Glanzstoff Austria
| Glanzstoff Austria
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Glanzstoff Austria logo.svg | |
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Gründung | 1904 |
| Auflösung | 2009 |
| Sitz | St. Pölten, Österreich |
| Mitarbeiterzahl | 350 |
| Branche | Chemische Industrie |
| Stand: 2008 | |
Die Glanzstoff Austria (früher Erste österreichische Glanzstoff-Fabriken, Glanzstoff-Fabrik St. Pölten oder Enka Austria) war ein chemisches Unternehmen im niederösterreichischen St. Pölten. Das 1906 eröffnete Werk produzierte bis 2008 bis zu 12.000 Tonnen Viskosefasern pro Jahr und war zeitweise deren zweitgrößter Produzent weltweit. Zuletzt erwirtschaftete es einen Umsatz von 50 Mio. Euro.<ref>glanzstoff.at: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Umsatzangabe ( vom 29. November 2010 im Internet Archive) auf glanzstoff.at</ref>
Nach einem Brand in der Abluftreinigungsanlage im Jänner 2008 wurde die Produktion gestoppt, konnte jedoch im April des Jahres teilweise wiederaufgenommen werden. Im Juli 2008 wurde überraschend bekannt gegeben, die Viskosegarnproduktion in St. Pölten zu beenden. Ende 2008 wurde die Produktion endgültig eingestellt, Anfang 2009 wurde das Unternehmen aufgelöst und die Liegenschaften von der Glanzstoff-Gruppe, die sich im Eigentum der CAG Holding befindet, übernommen.
Seit 2015 stehen die verbliebenen Bauwerke der Anlage unter Denkmalschutz.<ref name="denkmalliste" />
Geschichte
Entstehung und Entwicklung bis zum Anschluss an das Deutsche Reich
1903 wurde ein neuer Zollvertrag zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich abgeschlossen, der die Einfuhr deutscher Waren nach Österreich erschwerte. Die Eigentümer des deutschen Unternehmens Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, allen voran der Österreicher und Mitbegründer Johann Urban, entschieden, ein eigenes Werk in Österreich zu eröffnen, um trotzdem den Markt in Österreich-Ungarn ohne Schwierigkeiten bedienen zu können.<ref name="buettner72Gruenderzeit" /> Urban wurde 1904 zum Leiter des Tochterunternehmens unter der Firma Erste Österreichische Glanzstoff-Fabrik AG mit Sitz in Wien ernannt.<ref name="StrassenUrban" /> Als die Aktiengesellschaft im Dezember 1904 gegründet wurde, waren außer der Muttergesellschaft noch die Oberrheinische Bank und die Niederösterreichische Escompte-Gesellschaft beteiligt. Das Aktienkapital sollte ursprünglich drei Millionen Kronen betragen,<ref name="presse02121904" /> bei der Gründung am 17. Dezember wurde es jedoch auf nur 2,5 Millionen Kronen festgesetzt.<ref name="presse17121904" />
Urban machte sich auf die Suche nach einem Standort für eine Betriebsstätte in Österreich, Wien kam aufgrund der hohen Grundstückspreise nicht in Frage.<ref name="buettner72Gruenderzeit" /> Die Wahl fiel vor allem aufgrund der verkehrsgünstigen Lage an der Westbahn, den ausreichenden Grundwasserreserven und der günstigen Energieversorgung aus den städtischen Elektrizitätswerken auf Viehofen. Der damalige St. Pöltner Bürgermeister Wilhelm Voelkl hatte Urban zudem den günstigen Baugrund vom Niederösterreichischen Religionsfonds<ref name="buettner595e" /> knapp außerhalb der Stadtgrenzen verschafft, ließ auf Stadtkosten die Zufahrtsstraße errichten und veranlasste einen vorgezogenen Kanalbau. Zudem wurden von der Stadt die Kanalgebühren um 25 % reduziert<ref name="Bote" /> und die Verpflichtung eingegangen, Arbeiterwohnungen zu errichten.<ref name="buettner72Gruenderzeit" /> Schon 1903 hatte Hermann Ofner einen Verein zur Erbauung billiger Wohnungen gegründet, der in den Folgejahren zahlreiche Arbeiterwohnhäuser errichtete. Das mit Abstand größte war der Komplex der Zehn-Häuser-Gruppe am Mühlweg, bei seiner Fertigstellung 1908 beherbergte er über 100 Arbeiterwohnungen.<ref name="KunstdenkmalZehnHaeuser" />
