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Hans Nadler (Maler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Familiengrabstelle Nadler in Elsterwerda.jpg
Familiengrab der Familie Nadler im Stadtpark Elsterwerda

Hans Nadler (* 14. Januar 1879 in Elsterwerda; † 24. Februar 1958 in Gröden) war ein deutscher Maler. Durch seine Vielzahl von Darstellungen der Landschaft und Menschen des Schraden wurde er neben Walter Besig als Schradenmaler bezeichnet.

Hans Nadler ist der Vater des gleichnamigen Denkmalpflegers.

Leben

Datei:Hans Nadler Haus 05 2015 a.jpg
Atelier in Gröden

Hans Nadler wurde am 14. Januar 1879 in Elsterwerda als Sohn des Seminarlehrers Friedrich Nadler geboren. Nach seiner Ausbildung an der Akademie in Dresden wurde Hans Nadler Maler. Er war Schüler des Landschaftsmalers Carl Bantzer und Meisterschüler bei Professor Gotthardt Kuehl. Diese beiden vertraten eine impressionistisch geprägte Freilichtmalerei. Seine Studienreisen führten ihn unter anderem in die Niederlande und nach Frankreich. Eine Zeit lang arbeitete er in München, wo Maler wie Max Liebermann, Wilhelm Leibl und Hans Thoma wirkten und ihn beeindruckten. Er war Pleinairist. Nadler malte vor allem realistische Landschaftsbilder mit ländlich anmutenden Figuren.<ref>Lausitzer Rundschau. 16. September 2008.</ref> Seine Arbeiten hatten aber auch impressionistische und expressionistische Züge, wie es u. a. das Bild Diesbar erkennen lassen. In Dresden gehörte er der Künstlergruppe Die Elbier an und wirkte später im Akademischen Rat, dem auch Robert Sterl angehörte, welcher das Atelier des verstorbenen Gotthardt Kuehl übernommen hatte. 1909 war Nadler Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Dresden. Für seine Verdienste als Maler und als Förderer der Kunst wurde ihm 1918 vom sächsischen König Friedrich August der Titel Professor verliehen.

Sein persönliches Leben bewegte sich hauptsächlich zwischen den Orten Gröden, wo er sein Haus und Atelier hatte, Elsterwerda, hier unterrichtete er montags und dienstags als Kunsterzieher an der damaligen Oberrealschule „Elsterschloss“ und Dresden. In Dresden traf er sich mit Gleichgesinnten, wie Otto Gussmann, Paul Rößler und Nikolaus Graf von Seebach.

Hans Nadler war Mitglied im Deutschen Künstlerbund<ref>Nadler, Hans. In: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />kuenstlerbund.de (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 19. November 2015)</ref>. In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte er obligatorisch der Reichskammer der bildenden Künste an, und er beteiligte sich nachweislich mindestens bis 1937 an Ausstellungen.<ref>Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutscher Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000</ref>

Nach seinem Tode wurde im Jahre 2021 die Grundschule in Gröden nach ihm benannt und an deren Giebelwand eine Sgraffito-Kopie seines Bildes Schradenlandschaft durch den Dresdener Graffitikünstler und Auftragsmaler Christian Weiße angebracht.<ref>Manfred Feller: Grundschule Gröden soll nach Hans Nadler benannt werden. In: Lausitzer Rundschau. Elsterwerda, 27. Mai 2021. (lr-online.de)</ref><ref>Manfred Feller: Weltweit größte Kopie eines Nadler-Gemäldes im Schradenland. In: Lausitzer Rundschau. Elsterwerda, 28. Dezember 2021. (lr-online.de)</ref>

Arbeiten (Auswahl)

Datei:Nadler ausschnitt1.JPG
Ausschnitt aus dem Keramiksgraffito
dargestellt: Bau des Dresdner Residenzschlosses
Datei:Hans Nadler Grundschule Gröden Sj Eda 10 Apr 2022 20220410 092845.jpg
Die Kopie des Bildes „Schradenlandschaft“ am Giebel der Hans-Nadler-Grundschule (2022) in Gröden
Datei:Fotothek df rp-b 1000046 Windmühlen, Ausschnitt aus, Gemälde von H. Nadler-Gröden, aus, Heimatkalender Ba.jpg
Ausschnitt eines Gemäldes im Liebenwerdaer Heimatkalender 1914
  • Keramiksgraffito zur Elbschifffahrt an der Augustusbrücke in Dresden
  • Wandgestaltung im Tauf- und Trauungssaal der Apostelkirche (Dresden) in Sgraffitotechnik<ref>Kunst auf Friedhöfen und in Kirchen des Stadtbezirkes Pieschen – Tauf- und Trauungssaal der Apostelkirche Dresden-Trauchau. In: Dresdner Stadtteilzeitung. Pieschen, 27. August 2020.</ref>
  • Schradenlandschaft bei Nacht
  • Schradenlandschaft
  • Brücke bei Frauenhain mit Regenbogen
  • Trauernde Frauen
  • Begräbnis
  • Kurrendeknaben
  • Zwei Mädchen – Plastik
  • Frauenfigur – Plastik
  • Bild des Vaters – Porträt
  • Ruhe auf der Flucht

