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Gebirgs-Taschenratte

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Gebirgs-Taschenratte
Datei:Thomomys bottae 200998715.jpg

Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae)

Systematik
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Überfamilie: Taschennager (Geomyoidea)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Gattung: Thomomys
Art: Gebirgs-Taschenratte
Wissenschaftlicher Name
Thomomys bottae
Eydoux & Gervais, 1836

Die Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae) ist eine im westlichen Nordamerika lebende Nagetierart aus der Familie der Taschenratten (Geomyidae). Sie lebt überwiegend unterirdisch und ernährt sich von Pflanzenteilen, die sie vor allem unter der Erde frisst. Es wurden zahlreiche Unterarten beschrieben.<ref name="Jones & Baxter 2004"/>

Der Artzusatz im wissenschaftlichen Namen ehrt den italienischen Forschungsreisenden Paolo Emilio Botta.<ref name="Beolens"/>

Merkmale

Gebirgs-Taschenratten sind kompakt gebaut, mit großem Kopf, kurzen Beinen und kräftigen Krallen. Die Tiere haben eine Kopf-Rumpf-Länge von 177 bis 267 mm und eine Schwanzlänge von 48 bis 85 mm. Das Fell ist mittellang. Die Fellfarbe der Oberseite ist je nach Verbreitung sehr variabel und diente vielfach zur Abgrenzung von Unterarten. Bei manchen Populationen wechselt die Fellfarbe auch jahreszeitlich.<ref name="Jones & Baxter 2004" />

Verbreitung und Lebensraum

Datei:Thomomys bottae distribution map.svg
Verbreitungsgebiet der Gebirgs-Taschenratte

Die Gebirgs-Taschenratte lebt im westlichen Teil der USA und in Nordmexiko. Sie kommt vom Süden des Bundesstaats Oregon bis Niederkalifornien, ostwärts bis einschließlich des zentralen Großen Beckens und nach Süden bis in das Flachland Nordmexikos vor. In den USA umfasst das Areal der Art die Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Colorado und Nevada (dort möglicherweise ausgestorben), New Mexico, Oregon, Texas und Utah. In Mexiko gehören die Bundesstaaten Baja California, Chihuahua, Coahuila, Nuevo León, Sinaloa und Zacatecas zum Verbreitungsgebiet.<ref name="IUCN" />

Die Art besiedelt unterschiedliche Lebensräume wie offene Graslandschaften, Prärie, Laub- und Nadelwälder und wüstenähnliche Gebiete. In diesen Gebieten ist sie in offenem Gelände mit tiefgründigen Böden anzutreffen, zudem kommt sie in landwirtschaftlich genutzten Flächen vor.<ref name="IUCN" />

Lebensweise

Datei:ThomomysBottae 9788.JPG
Gebirgs-Taschenratte mit deutlich gefüllten Backentaschen

Gebirgs-Taschenratten leben überwiegend unterirdisch und sind außerhalb der Paarungszeit territoriale Einzelgänger. Männchen haben größere Reviere als Weibchen. Die Tiere sind tag- und nachtaktiv, die Hauptaktivitätszeit liegt am Nachmittag und frühen Abend.<ref name="Jones & Baxter 2004"/>

Die Tiere graben mit den großen Schneidezähnen, die lockere Erde wird mit dem Kopf oder den Vorderbeinen beiseite geräumt. Der Bau einer Gebirgs-Taschenratte besteht im Regelfall aus einem oder mehreren Erdhaufen, die aus dem beim Graben anfallenden Material bestehen, flachen Tunneln unter der Erdoberfläche, die zur Nahrungssuche genutzt werden und tieferen Bereichen, in denen sich die Tiere dauerhaft aufhalten. Hier befinden sich Vorrats- und Wohnkammern. Die Nahrungssuchtunnel verlaufen parallel zur Bodenoberfläche.<ref name="Jones & Baxter 2004"/>

Ernährung

Die Gebirgs-Taschenratte ernährt sich von einem breiten Spektrum unter- und oberirdischer Pflanzenteile wie Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, Gräsern, Blättern bis hin zu Kakteen, im Winter auch von Rinde. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten fressen die Tiere auch Feldfrüchte.<ref name="Jones & Baxter 2004"/>

Fortpflanzung

Datei:Thomomys bottae 248770565.jpg
Gebirgs-Taschenratte (juv.)

Taschenratten werfen in Gebieten mit gutem Nahrungsangebot ganzjährig und bis zu viermal im Jahr, im Norden des Verbreitungsgebietes und in größeren Höhenlagen ist die Wurfzeit auf das Frühjahr beschränkt. Die Tragzeit beträgt etwa 18 Tage. Die Würfe umfassen 1 bis 12 Jungtiere. Weibchen können in nahrungsökologisch günstigen Gebieten bereits im Jahr ihrer Geburt erstmals werfen.<ref name="Jones & Baxter 2004"/>

Bedrohung und Schutz

Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund des großen Verbreitungsgebietes und der Bestandsgröße als „nicht gefährdet“ (Least concern) eingestuft. Sie ist zudem anpassungsfähig und kommt in verschiedenen Lebensräumen vor, ein Rückgang des Bestandes und eine größere Bedrohung der Art sind nicht bekannt.<ref name="IUCN" />

In landwirtschaftlich genutzten Gebieten wird die Gebirgs-Taschenratte als Schädling betrachtet.<ref name="IUCN" />

Literatur

  • Cheri A. Jones, Colleen N. Baxter: Thomomys bottae. In: Mammalian Species. Nr. 742, 2004, S. 1–14 (Online [PDF; 636 kB; abgerufen am 5. November 2021]).

Einzelnachweise

<references> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: A. V. Linzey, R. Timm, S. T. Álvarez-Castañeda, T. Lacher, 2008. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Jones & Baxter 2004"> Cheri A. Jones, Colleen N. Baxter: Thomomys bottae. In: Mammalian Species. Nr. 742, 2004, S. 1–14 (Online [PDF; 636 kB; abgerufen am 5. November 2021]). </ref> <ref name="Beolens">Beolens, Watkins & Grayson: The Eponym Dictionary of Mammals. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2009, ISBN 978-0-8018-9304-9, S. 51 (Online [PDF]).</ref> </references>

Weblinks