| Jahr |
Mitarbeiter |
Tagesproduktion in Tonnen |
|---|---|---|
| 1906 | 306 | 0,125 |
| 1914 | 1.700 | unbekannt |
| 1928 | 3.020 | 6 |
| 1930<ref name="MA1930"/> | 2.500 | unbekannt |
| 1932 | 800 | 2,5 |
| 1939 | unbekannt | 4 |
| 1940 | unbekannt | 5 |
| 1943 | 2.200 | 8,8 |
| 1944 | unbekannt | 9,5 |
| 1945 | 600 | unbekannt |
| 1955 | 1.400 | 6 |
| 1959 | 1.485 | 15 |
| 1965 | 1.550 | 24 |
| 1971 | 1.353 | 33 |
| 1974 | 968 | 41 |
| 1979<ref name="AZ17011979" /> | 550 | 33 |
| 1983<ref name="ReyonPost2-83" /> | 965 | 35 |
| 1984<ref name="ReyonPost1-85" /> | 892 | 41,2 |
| 1990<ref name="ReyonPost2-91" /> | 913 | 36,7 |
| 1994 | 250 | unbekannt |
| 1996<ref name="StPoeltenJahrbuch198696" /> | 420 | unbekannt |
| 1997<ref name="wb25101996" /> | 530 | 30 |
| 2000 | 422 | unbekannt |
| 2004 | 500 | 34 |
| 2008 | 350 | 31,5 |
| 2010 | 15 | keine Produktion |
Die Fabrik wurde am 4. April 1906 in Betrieb genommen,<ref name="buettner72Gruenderzeit" /> zu den Eröffnungsfestlichkeiten im Mai 1906 erschienen zahlreiche Ehrengäste.<ref name="eroeffnung1"/><ref name="eroeffnung2"/> Zu Produktionsbeginn erzeugten 306 Arbeiter täglich 125 Kilogramm Kupferseide, später wurde die Tagesproduktion auf 600 Kilogramm gesteigert. Bald darauf erfolgten die ersten Erweiterungsarbeiten, unter anderem ließ Urban 1908 das Verwaltungsgebäude aufstocken.
Der Verwaltungsrat entschied, 1911 die Fabrik auf Viskosefaser-Erzeugung umzustellen, was bauliche Änderungen bedingte und durch eine Kapitalerhöhung auf 4 Millionen Kronen finanziert wurde. Die mehrere Neubauten umfassende Umrüstung war 1913 abgeschlossen.<ref name="aeiou" />
Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs stieg die Mitarbeiterzahl auf 1.700 an. Schon kurz nach Kriegsausbruch musste ein Teil des Werksareals an ein Zweigwerk der Whitehead Torpedofabrik abgegeben werden. 1917 wurde die Produktion von Kartuschbeuteln für den Sprengstoff in Granaten unter Heeresaufsicht gestellt, was zu einer kurzfristigen Produktionssteigerung führte. 1918 stand das Werk nahezu still, das Schwefelsäurelager und ein Magazin waren zerstört, 1919 kam die Produktion mangels Kohle komplett zum Erliegen. Nach sechs Monaten konnte der Betrieb reduziert wiederaufgenommen werden, die Anlagen waren jedoch erst 1922 wieder voll ausgelastet.
1926 wurde damit begonnen, das Werk auszubauen. Grundlage dieser Erweiterung war eine Erhöhung des Aktienkapitals und der Verkauf der Aktienmehrheit an die niederländische Algemene Kunstzijde Unie N.V. Bis 1929 wurden das Kesselhaus, das Turbinenhaus und der 100 m hohe Schornstein errichtet, weiters wurde das angrenzende Areal der geschlossenen Whitehead Torpedofabrik erworben. Es konnten jedoch nicht alle zu Kriegsbeginn abgegebenen Flächen zurückgekauft werden, ein Teil der Grundstücke wurde der Stadt St. Pölten zur Schuldenabdeckung übergeben.