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Hans von Liebig

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Hans Wilhelm Hermann Freiherr von Liebig (* 11. Oktober 1874 in Dinkelsbühl; † 13. Februar 1931) war ein deutscher Chemiker und alldeutsch-völkischer Publizist. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Dr. Walter Liek.<ref name="ZechlinBieber560">Egmont Zechlin, unter Mitarbeit von Hans Joachim Bieber: Die deutsche Politik und die Juden im Ersten Weltkrieg. Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1969, S. 560.</ref>

Leben

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Das Wappen der Freiherren von Liebig

Ein Großvater war der Chemiker Justus von Liebig<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#ifeq: 0 | 0

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Hans von Liebig promovierte zum Dr. phil. und lehrte als Privatdozent der Chemie an der Universität Gießen,<ref>Richard Frank Krummel, unter Mitwirkung von Evelyn S. Krummel: Nietzsche und der deutsche Geist. Band 1: Ausbreitung und Wirkung des Nietzscheschen Werkes im deutschen Sprachraum bis zum Todesjahr: ein Schrifttumsverzeichnis der Jahre 1867–1900. 2., verbesserte und ergänzte Auflage. de Gruyter, Berlin 1998, S. 621.</ref> wo er sich ca. 1908 für Chemie habilitierte.<ref>Physikalische Zeitschrift, 1908, 9. Jahrgang. No. 3, S. 112. S. Hirzel, Leipzig.</ref>

Liebig war Mitglied im Alldeutschen Verband<ref>Zechlin, Bieber: Die deutsche Politik … 1969, S. 519.</ref> und redigierte bis Juli 1919 die im Verlag von J. F. Lehmann erscheinende Münchener Monatsschrift Deutschlands Erneuerung, worin er zu dieser Zeit auch unter seinem Pseudonym Dr. Walter Liek monatliche „Politische Betrachtungen“ veröffentlichte.<ref>Zechlin, Bieber: Die deutsche Politik … 1969, S. 560.</ref>

Im Alldeutschen Verband wurde Liebig im Herbst 1918 von Konstantin von Gebsattel wegen einer Notiz im Semi-Gotha von der Nominierung zum Ausschuss für „Judenfragen“ ausgeschlossen.<ref>Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus : Die Geschichte des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919–1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, S. 52.</ref> Im antisemitisch-denunziatorischen Nachschlagewerk Semi-Gotha war Hans von Liebig 1914 als Urenkel einer im 18. Jahrhundert konvertierten Jüdin ausgewiesen worden.<ref>Léon Poliakov: The History of Anti-semitism. Vol IV: Suicidal Europe, 1870–1933. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 2003, S. 367, Anm. 38.</ref> 1919 wurde er deswegen auch aus dem Alldeutschen Verband ausgeschlossen.<ref>Léon Poliakov: The History of Anti-semitism. Vol IV: Suicidal Europe, 1870–1933. University of Pennsylvania Press, Philadelphia PA 2003, S. 146.</ref>

Der nichtbeamtete Liebig schied 1921 aus dem Hochschuldienst.<ref>Peter Moraw: Kleine Geschichte der Universität Gießen. Ferber’sche Universitäts-Buchhandlung, Gießen 1982, S. 197.</ref>

Nach Kuno von Westarp gehörte Liebig „zu den Politikern, die geneigt waren, alles, was sie zu tadeln hatten, allein auf die Abhängigkeit von Juden zurückzuführen“.<ref>Zitiert nach Zechlin, Bieber: Die deutsche Politik … 1969, S. 519.</ref> Liebig warnte vor einer „Verschweizerung“ des deutschen Volkes.

Liebig gehört zu den seltenen Kommentatoren des völkischen Lagers, die bereits früh (1922) eine Ähnlichkeit zwischen dem italienischen Faschismus und dem deutschen Nationalsozialismus bemerkten:

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Die meisten Schriften von Liebig wurden nach Ende des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.<ref>Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur: Buchstabe L, Liste der auszusondernden Literatur. Stand vom 1. April 1946.</ref><ref>Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur: Buchstabe L, Liste der auszusondernden Literatur. Stand vom 1. April 1947.</ref><ref>Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur: Buchstabe L, Liste der auszusondernden Literatur. Stand vom 1. September 1948.</ref><ref>Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur: Buchstabe Q, Liste der auszusondernden Literatur. Dritter Nachtrag nach dem Stand vom 1. April 1952.</ref><ref>Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur: Buchstabe L, Liste der auszusondernden Literatur. Dritter Nachtrag nach dem Stand vom 1. April 1952.</ref>

Schriften

  • Die Politik von Bethmann-Hollweg – Eine Studie.
    • Teil 1: Das B-System vor dem Kriege. 1915 als Handschrift gedruckt.
    • Teil 2: Das B-System im Kriege. 1915 als Handschrift gedruckt.
  • als Walter Liek: Politische Erneuerungstechnik. J. F. Lehmanns, München 1918. In: Deutschlands Erneuerung, 1918, Jg. 2, Heft 9/10.
  • Die Politik von Bethmann-Hollweg – Eine Studie.
    • Teile 1 und 2, Das B-System vor dem Kriege und im Kriege. 3. unveränderte Auflage. Lehmanns, München 1919. Teil I: {{#if:diepolitikvonbet01liebuoft
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    • Teil 3, Das B-System als Sieger. Lehmanns, München 1919.
  • Anklage! Verlag der Deutschen Zeitung, Berlin [um 1919]. In: Deutsche Zeitung, Nr. 513/14.
  • Der Betrug am deutschen Volke. Grosse Ausgabe. Lehmanns, München 1919.
  • Der Betrug am deutschen Volk: Gekürzte Ausgabe. J. F. Lehmanns, München 1919. In: Deutschlands Erneuerung.
  • Erzberger als Staatsmann und Werkzeug in seiner Rede vom 25. Juli 1919. J. F. Lehmanns, München 1919. In: Liebig: Der Betrug am deutschen Volke.
  • Grundbedingungen des Wiederaufstieges : Flugblatt. J. F. Lehmanns Verlag, München 1919. In: Deutschlands Erneuerung.
  • Der U-Bootkrieg. J. F. Lehmanns, München 1919. In: Deutschlands Erneuerung.
  • als Walter Liek: Der Anteil des Judentums am Zusammenbruche Deutschlands. J. F. Lehmanns, München 1919. In: Deutschlands Erneuerung.
  • als Walter Liek: Der deutsche Arbeiter und das Judentum. J. F. Lehmanns, München 1920. In: Deutschlands Erneuerung, 1920, Jg. 4.
  • Wege zur politischen Macht. J. F. Lehmanns Verlag, München 1921.
  • Reichsverderber
    • als Herausgeber: Teil 1: Hollweg – Erzberger – Scheidemann. G. Bath, Berlin [1922].
    • August Keim: Teil 2: Prinz Max von Baden. G. Bath, Berlin 1922.
  • Das Versagen der Nationalen. Hammer-Verlag, Leipzig 1928.
  • Die Verschweizerung des deutschen Volkes. Hammer-Verlag, Leipzig 1928.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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