Günther Metzger
Günther Metzger (* 23. Januar 1933 in Heppenheim an der Bergstraße; † 18. August 2013 in Darmstadt<ref name="Echo">Echo Online: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der frühere Oberbürgermeister Günther Metzger ist tot ( vom 6. Januar 2014 im Internet Archive), 19. August 2013</ref>) war ein deutscher Jurist und Politiker (SPD). Von 1969 bis 1976 war er Abgeordneter im Deutschen Bundestag, von 1981 bis 1993 Oberbürgermeister von Darmstadt.
Leben
Günther Metzger war Sohn von Margarete Metzger, geborener Rückert, und des ehemaligen Darmstädter Oberbürgermeisters und hessischen Staatsministers Ludwig Metzger. Seine Schwiegertochter war die frühere hessische Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger. Jan Metzger, Günther Metzgers Sohn, war von 2009 bis 2019 Intendant von Radio Bremen.
Nach dem Abitur an der Oberschule nahm Günther Metzger ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das er mit beiden juristischen Staatsprüfungen beendete. Anschließend war er für zwei Jahre als juristischer Redakteur beim R. Brockhaus Verlag in Wiesbaden tätig. Er wurde 1962 als Rechtsanwalt zugelassen, ließ sich mit einer Kanzlei in Darmstadt nieder und erhielt dort 1972 auch die Zulassung als Notar.
Metzger vertrat seit 2009 anwaltlich die hessische SPD-Landespolitikerin Silke Tesch, die 2008 mit drei anderen hessischen SPD-Landtagsabgeordneten die Wahl von Andrea Ypsilanti zur hessischen Ministerpräsidentin verhindert hatte, in einem parteiinternen Schiedsverfahren. Tesch hatte sich darauf berufen, dass die Gewissensfreiheit von Abgeordneten nicht durch Parteibeschlüsse eingeschränkt werden dürfe. Deshalb sei die Begründung der Schiedskommission weder schlüssig noch überzeugend, bekräftigte Metzger am 19. April 2010, als die Bundesschiedskommission der SPD ihre Entscheidung (Rüge für Frau Tesch) bekanntgab.<ref>Frankfurter Rundschau, S. D7: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abweichler bleiben in der SPD ( vom 24. September 2015 im Internet Archive), 20. April 2010.</ref> Für die Stadt Heppenheim wurde Metzger 2012 in der Sache der „Suchanek-Stiftung“ aktiv, die vermeintlich schon 1993 gegründet wurde, tatsächlich als solche aber nie bestanden hatte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (abgerufen am 8. Januar 2015)</ref>
Günther Metzger war verheiratet mit Hilke Metzer, geborener Ennen, und hatte sechs Kinder, darunter zwei Pflegekinder. Am 18. August 2013 starb Metzger im Alter von 80 Jahren an einem Herzinfarkt.<ref name="Echo" /> Er wurde auf dem Alten Friedhof in Darmstadt bestattet.
Politik
Metzger trat 1956 in die SPD ein. Er war seit 1964 Ratsmitglied der Gemeinde Traisa und Kreistagsmitglied des Landkreises Darmstadt. Bei der Bundestagswahl 1969 wurde er über den Wahlkreis Darmstadt in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1976 angehörte. Im Parlament war er 1972/73 stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses und von 1973 bis 1976 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Günther Metzger war Gründungsmitglied des Seeheimer Kreises. Metzger amtierte von 1981 bis 1993, wie bereits 1945–50 sein Vater, als Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. In seine Amtszeit fielen der von ihm unterstützte Bau der Neuen Synagoge<ref name="Echo" /> und die Errichtung des Neubaus der Akademie für Tonkunst.
Zu Beginn seiner Amtszeit fiel Günther Metzger durch seine sehr rigorose Politik gegenüber Roma auf, welche der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma als „rassistisch“ bezeichnete. Eine Unterlassungsklage Metzgers vor dem Oberlandesgericht Frankfurt wurde 1985 abgewiesen. Metzger ließ hierbei u. a. Häuser von Roma abreißen, während diese im Urlaub waren. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma protestierte öffentlich gegen diese Aktion.<ref>sintiundroma.org | „Rassendiagnose: Zigeuner“. Abgerufen am 25. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ebenfalls in seine Amtszeit fiel die vom Verfassungsgericht als „rechtswidrig“ und „eilig“ bezeichnete Abschiebung einer dieser Familien. Das Verfassungsgericht kritisierte, dass die Stadt Darmstadt die Abschiebung zwar auf lange Hand geplant, aber „plötzlich aus der Tasche gezogen“ habe, sodass für die Betroffenen keine Inanspruchnahme von Rechtsschutz möglich gewesen sein soll. Das Gericht verurteilte die Stadt Darmstadt zur Rückholung der abgeschobenen Familie. Die Eheleute waren aufgrund von fehlenden Pässen in Jugoslawien bei Ankunft verhaftet und die Kinder in Heimen untergebracht worden.<ref>Ruckzuck ab. In: Der Spiegel. Abgerufen am 25. März 2021.</ref>
Literatur
- Metzger, Günther. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 834.
Weblinks
- Literatur von und über Günther Metzger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Patrik Schwarz: Stolz und Schmerz. Die SPD-Rebellin Dagmar Metzger und ihr Schwiegervater Günther – eine Familiengeschichte, Die Zeit Nr.16, S. 2 (vom 10. April 2008)
- Metzger, Günther. Hessische Biografie. (Stand: 25. April 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references />
Johann Michael Hofmann | Carl Christian Lauteschläger | Ernst Emil Hoffmann | Georg Friedrich Brust | Justus Georg Kahlert | Johann Adam Fuchs | Albrecht Ohly | Adolf Morneweg | Wilhelm Glässing | Rudolf Mueller | Robert Barth | Heinrich Müller | Otto Wamboldt | Ludwig Metzger | Ludwig Engel | Heinz Winfried Sabais | Günther Metzger | Peter Benz | Walter Hoffmann | Jochen Partsch | Hanno Benz
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Metzger, Günther |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Politiker (SPD), MdB, Oberbürgermeister von Darmstadt |
| GEBURTSDATUM | 23. Januar 1933 |
| GEBURTSORT | Heppenheim an der Bergstraße |
| STERBEDATUM | 18. August 2013 |
| STERBEORT | Darmstadt |
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