<ref name="StadlerWhitehead" /> Nach den Ausbauten beschäftigte die Glanzstoff 3.000 Mitarbeiter, die pro Tag sechs Tonnen Viskose produzierten. Als der Ort Viehofen 1923<ref name="historischestadtentwicklung" /> eingemeindet wurde, war der Betrieb der größte St. Pöltens. Die Ende der 1920er Jahre einsetzende Weltwirtschaftskrise traf das Unternehmen ungleich härter als die meisten anderen der Stadt. Millionenverluste<ref name="noemuseum" /> zwangen die Eigentümer, das Werk für 18 Monate zu schließen, 1932 wurde mit 800 Mitarbeitern der Betrieb wiederaufgenommen. 1933 wurde eine bis zuletzt bestehende eigene Betriebsfeuerwehr gegründet, die Feuerwehrausrüstung wurde von der geschlossenen Torpedofabrik übernommen.<ref name="BTF" />
Zweiter Weltkrieg und Besatzungszeit
Der Anschluss an das Deutsche Reich bewirkte zunächst einen Aufschwung durch die Integration in einen größeren Wirtschaftsraum. Schon bald wurde die Fabrik ein wichtiger Betrieb für die Rüstungsindustrie. Die produzierten Garne fanden in Rüstungsprodukten wie Fallschirmen, Reifenkörben und Kartuschbeuteln für den Sprengstoff in Granaten Verwendung. Nachdem das Unternehmen 1941 in Glanzstoff-Fabrik St. Pölten AG umbenannt worden war,<ref name="Glanzstoff-Fabrik St. Pölten AG"/> wurde es als kriegswichtig eingestuft. Die durch die Umstellung auf Cordkunstseide, eine mehrfach gezwirnte Viskosefaser, notwendigen Umbauarbeiten konnten dadurch rasch vollendet werden. Neben der Errichtung eines Ätznatronlagers wurden Anbauten an die Kuchendruckwäsche errichtet und die Heizanlage von Dampf auf Heißwasser umgestellt.<ref name="geheimprojekte" />
Ab 1943 wurde die Produktion weiter ausgebaut. Unter anderem wurden ein 35 m hoher Wasserturm, der zu Kriegsende auch als Flakturm diente, eine neue Transformatorenstation und eine Schwefel-Kohlenstoff-Rückgewinnungsanlage neu errichtet. Mit diesen Ausbauten wurde die Produktion zwischen 1938 und 1944 von 2.100 auf 9.500 Jahrestonnen mehr als vervierfacht. In der Fabrik wurden zahlreiche Zwangsarbeiter beschäftigt, für die ein eigenes Barackenlager auf dem Werksgelände unterhalten wurde.<ref name="geheimprojekte" />
Bei der Einnahme St. Pöltens durch die sowjetischen Truppen wurde das Werk stark beschädigt, immerhin konnte die Sprengung des Betriebs verhindert werden. Am 14. April um 4 Uhr früh informierte ein italienischer Arbeiter den Produktionsleiter Franz Laimer über die geplante Sprengung, der im letzten Augenblick die Zündschnur durchschneiden konnte.<ref>Franz Forstner: 1945. Ende und Anfang. In: Siegfried Nasko, Willibald Rosner: St. Pölten im 20. Jahrhundert. Residenz, St. Pölten 2010, S. 122–151, hier: S. 126.</ref> Die Glanzstoff wurde von den Sowjets als Deutsches Eigentum beschlagnahmt und in die USIA eingegliedert, 45 % der Maschinen des Betriebs wurden noch 1945 in die Sowjetunion abtransportiert.<ref name="buettner595c" /> Zu Kriegsende beschäftigte der Betrieb nur mehr 600 Mitarbeiter, bis 1955 stieg die Zahl der Arbeitnehmer auf 1.400 an. 1955, nach Abschluss des österreichischen Staatsvertrags und dem Ende der USIA, wurde das Werk unter öffentlicher Verwaltung weitergeführt. Erst 1956 konnte die Algemene Kunstzijde Unie die Aktienmehrheit wieder übernehmen, musste jedoch in den nächsten sechs Jahren 10.000 Tonnen Seide an die Sowjetunion als Ablöse liefern.<ref name="AZ02071961" /> Unter Auswertung der während des Kriegs entwickelten Herstellungsverfahren konnte die Produktion von Kunstseide für Autoreifenkarkassen bald wieder aufgenommen werden, 1957 waren 1.400 Personen angestellt.
