Gaspard de la nuit
Gaspard de la nuit: Trois poèmes pour piano d'après Aloysius Bertrand ist ein 1908 entstandenes dreiteiliges Klavierwerk von Maurice Ravel, das von Aloysius Bertrands gleichnamiger Kurzprosa-Dichtung aus dem Jahre 1842 inspiriert wurde.<ref>Gaspard de la nuit by Aloysius Bertrand Original-Text beim Projekt Gutenberg</ref>
Gaspard de la nuit gilt als eines von Ravels bedeutendsten Werken.<ref>Alexander Eccles: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stanford University, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Er beschrieb das Werk selbst mit den Worten: „Gaspard de la nuit, Stücke für Klavier nach Aloysius Bertrand, sind drei romantische Gedichte von transzendentaler Virtuosität.“<ref>Matthias Kornemann: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Rondo ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Das „Klaviertriptychon“ wurde am 9. Januar 1909 durch Ricardo Viñes in Paris uraufgeführt.<ref name="swr">Antonia Bruns: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. SWR2, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Einführung
Ravels belesener Freund Ricardo Viñes machte den Komponisten mit dem Gedichtband Gaspard de la Nuit von Aloysius Bertrand bekannt. Der Wortlaut des Titels ist auch für die Musik von Ravel von Bedeutung. „Gaspard, ein männlicher Vorname, ist persischen Ursprungs, wobei das Wort eigentlich einen Mann meint, der für die königlichen Schätze verantwortlich ist. Gaspard der Nacht oder Schatzmeister der Nacht spielt somit auf jemanden an, der für alles verantwortlich ist, was mit Juwelen zusammenhängt, was dunkel, mysteriös, vielleicht sogar was griesgrämig ist.“<ref>Siglind Bruhn: Images and ideas in modern French piano music, S. xxviii </ref> „Gaspard de la Nuit“ ist ein alter französischer Ausdruck für den Teufel.
Der Untertitel des Gedichtbands Fantaisies à la manière de Rembrandt et de Callot weist darauf hin, dass sowohl die beruhigenden als auch die gruseligen Aspekte der Nacht, sowohl bei Bertrand als auch bei Ravel, beschworen werden. Rembrandts Faszination für subtile Schatten und Dunkelheit ist bekannt. Die Erwähnung von Callot stellt eine direkte Verbindung zu E. T. A. Hoffmann her, dem deutschen Komponisten und Dichter des Phantastischen, der 1814/1815 die Fantasiestücke in Callot’s Manier, darunter das Märchen Der goldne Topf, veröffentlicht hatte.
In einem Brief vom 17. Juli 1908 an seine Freundin Ida Godebska über seine dreimonatige intensive Arbeit an den drei Gedichten aus Bertrands Sammlung schrieb Ravel, er fühle sich vom Teufel inspiriert: „... kein Wunder, da er (der Teufel) der eigentliche Autor dieser Gedichte ist“.<ref>Siglind Bruhn: Images and ideas in modern French piano music, S. xxix </ref>
Form
Die Satzbezeichnungen lauten:
- Ondine (Die Wassernixe, rund 6 Minuten)
- Le gibet (Der Galgen, rund 6 Minuten)
- Scarbo (Der listige Kobold, rund 9 Minuten)
Ondine handelt von einer Meerjungfrau oder Nixe in ihrem Reich, in Le gibet betrachtet man einen Erhängten am Galgen in der Abenddämmerung. Scarbo befasst sich mit einem Dämon oder Kobold, der die Menschen im Schlaf stört. Ravel beabsichtigte mit dem extrem virtuosen Schlusssatz, Mili Balakirews Islamej an technischer Schwierigkeit noch zu übertreffen und damit das schwierigste Solostück für Klavier überhaupt zu schaffen.
Stil
Die Komposition ist zeitlich und ungefähr stilistisch in die Epoche des Impressionismus einzuordnen. Wie in der impressionistischen Musik typisch, haben die Stücke Gaspard de la nuit keine eindeutige Tonart.
Sie wirkt durch die Dominanz von Moll-Akkorden bzw. -Arpeggien und dissonanten Intervallen düster und diffus, teils melancholisch.
Ondine beginnt mit einer schnellen Abfolge hoher Töne und entwickelt daraus das Hauptmotiv, das in der Mitte und am Ende des Stücks in stark abgewandelter Form erneut erscheint.
Ondine. Pianist: Andreij Makarewitsch
Le Gibet ist ein langsames, ruhiges Stück, es enthält insgesamt 153 mal einen einzeln Ton, der einen Glockenklang darstellt.<ref name="swr" /> Wechsel in Tempo oder Dynamik gibt es nicht.
Le Gibet. Pianist: Peter Lemken
Scarbo ist ein durch häufige Umbrüche zerfahren wirkendes Stück und gilt als eines der am schwersten zu lernenden Pianostücke.<ref>Charles Rosen: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. The New York Review of Books, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Oft werden bitonale und polytonale Harmonien verwendet. Ravel sagte später über Scarbo: „Ich wollte eine Karikatur auf die Romantik machen.“<ref> Piano & Keyboard: The Bimonthly Piano Quarterly. Vol. 184–189. p. 62. String Letter Press, 1997. "The entire Gaspard de la Nuit was not intended as a 'caricature of romanticism'. That statement of Ravel to Vlado Perlemuter only referred to 'Scarbo'."</ref>
Scarbo. Pianist: Andreij Makarewitsch
Orchesterfassungen
Eugène Aynsley Goossens orchestrierte Gaspard 1942,<ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2011-06-29.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Marius Constant orchestrierte das Stück 1988.
Literatur
- Siglind Bruhn: Ravels Klaviermusik. Waldkirch: Edition Gorz 2021, ISBN 978-3-938095-28-7, S. 85–122. Online
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- Norma Doris Pohl: Gaspard de la Nuit by Maurice Ravel: A Theoretical and Performance Analysis. Washington University, St. Louis 1978. (englisch)
Weblinks
- Gaspard de la nuit: Noten und Audiodateien im International Music Score Library Project
Einzelnachweise
<references />