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1912: Dresden, Große Kunstausstellung
  • 1926: Dresden, Große Aquarellausstellung des Sächsischen Kunstvereins<ref>Sächsischer Kunstverein [Hrsg.]; Große Aquarell-Ausstellung [Hrsg.]: Grosse Aquarell-Ausstellung Dresden 1926: Brühlsche Terrasse, 22. Mai bis Ende September (Dresden, 1926). Abgerufen am 7. Dezember 2023.</ref>
  • 1933: Dresden („Gemeinsame Ausstellung 3 Künstlergruppen. Künstlervereinigung, Deutscher Künstlerverband, Dresdner Sezession“)
  • 1934: Dresden, Brühlsche Terrasse („Sächsische Kunstausstellung“)
  • 1935: Dresden („Dresdner Kunstausstellung“)
  • 1936: Dresden, Brühlsche Terrasse und Städtische Kunsthalle („Kunstausstellung Dresden“)
  • 1937: Dresden, Städtische Kunsthalle („Sommerausstellung“ des Deutschen Künstler-Verbands Dresden und der Deutschen Künstlervereinigung Dresden)
  • 1946: „Kunstausstellung 1946 der Provinz Sachsen“, Städtisches Museum in der Moritzburg
  • 1947: Gera, „Graphik. 25 Jahre Graphik-Sammlung Dr. Heinrich Mock. Die Blätter des Graphik-Verlages“, Kulturamt Gera
  • 1948: Glauchau, „3. Sonderausstellung 1948. Kunstwerke für den Weihnachtstisch“, Stadt- und Heimatmuseum Glauchau.

Postum

  • 2008: Senftenberg, Ausstellung in der Galerie am Schloss
  • Ständige Ausstellung in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda. Diese würdigt das Schaffen des Malers Hans Nadler mit Leihgaben der Familie Nadler.

Werke von Hans Nadler befinden sich in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden<ref name="Schweers">Hans F. Schweers: Gemälde in deutschen Museen. 5. aktualisierte und erweiterte Ausgabe Auflage. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-24250-2.</ref>, im Museum der bildenden Künste Leipzig<ref name="Schweers" />, in der Kunsthalle Bielefeld<ref name="Schweers" />, in der Städtischen Kunstsammlung Freital auf Schloss Burgk<ref name="Schweers" />, in den Kunstsammlungen von Stuttgart<ref name="Stadtverwaltung Elsterwerda" /> und Lugano<ref name="Stadtverwaltung Elsterwerda" /> und im Kreismuseum Bad Liebenwerda.<ref name="Stadtverwaltung Elsterwerda">Stadtverwaltung Elsterwerda. Fremdenverkehrsbüro: Elsterwerda, Historisches unserer Stadt: Die kleine Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda. PDF. 2006, abgerufen am 10. Dezember 2023.</ref>

Literatur (Auswahl)

  • Nadler, Hans. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
  • Das Bildwerk unter der Augustusbrücke – Eine Sehenswürdigkeit in Dresden – geschaffen von Professor Hans Nadler. In: Die Schwarze Elster. Nr. 539, 1937
  • Nadler, Hans. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 3: K–P. E. A. Seemann, Leipzig 1956, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  • Nadler, Hans. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  • Georg Kuhlins: Liebenwerdaer Museumshefte-Hans Nadler. Hrsg.: Kreismuseum Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerda 1984.
  • Eberhard Matthes: Der Maler Hans Nadler. In: Heimatverein Elsterwerda und Umgebung e. V., Heimatverein zur Erforschung der sächsischen Stahlwerke, Gröditzer Stahlwerke GmbH (Hrsg.): 250 Jahre Floßkanal Grödel-Elsterwerda 1748–1998. Lampertswalde 1997, S. 115–118.
  • Andreas Pretzel: Hans Nadler. Hrsg.: Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster. 1999, ISBN 3-00-004516-3.
  • Andreas Pretzel: Heimatkunst im Wandel – Notizen zu einem Schaffensaspekt von Hans Nadler (1879–1958). In: Der Speicher. Band 4, 2000, S. 74–82.
  • Sven-Wieland Staps: Nadler, Hans (Hans Friedrich). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 91, De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-023257-8, S. 421.

Fußnoten und Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Hans Nadler (Maler) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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