Zweite Republik
In den folgenden Jahren wurde die Fabrik erweitert. Gegen Ende der 1950er wurden eine Spinnbad-Kristallisationsanlage zur Wiederaufbereitung der Spinnbäder sowie eine Schärabteilung eingerichtet, zwischen 1963 und 65 wurde neben zwei neuen Werkshallen vor allem die Energieversorgung infolge eines einwöchigen Kohlebunkerbrandes<ref name="BTF" /> von Kohle auf Erdgas umgestellt. Seit 1960 produzierte das Werk auch das Bautenschutzmittel Kenitex. 1969 reorganisierte der Hauptaktionär der Glanzstoff seine Chemiefaserunternehmen. Die der Algemene Kunstzijde Unie gehörenden Werke in den Niederlanden sollten mit jenen der Glanzstoff AG in Deutschland wirtschaftlich und organisatorisch als ein Unternehmen geführt werden, der Name der neuen Gruppe war AKZO N.V., die Glanzstoff wurde der Tochtergesellschaft Enka-Glanzstoff untergeordnet.<ref name="buettner72Freiheit" />
Nachdem 1975 vorübergehend auf Kurzarbeit umgestellt wurde, entschloss sich die Konzernleitung Ende 1977, das Werk aufgrund pessimistischer Absatzprognosen im Laufe des Jahres 1978 zu schließen. Nach einem Konjunkturaufschwung im Herbst 1978 eröffneten sich neue Absatzmärkte und der Stilllegungsbeschluss wurde wieder aufgehoben. Zudem gewährte die Bundesregierung einen Kredit in Millionenhöhe.<ref name="StPoeltenJahrbuch197080" /> Im August 1978 brach ein Brand aus und löste einen Großeinsatz aller Stadtfeuerwehren aus. Es entstand ein Schaden in Höhe von mehr als zwei Millionen Schilling (inflationsbereinigt heute etwa 407.000 Euro), und die Fabrik stand 20 Tage still.<ref name="BTF" /> 1982 wurde die Firma in Enka Austria AG geändert.<ref name="Sonderausstellung" />
Trotz der Aufhebung des Stilllegungsbeschlusses deponierten die Konzernvertreter 1979 bei Bundeskanzler Bruno Kreisky die Absicht das Werk mittelfristig zu schließen. Es wurde vereinbart, dass bei zukünftigen Problemen die Bundesregierung frühzeitig informiert und ihr das Werk zum Kauf angeboten wird. Im September 1981 trat der Fall ein, die Werksleitung informierte den Bundeskanzler über finanzielle Probleme. Nach Zuschuss von je 20 Mio. Schilling für 1982 und 1983 wurde versucht, die Fabrik an die Chemiefaser Lenzing zu verkaufen, die jedoch nach eingehender Prüfung ablehnte. Im November 1982 wurden 110 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet und die Produktion um 70 % gesenkt,<ref name="ReyonPost1-83" /> im darauffolgenden Monat wurde bekannt, dass der Betrieb mit April 1983 verstaatlicht werden sollte.<ref name="AZ23121982" /> Das neue Unternehmen mit dem Namen Glanzstoff Austria Ges.m.b.H sollte ursprünglich zu einem Drittel vom Land Niederösterreich übernommen werden, was am damaligen Landeshauptmann Siegfried Ludwig scheiterte.<ref name="AZ01041983" />
Nach einer Sanierung und Umstrukturierung erfolgte 1988 die Rückumwandlung in eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 50 Millionen Schilling (heute etwa 6.894.000 Euro), 99,6 Prozent der Aktien wurden an die Lenzing AG verkauft,<ref name="ReyonPost1-88" /> der Kaufpreis lag bei rund 111 Millionen Schilling (heute etwa 15.304.000 Euro).<ref name="ReyonPost1-89" /> Im Dezember 1989 erhielt das Werk die Staatliche Auszeichnung und durfte seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.<ref name="staatlicheauszeichnung" /> Zwei Jahre später fanden 900 Personen Arbeit in der Glanzstoff, das Unternehmen ging an die Börse.<ref name="boersengang" /> 1990 wurde die Tochtergesellschaft Domus Liegenschaftsverwaltung gegründet, die alle Wohnhäuser der Glanzstoff und, seit 1993, die nicht mehr betriebsnotwendigen Gebäude der CAG-Gruppe verwaltet.<ref name="domus" /> 1991 ging eine biologische Abwasser- und Recyclinganlage in Betrieb.<ref name="muk" /> Zwei Jahre später stürzten Absatzrückgänge und Zahlungsrückstände von Kunden das Unternehmen in eine Krise. Der Textilbereich wurde geschlossen, einzig die Reifenindustrie wurde weitergeführt. Die Mitarbeiterzahl reduzierte sich auf 250. Nachdem das Unternehmen Konkurs anmelden musste, wurde es 1994 von der CAG Holding des Industriellen Cornelius Grupp übernommen.<ref name="presse19072008" /> Im Jahr darauf wurde die Produktion textiler Garne wiederaufgenommen. Nach der Inbetriebnahme einer neuen Abgasanlage 1998 wurde das Werk 2001 mit neuen Spinnmaschinen ausgestattet.<ref name="Sonderausstellung" /> Ab 1997 wurde innerhalb der CAG Holding die Glanzstoff-Gruppe gegründet, die neben der Glanzstoff Austria auch die Werke Glanzstoff Bohemia und Textilcord Steinfort umfasste, 2007 kam Sicrem hinzu.
