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Gillenbach (Schussen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gillenbach
Güllenbach
Oberlaufname bis Hinterweißenried: Detzenweiler Bach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2154796
Lage Alpenvorland

Baden-Württemberg

Flusssystem Rhein
Abfluss über Schussen → Rhein → Nordsee
Quelle bei Horgenzell-Wilhelmskirch
47° 46′ 54″ N, 9° 30′ 55″ O
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Quellhöhe 576 m ü. NN
Mündung bei Ravensburg-Oberzell von rechts in die SchussenKoordinaten: 47° 45′ 0″ N, 9° 34′ 30″ O
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Mündungshöhe 419 m ü. NN
Höhenunterschied 157 m
Sohlgefälle 18 ‰
Länge 8,8 km<ref name="LUBW-L+EZG" /> mit linkem Oberlauf Detzenweiler Bach
Einzugsgebiet 11,591 km²<ref name="LUBW-L+EZG" />

Der Gillenbach, teilweise auch als Güllenbach bezeichnet, ist ein rechter Zufluss der Schussen beim Dorf Oberzell im Ravensburger Stadtteil Taldorf im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg. Da die Schussen bei Eriskirch in den Bodensee mündet, ist der Gillenbach also ein indirekter rechter Zufluss des Rheins im südlichen Teil Oberschwabens.

Name

Gängige Bezeichnungen für den Bach sind Gillenbach sowie Güllenbach. Urkundlich erwähnt wird der Bach dabei als:

  • Gillenbach: 10 Erwähnungen (1625 bis 1826)<ref name="johnerS2">Moritz Johner: Über den Gillenbach. In: Landschaft und Kultur im Bezirk Ravensburg, Nr. 1, April 1927, S. 2. (Digitalisat)</ref>
  • Gilenbach: 3 Erwähnungen (1505, 1535, 1755)<ref name="johnerS2" />
  • Gielenbach: 1 Erwähnung (1837)<ref name="johnerS2" />
  • Güllenbach: 2 Erwähnungen (1428, 1693)<ref name="johnerS2" />

Moritz Johner führt den Namen mit Verweis auf das Hotterlochtobel auf das mittelhochdeutsche Wort giel zurück, welches Rachen, Schlund oder Schlucht bedeutet.<ref name="johnerS2" />

Geographie

Verlauf

Datei:Horgenzell Wilhelmskirch mit Sender.jpg
Wilhelmskirch (links) mit dem Sender Ravensburg

Der Gillenbach entspringt mit seinem längeren linken Oberlauf Detzenweiler Bach in einem Ried bei Wilhelmskirch in der Gemeinde Horgenzell auf etwa 576 m Höhe. Von dort fließt er zunächst in südsüdöstlicher Richtung vorbei an Hinterweißenried, wo von Südsüdosten her der kürzere rechte Oberlauf Güllenbach zumündet. An Eschau, Aich und Ganter vorbei erreicht er auf Ostlauf die bewaldete Schlucht Hotterloch, in dem er bald und fast am Siedlungsrand der Weststadt von Ravensburg die Bundesstraße 33 quert und sich nach Süden wendet.

Zuletzt durchquert er Oberzell und kreuzt die Südbahn Ulm–Friedrichshafen und mündet kurz darauf von rechts in die Schussen.

Zuflüsse

Hierarchisch, jeweils vom Ursprung zur Mündung.<ref name="LUBW-L+EZG" /> Notnamen in Klammern. Auswahl.

  • Detzenweiler Bach, linker Hauptstrang-Oberlauf, von Nordnordwesten, 1,7 km
    • Güllenbach (!), von rechts und Nordwesten bei Detzenweiler, über 0,2 km
    • Nessenbacher Bächle, von links und Norden vor Hinterweißenried, 1,2 km
  • Güllenbach (!), rechter Nebenstrang-Oberlauf von Südsüdosten bei Hinterweißenried, 1,0 km
    • (Bach aus Richtung Rolgenmoos), von links und Westen, 0,9 km
  • Nessenbach, von links und Norden, zwischen Eschau und Aich, 2,7 km
  • (Bach aus dem Hochberger Holz), von links und Nordwesten vor der B 33, 1,2 km
    Anschließend Südlauf.
  • Auerbach, von rechts und Westen nach der B 33, 1,9 km
  • (Bach von Riesen her) , von rechts und Westen am Rand des Hotterlochs, 0,3 km
  • Renauer Bach (mit rechtem Oberlauf), von rechts und Nordwesten im nördlichen Oberzell, 2,3 km
    • Renauer Bach, linker Oberlauf von Nordnordosten am Renauer Hölzle, 0,7 km
  • Italiener Graben, von links und Nordosten nach Oberzell kurz vor der Mündung, 1,3 km

Landschaftsschutzgebiet

Der Gillenbach bewässert<ref>Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Daten- und Kartendienst der LUBW</ref> den Hotterlochtobel und ist somit Teil des Landschaftsschutzgebiets Hotterloch (LfU-Nummer LSG 4.36.052)<ref>Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Steckbrief 4.36.052 Hotterloch</ref>. Der Tobel ist ab dem Hotterlocher Hölzle Bestandteil des FFH-Gebiets Schussen und Schmalegger Tobel mit der Gebietsnummer DE8323341, welches auch als Natura-2000-Gebiet gilt<ref name="bebauungsplanErlen">Stadtplanungsamt Ravensburg, Bebauungsplan Gewerbegebiet Erlen / B 33 – Umweltbericht</ref>. Der Hotterlochtobel ist außerdem nach § 30a LWaldG BW geschützt<ref name="bebauungsplanErlen" />. Der Naturraum ist ein voralpines Hügel- und Moorland<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>.

Renaturierung

Beim Bau der neuen Schussenbrücke bei Oberzell wurde der Mündungsbereich des Gillenbaches im Jahr 2008 renaturiert.<ref>http://www.landkreis-ravensburg.de/servlet/PB/menu/1234391_l1/index.html Bau der neuen Schussenbrücke beginnt – Abruf am 15. Februar 2009</ref>

Fischsterben

Im Jahr 2008 gab es ein Fischsterben im Gillenbach, das dessen gesamte Fischpopulation auslöschte.<ref>Schwäbische Zeitung, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Im Güllenbach schwimmt kein Fisch mehr (Memento vom 11. April 2016 im Internet Archive)</ref>

Trivia

Die Figuren Gillenbachhexen und der Graf vom Gillenbach der Narrenzunft Oberzell wurden nach dem Gillenbach benannt.<ref>Narrenzunft Oberzell, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Masken (Memento vom 22. Juli 2012 im Internet Archive)</ref> Darüber hinaus trägt die Musikgruppe Dirty Little Gillenbach Street Band den Bach im Namen.

Literatur

  • Moritz Johner: Über den Gillenbach. In: Landschaft und Kultur im Bezirk Ravensburg, Nr. 1/April 1927, S. 2–3. (Digitalisat S. 2, 3)
  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 8223 Ravensburg

Einzelnachweise

<references>

   <ref name="LUBW-L+EZG">Länge und Einzugsgebiet nach den einschlägigen Layer auf <ref name="DE-BW_LUBW">Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)</ref> (Detailkarte).</ref>
   <ref name="BfL-187"><ref name="DE_BfL-187">Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 187/193 Lindau/Oberstdorf. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1991. → Online-Karte (PDF; 6,1 MB)</ref></ref>

</references>