H&R (Unternehmen)
| H&R GmbH & Co. KGaA
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | H&R-Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH & Co. KGaA |
| ISIN | DE000A2E4T77 |
| Sitz | Salzbergen, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 1.631 (2022) |
| Umsatz | 1.576,0 Mio. Euro (2022) |
| Branche | Spezialchemie |
| Website | www.hur.com |
| Stand: 31. Dezember 2022 | |
Die H&R GmbH & Co. KGaA ist als Unternehmen der Spezialchemie in der Entwicklung und Herstellung chemisch-pharmazeutischer Spezialprodukte auf Basis fossiler, synthetischer und recycelter Kohlenwasserstoffe und in der Produktion von Präzisions-Kunststoffteilen tätig.
Hintergrund
Geschichte
Im Jahr 1908 gründete der Unternehmer Julius Schindler die Firma Julius Schindler Mineralöle mit Sitz in Hamburg, Stadthausbrücke 3.<ref>Julius Schindler Mineralöle, Stadthausbrücke 3, P. 36. Telefon 1.2093. In: Verzeichnis der Teilnehmer an dem Fernsprechnetz im Ober-Postdirektionsbezirk Hamburg, Oktober 1913. Personen- und Firmenverzeichnis: I. Hamburg. S. 301, Spalte 2.</ref> Im Jahr 1917 erwarb er mehrere Mineralölwerke, darunter das 1881 gegründete Mineralölwerk Peine, und fasste diese unter der Firmierung Oelwerke Julius Schindler zusammen,<ref name="Nümann">Julius Schindler. In: Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, Dr. Ekkehard Nümann (Hrsg.): Die Begründer der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung. 3., kpl. überarb. und erg. Aufl. Books on Demand, Norderstedt 2019. ISBN 978-3-943423-69-3, S. 97.</ref> die ab 1920 in Hamburg, Hohe Bleichen 28, residierte.<ref>Oelwerke Julius Schindler, †), Hohe Bleichen 28, P 36. Hansa 2093, 3504, Nur f. Exp. Hansa 3501. Nur f. Fbr. i. Neuhof. Elbe 4307. †) Neuhof, Brückenstr. P. Wilhelmsburg E) 4. Elbe 3903. †) Hohe Bleichen 28. P. 36. Elbe 3901. N1. In: Amtliches Fernsprechbuch für den Oberpostdirektionsbezirk Hamburg, Oktober 1921. Personen- und Firmenverzeichnis: I. Hamburg. S. 369, Spalte 2.</ref>
Raffinerien des Unternehmens produzierten Grundöle, hochwertige Spezialöle für die Turbinen- und Automobilindustrie sowie Weißöle für die chemische, kosmetische und medizinische Industrie.<ref name="HHPersönl">Übersicht zu Julius Schindler. In: hamburgerpersoenlichkeiten.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. September 2022; abgerufen am 13. Juni 2023.</ref><ref>Standort Ölwerke Schindler GmbH. In: hur.com. H&R GmbH & Co. KGaA, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref>
Am 16. Dezember 1919 gründeten Heinrich Hansen und Emil Rosenthal die Hansen & Rosenthal als Händler von Weißölen und Vaselinen.<ref>Geschichte – Vom Familien- zum Weltunternehmen. In: hur.com. H&R GmbH & Co. KGaA, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> Schon in den frühen 1920er Jahren begann deren Zusammenarbeit mit den Oelwerken Julius Schindler. Im Kontext der Vertreibung von Juden aus dem Berufs- und Geschäftsleben in der NS-Zeit wurde das Unternehmen im Jahr 1938 arisiert und Julius Schindler musste seine Mehrheitsanteile an die Neue Erdölraffinerie Hannover veräußern.<ref name=":0" details="S. 31">Theo Müller, Annette Schlapkohl: 100 Jahre Schindler: Chronik einer Hamburger Firma. Husum Verlag, 2008, ISBN 978-3-89876-426-1 (160 S.).</ref> Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein Großteil der Hamburger Raffinerien bei Luftangriffen schwer beschädigt. Die Betriebe wurden im Rahmen des Geilenberg-Programms wieder aufgebaut, wofür KZ-Häftlinge unter anderem aus Auschwitz und dem KZ-Außenlagers Dessauer Ufer als Zwangsarbeiter herangezogen wurden.<ref name=":0" details="S. 34" /> In den 1960er Jahren weitete das Unternehmen die Wertschöpfungskette vom Handel auf Produktion und Abfüllung von Weißölen aus. Im Jahre 1994 übernahm H&R von der Wintershall die Raffinerie Salzbergen.
Das heutige Unternehmen entstand im Jahr 2001 durch die Verschmelzung der Schmierstoffraffinerie Salzbergen GmbH mit der WASAG-Chemie AG<ref>Fusion soll die Raffinerie in eine gute Zukunft führen. In: bisalzbergen.de. Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung in Salzbergen e. V., 25. August 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. Juli 2009; abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> und den Kauf des Spezialitätengeschäfts der BP mit der Raffinerie in Hamburg-Neuhof (vormals Oelwerke Julius Schindler) im Jahr 2004.<ref>Im Ölrausch; Homepage der Handelskammer Hamburg/Unternehmensportraits. In: hk24.de. Handelskammer Hamburg, Dezember 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. März 2013; abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> Im Jahr 2007 erfolgte der Verkauf der WASAG-Explosivstoffaktivitäten an das spanisch-italienische Konsortium Maxam Pravisani.<ref>H&R WASAG verkauft Explosivstoffaktivitäten an Maxam/Pravisani. In: finanzen.net. finanzen.net GmbH, 26. April 2007, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> Im Geschäftsjahr 2008 durchbrach der Konzern erstmals die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro.