Schließung und Nachnutzung
Am Abend des 10. Jänner 2008 brach in der Abluftanlage ein Brand aus, die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden.<ref name="presse11012008" /> Im Juli wurde bekanntgegeben, dass das Werk mit Jahresende geschlossen werden sollte. Die 327 Beschäftigten wurden beim AMS zur Kündigung angemeldet. Als Grund für die Schließung wurde das langwierige Genehmigungsverfahren für eine neue Abluftanlage genannt, ohne die eine wirtschaftliche Produktion nicht sinnvoll war. Im Dezember 2008 wurde der Betrieb eingestellt,<ref name="orfSchliessung" /> einige Mitarbeiter blieben allerdings in der Energiezentrale sowie in der Abwasserentsorgung eingesetzt.<ref name="orfLetzerTag" /> Die gekündigten Mitarbeiter wurden von einer Outplacementstiftung betreut.<ref name="AnfrageStiftung" /> Diese wurde gemeinsam vom Land Niederösterreich, dem Arbeitsmarktservice und der CAG-Holding finanziert,<ref name="PoeltenStiftung" /> alleine das Land Niederösterreich investierte über 280.000 Euro.<ref name="NOEStiftung" /> Die Glanzstoff Austria wurde Anfang 2009 aufgelöst, die Glanzstoff-Gruppe übernahm die Liegenschaften. Einzig die Holding der Glanzstoff-Gruppe blieb mit 15 Mitarbeitern in St. Pölten, die verbliebenen Angestellten erledigen Verwaltungsaufgaben für die weitergeführten Werke Glanzstoff Bohemia, Textilcord Steinfort und Sicrem der Glanzstoff-Gruppe.<ref name="presse19072008" />
Am 17. Juli 2009 wurde vom Sprengdienst der Feuerwehr St. Pölten der 1929 erbaute Ziegelschornstein gesprengt.<ref name="sprengung"/> Der ursprünglich mit 100 m Höhe erbaute Schornstein musste 1978 infolge eines Blitzschlags bereits bis auf 86 m Höhe abgetragen werden, war jedoch noch immer der höchste in Österreich. Die Sprengung war notwendig geworden, weil das Mauerwerk des außer Betrieb gestellten Schornsteins brüchig zu werden drohte.<ref name="presse17072009" />
Am 17. Februar 2012 wurde von der Feuerwehr auch der 45 m hohe und 1941 errichtete Wasserturm gesprengt. Er war nie als solcher in Betrieb, jedoch als Flak-Turm und zuletzt als Montageort für Funkantennen.<ref name="orf17022012" /> Im Herbst 2012 zog ein Teil der New Design University in eine eigens adaptierte Halle der Glanzstoff ein<ref name="presse14102012" /> und hatte bis 2015 ihren Hauptsitz in der 2.500 m² großen Glanzstoff-Halle, die dafür eigens renoviert wurde.
Seit 2015 steht die ehemalige Fabriksanlage unter Denkmalschutz.<ref name="denkmalliste" />
Nach Schließung wurden Studien zur neuen Nutzung erstellt. 2011 entstand die Studie „design now“ von Peter Noever,<ref>Peter Noever: design now ©. Hrsg.: studio no/ever design. Wien 2011, ISBN 978-3-9503264-1-3.</ref> als Ziel wurden 1.300 neue Wohnungen und über 1.000 neue Arbeitsplätze deklariert.<ref>Neue Mieter: Bewegung bei der Glanzstoff. NÖN, 15. März 2017, abgerufen am 15. März 2017.</ref>
2015 wurde Felix Mitterers Theaterstück „Glanzstoff“ in der Glanzstoff uraufgeführt. Im Herbst 2017 wurde die permanente Lichtskulptur der Künstlerin Brigitte Kowanz eingeweiht.<ref>Brigitte Kowanz: fountain. light + space. Hrsg.: Peter Noever. 1500. Auflage. Verlag für moderne Kunst, Wien 2017, ISBN 978-3-903153-78-3, S. 130.</ref>
Logos, Namen und Eigentümer der Glanzstoff Austria
Die Glanzstoff Austria hatte während ihres 104-jährigen Bestehens mehrere Eigentümer. In der Bevölkerung einfach Glanzstoff genannt, änderte sich die offizielle Firma und das verwendete Logo im Laufe der Zeit mehrmals, meist aufgrund Eigentümerwechsels. In der folgenden Tabelle werden die Logos, Eigentümer und Firmen aufgeführt.
