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Girls’ Day

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Der Girls’ Day ist ein einmal im Jahr stattfindender Aktionstag, der Mädchen und Frauen motivieren soll, Berufe aus den Bereichen Handwerk, Technik, Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Forschung zu ergreifen. Der Girls’ Day soll dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in sogenannten „Männerberufen“ zu erhöhen und den Fachkräftemängel, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und im Handwerk<ref>tagesschau.de - die erste Adresse für Nachrichten und Information. In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk, 22. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.</ref> zukünftig und langfristig zu verringern. Der Boys’ Day gilt als Pendant zum Girls’ Day.

Datei:Girls Day Frankfurt.jpg
Demonstration zum Girls’ Day in Frankfurt am Main (2022)

Organisation

Verschiedene Unternehmen, überwiegend in der Industrie, laden Mädchen ab der fünften Jahrgangsstufe in ihr Unternehmen ein und geben Gelegenheit, Arbeitsplätze in Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und Informationstechnik kennenzulernen. Der größte Teil der Unternehmen und Institutionen (über 80 Prozent) lädt zum Girls’ Day interessierte Mädchen zu sogenannten „offenen Veranstaltungen“ ein. In einem kleineren Teil der Organisationen erhalten Mitarbeitertöchter die Gelegenheit, den Arbeitsplatz ihrer Eltern kennenzulernen. Üblicherweise wird der Girls’ Day von einem Rahmenprogramm begleitet, bei dem die Mädchen den Betrieb vorgestellt bekommen und Gelegenheit haben, selbst Fragen zu stellen und aktiv zu werden.

Situation in Deutschland

In Deutschland wurde zum Girls’ Day eine Gemeinschaftsinitiative von folgenden Institutionen und Organisationen initiiert:

Der Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. koordiniert viele der teilnehmenden Organisationen und Betriebe.

Das Land Brandenburg bietet seit 2002 anstatt des Girls’ Day den „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ an. An diesem Projekttag können alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis neun geschlechtsuntypische Berufe in Unternehmen kennenlernen. So sollen nicht nur Mädchen typische Männerberufe in ihre Berufswahl stärker einbeziehen, sondern auch Jungen typische Frauenberufe (wie Kindertagesstätte, Grundschule und Pflege). Der Brandenburger Zukunftstag dient damit auch der allgemeinen Fachkräftesicherung.

In Niedersachsen findet seit 2005 zeitgleich zum bundesweiten Girls’ Day der „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ statt,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Girls’Day in den Bundesländern: Niedersachsen (Memento vom 24. April 2012 im Internet Archive), abgerufen am 26. April 2012.</ref> seit 2018 ist die Teilnahme für Schüler der Klassenstufen 5 bis 9 als Bestandteil in die berufliche Orientierung an allgemeinbildenden Schulen eingebettet.<ref>Zukunftstag für Mädchen und Jungen in Niedersachsen, abgerufen am 31. Juli 2019.</ref> Der entsprechende Runderlass des Niedersächsischen Kultusministeriums vom 17. September 2018 sieht für den Zukunftstag getrennte Angebote vor, wobei sich die Mädchen und Jungen einen Einblick in vermeintlich typische Berufe des jeweils anderen Geschlechts verschaffen sollen.<ref>Berufliche Orientierung an allgemein bildenden Schulen. Runderlass 24-81403 – VORIS 22410. Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, 17. September 2018, abgerufen am 31. Juli 2019.</ref>

Der amtierende Bundeskanzler lädt Mädchen einen Tag vor dem eigentlichen Girls’ Day in das Bundeskanzleramt ein, um für mehr Frauen in MINT-Berufen und -Studiengängen zu werben, da Frauen dort deutlich unterrepräsentiert sind.<ref>Treffen des Bundeskanzlers mit Schülerinnen anlässlich des Mädchen-Zukunftstages. Abgerufen am 3. Mai 2023.</ref>

Seit 2011 findet parallel zum Girls’ Day ein bundesweiter Boys’ Day statt, der die Rollenstereotype für Jungen aufbrechen möchte.<ref>Homepage Boys’ Day – Jungenzukunftstag, abgerufen am 12. Januar 2014</ref>

Girls’ Days in Deutschland<ref>Girls’Day in Zahlen. Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V., abgerufen am 3. Mai 2023.</ref><ref>Girls’Day kurz erklärt – Fragen und Antworten. FAQ. Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit, abgerufen am 8. Mai 2012: „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag ist immer am vierten Donnerstag im April.“</ref><ref>Girls'Day in Zahlen | Girls'Day. Abgerufen am 7. Februar 2026.</ref>
Datum Angebote Plätze Barrierefreie Angebote
26. April 2001 39 1.800 keine Zahlen vorhanden
25. April 2002 1.267 42.500 keine Zahlen vorhanden
8. Mai 2003 3.905 101.000 keine Zahlen vorhanden
22. April 2004 5.303 114.000 keine Zahlen vorhanden
28. April 2005 6.974 127.000 keine Zahlen vorhanden
27. April 2006 7.085 122.000 keine Zahlen vorhanden
26. April 2007 8.113 138.000 keine Zahlen vorhanden
24. April 2008 8.583 133.000 keine Zahlen vorhanden
23. April 2009 9.098 127.000 keine Zahlen vorhanden
22. April 2010 9.618 123.000 keine Zahlen vorhanden
14. April 2011 9.831 126.000 keine Zahlen vorhanden
26. April 2012 9.572 116.000 keine Zahlen vorhanden
25. April 2013 9.240 108.000 keine Zahlen vorhanden
27. März 2014 9.000 103.000 1.110
23. April 2015 9.450 103.000 1.211
28. April 2016 9.500 98.400 1.326
27. April 2017 10.300 100.000 1.586
26. April 2018 10.500 100.000 1.930
28. März 2019 10.450 100.300 1.547
26. März 2020 0 0 0
22. April 2021 3.352 78.629 183
28. April 2022 7.874 91.651 1.703
27. April 2023 13.600 124.600 3.233
25. April 2024 15.342 135.455 3.809
3. April 2025 14.944 131.577 3.840
23. April 2026

Situation in Österreich und der Schweiz

In Österreich findet der Girls’ Day seit 2001 jährlich statt.

