Gummi-Spindelkraut
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| Gummi-Spindelkraut | ||||||||||||
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| Datei:Atractylis gummifera.jpg
Gummi-Spindelkraut (Carlina gummifera) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Carlina gummifera | ||||||||||||
| (L.) Less. |
Das Gummi-Spindelkraut<ref name="Schönfelder" /> (Carlina gummifera, Synonym: Atractylis gummifera)<ref name="Euro+Med" />, auch Mastixdistel<ref name="Hiller-Melzig 1999" /> oder Leimdistel<ref name="Heldt 1969" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Eberwurzen (Carlina).
Beschreibung
Das Gummi-Spindelkraut ist ein ausdauernder Rosetten-Hemikryptophyt, der Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimeter erreicht. Ein Stängel ist nicht vorhanden, es wird eine große, dicke Wurzel ausgebildet. Die in einer Rosette angeordneten Laubblätter sind länglich-lanzettlich, zweifach fiederschnittig und dornig. Zur Blütezeit sind sie vertrocknet. Die Hülle der einzeln erscheinenden Blüten ist 30 bis 70 Millimeter groß und spinnwebig. Die mittleren Hüllblätter weisen 3 abstehende Enddornen auf, welche viel länger als die Seitendornen sind. Es sind nur rot-violette bis purpurfarbene und zwittrige Röhrenblüten vorhanden.
Die Blütezeit reicht von August bis Oktober. Es werden Achänen mit Pappus gebildet.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="IPCN" />
Taxonomie
Das auch in neuen Veröffentlichungen oft gebrauchte Basionym Atractylis gummifera <templatestyles src="Person/styles.css" />L. wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" /> Alexandre Henri Gabriel de Cassini trennte das Gummi-Spindelkraut 1827 als Chamaeleon gummifer (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass. von Atractylis ab.<ref name="Cassini" /> Christian Friedrich Lessing stellte Chamaeleon als Untergattung zu Carlina und benannte das Gummi-Spindelkraut in Carlina gummifera (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Less. um.<ref name="Lessing" /> Diese systematische Einordnung wird durch Ergebnisse molekulargenetischer Untersuchungen gestützt.<ref name="GarciaJacas2002" />
Vorkommen
Das Gummi-Spindelkraut kommt im Mittelmeerraum vor<ref name=":0">Astrid Süßmuth: Heilpflanzen am Mittelmeer: Erkennen und anwenden. Freya Verlag, 2017, ISBN 978-3-99025-298-7, S. 42.</ref>. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Länder Marokko, Algerien, Tunesien, Portugal, Spanien, Italien, Sizilien, Sardinien, Malta und Korsika, Griechenland, Kreta, die Ägäis und die Türkei.<ref name="Euro+Med" /><ref name=":0" /> Diese Art wächst auf Kreta in Phrygana und Brachland in Höhenlagen von 0 bis 1350 Meter.
Verwendung
Die starke Giftigkeit der Art, die schon in der Antike bekannt war, beruht auf ihrem Gehalt an Atractylosid.<ref name="Hiller-Melzig 1999" /><ref name=":0" /> Trotz der Giftigkeit wird der Wurzelstock in Nordafrika unter dem Namen „Addad“ als Räuchermittel<ref name=":0" />, aber auch in der Volksmedizin wegen seiner antipyretischen, diuretischen, abortiven, emetischen und laxierenden Wirkung für die Mundpflege verwendet. In Marokko ist das Gummi-Spindelkraut vor allem bei Kindern für die meisten tödlichen Vergiftungen durch Pflanzen verantwortlich.<ref> Benlamkaddem S et al. A fatal case of cutaneous “Atractylis gummifera L.” poisoning: Case report. Toxicologie Analytique et Clinique 2023. https://doi.org/10.1016/j.toxac.2023.05.001</ref>
Ein Pseudomastix stammt aus den Wurzeln und den fleischige Blütenböden, die auch als Artischockenersatz verwendet werden.<ref>Philipp Lorenz Geiger: Handbuch der Pharmacie. Zweiter Band, Zweite Abtheilung, Erste Hälfte. 2. Auflage, 1839, S. 818 f.</ref> Im Mittelalter wurde das Gummi-Spindelkraut (die Mastix-Distel) auch mit Cameleonta bezeichnet.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 166 („Und gebruchen dy wip vor masticum“).</ref>
Literatur
- Astrid Süßmuth: Heilpflanzen am Mittelmeer: Erkennen und anwenden. Freya Verlag, 2017, ISBN 3-99025-298-4, S. 42.
- Edmond Lefranc: Étude botanique, chimique et toxicologique sur l'Atractylis gummifera. Germer-Baillière, 1866, S. 70.
- T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges u. a.: Flora Europaea. Vol. 4, Cambridge Univ. Press, 1976, 2006, ISBN 0-521-08717-1 (Reprint), S. 211.
Weblinks
- Carlina gummifera bei Useful Temperate Plants.
- Thomas Meyer, Michael Hassler: Mittelmeer- und Alpenflora. Carlina gummifera
Einzelnachweise
<references> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 829, Digitalisat. </ref> <ref name="Lessing"> Christian Friedrich Lessing: De Generibus Cynarocephalarum atque de Speciebus Generis Arctotidis. Trowitzsch, Berlin 1832, S. 12, Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.. </ref> <ref name="Cassini"> Alexandre Henri Gabriel de Cassini: Spadactis. In: Frédéric Georges Cuvier (Hrsg.): Dictionnaire des sciences naturelles. Band 50, 1827, S. 59, Digitalisat. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Carlina. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009. </ref> <ref name="GarciaJacas2002"> N. García Jacas, T. Garnatje, A. Susanna de la Serna, R. Vilatersana i Lluch: Tribal and Subtribal Delimitation and Phylogeny of the Cardueae (Asteraceae): A Combined Nuclear and Chloroplast DNA Analysis. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 22, Nr. 2, 2002, S. 51–64, doi:10.1006/mpev.2001.1038. </ref> <ref name="Schönfelder"> </ref> <ref name="Hiller-Melzig 1999"> Karl Hiller, Matthias F. Melzig: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. In zwei Bänden. Spektrum, Heidelberg 1999, ISBN 3-8274-0387-1, Atractylis gummifera. </ref> <ref name="Heldt 1969"> H. W. Heldt: The Inhibition of Adenine Nucleotide Translocation by Atractyloside. In: Th. Bücher, H. Sies (Hrsg.): Inhibitors Tools in Cell Research (= Colloquium der Gesellschaft für Biologische Chemie in Mosbach Baden. Band 20). Springer, Berlin/Heidelberg 1969, ISBN 3-540-04441-8, S. 301–317, doi:10.1007/978-3-642-46158-3_25. </ref> <ref name="IPCN"> Atractylis gummifera bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> </references>