- Logos
-
Logo von 1929
-
Logo von 1982 bis 1983
-
Logo von 1988 bis 1991
-
Logo ab 1991
| Zeitraum | Name | Eigentümer |
|---|---|---|
| 1904–1926 | Erste österreichische Glanzstoff-Fabriken AG | Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG |
| 1926–1941 | Erste österreichische Glanzstoff-Fabriken AG | Algemene Kunstzijde Unie N.V. |
| 1941–1945 | Glanzstoff-Fabrik St. Pölten AG<ref name="Glanzstoff-Fabrik St. Pölten AG"/> | Deutsches Reich |
| 1945–1955 | Glanzstoff-Fabrik St. Pölten | Управление советским имуществом в Австрии (USIA) |
| 1955–1956 | Erste österreichische Glanzstoff-Fabrik | Öffentliche Verwaltung |
| 1955–1969 | Erste österreichische Glanzstoff-Fabrik AG | Algemene Kunstzijde Unie N.V. |
| 1969–1982 | Erste österreichische Glanzstoff-Fabrik AG | AKZO N.V. |
| 1982–1983 | Enka Austria AG | AKZO N.V. |
| 1983–1988 | Glanzstoff Austria Ges.m.b.H | Gesellschaft für Bundesbeteiligungen an Industrieunternehmen |
| 1988–1994 | Glanzstoff Austria AG | Lenzing AG |
| 1994–2009 | Glanzstoff Austria GmbH | Glanzstoff-Gruppe der CAG Holding |
Produkte und Produktion
Kurz nach der Eröffnung der Ersten österreichischen Glanzstoffabrik wurde von der Kupferseide- auf die Viskosegarnerzeugung umgestellt. Bis zuletzt produzierte das Werk vorwiegend Viskosefilamentgarne. Die technischen Garne, vertrieben unter dem Namen Viscord, wurden vor allem für die Reifenproduktion verwendet, die textilen Garne Viscofil und Viscont wurden in der Kleidungsindustrie angewandt.<ref name="glanzstoffprodukteviskose" /> Der Unterschied zwischen technischen und textilen Garnen lag vor allem in der Anzahl der verzwirnten Filamente. Während beim textilen Garn zwischen 33 und 330 Fasern verzwirnt<ref name="glanzstoffprodukteviskoseviscont" /> wurden, betrug die Anzahl bei den technischen Garnen zwischen 660 und 2.640.<ref name="glanzstoffprodukteviskoseviscord" />
Die Produktion verlief in beiden Fällen gleich. Zuerst wurde langfasriger Zellstoff in 15-prozentiger Natronlauge alkalisiert. Die Lauge wurde danach abgepresst und in den Prozess zurückgeführt. Nachdem der Zellstoff zerfasert war, wurde er vorgereift und anschließend in Schwefelkohlenstoff xanthogeniert. Durch den Zusatz von wässriger Natronlauge entstand eine zähe Flüssigkeit, genannt Viskose, die in die Spinnabteilung gelangte. Dort wurde die Viskose, je nach gewünschter Faserqualität, durch Spinndüsen unterschiedlicher Lochzahl in ein Spinnbad gedrückt. Die schwefelsauren Spinnbäder enthielten hohe Konzentrationen an Natriumsulfat und Zinksulfat, bei textilen Garnen zusätzlich Farbpigmente. Darin flockte die gelöste Cellulose unter Kohlenstoffdisulfid-Abgabe. Danach wurden die Fäden aufgespult, mehrfach zur Entfernung von Spinnbadrückständen gewaschen, getrocknet und bei Bedarf verzwirnt.<ref name="muk" /> Im Wesentlichen lief die Produktion schon 1961 auf gleiche Weise.<ref name="AZ02071961" /> Bei der Spinnbadaufbereitung entstand als Nebenprodukt Natriumsulfat. Die jährlich etwa 12.000 produzierten Tonnen wurden weiterverkauft.<ref name="glanzstoffproduktenatriumsulfat" />
In den 1960ern und beginnenden 1970ern produzierte das Werk zudem das Bautenschutzmittel Kenitex. Das Mittel bestand aus einem Kunststoff-Bindemittel mit darin enthaltenen Mineralstoffen wie Asbest, Titanoxid und Zinkoxid, zusätzlich wurden verschiedene Farben beigemengt. Dieses Mittel wurde auf Fassaden aufgetragen und machte das Gebäude wetterfest und beständig gegen Säuren und Laugen.<ref name="buettner72Freiheit" /> Mit dem schrittweisen Verbot von Asbest wurde die Produktion in den 1970ern eingestellt.<ref name="StPoeltenJahrbuch197080" />
Umweltbelastung
In ihrer Geschichte hat die Glanzstoff-Fabrik die Umwelt unterschiedlich stark belastet. Neben der Luftverschmutzung durch Abgase aus der Produktion wurden vor allem in den Anfangszeiten der Boden und das Grundwasser massiv beeinträchtigt.
