Härri
Härri ist ein Schweizer Familienname aus dem Kanton Aargau.
Herkunft
Die Namensherkunft ist ungewiss.
Verbreitung
Der Familienname taucht zum ersten Mal auf einer Urkunde aus dem Jahre 1508 auf. Conradus Haerry, ein päpstlicher Notar und Priester im Bistum Konstanz, unterschrieb sie in Dornstetten im Herzogtum Württemberg.<ref name="Peter-Johannes Schuler: Südwestdeutsche Notarzeichen, Thorbecke, 1976.">Peter-Johannes Schuler: Südwestdeutsche Notarzeichen, Thorbecke, 1976.</ref>
In der Aargauer Gemeinde Birrwil kann der Familienname ab 1555 nachgewiesen werden.<ref name="Birrwil 1185-1985, Jubiläumsschrift der Einwohnergemeinde Birrwil zur 800-Jahr-Feier">Birrwil 1185–1985, Jubiläumsschrift der Einwohnergemeinde Birrwil zur 800-Jahr-Feier</ref> Zur selben Zeit finden sich Spuren in der Stadt Basel.<ref name="Online Archivkatalog des Kantons Basel-Stadt ">Online-Archivkatalog des Kantons Basel-Stadt Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt</ref> Die Härri gehörten der ärmeren Schicht an und blieben während vieler Generationen in Birrwil und Othmarsingen sesshaft – vor 1887 waren sie ausschließlich in diesen beiden Gemeinden eingebürgert. Zur besseren Unterscheidung der einzelnen Personen und Familien am selben Ort gab man ihnen Übernamen.
In Birrwil findet man ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die ersten Vertreter dieses Geschlechts in Amt und Würden, nach 1800 recht häufig.<ref name="Birrwil 1185-1985, Jubiläumsschrift der Einwohnergemeinde Birrwil zur 800-Jahr-Feier" />
Während Hungersnöten wanderten Angehörige dieses Geschlechts nach Nordamerika und ab der Zeit der Industrialisierung vor allem in nahe gelegene Wirtschaftszentren wie Basel, Winterthur und Zürich aus, wo sich einige Familien einbürgern ließen.<ref name="familienbuch">Familienbuch der Schweiz, Historisches Lexikon der Schweiz</ref> Heute trifft man den Namen vorwiegend im schweizerischen Mittelland an.<ref name="verbreitung">Örtliche Verbreitung der Härri in der Schweiz, verwandt.ch</ref>
Schreibweisen
Der erste nachweisbare Namensträger in Birrwil wurde 1555 Härer geschrieben, danach auch Herrer, Herin und Herry. In dieser Zeit trifft man auch auf die Schreibweisen Härinen und Harri. Ab 1612 erscheint dann der Name Härri, der ab 1686 einheitlich angewandt wurde.<ref name="Birrwil 1185-1985, Jubiläumsschrift der Einwohnergemeinde Birrwil zur 800-Jahr-Feier" /> Heute gebräuchliche Schreibweisen sind Härri, Härry, Haerri und Haerry.
Wappen
Das Familienwappen der Härri gibt es in zwei Ausführungen: Dasjenige der Familien aus Birrwil ist vertikal in Blau und Gold geteilt, mit einem aufwärts gerichteten Pfeil und einem schwarzen Wimpel beseitet von zwei silbernen sechsstrahligen Sternen. Das Wappen der Härri aus Othmarsingen zeigt einen roten, nach oben gerichteten Pfeil auf goldenem Grund, überdeckt von einem waagrechten, schwarzen Balken, darauf drei sechsstrahlige Silbersterne.<ref name="wappen">Härri-Wappen, haerri.info</ref>
Namensträger
- Andréas Härry (* 1964), Schweizer Musicalautor und Produzent
- Arnold Härry (1884–1967), Förderer der schweizerischen Wasserwirtschaft
- Hans Härry (1895–1980), Vermessungsdirektor der Schweiz
- Kurt Haerri (* 1962), seit 1996 Präsident der Handelskammer Schweiz-China
- Thomas Härry (* 1965), Schweizer Pastor, Dozent am Theologisch-Diakonischen Seminar Aarau (TDS) und Sachbuchautor
- Vivianne Härri (* 1999), Schweizer Skirennläuferin
- Riccardo Haerri (* 1994), Schweiz-brasilianischer Musicaldarsteller und Sänger
Einzelnachweise
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