilllegung im Jahr 1992 nicht mehr abgebaggert.
Nach der Renaturierung des Areals liegt die Flur Bockwitz nunmehr am Nordwestrand des Bockwitzer Sees.<ref name="Tagebau" />
Gnandorf
Gnandorf liegt südlich des Bornaer Stadtzentrums zwischen Bahnstrecke Neukieritzsch-Chemnitz im Westen und der Wyhra im Osten. Der Ort feierte im Jahr 2003 sein 625-jähriges Jubiläum.<ref>Link zum Buch „625 Jahre Gnandorf – Vom Angerdorf zum Neubaugebiet“</ref> Der Ort lag im Amt Borna und unterstand bis 1856 der Erbgerichtsbarkeit des Rats der Stadt Borna.<ref>Das Stadtgericht Borna im Staatsarchiv Sachsen</ref> 1856 ging diese auf das Gerichtsamt Borna über. Seit 1875 gehörte der Ort zur Amtshauptmannschaft Borna.<ref>Gnandorf im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen</ref>
Gnandorf wurde 1934 nach Borna eingemeindet. Am 17. August 1984 erfolgte die Grundsteinlegung für das Neubaugebiet Gnandorf.<ref>Chronik von Borna</ref>
Görnitz mit Hartmannsdorf
Görnitz gehörte bis 1855/56 zum Rittergut Lobstädt,<ref>Das Rittergut Lobstädt im Staatsarchiv Sachsen</ref> Hartmannsdorf zum Rittergut Großhermsdorf. Beide Orte lagen im sächsischen Amt Borna. 1856 kamen sie zum Gerichtsamt Borna und 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna. Am 1. Oktober 1948 wurde Hartmannsdorf nach Görnitz eingemeindet.<ref>Hartmannsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Im Zuge des Braunkohleabbaus im Tagebau Borna-West wurde Hartmannsdorf zwischen 1957 und 1960 teilweise, Görnitz zwischen 1961 und 1963 vollständig überbaggert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Tagebau Borna-West auf www.devastiert.de (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref> Auf der rekultivierten Fläche der Orte befindet sich das Speicherbecken Borna. Das Areal gehört seit 1965 zu Borna.
Der Ort Witznitz lag nördlich von Borna und südwestlich von Haubitz. Die Gerichtsbarkeit über den Ort im Amt Borna lag 1548 beim Rittergut Lobstädt. 1764 existierte im Ort ein eigenes Rittergut. 1856 kam Witznitz zum Amt Borna und 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.<ref>Witznitz in Historischen Ortsverzeichnis Sachsen</ref> Der Tagebau Witznitz I war von 1911 bis 1949 in Betrieb. In Vorbereitung des drohenden Abrisses von Witznitz aufgrund des Tagebaus wurde der Ort 1940 nach Borna eingemeindet. 1941 erfolgte der Abbruch des Orts.<ref>Beschreibung des Tagebaus Witznitz</ref> Im stillgelegten Tagebau entstand zwischen 1950 und 1954 das Speicherbecken Witznitz, an dessen Südwestrand einige wenige Häuser von Alt-Witznitz übrig blieben. Der Ortsteil „Neu-Witznitz“ entstand am Nordrand von Borna hinter dem Breiten Teich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erwähnung von Neu-Witznitz in der Geschichte von Borna auf städtegutschein.de (Memento vom 23. August 2018 im Internet Archive)</ref>
Die Brikettfabrik Witznitz östlich des Speicherbeckens Witznitz war bis 1992 in Betrieb.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschreibung der Brikettfabrik Witznitz (Memento vom 20. November 2015 im Internet Archive)</ref> Für sie wurde ein Nachnutzungskonzept erarbeitet. Auf dem Areal ist die Schaffung des neuen Bornaer Wohngebiets „Grüne Harfe“ vorgesehen, welches neue Wohnungen und die alten Fabrikgebäude integrieren soll. Ziel ist eine Mischnutzung mit den Schwerpunkten Bildung/Kultur/Freizeit, Gewerbe und Wohnen. Trotz erfolgter Rückbauten und der Entfernung der kompletten Technik, wurden die elf Gebäude aus gelben Klinkermauerwerk erhalten und vier bereits saniert. Als ein hochwertiges Zeugnis der Industriearchitektur beherbergen sie nun Büros und werden für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ein weiteres Gebäude wurde als Wohnstandort für Lofts umgenutzt. Der Bereich des ehemaligen Bahnanschlusses wurde bereits mit Einfamilienhäusern bebaut.<ref>Das Wohngebiet Witznitz auf der Website der Stadt Borna</ref>
Eingemeindungen
Haulwitz gehört nach 1832 zu Borna. Das Gut Bockwitz wurde 1853/1854 eingegliedert. Im Jahr 1934 wurden Altstadt Borna und Gnandorf eingegliedert. Witznitz wurde 1940 eingemeindet und Görnitz mit Hartmannsdorf kam 1965 hinzu. Die drei Orte Witznitz, Görnitz und Hartmannsdorf wurden durch den Braunkohleabbau beseitigt.
