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Haltepunkt Stuttgart Nürnberger Straße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stuttgart Nürnberger Straße
Datei:Bahnhof Stuttgart Nürnberger Straße 1.jpg
Haltepunkt Nürnberger Straße
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung TSNU
IBNR 8004357
Preisklasse 5
Eröffnung 27. September 1981
Profil auf bahnhof.de Stuttgart-Nuernberger-Strasse
Lage
Stadt/Gemeinde Stuttgart
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 48′ 22″ N, 9° 14′ 5″ OKoordinaten: 48° 48′ 22″ N, 9° 14′ 5″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Stuttgart Nürnberger Straße
Bahnhöfe in Baden-Württemberg

Der Haltepunkt Stuttgart Nürnberger Straße liegt am Streckenkilometer 2,7 der Bahnstrecke Stuttgart-Bad Cannstatt–Waiblingen, die von der S-Bahn Stuttgart befahren wird und parallel zur Bahnstrecke Stuttgart-Bad Cannstatt–Nördlingen verläuft.

Geschichte

Bereits 1906 gab es Ideen für einen weiteren Haltepunkt in Cannstatt an der Remsbahn. Dieser war in der Nähe des Bezirkskrankenhauses vorgesehen. Da die Strecke aber in diesem Bereich eine Neigung von vierzehn Promille aufweist, war ein Zughalt mit ein- und aussteigenden Reisenden für die damaligen Dampflokomotiven nicht möglich. Der Landtag lehnte aus diesem Grund das Vorhaben ab.

Ende der 1920er- und in den 1930er-Jahren dehnte sich Cannstatt nach Osten hin weiter aus. Entlang der Straße nach Fellbach, die seit 1936 den Namen Nürnberger Straße trägt, entstanden die Wohnquartiere Im Geiger und Espan. Durch die Straßenbahnlinie 1, die 1929 bis Fellbach verlängert wurde, hatten die Bewohner Anschluss an den Stuttgarter Nahverkehr.

Die Bebauung, mit hauptsächlich Mehrfamilienhäusern, setzte sich in den 1950er-Jahren fort. 1957 beauftragte der Stuttgarter Gemeinderat den Verkehrswissenschaftler Professor Walther Lambert ein neues Nahverkehrskonzept für den Stadtkreis und die umliegenden Landkreise zu entwickeln. Im Mai 1962 wurde sein Ergebnis präsentiert. Lambert sah eine Notwendigkeit für einen neuen Haltepunkt in Bad Cannstatt. Bei der Abzweigstelle Kienbach, dem Abzweig des Verbindungsgleises zwischen der Remsbahn und dem Güterbahnhof Untertürkheim, sollte die künftige S-Bahn-Haltestelle errichtet werden. Geplant war auch die Umstiegsmöglichkeit zur Straßenbahn, heute Stadtbahn.

1978 begannen die Bauarbeiten für den S-Bahn-Betrieb auf der Remsbahn. Der zweigleisige Streckenabschnitt zwischen Bad Cannstatt und Waiblingen erhielt zwei weitere Gleise. Die neuen Gleise wurden durchgehend östlich der bestehenden Gleise verlegt, mit Ausnahme auf der Überführung über die damalige Bundesstraße 14, wo die Gleise verschwenkt wurden und der neue Haltepunkt Nürnberger Straße entstand.

Am 27. September 1981 wurde der S-Bahn-Verkehr nach Schorndorf und Backnang aufgenommen. Die Errichtung der Station und der viergleisige Ausbau waren Teil des 2. Ausführungsvertrags der S-Bahn Stuttgart, der 1975 geschlossen wurde.<ref name="bb-57-681">Jürgen Wedler: Die S-Bahn Stuttgart 1981 – auf sechs Linien erweitert. In: Die Bundesbahn. Band 57, 1981, ISSN 0007-5876, S. 681–688.</ref> Er entwickelte sich zu einem neuen Umsteigepunkt zwischen der S-Bahn und der Straßenbahnlinie 1. Die bisherige Abzweigstelle Kienbach trägt heute den Namen Stuttgart Nürnberger Straße Abzw.

Im Juli 2026 sollte ein neues Stellwerk, das den Haltepunkt steuert, sowie ETCS Level 2 mit Signalen in Betrieb gehen.<ref name="db-2024-06-11">Lenkungskreis Stuttgart 21. (PDF) In: bahnprojekt-stuttgart-ulm.de. 11. Juni 2024, S. 7, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. August 2024.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Die Inbetriebnahme wurde im November 2025 abgesagt. Ein neuer Termin soll bis Mitte 2026 genannt werden.

Durch einzelne Lichtsperrsignale sollen Flankenschutzräume erheblich verkürzt und somit teils erheblich dichtere Zugfolgen von Zügen von und zur Interregio-Kurve ermöglicht werden.<ref name="ei-2026-01-16">Florian Benischke, Detlef Brückner, Phillip Möller, Michael Kümmling, Alexander Pflug: Rangieren im Digitalen Knoten Stuttgart. In: Der Eisenbahningenieur. Band 77, Nr. 1, Januar 2026, ISSN 0013-2810, S. 16–20 (PDF).</ref>

Verkehr

Der Haltepunkt wird durch die Linien S2 und S3 der S-Bahn Stuttgart bedient. Gleis 1 ist den Zügen nach Filderstadt und Flughafen/Messe über Stuttgart Hbf zugeordnet, Gleis 4 den Zügen nach Backnang und Schorndorf. Die Gleise 2 und 3 dienen durchfahrenden Zügen und verfügen über keine Bahnsteige.

Linie Verlauf Takt
S 2 SchorndorfEndersbachWaiblingenFellbachNürnberger StraßeBad CannstattHauptbahnhofStadtmitteSchwabstraßeVaihingenRohrFlughafen/MesseFilderstadt 15-Minuten-Takt
S 3 BacknangWinnenden – Waiblingen – Bad Cannstatt – Hauptbahnhof – Vaihingen (– Rohr – Flughafen/Messe) 15-Minuten-Takt

Die angrenzende Stadtbahn-Haltestelle Nürnberger Straße wird von den Linien U 1 und U 16 bedient.

Linie Verlauf Takt
U1 Fellbach Lutherkirche – Bad Cannstatt – HauptbahnhofHeslach 10-Minuten-Takt
U16 Fellbach Lutherkirche – Bad Cannstatt – Pragsattel – Feuerbach – Giebel nur in der Hauptverkehrszeit

Weblinks

  • Lage und Verlauf, Signale und zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap

Literatur

  • Andreas M. Räntzsch: Stuttgart und seine Eisenbahnen. Die Entwicklung des Eisenbahnwesens im Raum Stuttgart. Uwe Siedentop, Heidenheim 1987, ISBN 3-925887-03-2.
  • Jürgen Wedler, Manfred Thömmes, Olaf Schott: Die Bilanz. 25 Jahre Planung und Bau der S-Bahn Stuttgart. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-925565-03-5.

Einzelnachweise

<references />