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Gelbfrüchtiger Nachtschatten

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Gelbfrüchtiger Nachtschatten
Datei:Solanum villosum 01-10-2005 11.10.56.JPG

Gelbfrüchtiger Nachtschatten (Solanum villosum subsp. villosum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Nachtschatten (Solanum)
Art: Gelbfrüchtiger Nachtschatten
Wissenschaftlicher Name
Solanum villosum
Mill.

Der Gelbfrüchtige Nachtschatten oder Rotfrüchtige Nachtschatten (Solanum villosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtschatten (Solanum).

Datei:Solanum villosum subsp. alatum sl19.jpg
Solanum villosum subsp. alatum, Habitus
Datei:Solanum villosum subsp. alatum sl37.jpg
Solanum villosum subsp. alatum, Früchte

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Gelbfrüchtige Nachtschatten ist eine 40 bis 70 cm hohe krautige Pflanze. Die ganze Pflanze hat einen unangenehmen, entfernt moschusähnlichen Geruch.<ref name="Hegi1964" /> Die Blätter und Stängel der Pflanze sind leicht bis dicht behaart. Sie besitzt längliche, elliptische Blätter, welche sich wechselständig am Stängel befinden. Die Blätter werden 4 bis 8 cm lang und 3 bis 6 cm breit. Sie sind gestielt und ausgeschweift oder stumpf buchtig gezähnt.<ref name="Hegi1964" /> Beim Trocknen werden die Blätter gelbgrün.<ref name="Hegi1964" />

Generative Merkmale

Blütezeit ist Juli bis Oktober. Die Kelchzipfel sind lineal.<ref name="Hegi1964" /> Die Blütenkrone ist weiß und etwa zwei- bis viermnal so lang wie der Kelch.<ref name="Hegi1964" /> Die Staubfäden sind etwas so lang wie die Staubbeutel.<ref name="Hegi1964" /> Äußerlich sieht der Gelbfrüchtige Nachtschatten dem Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) sehr ähnlich, nur durch die Farbe der Beeren lassen sich die beiden Pflanzen eindeutig unterscheiden. Die Beeren sind anfangs grün, reif sind sie gelb-braun, orange bis rot und werden bis zu 1 cm groß.<ref name="FOC" />

Die Chromosomenzahl beträgt (für beide Unterarten) 2n = 48.<ref name="Oberdorfer2001" />

Besondere Vorsicht gilt es beim Sammeln von wilden Tomaten zu wahren, da diese leicht mit dem giftigen Gelbfrüchtigen Nachtschatten verwechselt werden können.

Standorte und Verbreitung

Der Gelbe Nachtschatten kommt ursprünglich von Europa bis Indien und China, auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika von Marokko bis Mosambik vor.<ref name="POWO" /> In Nordamerika, Australien und Südafrika ist er ein Neophyt.<ref name="POWO" /> Die Standorte befinden sich in Mitteleuropa zwischen 100 und 1300 Metern über NN. Die Pflanze bevorzugt wärmere Standorte und kommt in Deutschland meist im wärmeren Tiefland vor. Der Gelbfrüchtige Nachtschatten bevorzugt Hänge und Böschungen und wächst oft in der Nähe von Straßen. Dabei wächst der Gelbfrüchtige Nachtschatten meist in sonnigen Plätzen.<ref name="Bayernflora" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Systematik und Taxonomie

Der Gelbe Nachtschatten wurde 1768 von Philip Miller in The Gardeners Dictionary ed. 8.: n.° 2 als Solanum villosum erstbeschrieben.<ref name="POWO" /> Synonyme von Solanum villosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Mill. sind Solanum luteum <templatestyles src="Person/styles.css" />Mill., Solanum villosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Solanum aegyptiacum <templatestyles src="Person/styles.css" />Forssk. und Solanum flavum <templatestyles src="Person/styles.css" />Kit. ex Schult.<ref name="POWO" />

Es existieren zwei Unterarten:

  • Rotfrüchtiger Nachtschatten (Solanum villosum subsp. alatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Moench) Dostál). Er wird von einigen Autoren auch als eigene Art, Solanum alatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Moench, angesehen.<ref name="Euro+Med" /> Er kommt in Mitteleuropa in Deutschland, Österreich, Belgien, Tschechien, Polen und in Südtirol vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
  • Gelbfrüchtiger Nachtschatten (Solanum villosum subsp. villosum): Er kommt in Mitteleuropa in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, Frankreich, in den Niederlanden, Polen, Tschechien und in Südtirol vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Hordeetum murini aus dem Sisymbrion-Verband.<ref name="Oberdorfer2001" />

Nutzung

Der Gelbfrüchtige Nachtschatten ist giftig, die Pflanze beinhaltet verschiedene glycosidisch gebundene Steroidglycoside.<ref name="Giftpflanzen" /> Trotzdem wird der Gelbfrüchtige Nachtschatten gelegentlich als Nutzpflanze angebaut. Dabei werden meist die Beeren des Gelbfrüchtigen Nachtschatten verwendet. Zumindest von der Unterart alatum werden auch die Blätter der Pflanze als Gemüse verwendet.<ref name="Fleischhauer" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="FOC">Zhi-Yun Zhang, Anmin Lu, William G. D’Arcy: Solanum. In: </ref> <ref name="Bayernflora">Vorlage:BIB</ref> <ref name="Giftpflanzen">B. Bös: Gelber Nachtschatten (Solanum villosum) bei Giftpflanzen-Kompendium</ref> <ref name="Fleischhauer">Steffen Guido Fleischhauer: Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen. 1500 Pflanzen Mitteleuropas mit 400 Farbfotos. AT-Verlag, Aarau/München 2003, ISBN 3-85502-889-3.</ref> <ref name="Euro+Med">Benito Valdés, (2012): Solanaceae: Datenblatt Solanum. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="Hegi1964">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage. unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964, S. 2594–2595.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Solanum villosum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Solanaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7, S. 657.</ref> <ref name="InfoFlora">Solanum villosum In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Gelbfrüchtiger Nachtschatten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien