Zum Inhalt springen

Hans Traub

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hans Karl Theodor Traub (* 25. Januar 1901 in Schwäbisch Hall; † 18. Dezember 1943 in Berlin) war ein deutscher Zeitungs- und Filmwissenschaftler.

Leben

Hans Traub wurde am 25. Januar 1901 in Schwäbisch Hall geboren. Die Mutter entstammte einer Predigerfamilie, der Vater war der evangelische Pfarrer und erst linksliberale, dann deutschnationale Politiker Gottfried Traub. Das Ehepaar hatte zwei weitere Söhne, darunter der Pfarrer Hellmut Traub (1904–1994).<ref>Einträge zu Hellmut Traub und seinem Vater Gottfried in: Friedrich Künzel, Ruth Pabst (Hrsg.): Ich will Dir schnell sagen, daß ich lebe, Liebster. Helmut Gollwitzer, Eva Bildt. Briefe aus dem Krieg 1940–1945. München 2008, ISBN 978-3-406-57381-1, S. 33, 36, 37, 44, 71, 72, 79, 107, 135, 140, 167, 230, 235, 240, 248, 276, 278, 307, 310, 311; Zu seiner Tätigkeit in Potsdam in: Jeanette Toussaint: Ich bin für Potsdam das rote Tuch. Anni von Gottberg und die Bekennende Kirche. Potsdam 2011, ISBN 978-3-931329-17-4, S. 92, 95, 97, 101.</ref> Der Vater nahm im Herbst 1901 die zweite Pfarrstelle an der Reinoldikirche an und so wuchs Hans Traub in Dortmund auf. Er besuchte dort die Volksschule und das Stadtgymnasium Dortmund. Nach dem Abitur studierte er seit dem Sommersemester 1920 in Marburg Medizin, wechselte dann aber zu Geschichte und Germanistik. 1920 wurde er Corpsschleifenträger der Guestphalia Marburg.<ref>Kösener Corpslisten 1960, 98/299.</ref> Schon ein Jahr später folgte er dem Vater nach München, der dort nach seiner Beteiligung am Kapp-Putsch Chefredakteur der München-Augsburger Abendzeitung von Alfred Hugenberg geworden war. Im Jahr 1925 wurde Hans Traub zum Dr. phil promoviert.<ref>Dissertation: Die Augsburger Abendzeitung und die Revolution von 1848.</ref> Nach dem Studium war er Praktikant im Verlag Gräfe und Unzer und im Druckereibetrieb der zum Hugenberg-Konzern gehörenden Firma August Scherl.

Im Mai 1926 wurde er Assistent am im Aufbau befindlichen Deutschen Institut für Zeitungskunde in Berlin, wo er mit Martin Mohr, Emil Dovifat und Hans Amandus Münster zusammenarbeitete und viele Publikationen vorlegte. Im Juni 1930 heiratete er Hedwig von Grolmann. Persönliche Kontakte zum Verband pommerscher Zeitungsverleger und Buchdrucker führten zu einem Wechsel an die Universität Greifswald. Er habilitierte sich 1932 und wurde im November desselben Jahres zum Privatdozent ernannt.<ref>Habilitationsschrift: Grundbegriffe des Zeitungswesen. Kritische Einführung in die Methode der Zeitungswissenschaft.</ref> Da er mütterlicherseits „teiljüdischer Abstammung“ war, wurde ihm am 24. Juli 1937 die Lehrbefugnis in Greifswald und Berlin entzogen. Ab 1936 arbeitete er in der Berliner Ufa-Lehrschau. Er starb im Alter von 42 Jahren an einer Sepsis.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Leistungen

Traub entwarf als einer der ersten Zeitungswissenschaftler einen prozessorientierten Ansatz. Dieser war gegenläufig zu den Propagandalehren des Dritten Reichs. Traub konnte ihn daher nach 1933 nicht weiterführen.<ref>Stefanie Averbeck: Kommunikation als Prozess. Soziologische Perspektiven in der Zeitungswissenschaft 1927–1934. LIT, Münster 1999, ISBN 3-8258-3594-4, S. 1ff, S. 356ff.</ref>

Als erster Zeitungswissenschaftler beschrieb Traub 1928 den Vorgang, der heute in der Kommunikationswissenschaft als De- und Encodierung bezeichnet wird.<ref>Stefanie Averbeck: Kommunikation als Prozess. Soziologische Perspektiven in der Zeitungswissenschaft 1927–1934. 1999, S. 377.</ref>

Eines der Hauptanliegen von Hans Traub war die Etablierung einer Filmwissenschaft.

