Günther Krupkat
Günther Krupkat (* 5. Juli 1905 in Berlin; † 14. April 1990 in Ost-Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und einer der bekanntesten Science-Fiction-Autoren der DDR.
Leben
Krupkat stammte aus einer kleinbürgerlichen Familie litauischer Herkunft. Er absolvierte in Berlin das Gymnasium und begann ein Ingenieurstudium, das er in der Weltwirtschaftskrise aus Geldmangel abbrechen musste. Danach arbeitete er unter anderem als Fabrikarbeiter, Geschäftsreisender, Elektromonteur und Laborant. Daneben schrieb er für Zeitungen und Zeitschriften Kurzgeschichten, meistens kriminalistische. Mit 19 Jahren verfasste er, angeregt durch Alexei Nikolajewitsch Tolstois Aelita, seine ersten utopischen Roman Od, für den er jedoch nach eigenen Angaben wegen seiner als zu links empfundenen Gesellschaftskritik keinen Verleger fand.
Krupkat war danach Filmdramaturg, Korrespondent im Verlag des Berliner Tageblatts und fünf Jahre Mitarbeiter beim Rundfunk. Als Vorsitzender des Betriebsrats und Mitglied der KPD wurde er 1932 entlassen. Danach arbeitete er für einen holländischen Verlag, der in Berlin eine linksorientierte Familienzeitschrift herausgab, als Werbeleiter sowie in einem Modeverlag und begann 1929 erste Kurzgeschichten zu veröffentlichen (bis 1933).
Ab 1933 beteiligte sich Krupkat an antifaschistischen Aktionen. Er wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen und nahm am Zweiten Weltkrieg teil. 1945 desertierte er in der Tschechoslowakei.
Er lebte nach dem Ende des NS-Staats in Berlin, in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR. Dort beendete er sein Ingenieurstudium, arbeitete von 1946 bis 1955 als Chefredakteur und war ab 1955 freiberuflich als Schriftsteller tätig. Er schrieb insbesondere SF-Romane, die mehrfach neu aufgelegt wurden. Im Schriftstellerverband der DDR war er von 1972 bis 1978 Vorsitzender des Arbeitskreises Utopische Literatur, dessen Gründung er selbst initiiert hatte. Sein Nachfolger auf diesem Posten war Heiner Rank. Darüber hinaus war er Mitglied des Europa-Komitees für SF.
1985 wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.<ref>Berliner Zeitung, 3. Oktober 1985, S. 6.</ref>
Werk
Krupkats bekannteste und meistgelesene Bücher waren zwei Romane, die das Thema der Prä-Astronautik behandelten. Als die Götter starben behandelt die misslungene Kontaktaufnahme von Außerirdischen mit der Menschheit der grauen Vorzeit. Nabou beschreibt die Geschichte eines der hochentwickelten Roboter, die sie zurückließen. Nabou wurde von Franz Rottensteiner im Jahre 1979 als „eine der besten Beispiele für Science-fiction aus der DDR“ bezeichnet<ref>Erik Simon, Olaf R. Spittel (Hrsg.): Die Science-fiction der DDR. Autoren und Werke. Ein Lexikon. Das Neue Berlin, Berlin 1988, ISBN 3-360-00185-0, S. 185. </ref>.
Erzählungen
- 1956: Gefangene des ewigen Kreises (Das neue Abenteuer Nr. 86)
- 1957: Kobalt 60 (Das neue Abenteuer Nr. 114)
- 1957: Nordlicht über Palmen (Kleine Jugendreihe Nr. 4/57)
- 1969: Insel der Angst (erschienen in der Anthologie Das Molekular Cafe beim Verlag Das Neue Berlin)
- 1974: Das Duell (erschienen in der Anthologie Das Raumschiff beim Verlag Neues Leben)
- 1975: Bazillus phantastikus (erschienen in der Anthologie Der Mann vom Anti beim Verlag Das Neue Berlin)
- 1975: Der Mann vom Anti (erschienen in der gleichnamigen Anthologie beim Verlag Das Neue Berlin)
Romane
- 1956: Die Unsichtbaren, Verlag Volk und Welt und Gelbe Reihe
- 1957: Das Schiff der Verlorenen (Titanic-Roman)
- 1958: Das Gesicht (1962 auch Fernsehspiel)
- 1960: Die große Grenze, Das Neue Berlin
- 1963: Als die Götter starben, Das Neue Berlin
- 1968: Nabou, Das Neue Berlin
Film
- 1962: Das Gesicht, Deutscher Fernsehfunk, Regie: Peter Hagen
- 1968: Stunde des Skorpions, dreiteiliger TV-Film, Deutscher Fernsehfunk, Regie: Horst Zaeske, u. a. mit Otto Mellies, Gunter Schoß, Vera Oelschlegel, Peter Ensikat und Eva-Maria Hagen
Literatur
- Krupkat, Günther. In: Kurt Böttcher (Gesamtredaktion): Lexikon deutschsprachiger Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1974; Band 1, S. 501
- Erik Simon: Günther Krupkat. In: Erik Simon, Olaf R. Spittel (Hrsg.): Die Science-fiction der DDR. Autoren und Werke. Ein Lexikon. Das Neue Berlin, Berlin 1988, ISBN 3-360-00185-0, S. 182–185.
- Ulrike Götting: Der deutsche Kriminalroman zwischen 1945 und 1970. Formen und Tendenzen. Tectum, Baden-Baden 2000, ISBN 978-3-8288-8127-3, S. 253–262, auszugsweise bei Google Books.
- Hans-Peter Neumann: Die große illustrierte Bibliographie der Science fiction in der DDR. Shayol, Berlin 2002, ISBN 3-926126-11-6.
- Franz Rottensteiner: Krupkat, Günther. In: Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900. Mit einem Blick auf Osteuropa, herausgegeben von Christoph F. Lorenz, Peter Lang, Frankfurt/Main 2016, ISBN 978-3-63167-236-5, S. 399–404.
Weblinks
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}}
- Literatur von und über Günther Krupkat im Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach
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- Werke von {{#if: | {{{2}}} | Günther Krupkat }} bei Open Library
- Homepage des Verlages
Einzelnachweise
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