Hans-Joachim Queisser
Hans-Joachim Queisser (* 6. Juli 1931 in Berlin; † 27. Juni 2025) war ein deutscher Halbleiterphysiker.
Leben
Queisser studierte Physik an der Freien Universität in West-Berlin und an der University of Kansas und erhielt 1958 seinen Doktortitel für experimentelle Festkörperphysik an der Universität Göttingen. Seit 1959 arbeitete und forschte er bei der Shockley Semiconductor Laboratory in Mountain View, der Firma des Nobelpreisträgers (1956) William B. Shockley, die auch der Ausgangsort des zukünftigen Silicon Valley war. Hier erforschte er Silizium-Einzelkristalle und Solarzellen. Seine Arbeit mit Shockley, in der eine obere Schranke, die Shockley-Queisser-Grenze für die Effizienz von p-n-Übergang-basierte Solarzellen abgeleitet wurde<ref>W. Shockley, H. J. Queisser: Detailed balance limit of efficiency of p-n junction solar cells. In: J. Appl. Phys. Band 32, Nr. 3, 1961, S. 510–519, doi:10.1063/1.1736034.</ref> gilt als einer der Schlüsselbeiträge der Solarzellenforschung, fand aber erst rund 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung breite Aufmerksamkeit.<ref></ref>
1965 wechselte er zu den Bell Laboratories in Murray Hill, New Jersey, wo er sich mit der Erforschung von Halbleitern, mit dem Schwerpunkt der Optoelektronik, beschäftigte. Hier erfand er eine leistungsstarke superlumineszierende Diode, die als Infrarot-LED Anwendung zum Beispiel in Fernbedienungen für elektrische Geräte fand.<ref>Hans Queisser. Computer History Museum, abgerufen am 18. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
1966 wurde er Professor für Physik an der Universität Frankfurt. 1970 war er einer der Gründungsdirektoren des neuen Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart und des zugehörigen Hochfeld-Magnetlabors am Institut Laue-Langevin in Grenoble. 1998 ging er in den Ruhestand.
Von 1976 bis 1977 war Queisser Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.<ref>Ehemalige Präsidenten bzw. Vorsitzende. DPG, abgerufen am 18. Februar 2018.</ref> Er war Mitglied der von 1987 bis 1990 bestehenden Akademie der Wissenschaften zu Berlin und war entpflichtetes ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften<ref>Prof. Dr. Drs. h. c. Hans-Joachim Queisser. bbaw.de, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Februar 2018. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>. 1992 wurde er Fellow der American Physical Society,<ref>APS Fellow Archive. Abgerufen am 25. Januar 2020.</ref> 1994 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt<ref>Prof. Dr. Hans-Joachim Queisser. In: Mitgliederverzeichnis. Leopoldina, abgerufen am 18. Februar 2018.</ref> und ab 2012 war er Honorary Fellow der Japan Society of Applied Physics.<ref>2012 JSAP Fellow Award Recipients. JSAP, 2012, abgerufen am 18. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1985 erhielt er die erste Medaille für naturwissenschaftliche Publizistik der DPG.
Zu seinen Doktoranden gehört der Nobelpreisträger Horst Ludwig Störmer.
Queisser starb am 27. Juni 2025 im Alter von 93 Jahren.<ref>In memory of Prof. Dr. Hans-Joachim Queisser. In: fkf.mpg.de. Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, 2. Juli 2025, abgerufen am 3. Juli 2025.</ref>
Literatur
- Kurzportrait anl. 80. Geburtstag in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4./5. Juli 2011 Parsifal im Silicon Valley, Seite 30
Schriften
- Herausgeber: X-Ray Optics : Applications to Solids, Springer 1977
- Informationstechnik : Förderung der institutionellen Forschung und Entwicklung; Bericht der Queisser-Kommission an das Bundesministerium für Forschung und Technologie, Bundesministerium für Forschung und Technologie, Bonn 1985
- mit Peter Wagner: Photoelektrische Solarenergienutzung, technischer Stand, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Kohlhammer 1985
- Kristallene Krisen : Mikroelektronik – Wege der Forschung, Kampf um Märkte, Piper, 1985, 2. Auflage 1987
Weblinks
- Literatur von und über Hans-Joachim Queisser im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Hans Queisser zum Neunzigsten: Auf dem Siliziumpfad in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Juli 2021
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Queisser, Hans-Joachim |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Halbleiterphysiker |
| GEBURTSDATUM | 6. Juli 1931 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 27. Juni 2025 |
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- Physiker (20. Jahrhundert)
- Physiker (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
- Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)
- Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin
- Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- Fellow der American Physical Society
- Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg
- Ehrensenator der Universität Ulm
- Deutscher
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- Gestorben 2025
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