Gesamtministerium Zeigner
| Gesamtministerium Zeigner | |
|---|---|
| Sächsisches Gesamtministerium | |
| Max Heldt bei einer Friedenskundgebung 1948 | |
| Ministerpräsident | Erich Zeigner |
| Wahl | 1922 |
| Legislaturperiode | 2. |
| Beginn | 21. März 1923 |
| Ende | 29. Oktober 1923 |
| Dauer | 222 Tage |
| Vorgänger | Gesamtministerium Buck III |
| Nachfolger | Gesamtministerium Fellisch
bzw. Reichskommissar Rudolf Heinze |
| Zusammensetzung | |
| Partei(en) | SPD (Minderheitsregierung bis Oktober 1923) SPD, KPD (im Oktober 1923) |
| Minister | 6 |
| Repräsentation | |
| Landtag | Vorlage:Parteisitze(bis 12. Oktober 1923) Vorlage:Parteisitze(ab 12. Oktober 1923)
|
Das Gesamtministerium Zeigner bildete vom 21. März bis 29. Oktober 1923 die Landesregierung von Sachsen. Zunächst waren ausschließlich Minister der SPD beteiligt, ab Oktober auch welche der KPD. Deswegen setzte Reichspräsident Friedrich Ebert das Kabinett im Rahmen einer Reichsexekution am 29. Oktober 1923 ab.<ref>Arnulf Scriba: Der "deutsche Oktober" 1923. In: dhm.de. 3. November 2023, abgerufen am 2. September 2025.</ref> Zeigner trat daraufhin am 30. Oktober auch von seinem Amt zurück.
Abstimmungen im Landtag
Die Wahl Zeigners fand am 21. März 1923 im Sächsischen Landtag statt. Mindestens ein Abgeordneter von SPD oder KPD stimmte dabei nicht für Erich Zeigner, sondern für Fritz Kaiser.
| Wahlgang | Kandidat | Stimmenanzahl | Anteil | Unterstützer | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Wahlgang | Erich Zeigner | 49 | 51,0 % | SPD, KPD | |||
| Fritz Kaiser | 38 | 39,6 % | DVP, DNVP | ||||
| Richard Seyfert | 8 | 8,3 % | DDP | ||||
| nicht anwesend | 1 | 1,0 % | Franz Herrmann (DVP) | ||||
| Erich Zeigner als Ministerpräsident gewählt. Zeigner bildet Gesamtministerium Zeigner. | |||||||
Nach einer rund neunstündigen Debatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten am 16. und 17. Oktober 1923 wurde über einen Misstrauensantrag der DNVP abgestimmt. Thema der Aussprache zur Regierungserklärung war insbesondere die Kabinettsumbildung um die deutschlandweit erstmalige Beteiligung der Kommunisten an einer Regierung sowie ein Ausfall des Ministerpräsidenten gegenüber Julius Dehne (DDP), dem er vorwarf „die Tätigkeit des Herrn Ministerialdirektors Dr. Dehne besteh[e] in der Abhebung seines Gehalts“.<ref>DFG-Viewer. Abgerufen am 27. Juli 2025.</ref> Die Debatte war geprägt von einer Vielzahl an Beleidigungen und anhaltenden Zurufen beider Lager (Sozialdemokraten und Kommunisten auf der einen Seite sowie die drei bürgerlichen Parteien auf der anderen Seite). Bezeichnend für die Debatte war das Schlusswort von Moritz Beutler (DNVP) zum Misstrauensantrag, der „während der ganzen Rede fast unausgesetzt von lärmenden Zurufen der Kommunisten“ unterbrochen wurde, wie das Plenarprotokoll vermerkt.<ref>DFG-Viewer. Abgerufen am 27. Juli 2025.</ref>
Der Misstrauensantrag wurde anschließend abgelehnt.
Mitglieder des Gesamtministeriums
Die Minister wurden von Erich Zeigner am 10. April 1923 im Landtag bekanntgegeben. Der entsprechende Brief war auf den 3. April datiert. Mit Ausnahme des früheren Innenministers Richard Lipinski blieben die Minister des Gesamtministeriums Buck III bis 2. Februar geschäftsführend im Amt. Zeigner selbst leitete das Justizressort bis August 1923 weiter.
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Literatur
- Wilhelm Schröder: Das sächsische Kabinett Zeigner. Die erste Arbeiterregierung auf deutschem Boden. Teil II. in: Sächsische Heimatblätter Heft 5/1963, S. 437–448.
Belege
<references />
<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
| Königreich Sachsen (bis 1918): |
Einsiedel | Lindenau | Könneritz | Braun | Held | Revolution (1849) | Zschinsky | Beust | Landeskommission | Falkenstein | Friesen | Fabrice | Gerber | Thümmel | Schurig | Metzsch-Reichenbach I | Metzsch-Reichenbach II | Rüger | Otto | Hausen | Beck | Heinze |
|
| Freistaat Sachsen (1918–1933): |
Lipinski | Gradnauer I | Gradnauer II | Buck I | Buck II | Buck III | Zeigner | Fellisch | Heldt I | Heldt II | Heldt III | Bünger | Schieck | |
| Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945): | ||
| Sowjetische Besatzungszone/DDR (1945–1952): | ||
| Freistaat Sachsen (seit 1990): |
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