Seit 2006, stets am vierten Donnerstag im April, beteiligen sich Institutionen mit vielseitigen Programmen am Girls’ Day im Bundesdienst. Seit dem Jahr 2015 konnte mit dem Girls’ Day MINI ein zusätzliches Angebot für Mädchen ab vier Jahren geschaffen werden.<ref>Was ist der Girls’ Day. Bundeskanzleramt (Österreich), abgerufen am 9. Mai 2023.</ref>

In der Schweiz ist ein ähnlicher Aktionstag als Nationaler Zukunftstag jeweils im November bekannt.<ref>Datum Nationaler Zukunftstag. Abgerufen am 22. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Vorläufer

Eine Vorläufervariante des Aktionstags wurde 1993 in New Orleans in den Vereinigten Staaten von der Organisation {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) veranstaltet. Der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) wurde inzwischen in {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) („nehmt unsere Töchter und Söhne mit zur Arbeit“) umbenannt und ist ein Tag ausschließlich für Kinder von Mitarbeitern in Unternehmen. Er findet – wie auch der Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag – üblicherweise am vierten Donnerstag im April statt. Der Girls’ Day ist im Gegensatz zu dieser Vorläufervariante nicht auf Mitarbeiterkinder beschränkt. Ziel des Girls’ Day ist nicht in erster Linie das Kennenlernen der Arbeitsplätze der Eltern. Mädchen sollen an diesem Tag die Chance auf einen möglichst breitgefächerten Einblick in Berufsbereiche erhalten, in denen bisher wenige Frauen arbeiten. Angestrebt wird, dass Schülerinnen sich ihren Girls’-Day-Platz selbst auswählen können. Häufig ergreifen sie die Initiative zur Anmeldung selbst (60 Prozent). Der erste Tag, der nach diesem Muster durchgeführt wurde, fand in dem Unternehmen Lucent Technologies in Nürnberg im Jahr 2000 statt und wurde in einem Forum an Schulen, Politik und Gesellschaft weiter verfolgt.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.muenster.deBericht vom Frauenbüro Münster, 2004, S. 16 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF-Datei; 1,40 MB)</ref> Den Girls’ Day gibt es seit dem Jahr 2001. Ursprungsland ist Deutschland.

Name

Nach Angaben der Projektverantwortlichen wählten Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren bei einer kleinen Umfrage in Mädchentreffs und Schulklassen den Namen Girls’ Day unter mehreren Alternativen aus; Mädchen-Zukunftstag wurde hinzugefügt, damit das Ziel dieses bundesweiten Aktionstags auch in deutscher Sprache im Namen enthalten ist.<ref>Häufige Fragen zum Girls’Day – Abschnitt: Woher hat der Girls’Day seinen Namen? (abgerufen am 7. Juni 2018)</ref>

Kritik

Nach Einführung des Girls’ Days wurde wiederholt auf das fehlende Gegenstück für Jungen hingewiesen. Seit 2011 existiert der Boys’ Day. Es gibt jedoch auch Kritik daran, dass Jungs an die schlecht bezahlten Jobs im sozialen Bereich herangeführt werden sollen und dass die Aktionstage nicht nachhaltig seien.<ref>Spiegel Online: Die Aktionstage Girls’Day und Boys’Day sind umstritten – Girls’Day und Boys’Day – Männer hängt die Pin-up-Poster ab., 24. April 2013, abgerufen am 12. Januar 2014</ref> Der erste Kritikpunkt weist allerdings weit über die Einzelmaßnahme Boys’ Day hinaus:

„Wenn die Lohnlücke zwischen typisch männlichen und typisch weiblichen Berufen nicht so weit aufklaffen würde, könnten sich mehr Männer mit dem Gedanken anfreunden, in einem ursprünglich frauendominierten Beruf zu arbeiten – im Kindergarten oder im Altenheim zum Beispiel. Allerdings zeigt die Forschung auch, dass dies die Geschlechterunterschiede bei der Berufswahl nur marginal verändern würde.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Marcel Helbig: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung<ref name="Helbig">Marcel Helbig im Interview mit C. Bertelsmann: „Die Rollenmuster aufbrechen.“ Der Bildungssoziologe Marcel Helbig über Sinn und Unsinn des Girls’Day. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 31, 7./8. Februar 2015, ISSN 0174-4917, S. 67.</ref>

Der zweite Kritikpunkt – die fehlende Nachhaltigkeit – wird darauf zurückgeführt, dass der Prozess, in dem sich der Berufswunsch ausbildet, bereits im Kindergarten und Vorschulalter beginnt und der Girls’ Day relativ spät ansetzt; immerhin „helfen diese Tage dabei, das Thema ins Bewusstsein der Gesellschaft zu heben. Sie machen uns bewusst, dass wir da immer noch ein Defizit haben“.<ref name="Helbig" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />