Frühlings-Enzian
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| Frühlings-Enzian | ||||||||||||
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| Datei:Gentiana verna (1).JPG
Frühlings-Enzian (Gentiana verna) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gentiana verna | ||||||||||||
| L. |
Der Frühlings-Enzian (Gentiana verna) ist eine Pflanzenarten der Gattung Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Vorlage:HinweisbausteinAndere Trivialnamen sind beispielsweise Schusternagerl, Schusternägele, Rauchfangkehrer, Himmelsbläueli, Herrgottsliechtli, Tintabluoma oder Himmelsstengel.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Frühlings-Enzian wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht normalerweise Wuchshöhen von nur wenigen Zentimetern, nur unter besonders günstigen Umständen erreicht er die Wuchshöhe von 15 Zentimetern. Der kurze und kantige Stängel wächst aufrecht.
Die Laubblätter sind in grundständigen Rosetten und kreuzgegenständigen am Stängel angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind elliptisch lanzettlich, ganzrandig, an beiden Enden verschmälert und zwei- bis dreimal so lang wie breit.<ref name="Hegi1966" /> Mit einer Länge von etwa 30 Millimetern fallen die ein- bis dreinervigen Grundblätter deutlich größer als die Stängelblätter aus. Von den ein bis drei Paaren Stängelblätter befindet sich das oberste dicht unterhalb des Blütenkelches.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt zwischen März und August und der Frühlings-Enzian blüht oft im Herbst ein zweites Mal.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der an den Kanten schmal geflügelte, gezähnte Kelch ist von geringerer Größe als die Kronröhre. Die Krone ist bei einem Durchmesser von 20 bis 30 Millimetern tellerförmig. Die fünf tiefazurblauen Kronblätter sind eirund. Zwischen den breit-lanzettlichen Kronzipfeln sitzt je ein zweiteiliges kleines spitzes Anhängsel mit weißem Strich. Der einfache Griffel endet in einer trichterförmigen Narbe, die am Rand mit kegelförmigen Zähnen besetzt ist.<ref name="Hegi1966" />
Die Samen sind 0,6 bis 0,7 Millimetern ellipsoid und ungeflügelt.<ref name="Hegi1966" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Vorlage:Hinweisbaustein Die Blütenform (Stieltellerblüte) und die leuchtend blaue Färbung deuten darauf hin, dass der Frühlings-Enzian besonders von Tagfaltern bestäubt wird. Weiter sind auch langrüsselige Hautflügler, vor allem Hummeln beteiligt. Die Ausbreitung der Samen erfolgt neben der durch Ameisen in erster Linie über den Wind.
Vorkommen
Der Frühlings-Enzian ist in Eurasien weitverbreitet. Auf sonnigen Alpenwiesen gedeiht der Frühlings-Enzian häufig. Auch in europäischen Mittelgebirgen, beispielsweise im Jura und im Balkangebirge, sowie in Heidelandschaften und auf Magerwiesen in Bayern und Baden-Württemberg kommt er vor, in den Wacholderheiden der Schwäbischen Alb ist er beispielsweise häufig anzutreffen<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>. In Österreich tritt er in allen Bundesländern auf: in der montanen bis alpinen Höhenstufe häufig, in tieferen Höhenlagen sehr selten. Er kommt in Höhenlagen von bis zu 2600 Metern vor. In den Allgäuer Alpen steigt er am Linkerskopf bis in eine Höhenlage von 2350 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> In der Schweiz erreicht er sogar eine Höhenlage von bis zu 3550 Metern.<ref name="Hegi1966" />
Er wächst auf trockenen, mageren Wiesen mit kalkhaltigem Untergrund. Der Frühlings-Enzian kommt auch auf Silikatgestein und Feuchtwiesen vor. Der Frühlings-Enzian gilt als Zeigerpflanze für stickstoffarme Böden.
Der Frühlings-Enzian ist eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Elynion und in tieferen Lagen auch im Mesobromion besonders in der Assoziation Gentiana vernae-Brometum vor, selten auch in Molinion-Gesellschaften.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Naturschutz
Der Frühlings-Enzian steht, wie alle anderen Enzianarten, in Deutschland unter Naturschutz. 1996 wurde Roter Liste als Gefährdungskategorie: 3+ = gefährdet veröffentlicht.
In Österreich steht der Frühlings-Enzian in mindestens einem Bundesland unter vollständigem, gesetzlichem Naturschutz. Als gefährdet gilt die Art in den Kärntner Becken- und Tallandschaften, im Rheintal, im Vorland nördlich und südöstlich der Alpen sowie im pannonischen Gebiet.