Die Gemeinde Eula mit ihren vier Ortsteilen wurde 1994 eingemeindet. Im Jahr 2004 folgte Wyhratal mit vier Ortsteilen. Eula und Wyhratal haben einen eigenen Ortschaftsrat.
Ortsteil Abtei zwischen 1964 und 1966 durch Braunkohletagebau Borna-Ost devastiert
Blumroda<ref name="Metzler-Poeschel">Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref>
1. Januar 1960
Eingemeindung der Flur nach Thräna, 1952–1957 durch Braunkohlentagebau Borna-West beseitigt (heute Speicher Borna)
1941 zum größten Teil durch Braunkohlentagebau Witznitz I beseitigt (heute Speicher Witznitz), Alt-Witznitz am Südwestrand des Speichers, Siedlung Grüne Harfe am Ostrand
Wyhra<ref name="Metzler-Poeschel" />
1. Oktober 1948
Zusammenschluss mit Neukirchen zu Neukirchen-Wyhra
Das Wappen der Stadt Borna ist ein dreigeteilter Schild mit den Grundfarben Gold und Blau. Im ersten Feld zeigt das Wappen den nach rechts gewandten schwarzen Meißner Löwen, im zweiten Feld einen silbernen Helm mit Helmzier. Dieser besteht aus einem rot und silbernen gestreiften Männerrumpf, dem sogenannten Meißener Judenkopf. Sein bärtiges Haupt trägt eine rot-silbern gestreifte Mütze, die mit einem Pfauenwedel besteckt ist. In der blauen Spitze des Wappens steht eine goldene Kirche mit drei Türmen.
Diese drei Wappenbilder gehen auf die Überlieferung des ältesten Stadtsiegels zurück. Winzig klein sind dort schon der Löwe und der Helm mit dem Judenhut zu erkennen – beide führten auch die Markgrafen von Meißen in ihrem Wappen, und mit ihnen dokumentierte die Stadt ihre Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Meißen. In der Mitte des Siegels dominierte allerdings eine große, dreitürmige Kirche, die von dem Historiker O. Kittel als Symbol des Bistums Merseburg bestimmt wurde, in dessen Herrschaftsbereich sich unsere Stadt entwickelte. Seine Stadtfarben Gold und Blau hat Borna aus dem Stammwappen des Hauses Wettin abgeleitet. Sie gehörten zum Osterland und zur Mark Landsberg und begegnen uns auch im Leipziger Stadtwappen als blau-goldene „Landsberger Pfähle“.
Bevor das Wappen seine heutige Gestalt erhielt, war seit dem Jahre 1845 eine bunt bemalte, vergrößerte Form des Stadtsiegels in Gebrauch, die allen Regeln der Heraldik widersprach, so dass das Innenministerium Änderung verlangte. Als Kuriosum kann dieses Wappen an der kostbaren Kassettendecke des Ratssaales im Rathaus betrachtet werden. Im August 1897 wurde das Wappen, durch das Königl. Sächs. Ministerium des Innern offiziell bestätigt und ist seit dieser Zeit unverändert gültig geblieben.
Seit dem Jahr 2008 gibt es in Borna ein Jugendparlament. Dieses vertritt seit einer Satzungsänderung im Jahr 2012 als Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) die Interessen der Jugend gegenüber der Stadt. Es setzt sich aus maximal fünfzehn gewählten und je zwei von den beiden weiterführenden Schulen entsandten Mitgliedern zusammen und besitzt im Stadtrat ein Rede- und Antragsrecht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Stadtkirche St. Marien mit dem spätgotischen Flügelaltar von Hans Witten Das Untergeschoss des Turmes stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1411 wurde der Chor neu erbaut, 1455 folgten Pfeiler und Gewölbe des Langhauses. Am 16. Oktober 1456 weihte der Merseburger Bischof das Bauwerk ein. Während der Völkerschlacht bei Leipzig diente die Kirche als Lazarett, nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen prägt sie den ältesten Teil der Stadt.