Zum 1. August 2011 wurde der Name des Unternehmens von H&R WASAG AG in H&R AG geändert, nachdem die Hauptversammlung dies im Mai 2011 beschlossen hatte.<ref>vgl. Pressemitteilung der H&R vom 01. August 2011. In: hur.com. H&R AG, 1. August 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. April 2012; abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> Am 18. Mai 2016 beschloss die Ordentliche Hauptversammlung auf Vorschlag der Unternehmensführung<ref>H&R AG strebt Rechtsformwechsel an. In: finanznachrichten.de. ABC New Media AG, 5. April 2016, abgerufen am 8. Juni 2023.</ref> der H&R AG die Umwandlung der Gesellschaft von einer Aktiengesellschaft zu einer GmbH & Co. KGaA, deren Eintragung in das Handelsregister zum 1. August 2016 erfolgte.<ref>Geschäftsbericht 2016. (PDF; 7,1 MB) In: hur.com. H&R GmbH & Co. KGaA, 31. März 2017, S. 21, abgerufen am 8. Juni 2023.</ref> Seitdem firmiert das Unternehmen als H&R GmbH & Co. KGaA.
Konzernstruktur
Das Unternehmen ist ein international agierender Konzern mit zwei Geschäftsbereichen: dem großen, auf rohölbasierte Spezialitäten fokussierten chemisch-pharmazeutischen Bereich sowie dem deutlich kleineren Kunststoffbereich. Im Geschäftsjahr 2011 war der chemisch-pharmazeutische Bereich für rund 96 % des Konzernumsatzes verantwortlich.
Bedingt durch neue Regelungen der International Financial Reporting Standards wurde der Geschäftsbereich Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe zum Jahresanfang 2009 in zwei Segmente aufgeteilt.<ref>Ehemaliges Firmenporträt der H&R AG. In: comdirect.de. comdirect Bank AG, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. März 2013; abgerufen am 13. Juni 2023.</ref>
Im Segment Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe National werden die zwei Produktionsstätten des chemisch-pharmazeutischen Bereiches, die Raffinerien in Hamburg-Neuhof und Salzbergen, zusammengefasst. Nachdem die Kapazität beider Anlagen in den letzten Jahren erheblich ausgebaut wurde, wird zurzeit mit weiteren Investitionen die Wertschöpfung der Raffinerien weiter erhöht.
Das Segment Chemisch-Pharmazeutische Rohstoffe International umfasst zahlreiche Misch- und Konversionsanlagen sowie Vertriebsaktivitäten in nahezu allen Teilen der Welt (siehe Standorte außerhalb Deutschlands). Die angestrebte weitere Internationalisierung durch organisches und im Falle entsprechender Opportunitäten durch Übernahmen sowie durch Kooperationen zur Produktion besonders wachstumsstarker Spezialitäten soll auch dieses Segment weiter ertragreich wachsen lassen.
Der kleinere, auf die Produktion von Präzisions-Kunststoffteilen und dafür notwendige Formen spezialisierte Kunststoffbereich wurde im Jahr 2009 einer Restrukturierung unterzogen. Neben dem wichtigen Kundenkreis aus der Automobilindustrie wird eine Neuausrichtung des Produktportfolios auf wachstumsstarke Zukunftsmärkte wie Medizin- und Industrietechnik vorangetrieben.
| Aktionär | Anteile |
|---|---|
| Nils Hansen | 61,42 % |
| Wilhelm Scholten | 6,06 % |
| Streubesitz | 32,52 % |
Produktionsstandorte
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Umgehung der EEG-Umlage
H&R führte über Jahre Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht ab. H&R griff dabei auf ein sogenanntes Scheibenpachtmodell zurück, das eine Gesetzeslücke ausnutzt, um die EEG-Umlage zu umgehen.<ref>Frank Dohmen: Bayer, Evonik und Daimler: Die Milliarden-Abzocke beim Strom (S+). In: Der Spiegel. 29. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 1. November 2021]).</ref>
Literatur
- Karin Geerdes: Das Ölwerk in Salzbergen – 150 Jahre lebendige Industriegeschichte. 2010.
- Theo Müller, Annette Schlapkohl: 100 Jahre Schindler. Chronik einer Hamburger Firma. Husum Druck und Verlagsgesellschaft, 2008, ISBN 978-3-89876-426-1.
- Maximiliane Worch: Serie: Familienunternehmen an der Börse. Teil 12: H&R Wasag – Die Chemie stimmt. In: GoingPublic Heft 3/2011, S. 34–35.
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Börsennotiertes Unternehmen
- Chemieunternehmen (Deutschland)
- Salzbergen
- Hersteller von Polymeren
- Produzierendes Unternehmen (Landkreis Emsland)
- Unternehmen im CDAX
- Unternehmen im Nisax20
- Unternehmensgründung 1919
- NS-Zwangsarbeit
- Unternehmen im SDAX (ehemalig)