Granada (Nicaragua)
| Granada | ||||||
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Lage von Granada in Datei:Flag of Nicaragua.svg Nicaragua
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| Koordinaten | 11° 55′ 50″ N, 85° 57′ 41″ W
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| Basisdaten | ||||||
| Staat | Datei:Flag of Nicaragua.svg Nicaragua | |||||
| Granada | ||||||
| Stadtgründung | 8. Dezember 1524 | |||||
| Einwohner | 100.496 (2016<ref>Birgit Albrecht, Henning Aubel et al.: Der neue Fischer Weltalmanach 2019. S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a. M., ISBN 978-3-596-72019-4, S. 338.</ref>) | |||||
| – im Ballungsraum | 131.018 | |||||
| Stadtinsignien | ||||||
| Detaildaten | ||||||
| Fläche | 531 km² | |||||
| Bevölkerungsdichte | 150 Ew./km2 | |||||
| Höhe | 46 m | |||||
| Gewässer | Nicaraguasee | |||||
| Postleitzahl | 43000 | |||||
| Zeitzone | UTC−6 | |||||
| Website | ||||||
Granada ist die drittgrößte Stadt des mittelamerikanischen Staates Nicaragua, sie liegt 47 km südlich der Landeshauptstadt Managua an der Westküste des Nicaraguasees, sie ist auch Sitz des gleichnamigen Departamentos. Die im kolonialen Stil erbaute Stadt wird auch La gran Sultana (die große Rosine, umgangssprachlich die fette Rosine) genannt. Die Stadt liegt am Fuße des 1344 m hohen Vulkans Mombacho.
Geschichte
Die Stadt wurde am 8. Dezember 1524 vom spanischen Eroberer Francisco Hernández de Córdoba gegründet. Während der Kolonialzeit hatte Granada einen der bedeutendsten Häfen in Zentralamerika mit Handelsverbindungen nach Cartagena, Guatemala, San Salvador, Panama und Peru. Wichtige Handelsgüter waren Kakao und Tabak. Die Schiffsroute führte über den Nicaraguasee und den Río San Juan in die Karibik.
Infolge des wachsenden Reichtums und der Auseinandersetzungen der Spanier mit England, Holland und Frankreich wurde die Stadt mindestens dreimal von Piraten überfallen. Am 29. Juni 1665 von dem Piraten Jean David aus Jamaika, er konnte die Stadt ohne jeden Widerstand plündern. Der indische Pirat Gallardillo, in den Diensten Englands, überfiel die Stadt 1670. 1675 wurde am Río San Juan in El Castillo ein Fort erbaut. Am 8. April 1685 überfiel William Dampier Granada zum dritten Mal und setzte die Stadt in Brand.
Granada galt als Hochburg der Konservativen im Konflikt mit den Liberalen. Deren Zentrum war die Stadt León, welche meist als Hauptstadt diente. Unter dem Konservativen José León Sandoval<ref name=":0">Frank Tétart, Pierre-Alexandre Mounier, cartes de Gaëlle Sutton: Atlas historique des capitales déplacées : 70 capitales qui ont déménagé au fil des siècles. Éditions Autrement (Flammarion), Paris 2025, ISBN 978-2-08-047289-2, S. 106–109.</ref> wurde Granada von 1846 bis Anfang 1851 und ab Ende 1851 bis zur Wahl von Managua durch Senator Fulgencio Vega<ref name=":0" /> am 5. Januar 1852 zur Hauptstadt erhoben. Im November 1856 ließ der Söldner Charles Frederick Henningsen, ein Gefolgsmann von William Walker, im Rahmen des nicaraguanischen Bürgerkriegs die Stadt abbrennen. Ab dem Jahr 1858 war Managua die unbestrittene Hauptstadt.
Am 2. Dezember 1913 richtete Papst Pius X. das Bistum Granada ein, dessen Hauptkirche die Catedral Nuestra Señora de la Asunción ist.