Als ursächlich für die Gefährdung wird vor allem die Eutrophierung der Böden durch Dünger gesehen.
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Gentiana verna erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 228.<ref name="GRIN" /> Synonyme für Gentiana verna <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Calathiana verna <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Holub, Gentiana aestiva <templatestyles src="Person/styles.css" />(F.W.Schmidt) Schult., Gentiana angulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb., Gentiana elongata <templatestyles src="Person/styles.css" />Haenke.<ref name="Euro+Med" />
Je nach Autor gibt es von Gentiana verna etwa fünf Unterarten:<ref name="Euro+Med" />
- Gentiana verna <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. verna (Syn.: Gentiana arctica <templatestyles src="Person/styles.css" />Grossh., Calathiana verna <templatestyles src="Person/styles.css" />Holub subsp. verna): Es gibt Fundortangaben für Irland, das Vereinigte Königreich, Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Albanien, und die Ukraine.<ref name="GRIN" />
- Gentiana verna subsp. balcanica <templatestyles src="Person/styles.css" />N.M.Pritch.: Sie kommt auf der Balkanhalbinsel, in Bulgarien und in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Gentiana verna subsp. oschtenica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kusn.) Halda (Syn.: Gentiana verna var. oschtenica <templatestyles src="Person/styles.css" />Kusn., Gentiana oschtenica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kusn.) Woronow)
- Gentiana verna subsp. pontica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Soltok.) Litard. & Maire (Syn.: Gentiana pontica <templatestyles src="Person/styles.css" />Soltok., Calathiana pontica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Soltok.) Holub, Gentiana verna subsp. aestiva <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roem. & Schult.) Arcang., Gentiana verna subsp. pontica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Soltok.) Hayek): Sie kommt in Mitteleuropa, in Südosteuropa und in Vorderasien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Gentiana verna subsp. tergestina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) Hayek (Syn.: Gentiana angulosa f. tergestina <templatestyles src="Person/styles.css" />Beck, Calathiana tergestina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) Holub, Gentiana tergestina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Beck) Fritsch, Gentiana tergestina <templatestyles src="Person/styles.css" />Beck): Sie kommt in Italien, in Slowenien, in Bulgarien und auf der Balkanhalbinsel vor.<ref name="Euro+Med" /> Sie wächst in Höhenlagen von 300 bis 2000 Metern.<ref name="Hegi1966" /> Diese Unterart unterscheidet sich von der Unterart subsp. verna durch Kelchkanten, die sehr stark (4 Millimeter) und nicht nur schmal geflügelt sind und durch die lanzettlichen Blätter, die nicht in der Mitte, sondern nahe am Grund am breitesten sind.<ref name="Hegi1966" /> Die Unterartenbezeichnung tergesina kommt vom lateinischen Namen Teggestinum für Triest.
Aberglauben
Rund um diesen schönen Enzian ranken sich eine Reihe von abergläubischen Vorstellungen. So trägt der Frühlings-Enzian im Volksmund auch die Namen Brendelblume oder Wetter- oder Blitznagele und vielerorts war man überzeugt, dass wer diese Pflanze ins Haus trägt, damit verursache, dass der Blitz dort einschlage. Andernorts war man davon überzeugt, dass jemand sterbe, wenn man eine der Pflanzen abpflücke.
Bilder
Frühlingsenzian (Gentiana verna):
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Bestand im Habitat
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Habitus, Laubblätter und Blüte
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Habitus im Habitat
Literatur
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- Thomas Gaskell Tutin: Gentiana. In: Der BibISBN-Eintrag [[Vorlage:BibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden.]] ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen [[[:Vorlage:Neuer Abschnitt/URL]] <span title="Vorlage:bibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden. (Seite nicht vorhanden)">neuen Eintrag] an.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="InfoFlora"> Vorlage:InfoFlora </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Der BibISBN-Eintrag [[Vorlage:BibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden.]] ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen [[[:Vorlage:Neuer Abschnitt/URL]] <span title="Vorlage:bibISBN/Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden. (Seite nicht vorhanden)">neuen Eintrag] an. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 340. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1987 und 2014–2017. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold: Gentianaceae. 2011+: Datenblatt Gentiana verna In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>
Weblinks
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- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Gentianaceae / Gentiana verna (s. str.) – Frühlings-Enzian / Schusternagerl bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2007.
- Datenblatt bei Panarctic Flora.