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Galizischer Sumpfkrebs

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Galizischer Sumpfkrebs
Datei:Astacus leptodactylus Blausteinsee 05.jpg

Galizischer Sumpfkrebs (Pontastacus leptodactylus)

Systematik
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Großkrebse (Astacidea)
Überfamilie: Flusskrebse (Astacoidea)
Familie: Astacidae
Gattung: Pontastacus
Art: Galizischer Sumpfkrebs
Wissenschaftlicher Name
Pontastacus leptodactylus
(Eschscholtz, 1823)

Der Galizische Sumpfkrebs (Pontastacus leptodactylus),<ref></ref> auch Europäischer Sumpfkrebs, Schmalscherenkrebs oder einfach nur Sumpfkrebs genannt, ist ein großwüchsiger osteuropäischer Flusskrebs. Er ist wie der Edelkrebs von der Krebspest bedroht.

Beschreibung

Datei:Galizischer Sumpfkrebs (Nahaufnahme).jpg
Galizischer Sumpfkrebs (Nahaufnahme)

Der Galizische Sumpfkrebs wird 16 bis 18 cm groß, in Extremfällen bis zu 25 cm. Die Grundfärbung ist meist hell sandfarben bis hellbraun. Er ist schlanker als der Edelkrebs gebaut, auffälligstes Unterscheidungsmerkmal sind die beiden extrem langgestreckten Scherenfinger.

Datei:Scheren des Galizischen Sumpfkrebs.jpg
Der Galizische Sumpfkrebs hat auffällig lange schmale Scheren

Lebensraum

Der Krebs bevorzugt sommerwarme, nährstoffreiche Gewässer der Niederung oder Fließgewässer mit nur geringer Strömung. Er lebt auch in sehr schlammigen Gewässern (Sumpfkrebs). Sind geeignete Uferböschungen vorhanden, gräbt er selbst Wohnhöhlen. Er hat eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Verschmutzung als der Edelkrebs.<ref>Sascha Schleich: Galizischer Sumpfkrebs. In: Flusskrebse-RLP - zum Schutz der heimischen Flusskrebse. Abgerufen am 17. Oktober 2025.</ref> Wie dieser ist er von der Krebspest bedroht,<ref>Christoph Chucholl, Peter Dehus: Flusskrebse in Baden-Württemberg. 3. Auflage. Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg (FFS), Langenargen 2011, S. 10–11 (92 S., Volltext [PDF; 21,5 MB]).
Christoph Chucholl, Siegfried Blank, Alexander Brinker: Flusskrebse in Baden-Württemberg. Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg (FFS), Langenargen 2017 (84 S., Inhaltsverzeichnis [PDF; 2,5 MB]).</ref> obschon Tiere manchmal die Krankheit überleben und dann möglicherweise weiterverbreiten.<ref name=awi>Galizischer Sumpfkrebs. (PDF; 2,2 MB) Artsteckbrief. Alfred-Wegner-Institut, 10. Juni 2021, abgerufen am 17. Oktober 2025.</ref>

Ursprünglich war der Krebs im Einzugsgebiet des Schwarzen und des Kaspischen Meeres beheimatet.<ref name=schaeffler>U. Schäffler: Galizier- oder Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus). (PDF; 123 kB) Bayerisches Landesamt für Umwelt, 16. März 2012, abgerufen am 17. Oktober 2025.</ref> Nach Auftreten der Krebspest wurde er in einigen Gewässern Mitteleuropas eingesetzt, da man dachte, dass diese Art resistent gegenüber der Krebspest sei.<ref name=awi /> Wohl alle heutigen Vorkommen in Mitteleuropa beruhen auf diesen Besatzmaßnahmen oder durch unbeabsichtigtes Entweichen aus Teichanlagen.<ref>Alexandra Segelken-Voigt: Invasive Krebsarten: Biologie & Arterkennung. (PDF; 4,7 MB) Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, 24. Mai 2022, S. 10, abgerufen am 17. Oktober 2025.</ref> Langfristig können Sumpfkrebse die Edelkrebse aus Gewässern verdrängen, in denen sie gemeinsam vorkommen. Deshalb sollten auch Galizische Sumpfkrebse nicht in natürliche Gewässer ausgesetzt werden.<ref name=awi /><ref name=schaeffler />

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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