Geflecktes Johanniskraut
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Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Hypericum maculatum | ||||||||||||
| Crantz |
Das Gefleckte Johanniskraut (Hypericum maculatum), auch Kanten-Johanniskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Johanniskräuter (Hypericum) innerhalb der Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae).
Beschreibung
Seine speziellen Kennzeichen sind die auf ganzer Fläche gepunkteten Blüten und die nur wenigen durchscheinenden Drüsen auf den Blättern.<ref name="Sebald1989" />
Vegetative Merkmale
Das Gefleckte Johanniskraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 25 bis 60, selten 80 Zentimetern erreicht, mit holziger, kriechender Grundachse. Der Stängel ist hohl und vierkantig mit zarten Längsleisten; er ist aufrecht oder aufsteigend und einfach oder im oberen Teil ästig.<ref name="Hegi" /> Die Äste stehen spitzwinklig oder stumpfwinklig (Unterart subsp. obtusiusculum) vom Stängel ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Johanniskraut-Arten sind seine breiten, ovalen Laubblätter nur mit wenigen durchscheinenden Drüsen besetzt. Sie sind sitzend, ganzrandig und vorn stumpf.<ref name="Hegi" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. In einem rispigen Blütenstand stehen zahlreiche Blüten.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppeltem Perianth. Die Kelchblätter sind eiförmig bis rundlich und ganzrandig oder an der Spitze stark buchtig gezähnt.<ref name="Hegi" /> Die fünf goldgelben und schwarz gefleckten (gepunkteten oder gestrichelten) Kronblätter weisen eine Länge von 10 bis 12 Millimetern auf. Bis zu 100 auffällige Staubblätter sind büschelig gruppiert und zwei Drittel so lang wie die Kronblätter.<ref name="Hegi" /> Der Fruchtknoten ist bereit eiförmig, etwa 9 bis 10 Millimeter lang und reich mit schmalen strichförmigen Längsleisten besetzt.<ref name="Hegi" /> Der Griffel ist ein- bis zweimal so lang wie der Fruchtknoten.<ref name="Hegi" /> Die Samen sind hell- bis dunkelbraun, an beiden Enden stumpf, feinwarzig und 0,8 bis 1,2 Millimeter lang.<ref name="Hegi" />
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, selten 32.<ref name="IPCN" />
Vorkommen
Das Gefleckte Johanniskraut ist in Westasien und Europa ohne den Mittelmeerraum verbreitet. Es wächst von der Tiefebene bis in Höhenlagen von 2650 Metern. Als Standort werden eher feuchte Böden, beispielsweise Fettwiesen, Hochstaudenfluren und Waldlichtungen, bevorzugt. Es gedeiht in Gesellschaften der Verbands Violion und der Ordnung Nardetalia.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt es bis zu einer Höhenlage von 2300 Metern auf<ref name="Dörr-Lippert" />, ebenso im Wallis; in Graubünden erreicht die Art im Schanfigg sogar 2650 Meter Meereshöhe.<ref name="Hegi" />
Systematik
„Taxonomisch werden mehrere Unterarten mit verschiedenen Synonymen unterschieden. Hypericum maculatum und Hypericum perforatum bilden einen sehr variablen Sippenkomplex. Die taxonomische Bedeutung heller Öldrüsen in den Blättern („durchsichtige Punktierung“) ist unklar.“ (Zitat aus FloraWeb).<ref name="FloraWeb" /> Die in Deutschland unterschiedenen Unterarten sind:
- Gewöhnliches Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Cr. subsp. maculatum, Syn.: Hypericum maculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Cr.): Der kahle, aufrechte Stängel ist durchgehend vierkantig ungeflügelt und hohl. Sie kommt von Europa bis Sibirien vor.<ref name="WCSP" /> Die Chromosomenzahl ist 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind für diese Unterart in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
- Bastard-Johanniskraut (Hypericum maculatum subsp. desetangsii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lamotte) A. Fröhl., Syn.: Hypericum × desetangsii <templatestyles src="Person/styles.css" />Lamotte): Diese Halblichtpflanze gedeiht in Europa<ref name="WCSP" /> in mäßigwarmen bis warmen Seeklima auf stark wechselfeuchten Böden. Die Chromosomenzahl ist 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie wird als Hybride angesehen: Hypericum maculatum × Hypericum perforatum.<ref name="WCSP" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind für diese Unterart in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora2" />
- Hypericum maculatum subsp. immaculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Murb.) A.Fröhl.: Sie kommt auf der Balkanhalbinsel vor.<ref name="WCSP" />
- Stumpfblättriges Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum subsp. obtusiusculum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tourl.) Hayek): Diese Unterart ist ähnlich Hypericum maculatum subsp. maculatum aber der Stängel ist oben nur zweikantig und Blätter sind ohne Öldrüsen. Der Blütenstand ist breiter ausladend und die Äste stehen stumpf winklig am Stängel. Die Kronblätter werden bis zu 15 mm lang und sind unterseitig mit längeren, schwarzen Strichen und weniger Punkten besetzt. Die Chromosomenzahl ist 2n = 32.<ref name="Oberdorfer2001" /> Diese Unterart gedeiht in West- und Mitteleuropa<ref name="WCSP" /> besonders in Gesellschaften des Verbands Filipendulion.<ref name="Oberdorfer2001" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="Sebald1989"> Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur. Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5, S. 69.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FloraWeb"> Hypericum maculatum Crantz s. str., Kanten-Hartheu. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="IPCN">Hypericum maculatum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 219.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Hegi"> </ref> <ref name="InfoFlora"> Hypericum maculatum Crantz subsp. maculatum In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora2"> Hypericum ×desetangsii Lamotte In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>
Weblinks
- Hypericum maculatum agg., Kanten-Hartheu (Artengruppe). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Hypericum maculatum subsp. maculatum Crantz, Gewöhnliches Geflecktes Johanniskraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Hypericum maculatum subsp. styriacum A. Fröhl.. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Steckbrief beim Naturhistorischen Museum Wien.