Hansjürgen Staudinger
Hansjürgen Staudinger (* 18. November 1914 in Zürich; † 6. Januar 1990 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Biochemiker und Hochschullehrer.
Leben
Hansjürgen Staudinger war der Sohn des Chemikers Hermann Staudinger (1881–1965).<ref>DNB-Eintrag auch Nachweis, dass Hermann St. Vater von Hansjürgen St. ist</ref> Nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn absolvierte er ein Studium der Chemie an den Universitäten Königsberg, Göttingen, München und Freiburg.<ref name="Kersten929f">Helga Kersten: Verleihung der Scherer-Medaille an Hansjürgen Staudinger. In: Journal of Clinical Chemistry and Clinical Biochemistry, Vol. 18, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1980, S. 929ff</ref> In Freiburg promovierte Staudinger mit der 1940 erschienenen Dissertation Über Halogenderivate der Kautschukkohlenwasserstoffe zum Dr. rer nat.
Während des Zweiten Weltkrieges leitete Staudinger ab 1941 am Freiburger Institut für Luftfahrtmedizinische Pathologie des Reichsluftfahrtministeriums die Chemische Abteilung unter Franz Büchner. Im Schwerpunkt widmete er sich zu dieser Zeit der Kälteforschung. Staudinger nahm an der Tagung über Ärztliche Fragen bei Seenot und Winternot am 26. und 27. Oktober 1942 teil, wo auch über die „Unterkühlungsversuche“ im KZ Dachau referiert wurde.<ref name="Klee597">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 597</ref> Mit der im Februar 1946 erschienenen Schrift Über natürliche Glykogene habilitierte er sich in Freiburg. Zudem hatte er in Freiburg auch das vorklinische Medizinstudium absolviert.<ref name="Kersten929f" />
Nach Kriegsende war Staudinger in Brackwede leitender Chemiker der Asta-Werke AG. Ab 1948 leitete Staudinger als Chefarzt das Zentrallaboratorium an den Städtischen Krankenanstalten Mannheim. Zusätzlich war er Privatdozent an der Universität Heidelberg und wurde dort 1955 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Staudinger wechselte 1959 als Ordinarius für Physiologische Chemie an die Universität Gießen, wo er als Direktor auch das Physiologisch-Chemische Institut leitete.<ref name="Klee597" /> Staudinger machte sich insbesondere um die Forschung zur Klinischen Chemie verdient.<ref name="Kersten929f" />
Mitgliedschaften
- NS-Studentenbund (1934)<ref name="Klee597" />
- NS-Reichsbund für Leibesübungen (1938)<ref name="Klee597" />
- NS-Altherrenbund (1938)<ref name="Klee597" />
- NS-Bund Deutscher Technik (1942)<ref name="Klee597" />
- NS-Volkswohlfahrt (1943)<ref name="Klee597" />
- Mitglied des Senats sowie zeitweise Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)<ref name="Klee597" /><ref name="Kersten929f" />
Ehrungen
- Verleihung der Johann-Joseph-Scherer-Medaille durch die Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie (1980)<ref name="Kersten929f" />
- Großes Bundesverdienstkreuz (1975)<ref name="Klee597" />
- Ehrensenator der Universität Gießen (1977)<ref name="Klee597" />
Literatur
- Journal of Clinical Chemistry and Clinical Biochemistry, Vol. 18, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1980, S. 929–946 (pdf; 1,8 MB)
- Wolfgang U. Eckart: Staudinger, Hansjürgen. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 25. Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Literatur von und über Hansjürgen Staudinger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Hansjürgen Staudinger im O-Ton im Online-Archiv der Österreichischen Mediathek (Salzburger Nachtstudio)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Staudinger, Hansjürgen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Biochemiker und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 18. November 1914 |
| GEBURTSORT | Zürich |
| STERBEDATUM | 6. Januar 1990 |
| STERBEORT | Freiburg im Breisgau |
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- Biochemiker
- Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen)
- Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Ehrensenator der Justus-Liebig-Universität Gießen
- Ritter (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem)
- Deutscher
- Geboren 1914
- Gestorben 1990
- Mann