Zwischen 1904 und 1983 wurde der Nordteil des Betriebsgeländes, etwa 15.000 m², als Abfalldeponie benutzt. Vorwiegend wurden bei der Produktion anfallende Abfälle wie Kohlenasche, Schlacke, Laugenschlamm, Viskoseabfälle und Kalkschlamm sowie hausmüllähnliche Abfälle, Bauschutt und Kies abgelagert. Die Deponie umfasste etwa 38.000 m³ bis 50.000 m³<ref name="Altlast" /> oder 57.100 Tonnen abgelagertes Material. Feststoffuntersuchungen ergaben hohe Konzentrationen an Sulfaten, Zink, FCKW und Schwefelwasserstoff. Auch im Grundwasser wurde eine ständige Überschreitung der für diese Substanzen geltenden Trinkwassergrenzwerte gemessen. Im Jahr 2000 wurde die Deponie Nord als Altlast eingestuft und der Glanzstoff eine Beihilfe von 2,056 Millionen Euro zugestanden, um sie zu sanieren.<ref name="ec" /> Die Deponie wurde 2002 teilweise saniert, der Nordteil der Deponie wurde ausgehoben und entsorgt. Auf dem Südteil der Deponie war eine Werkshalle errichtet worden, weshalb das Ausheben nicht mehr möglich war. Trotzdem sanken die Konzentrationen im Grundwasser unter die gesetzlichen Grenzwerte.<ref name="muk" /> Die Deponie Nord wird heute noch immer zu den Altlasten gezählt.<ref name="altlastuebersicht" /> Im April 2009 wurden am gesamten Areal Bohrungen durchgeführt. Die Bodenproben zeigten eine Bodenbelastung über den Grenzwerten, blieben jedoch unter der Maßnahmenschwelle.<ref name="orfChemischBelastet" />
Durch die direkte Nachbarschaft zur Traisen und die Ableitung der geklärten Abwässer in diese kam es im Fluss zu Belastungen. Zwischen 1993 und 2002 wurden Messungen flussauf und flussab der Glanzstoff durchgeführt, teilweise wurden die Grenzwerte nicht eingehalten. Vor allem der Sulfatwert wurde, trotz der geringen Konzentration vor dem Werk, teilweise um über 300 % überschritten.<ref name="muk" />
Die Glanzstoff und mit ihr St. Pölten war bekannt für den schwefeligen Geruch, der an faule Eier erinnerte. Dieser wurde vor allem durch Kohlenstoffdisulfid und Schwefelwasserstoff hervorgerufen.<ref name="presse08122008" /> Neben diesen beiden Stoffen wurde auch Schwefeldioxid in hohen Mengen ausgestoßen. Während der Ausstoß von Schwefeldioxid sich immer innerhalb des gesetzlichen Rahmens befand, gab es für Schwefelwasserstoff in Niederösterreich keine Grenzwerte. Wenn man die oberösterreichischen Grenzwerte oder jene der WHO anwendete, so wurden diese mehrfach überschritten.<ref name="muk" />
Literatur
- Thomas Karl u. a.: Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten und ihrer eingemeindeten Ortschaften. 1999, ISBN 3-85028-310-0, Eintrag Erste Österreichische Glanzstoffabrik, S. 333–336.
- Franz Mathis: Big Business in Österreich: österreichische Grossunternehmen in Kurzdarstellungen. 1987, ISBN 3-486-53771-7, Eintrag Glanzstoff, S. 122–123.
- Gerhard Stadler: Das industrielle Erbe Niederösterreichs. 2006, ISBN 3-205-77460-4, Kapitel Gemeinde St. Pölten – Glanzstoff, S. 603–606.
- Fünfundzwanzig Jahre Erste Österreichische Glanzstoff-Fabrik A. G. St. Pölten 1929.
- Franz Fiedler: 75 Jahre Erste österreichische Glanzstoff-Fabrik Aktiengesellschaft, Sondernummer der Werkszeitung reyon post, 1979.
