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Grüner Mühle

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Datei:Gruener Muehle 2.jpg
Sicht des Fachwerkgebäudes der Ölmühle vom Wehr aus

Die Grüner Mühle ist eine ehemals als Ölmühle und Papiermühle genutzte Wassermühle am Wehr unterhalb der Weidenhäuser Brücke in Marburg an der Lahn am Rand des heutigen Südviertels. Neben dem „Grüner Tor“ am südlichen Ende der Straße „Am Grün“, der historischen Wasserfront von Marburg mit kleinteiligen Häusern direkt an der Uferkante der Lahn, war dies vor der Stadterweiterung mit dem ab etwa 1880 entstandenen Südviertel der südliche Stadtrand der Stadt.<ref name="Lahnstudie">Bernhard Geiger: Lahnstudie Marburg, pdf, Landschaftsplanerische Studie zur Entwicklung des Lahnsystems (2008) Lahnstudie auf der Seite der Stadt Marburg, abgerufen am 12. April 2018.</ref>

Die Mühle wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Bischof Ludwig von Münster verzichtete 1320 auf seinen Anspruch auf die Mühle. Landgraf Otto I. übergab die Mühle daraufhin dem Deutschen Orden zu Marburg. Dieser tauschte sie aber 1496, gegen Vergünstigungen, wieder mit dem Landgrafen.

Heute ist das unterschlächtige Mühlenrad zwar noch vorhanden, jedoch nicht mehr in Betrieb. In einem der Gebäude sind jetzt eine Gaststätte und mehrere Appartements untergebracht. Ab 1583 oder 84 wurde mit einer Wasserkunst das Wasser der Lahn in eine Wasserleitung zu einem Wasserbehälter am Marburger Landgrafenschloss oberhalb der Oberstadt hochgepumpt.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.op-marburg.deErste Wasserleitung gab es im späten Mittelalter (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, Oberhessische Presse, 20. September 2015.</ref> 1456 wurde die neue Ölmühle errichtet, 1570 zur Papierherstellung eine Papiermühle.<ref>Bericht zur Aktenrecherche, Marburg, Wehr am Grün (PDF), Freies Institut für Bauforschung und Dokumentation e. V. auf der Website der Stadt Marburg (Zusammenfassung S. 68), Januar 2019, abgerufen am 29. August 2019.</ref>

Lahnwehr Grüner Wehr

Das zwischen ehemaliger Mühle auf dem Westufer und dem Trojedamm mit der Hirsemühle auf dem Ostufer im Stadtteil Weidenhausen gebaute 73 m lange Grüner Wehr staut das Wasser neben der Mühle auch für den Mühlkanal auf (1722 „Kupfer-Mühl-Wasser“ genannt), der hier parallel zur Lahn nach Süden abfließt. Das typische Schrägwehr aus Blocksteinen mit Wehrverbreiterung in seiner Baugeschichte und die Erweiterung um eine Steinschüttung in den 1970er Jahren<ref name="Erweiterung und Schäden">Wehr: Neue BI für Minimal-Eingriffe, Oberhessische Presse, 30. April 2018, abgerufen am 26. Mai 2018.</ref> soll um eine Fischtreppe entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie ergänzt werden; eine Studie von 2008 bevorzugt einen Bypass mit größerer Einleitungstiefe.<ref name="Lahnstudie" /> Es steht auf Kies mit einer Gründung auf Holzpfählen.<ref name="Workshop Mai 2018">Große Resonanz auf Workshop zum Grüner Wehr, 26. Mai 2018.</ref> Im Jahr 2018 wurden Pläne der Stadt bekannt, in einem Zug das sanierungsbedürftige Wehr<ref name="Erweiterung und Schäden" /> um eine aufwändige Modernisierung für den Freizeitverkehr im Fluss und für Besuche des (noch naturnahen) Lahnufers zu erweitern; diese sind jedoch wegen des starken Eingriffes in die Uferbereiche mit Baumfällungen in der Lindenhalballee auf dem Trojedamm in ihrem Umfang umstritten, auch wegen des Stadtbild und Silhouette prägenden Wehrs (Fotomotiv).<ref>Das Grüne Wehr: Wehr in Weidenhausen steht vor Umbau, Oberhessische Presse, 19. Februar 2018.</ref> Baubeginn soll erst nach dem Umbau der Weidenhäuser Brücke sein; die Stadt Marburg ermöglicht bei der Ausgestaltung der Sanierung eine Bürgerbeteiligung zur Naherholung, zu Natur- und Gewässerschutz, Denkmalschutz, Tourismus und weiteren Aspekten.<ref>Nur mit Bürger/innenbeteiligung – Stadt lädt zu Workshop "Grüner Wehr" ein, marburg.de, 10. April 2018</ref><ref name="Workshop Mai 2018" /> Nach Einschätzung des Denkmalbeirats ist dieses Wasserbauwerk mit Ursprüngen als Anlage aus der Zeitepoche der Renaissance (1553) ein Kulturdenkmal mit geschichtsprägender Bedeutung und würde durch einen Abriss mit anschließender Re-Konstruktion mit Betonkern zerstört.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Denkmalschützer zum Grüner Wehr: Betonklotz über die Lahn bleibt übrig (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.op-marburg.de, Oberhessische Presse, 1. März 2018, abgerufen am 17. April 2018.</ref>

Mit Schwimmblattgesellschaften im ruhigen Oberwasser oberhalb des Grüner Wehrs und seinen faunistischen sowie floristischen Wertigkeiten ist dieser Abschnitt der Lahn an der Mühle aus landschaftsplanerischer Sicht einer der reizvollsten im Stadtgebiet<ref name="Lahnstudie" /> und als Landschaftsschutzgebiet im Marburger Lahntal ausgewiesen.<ref>Schutzgebiete in Marburg, marburg.de, abgerufen am 12. Juli 2018.</ref> Aus fischereibiologischer Sicht hält sich ein außerordentlich wertvoller und artenreicher Tierbestand mit Barben, Äschen, Flussmuscheln und anderen strömungsliebenden Arten am Wehrfuss und den flach überströmten Kiesbänken im Unterwasser auf, mit naturnahen Strukturen in diesem Flussabschnitt.<ref name="Workshop Mai 2018" />

Weblinks

Commons: Grüner Mühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Grüner Wehr – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 48′ 17″ N, 8° 46′ 18,1″ O

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