Wirtschaft
Bedeutsam ist der Tourismus, da Granada selbst viele Sehenswürdigkeiten aufweist und sein Hafen Ausgangspunkt für den Tourismus über den Nicaraguasee ist. Zahlreiche Linien verbinden die Inseln des Sees und mehrere Küstenstädte, z. T. auch Schnellbootverbindungen. Der produktive Sektor der Industrie erlebte in den 1980er Jahren einen Niedergang und Strukturwandel, beispielsweise mit dem Untergang zahlreicher Gerbereien.
Sehenswürdigkeiten
- Kathedrale: Die 1529 erstmals erbaute Kathedrale gilt als einer der wichtigsten Kolonialbauten Zentralamerikas. Der ursprüngliche Bau wurde bei dem großen Brand 1856 zerstört. Der jetzige Bau stammt aus dem Jahre 1880 und wurde 1905 zum letzten Mal erneuert.
- La Merced-Kirche: Erbaut von 1781 bis 1783. Die Fassade hat einen barocken Baustil, jedoch ist der Grundriss dem Kolonialstil zuzuordnen. Der Name bezieht sich auf Maria de la Merced, „die Gnadenreiche“. Auch diese Kirche geriet 1856 in Brand.
- San Francisco-Kloster: Es wurde 1529 von dem Franziskaner Toribio Benevante Motolina gegründet. Um 1835 wurde es als Universität genutzt, zwischen 1867 und 1868 wurde es zum Kloster. Seit 1986 ist hier eine Ausstellung für präkolumbische Statuen sowie ein Museum für die Architektur Granadas untergebracht.
- Casa de los tres mundos: Der Kolonialbau aus dem 16. Jahrhundert wurde von der Fundacion Casa de los tres mundos zwischen 1988 und 1995 aufwändig restauriert. Er beherbergt heute das Stadtarchiv und das internationale Kulturzentrum Casa de los tres mundos.
- Las Isletas: Der Stadt vorgelagerte Gruppe aus über 300 kleinen Inseln, die bei einem Kollaps der Kraterwände des Mombacho entstanden sind<ref>Matteo Roverato, Federico Di Traglia, Jonathan Procter, Engielle Paguican, Anja Dufresne, Factors contributing to Volcano lateral Collapse In: M. Roverato et al. (Hrsg.), Volcanic Debris Avalanches, Advances in Volcanology. Cham, Springer 2020, 92</ref>. Die Isletas sind wegen ihrer Flora, Fauna und landschaftlichen Schönheit ein beliebtes Ausflugsziel für Granadinos und Touristen.
Söhne und Töchter der Stadt
- José Trinidad Muñoz Fernández (1790–1855), General
- José Vicente Cuadra (1812–1894), Staatspräsident 1871–75
- José Antonio Lezcano y Ortega (1865–1952), 1913–52 Erzbischof von Managua und 1915–16 Parlamentspräsident
- Benjamín Lacayo Sacasa (1893–1959), vom 26. Mai bis 15. August 1947 Präsident von Nicaragua
- Lorenzo Guerrero Gutiérrez (1900–1981), Staatspräsident 1966–67
- Maria Romero Meneses (1902–1977), Don-Bosco-Schwester
- Hernán Bolaños (1912–1992), nicaraguanisch-costa-ricanischer Fußballspieler
- Ernesto Cardenal (1925–2020), Politiker, Schriftsteller und Befreiungstheologe
- José Dionisio Marenco Gutiérrez (1946–2020), Politiker
- Carlos Pellas Chamorro (* 1953), Unternehmer (Grupo Pellas)
- David Salomon Jarquín (* 1986), Trompeter
Städtepartnerschaft
Frankfurt am Main in Hessen, Deutschland
Gualeguaychú in der Provinz Entre Ríos, Argentinien- Vereinigte Staaten Tampa in Florida, USA
- Vereinigte Staaten Waukesha in Wisconsin, USA
Weblinks
Einzelnachweise
<references />