Im Auftrag des Generaldirektors der UFA, Ludwig Klitzsch, erstellte Traub gemeinsam mit Oskar Kalbus, dem wissenschaftlichen Referenten der Ufa und Geschäftsführer der Ufa-Filmverleih-AG, eine Studie Wege zu einem Deutschen Institut für Filmkunde (1932/33). Das Institut sollte den Bedarf nach einer theoretischen Ausbildung des Filmnachwuchses decken, und damit diese mit der praktischen Ausbildung leicht vereinbart werden konnte, sollte das Institut nach den Vorstellungen von Traub und Kalbus mitten im Zentrum der Filmindustrie, in der Studio-Stadt Babelsberg, eingerichtet werden. Nach dem Entwurf von Traub und Kalbus sollte das Institut eine wissenschaftliche Forschungsstätte im großen Stil werden.

Verwirklicht wurde das Konzept eines Deutschen Instituts für Filmkunde mit der UFA-Lehrschau, die von Traub aufgebaut und am 31. Januar 1936 auf dem Filmgelände in Babelsberg eröffnet wurde. Die Lehrschau umfasste eine Dauerausstellung, eine Bibliothek und weitere Sammlungen. Dem von Traub und Kalbus entworfenen Forschungs- und Lehrinstitut für Filmkunde entsprach das Institut jedoch nicht. Als Grund, der dies verhinderte, nannte Traub in den späten 30er Jahren den „Umschwung“ von 1933.<ref>Stefanie Averbeck: Kommunikation als Prozess. Soziologische Perspektiven in der Zeitungswissenschaft 1927–1934. 1999, S. 369f.</ref>

Schriften

  • Die Augsburger Abendzeitung und die Revolution im Jahre 1848. Ein Beitrag zur bayerischen Revolutionsgeschichte. 1925 mdz-nbn-resolving.de
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • Erschließung der wichtigen politischen Zeitungsbestände an deutschen Bibliotheken für Wissenschaft und Praxis. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen, Jg. 48, 1931, S. 518–522.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}

Literatur

  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#ifeq: 0 | 0
   | {{#if: 363
       |
       | Vorlage:NDB – bitte Seitenzahl(en) angeben
     }}{{#if: 117405280
         | {{#if: {{#invoke:URIutil|isDNBvalid|117405280}}
             | {{#if: 
                 | Vorlage:NDB – Wenn GND dann kein SFZ angeben
               }}
             | Vorlage:NDB – GND unzulässig
           }}
         | {{#if: 
             | {{#if: 
                 | {{#ifeq: 452555 | 4526413
                     |
                     | Vorlage:NDB7= ist obsolet, jetzt SFZ=
                   }}
               }}
             | {{#ifeq:  | 1
                 | 
                 | 
               }}
           }}
     }}{{#if: 
         | {{#ifeq: 452555 | 11376103
             |
             | Vorlage:NDBWerktitel= war ein Irrtum, jetzt Werkliste=
           }}
       }}

}}{{#if:

   | {{#if: 
       |
       | 
     }}

}}

  • Stefanie Averbeck: Kommunikation als Prozess. Soziologische Perspektiven in der Zeitungswissenschaft 1927–1934. LIT, Münster 1999, ISBN 3-8258-3594-4.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • Ulrich Döge: Ein völkischer „Nichtarier“ im Dienst der NS-Filmwissenschaft. Hans Traub an der Ufa-Lehrschau. In: Rolf Aurich, Ralf Forster (Hrsg.): Wie der Film unsterblich wurde. Vorakademische Filmwissenschaft in Deutschland. edition text + kritik. München 2015, ISBN 978-3-86916-407-6, S. 291–298.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}

Weblinks

| {{#if: 
    | Vorlage:DNB-Portal – veraltete Parametrisierung 3=
  }}

}}

Einzelnachweise

<references />

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 117405280n/87/145762209465800 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 117405280 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 117405280 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n/87/145762 | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n/87/145762 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 209465800 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 209465800 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung

{{#if: Traub, Hans | {{#if: Traub, Hans Karl Theodor (vollständiger Name) | {{#if: deutscher Zeitungs- und Filmwissenschaftler | {{#if: 25. Januar 1901 | {{#if: Schwäbisch Hall | {{#if: 18. Dezember 1943 | {{#if: Berlin |

Vorlage:Wikidata-Registrierung