Weblinks
- Unternehmenswebsite
- Eintrag zu Glanzstoff Austria im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zu Glanzstoff Austria in den Historischen Pressearchiven der ZBW
Einzelnachweise
<references> <ref name="StrassenUrban"> Manfred Wieninger: St. Pöltner Straßennamen erzählen. Eintrag zur Urbanstraße. 2002, ISBN 3-7066-2208-4, S. 374–375. </ref> <ref name="KunstdenkmalZehnHaeuser"> Thomas Karl u. a.: Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten und ihrer eingemeindeten Ortschaften. Eintrag Zehn-Häuser. 1999, ISBN 3-85028-310-0, S. 405. </ref> <ref name="aeiou"> Eintrag zu Glanzstoff Austria im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon) </ref> <ref name="geheimprojekte"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />geheimprojekte.at ( vom 25. März 2010 im Internet Archive) zur Glanzstoff zwischen 1938 und 1945. </ref> <ref name="historischestadtentwicklung"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Historische Entwicklung ( vom 25. Oktober 2007 im Internet Archive) der Stadt St. Pölten. </ref> <ref name="noemuseum"> Die Erste österreichische Glanzstoff-Fabrik-AG in St. Pölten stellt die Produktion ein in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich) </ref> <ref name="buettner72Freiheit"> Rudolf Büttner: St. Pölten als Standort industrieller und großgewerblicher Produktion seit 1850, Kapitel Ausbau der Wirtschaft in der Freiheit – Chemische Industrie mit Kunstfasererzeugung. 1972, S. 102–105. </ref> <ref name="buettner72Gruenderzeit"> Rudolf Büttner: St. Pölten als Standort industrieller und großgewerblicher Produktion seit 1850. Kapitel St. Pöltens Gründerzeit – Chemische Industrie mit Kunstfasererzeugung 1972, S. 38–41. </ref> <ref name="buettner595e"> Rudolf Büttner, Elfriede Klee: St. Pölten als Industriestandort. (Wiener Geographische Schriften, Band 8) Kapitel 5.e) Die Moderne Industrie – Die besonderen Standortbedingungen am Beispiel dreier Großbetriebe zur Zeit ihrer Errichtung 1959, S. 46–50. </ref> <ref name="buettner595c"> Rudolf Büttner, Elfriede Klee: St. Pölten als Industriestandort. (Wiener Geographische Schriften, Band 8) Kapitel 5.c) Die Moderne Industrie – Die Entwicklung und Einrichtung der Industriebetriebe 1959, S. 37–44. </ref> <ref name="StadlerWhitehead"> Gerhard Stadler: Das industrielle Erbe Niederösterreichs. Kapitel Gemeinde St. Pölten – Whithehead. 2006, ISBN 3-205-77460-4, S. 607–608. </ref> <ref name="Sonderausstellung"> Begleitheft zur Sonderausstellung Glanzstoff – St. Pölten nimmt Abschied. </ref> <ref name="BTF"> Betriebsfeuerwehr der Glanzstoff Austria GmbH: 70 Jahre 2003. </ref> <ref name="AZ23121982"> 1100 Arbeitsplätze bei ENKA jetzt gesichert. In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 23. 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Dezember 2008. </ref> <ref name="orf17022012"> Glanzstoff-Wasserturm gesprengt auf noe.orf.at, 17. Februar 2012. </ref> <ref name="wb25101996"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Glanzstoff verdoppelt die Faserproduktion ( vom 16. März 2016 im Internet Archive) in: WirtschaftsBlatt, 25. Oktober 1996. </ref> <ref name="AnfrageStiftung"> Anfragebeantwortung (PDF; 220 kB) des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz vom 8. Jänner 2010 zum Thema Arbeitsstiftungen, S. 7. </ref> <ref name="NOEStiftung"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Presseaussendung ( vom 1. Mai 2015 im Internet Archive) des Landes Niederösterreich vom 28. April 2009 </ref> <ref name="PoeltenStiftung"> Wir haben alles versucht und waren für alle rechtlich gangbaren Lösungsvorschläge offen!, Presseaussendung der Stadt St. Pölten vom 4. August 2008. </ref> <ref name="ReyonPost1-83"> Von der Enka zur Glanzstoff-Austria Ges. m. b. H. in Reyon Post, Ausgabe 1/1983, S. 5–6. </ref> <ref name="ReyonPost2-83"> Silberstreifen für die Glanzstoff in Reyon Post, Ausgabe 2/1983, S. 4–6. </ref> <ref name="ReyonPost1-85"> Geschäftsjahr 1984 in Reyon Post, Ausgabe 1/1985, S. 3–4. </ref> <ref name="ReyonPost1-88"> St. Pölten und Lenzing – Vorteile einer gemeinsamen Zukunft in Reyon Post, Ausgabe 1/1988, S. 3. </ref> <ref name="ReyonPost1-89"> Rückblick und Vorschau – Bericht des Vorstandes in Reyon Post, Ausgabe 1/1989, S. 3. </ref> <ref name="ReyonPost2-91"> Auszug aus dem Aktionärsbrief 2/1991 in Reyon Post, Ausgabe 2/1991, S. 6. </ref> <ref name="domus"> Homepage der Domus Liegenschaftsverwaltungs Gesellschaft m.b.H. </ref> <ref name="denkmalliste"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Niederösterreich – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. ( vom 7. Mai 2016 im Internet Archive; PDF) Bundesdenkmalamt, Stand: 26. 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