Der Ort lag westlich von Borna und wurde bis 2010 durch den Tagebau Vereinigtes Schleenhain zerstört. Die Bewohner verloren ihre Heimat. Um dieses Kulturgut zu retten, wurde die Kirche 2007 auf 160 Rädern eines Speziallasters von Heuersdorf nach Borna umgesetzt. Das romanische Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert soll neben der Nutzung zu Gottesdiensten und öffentlichem Einlass auch ein Ort der Begegnung für ehemalige Bewohner sein. Die Kirche ist komplett eingerichtet und enthält eine Tafel mit den Orten, die dem Tagebau zum Opfer gefallen sind.
In Borna und seinen Ortsteilen befinden sich mehrere Sporthallen und Sportfelder. Die modernste Sportanlage der Stadt ist die Glück-Auf-Sporthalle, die zusammen mit dem Rudolf-Harbig-Stadion, in dem der Bornaer SV 91 seine Heimspiele austrägt, zum Sportzentrum Borna-Nord gehört. Darüber hinaus befinden sich in der Stadt eine Hockey-Bahn und eine Tennisanlage.
Seit dem Umbau zum Schwimmsportzentrum trägt die städtische Schwimmhalle den Namen „Jahnbad Borna“.
Das Stadtgebiet von Borna ist von mehreren zum Leipziger Neuseenland gehörenden Seen umgeben. Das Speicherbecken Borna („Adria“) ist ein Gewässer zum Baden, Angeln und Surfen. Aufgrund der Länge der Krone von 6500 m gehört es zu den größten Talsperren der Erde. Auch am östlich gelegenen Bockwitzer See kann man Angeln und Baden. Weite Teile des Sees sind aufgrund des Artenreichtums in Natur und Landschaft als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Nördlich von Borna befinden sich das Speicherbecken Witznitz, der Haubitzer See und der Hainer See, die aus den Tagebauen Witznitz I und Witznitz II hervorgegangen sind. Unweit des Ortsteils Neukirchen liegt darüber hinaus der Harthsee.
Borna ist eine Station am Lutherweg Sachsen. Des Weiteren verlaufen die Neuseenland-Radroute und die Wyhratal-Radroute durch die Stadt.
Naturschutz
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Der größte Arbeitgeber der Stadt ist das Klinikum Borna, das neben dem Krankenhaus Zwenkau zu den Sana Kliniken Leipziger Land gehört. Die Kliniken Leipziger Land sind ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und verfügen derzeit über 500 Betten in vierzehn chefarztgeführten Kliniken und Instituten. Das Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig.<ref>Gute Gründe für uns. Abgerufen am 6. November 2024.</ref>
In Borna sind in den vergangenen Jahren mehrere großflächige Solarkraftwerke ans Netz gegangen.
Die Braunkohle-Industrie war seit der Entdeckung der Lagerstätten der dominante Wirtschaftszweig in Borna, bis fast alle Betriebe dieser Art nach der Wende wegen Unrentabilität geschlossen wurden.
Mittlerweile haben sich im Stadtgebiet von Borna aufgrund der guten Verkehrsanbindung mehrere große Logistikzentren angesiedelt, darunter die Unternehmen Lekkerland und Fiege.
Für den Wirtschaftsstandort Borna weist das Statistische Landesamt Sachsen einen positiven Pendlersaldo von 2.705 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten für das Jahr 2023 auf.<ref>Statistik - GENESIS-Online. 21. August 2025, abgerufen am 21. August 2025.</ref>
Durch die Regionalbus Leipzig und die THÜSAC Personennahverkehrsgesellschaft ist Borna mit drei PlusBus- sowie weiteren Regionalbuslinien angebunden. Unter anderem gibt es diverse Ziele im Landkreis Leipzig sowie in den Landkreis Altenburger Land im Freistaat Thüringen. Der Stadtbusverkehr Borna verkehrt mit den Linien A und B. Sie befahren das Stadtgebiet ringlinenförmig, jeweils eine halbe Stunde versetzt zueinander. Wochenends verkehren beide Linien jeweils abwechselnd im Zweistundentakt. An ihrer Endstelle am Bahnhof Borna sind die Fahrten auf die S-Bahn ausgerichtet.
