Günter Scherbarth
Vorlage:Hinweisbaustein Günter Scherbarth (* 1930 in Berlin; † 2000 ebenda) war ein deutscher Grafiker, Maler und Hochschullehrer, dessen besonderes Interesse der Schrift und dem Akt galt.
Leben
Scherbarth schloss 1952 sein Studium an der Berliner Hochschule für Bildende Künste in angewandter Grafik als Meisterschüler von Ernst Böhm ab. Bis 1957 arbeitete er als freier Grafiker. Anschließend lehrte er zunächst an der Berliner Meisterschule für Kunsthandwerk (später Werkkunstschule), ab 1971 an der soeben gegründeten Hochschule der Künste (HdK), die ihm im Fachbereich „Visuelle Kommunikation“ eine Professur für Grafik und Schrift verlieh. Kurz nach seiner Pensionierung 1992 unterzog er sich einer Nierentransplantation.
Scherbarth starb kurz vor Vollendung eines auf rund 200 Blatt angelegten Radierungszyklus nach Richard Wagners Ring des Nibelungen in seiner langjährigen Wohnung in Berlin-Spandau.
Werk
In der Spandauer Zitadelle hatte Scherbarth zunächst 1977 eine Einzelausstellung mit Zeichnungen und Gemälden, dann wieder 1996, wo er die ersten 117 Blätter des Ring-Zyklus vorstellte. Scherbarth hatte die Zink- oder Kupferplatten mittels etlicher Techniken wie Kaltnadel, Strichätzung und Aquatinta bearbeitet, die er virtuos zu kombinieren verstand. Die Abzüge von den Platten besorgte er eigenhändig mit Hilfe einer altertümlichen Radierpresse.
Die Schwarzweiß-Blätter führen den Kampf der Helden und Unholde um Macht, Reichtum sowie Liebe mit ungleich mehr Komik vor als Librettist und Komponist Richard Wagner, der seine Stabreime stets im Brustton der Überzeugung von sich gegeben hatte. Scherbarth erzielt diese komische Wirkung nicht zuletzt durch seinen Einfall, vorwiegend mit Akten zu arbeiten, d. h., er gab all die Prahlhänse, Schurken und Walküren nackt. Laut Henner Reitmeier,<ref>Scherbarth, Günter. In: Henner Reitmeier: Der Große Stockraus. Ein Relaxikon. Berlin 2009, ISBN 978-3-926880-20-8, Seite ?.</ref> der zu Scherbarths Stamm-Modellen zählte, zeigte sich dessen HdK-Kollege F. W. Bernstein vom Zugriff und dem langen Atem dieses Radierungszyklus beeindruckt. Nur fürs Inferno der Wagnerschen Götterdämmerung reichten Scherbarths Tugenden nicht mehr aus.
Sein Nachlass wird von seiner Frau verwaltet.
Familie
Mit seiner Frau, der Kinderbuchmalerin Eva Scherbarth, hatte er zwei Söhne, von denen einer schon in jungen Jahren tödlich verunglückte.
Publikation
- Erinnerungen an den Maler, Grafiker und Lehrer Ernst Böhm (1890–1963). In: Myosotis. Zeitschrift für Buchwesen, Bd. 8. Verlag Stein, Mainz 1993, Nr. 2/003, S. 28–34.
Weblinks
- Siegfried schmiedet das Schwert. In: galerie-classico.de. Abgerufen am 23. Februar 2026.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scherbarth, Günter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Grafiker, Maler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1930 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 2000 |
| STERBEORT | Berlin |