g7+-Staaten
Die g7+-Staaten (auch g7plus) sind eine Vereinigung von 20, ursprünglich 7, Staaten, die als politisch instabil oder Gescheiterter Staat gelten. Ziel ist die Vertretung gemeinsamer Interessen der Mitglieder gegenüber den Geberstaaten von Entwicklungshilfe und der Austausch von Erfahrungen bei Stabilisierungsmaßnahmen. Das g7+-Sekretariat befindet sich im zweiten Stock des Kobe House im Finanzministerium Osttimors in der Landeshauptstadt Dili.
Geschichte
Die Ursprünge der g7+ liegen beim Dritten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit der Hilfe in Accra (Ghana) 2008, wo sich mehrere Staaten als Musterländer für eine Studie über fragile Staaten zur Verfügung stellten. Hier entschied man auch, den Dialog zwischen Empfängern und Gebern von Entwicklungshilfe zu stärken. Man vereinbarte ein Treffen zwischen der Demokratischen Republik Kongo, als Vertreter der Entwicklungsländer, und Frankreich, als Vertreter der Geberländer. Das erste Treffen fand im Dezember 2008 in Paris statt. Parallel trafen sich die Vertreter der Entwicklungsländer erstmals untereinander und begannen einen Erfahrungsaustausch. Hier entstand die Bezeichnung kleine g7 als Gegenstück zu den G7 am anderen Ende der Entwicklungsleiter. Man vereinbarte weitere Treffen durchzuführen. Das erste sollte in Osttimor stattfinden.<ref name="Pires">IPI Global Observatory: Interview with Emilia Pires, Chair of the g7+ Group of Fragile States, 23. April 2012.</ref>
Beim Fragile State Forum am 8. April 2010 in Dili wurden die g7+ offiziell gegründet. Vertreter der Mitgliedsstaaten Afghanistan und Haiti fehlten dabei allerdings. Dafür kamen Abgesandte Burundis, Nepals, der Salomonen, des Südsudans, des Tschads und etwa 40 verschiedener Geberländer von Entwicklungshilfe. Aufgrund der Zunahme auf 13 Teilnehmerstaaten entschied man sich nun „g7+“ zu nennen.<ref name="Pires" /> Gemeinsam trat man beim Vierten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit der Hilfe auf.<ref name="Pires" />
Die erste ministerielle Tagung fand 2011 in Juba (Südsudan) statt. Bei der zweiten ministerielle Tagung 2012 in Port-au-Prince (Haiti) wurden die Komoren offiziell als 20. Mitgliedsstaat aufgenommen. Anwesend waren Minister aus Afghanistan, der Zentralafrikanischen Republik, Haiti, Südsudan und Osttimor sowie Delegationen der Demokratischen Republik Kongo, Guinea-Bissau, Sierra Leone und Somalia.<ref>Prime Minister and delegation return from visit to the Republic of Haiti, 22. November 2012. Regierung Osttimors, abgerufen am 14. Januar 2018.</ref>
Am 24. September 2024 eröffnete die g7+ ein Büro bei den Vereinten Nationen in New York.<ref>Regierung Osttimors: Prime Minister attends inauguration of new g7+ office in New York, 24. September 2024, abgerufen am 27. Dezember 2024.</ref>
Vorsitzende
- Olivier Kamitatu Etsu (Demokratische Republik Kongo), 2008–2010
- Emília Pires (Osttimor), 2010–2014
- Kaifala Mara (Sierra Leone), 2014–2017
- Momodu Lamin Kargbo (Sierra Leone), 2017–2018
- Nabeela F. Tunis (Sierra Leone), 2018–2019
- Francis Mustapha Kai-Kai (Sierra Leone), 2019–2023
- Kenyeh Barlay (Sierra Leone), seit 2023<ref>g7+: Chair of g7+, abgerufen am 27. Dezember 2024.</ref>
Generalsekretär ist Hélder da Costa aus Osttimor (Stand 2015/2021).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />General Secretary g7+, Helder da Costa Ph.D, launched the Timor-Leste’s, 6. Juni 2015. ( des Vorlage:Referrer vom 23. April 2017 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-bot g7+, abgerufen am 22. April 2017.</ref>
Mitglieder der g7+
Gründungsmitglieder:
- Datei:Flag of Afghanistan (2013–2021).svg Afghanistan
- Datei:Flag of Côte d'Ivoire.svg Elfenbeinküste
- Datei:Flag of Haiti.svg Haiti
- Datei:Flag of the Democratic Republic of the Congo.svg Demokratische Republik Kongo
- Datei:Flag of East Timor.svg Osttimor
- Datei:Flag of Sierra Leone.svg Sierra Leone
- Datei:Flag of the Central African Republic.svg Zentralafrikanische Republik<ref>Matt Crook: Listen to us, fragile states tell donors, 10. April 2010. Abgerufen am 20. Januar 2016.</ref><ref>Díli hosts first International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding, Statement by the Spokesperson of the IV Constitutional Government on April 6, 2010. Government of Timor-Leste, abgerufen am 20. Januar 2016.</ref>
Weitere Mitglieder:
- Datei:Flag of Burundi.svg Burundi
- Datei:Flag of Guinea.svg Guinea
- Datei:Flag of Guinea-Bissau.svg Guinea-Bissau
- Datei:Flag of Yemen.svg Jemen
- Datei:Flag of the Comoros.svg Komoren
- Datei:Flag of Liberia.svg Liberia
- Datei:Flag of Papua New Guinea.svg Papua-Neuguinea
- Datei:Flag of the Solomon Islands.svg Salomonen
- Datei:Flag of São Tomé and Príncipe.svg São Tomé und Príncipe
- Datei:Flag of Somalia.svg Somalia
- Datei:Flag of South Sudan.svg Südsudan
- Datei:Flag of Togo (3-2).svg Togo
- Datei:Flag of Chad.svg Tschad<ref>Member States. In: g7plus.org. g7+, abgerufen am 15. Dezember 2024.</ref><ref>Facebookauftritt der g7+.</ref>
Weblinks
- Website der g7+
- Speech by his excellency the Prime Minister Kay Rala Xanana Gusmão at the opening session of the “g7+” meeting (PDF; 93 kB)
- Dili Declaration vom 8. April 2010 (englisch)
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Zwischenstaatliche Kommission
- Organisation (Dili, Gemeinde)
- Außenpolitik (Afghanistan)
- Außenpolitik (Burundi)
- Außenpolitik (Elfenbeinküste)
- Außenpolitik (Guinea)
- Außenpolitik (Guinea-Bissau)
- Außenpolitik (Haiti)
- Außenpolitik (Jemen)
- Außenpolitik (Komoren)
- Außenpolitik (Demokratische Republik Kongo)
- Außenpolitik (Liberia)
- Außenpolitik (Osttimor)
- Außenpolitik (Papua-Neuguinea)
- Außenpolitik (Salomonen)
- Außenpolitik (São Tomé und Príncipe)
- Außenpolitik (Sierra Leone)
- Außenpolitik (Somalia)
- Außenpolitik (Südsudan)
- Außenpolitik (Togo)
- Außenpolitik (Tschad)
- Außenpolitik (Zentralafrikanische Republik)
- Politik (Dili, Gemeinde)
- Gründung einer politischen Organisation 2010