Über die Bundesautobahn 72 ist die Stadt mit den Anschlussstellen Borna-Nord und Borna-Süd an das Fernstraßennetz angebunden. Einige Kilometer nördlich der Stadt befindet sich zudem die A 38, bis zu der die A 72 zukünftig verlaufen soll.
Darüber hinaus liegt Borna im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 93, B 95 und B 176.
Medien
Seit 1995 sendet der lokale Fernsehsender Regio-TV wöchentlich aktualisierte Nachrichten für Borna und die umliegenden Städte und Gemeinden. Die Leipziger Volkszeitung erscheint in Borna als einzige regionale Tageszeitung. Der Sitz der Lokalredaktion Borna-Geithain befindet sich in der Brauhausstraße.
Als Mittelzentrum und Kreisstadt sind in Borna zahlreiche öffentliche Einrichtungen untergebracht. Die Stadt ist der Verwaltungssitz des Landkreises Leipzig und der Kreishandwerkerschaft. Des Weiteren befinden sich auch eine Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit und des Kommunalen Jobcenters in Borna. Das Polizeirevier in der Grimmaer Straße gehört zur Polizeidirektion Leipzig, das Amtsgericht Borna ist dem Landgericht Leipzig nachgeordnet. Der Landesverband Sachsen, Thüringen des Technischen Hilfswerks unterhält in Borna seit 2003 einen Ortsverband. Zudem befindet sich hier eine Außenstelle des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle<ref>BAFA - Borna. Abgerufen am 30. Mai 2022.</ref>, die im Rahmen des Strukturwandels des Braunkohlereviers hier angesiedelt worden ist.
Die erste Volksbibliothek in Borna wurde im Jahr 1877 als kommunale Einrichtung eröffnet. Im Jahr 2011 wurden die Stadtbibliothek und die Kreisbibliothek des Landkreises Leipzig zur „Mediothek Borna“ zusammengeschlossen, die sich im Gebäude am Martin-Luther-Platz befindet. Im darauffolgenden Jahr wurde ein zweigeschossiger Anbau am vorhandenen Gebäude eröffnet, welcher zur Unterbringung des erweiterten Medienbestandes notwendig war. Die dazugehörige Fahrbibliothek versorgt von dort aus verschiedene Haltepunkte im Landkreis Leipzig mit einem vielfältigen Medienangebot.
Richard Steche: Borna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 7.
Borna. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band. Schumann, Zwickau 1814, S. 452–454.
Christliches Umweltseminar Rötha e. V., Kulturbüro Espenhain, Heimatverein Regis-Breitingen und Umgebung e. V. (Hrsg.): Erinnerungen an die Dörfer Blumroda, Hartmannsdorf, Görnitz, Deutzen und Schleenhain. Regis-Breitingen 1996, ISBN 3-930044-07-2.
Stefan Hänsel: Ortsfamilienbuch Borna (bei Leipzig) 1548–1631. epubli, Berlin 2015, ISBN 978-3-7375-3043-9. (4211 Familien, aufbauend auf dem Manuskript (1971) von Martin Engelmann und Hans Luther: Kirchenbuch der Stadt Borna 1548–1608, das bereits 3000 Familien enthält.)
Stefan Hänsel: Ortsfamilienbuch Neukirchen bei Borna 1580–1793. epubli, Berlin 2014, ISBN 978-3-8442-9665-5. (592 Familien.)
Stefan Hänsel: Ortsfamilienbuch Wyhra 1575–1799. epubli, Berlin 2012.
Roland Meyer: Denkmale im Kreis Borna, Kulturbund d. DDR, Kreisvorstand Borna, ca. 1980
Weitere Quellen
Eine umfangreiche Überlieferung des Stadtgerichts Borna für den Zeitraum 1518–1854 zu Gerichts- und Lokalverwaltung, Straf-, Zivil- und Freiwilliger Gerichtsbarkeit, Lehnsangelegenheiten, Ablösungen, Gerichtsbüchern und Gerichtsprotokollen befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20598 Stadt Borna (Stadtgericht).<ref>20615 Stadt Borna (Stadtgericht). In: Staatsarchiv Leipzig. Abgerufen am 26. März 2020. (Infotext zum Bornaer Stadtgericht unter „Einleitung“)</ref>